Produktbild: Schlehengrund

Schlehengrund Roman | Zwei Familien auf der Suche nach Heimat

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9,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

400 (Printausgabe)

Dateigröße

2775 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843732994

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ePUB 3

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Erscheinungsdatum

27.02.2025

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

400 (Printausgabe)

Dateigröße

2775 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843732994

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  • Gertie G.

    aus Wien

    5/5

    04.07.2025

    eBook (ePUB 3)

    Ein gelungener Abschluss der Trilogie

    Dieser historischer Roman bildet den Abschluss der Trilogie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wollseifen begonnen und nun um 1970 in Embken endet. Das Dorf Wollseifen wird nach dem Zweiten Weltkrieg in einen Truppenübungsplatz verwandelt, weshalb alle Bewohner abgesiedelt werden. Die befreundeten Familien von Albert und Silvio finden Platz in einem großen leerstehenden Bauernhof im Embken. Das Gehöft gehörte in den 1930er-Jahren einer jüdischen Familie über deren Verbleib nichts bekannt ist - ausgereist sollen sie sein. Nur Johanna wundert sich über den verlassenen Bauernhof, der nun ihr neues Zuhause sein wird. Sie fragt nach, erhält vorsichtige Antworten und lernt Jakob, den einzigen Überlebenden der jüdischen Gemeinde kennen. Die Bemühungen, den jüdischen Friedhof wieder in Stand zu setzen, scheitern und Jakob wird von Unbekannten ermordet. Man hält zusammen, krempelt die Ärmel auf und hofft nach wie vor auf die Rückkehr von Karl, Alberts Sohn und Johannas Ehemann, der sich in russischer Kriegsgefangenschaft befindet. Johanna bewirtschaftet die Landwirtschaft gemeinsam mit ihrem Schwiegervater und einigen Helfern und muss, als Karl endlich, aber gebrochen heimkommt, erleben, dass sie an den Rand gedrängt wird. Karl übernimmt wieder das Zepter obwohl er gesundheitlich schwer angeschlagen ist und den Anforderungen der Arbeit nicht (mehr) gewachsen ist. Damit steht Johanna stellvertretend für die Tausenden Frauen, die, um ihre Familien durchzubringen, jede Arbeit angenommen haben. Dass sie nun, nach der Rückkehr ihrer Männer wieder an den Herd verbannt werden und weder arbeiten gehen dürfen noch über eigenes Geld verfügen, ist ein Rückschritt, der viele Ehen scheitern lässt. Zudem sind viele Männer verroht, traumatisiert und invalide aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrt. Wie es eben in der Nachkriegszeit ist, hängen jene, die einst Hitler zujubelten, die Fahne in den neuen Wind, ohne ihre alte Gesinnung tatsächlich zu überdenken und ihr abzuschwören. Die alten Seilschaften bleiben mehr oder weniger geschickt verborgen, weiter bestehen. Wir erleben mit, wie sich die Gesellschaft langsam ändert. Die Kinder der Familien aus Wollseifen gehen ihre eigenen Wege, verlassen den Ort Embken in unterschiedliche Richtungen werden Kunsthistoriker, Tischler, Gastronomen oder Lehrer. Nur Rolf, der die Leidenschaft für die Landwirtschaft seiner Mutter Johanna geerbt hat, übernimmt nach dem Studium als diplomierter Landwirt den florierenden Hof. Fazit: Mir hat der Abschluss der Trilogie sehr gut gefallen. Ein geschickter Schachzug der Autorin ist, stellenweise die Jahre zwischen 1950 und 1970 als Tagebucheintragungen von Emil Schlösser, dem eine Granate beide Hände abgerissen hat und nun als Gymnasiallehrer unterrichtet, quasi im Zeitraffer vorüberziehen zu lassen. Da finden die Bemühungen Konrad Adenauers, die Kriegsgefangenen aus der UdSSR zurückzuholen, die Aufdeckung diversen Alt-Nazis ebenso Erwähnung wie der Mord an John F. Kennedy oder der, durch die Polizei verschuldete, brutale Tod des Benno Ohnesorg. So erhält die Leserschaft Einblick in die damalige Zeit, die man gemeinhin als Wirtschaftswunder bezeichnet. So halten Fernseher und Autos Einzug in die Familien. Durch die einfühlsame Johanna integriert die Autorin das nur vereinzelt auftretende schlechte Gewissen über die Ermordung der Juden in die Handlung. Fazit: Gerne gebe ich diesem letzten Teil der Trilogie 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die ganze Reihe.

  • Magdalena

    aus Köln

    5/5

    19.03.2025

    eBook (ePUB 3)

    Das Leben einer Familie in der Eifel in den 1950er und 1960er Jahren

    Schlehengrund ist der letzte Band der Eifel-Trilogie von Anna-Maria Caspari. Die Vorgängerbände Ginsterhöhe und Perlenbach habe ich auch gelesen. Die Trilogie stellt ein interessantes Zeitdokument über das Schicksal einer Familie in der Eifel im Zeitraum von hundert Jahren, zwischen 1865 und 1970, dar. Über die Tagebucheinträge eines Lehrers erfahren wir, was währenddessen in der Welt passiert. Das Dorf Wollseifen ist 1946 zum Sperrgebiet geworden, da das Land um das Dorf einschließlich der Urfttalsperre zuerst von den Briten und später den Belgiern als Truppenübungsplatz genutzt wird. 1950: Albert Lintermann und seine Familie finden eine neue Heimat in dem Eifeldorf Embken. Alberts Sohn Karl kehrt erst viele Jahre nach dem Krieg aus russischer Gefangenschaft zurück. Seine Frau Johanna hatte sich in seiner Abwesenheit mit Hilfe ihrer Schwiegereltern um Haus und Hof und Sohn Rolf gekümmert. Karl fällt es schwer, ins Leben auf dem Hof zurückzufinden. Er ist traditionsbewusst, während Johanna für neue Anbaumethoden und das Konzept der biologisch-dynamischen Landwirtschaft ohne Kunstdünger, Unkrautvernichter und mit viel Handarbeit plädiert. Die Eheleute sind sich in den Jahren, in denen sie getrennt waren, fremd geworden. Auch Rolf findet keinen Zugang zu seinem traumatisierten Vater. Rolf freundet sich mit dem neu zugezogenen Arztsohn Horst an. Horst erzählt ihm von der nationalsozialistischen Gesinnung seines Vaters, der ihn bei geringsten Vergehen verprügelt. Mit Hilfe des Lehrers schafft er es, sein Elternhaus zu verlassen. Er geht zunächst nach Heidelberg und später zu seinem Bruder nach Berlin. Ende der 1960er Jahre besucht Rolf seinen Kindheitsfreund und staunt über sein Leben, das so anders als sein eigenes ist. „Eine dumpfe Ahnung stieg in ihm auf, wie sehr sich das Leben, das Horst in Berlin führte, von dem in der rheinischen Provinz unterschied. Bonn mochte die Hauptstadt sein, aber Berlin war trotz der Teilung die lebendigere Stadt. Hier befand sich alles im Aufbruch, das Leben war härter und schneller, und so auch die Menschen, die hier lebten.“ 1963 fahren viele Familien nach Köln, der ersten Station auf der viertägigen Deutschlandreise der Kennedys. Gespannt werden die Prozesse gegen zweiundzwanzig Mitglieder der Lagermannschaft von Auschwitz verfolgt. „Dass die Prozesse achtzehn Jahre nach Kriegsende geführt werden, stößt nicht bei allen auf Verständnis – viele Deutsche möchten mit der Vergangenheit lieber nichts mehr zu tun haben.“ Ereignisse wie die Mondlandung, die Beerdigung Adenauers, Kennedys Rede in Berlin und diverse Unterhaltungsshows werden im Fernsehen übertragen, zuerst in schwarz-weiß und ab 1967 in Farbe. Mir hat der Abschlussband der Trilogie genauso gut gefallen wie die beiden Vorgängerbände. Ich habe Albert und Leni, Johanna und Rolf genau wie die anderen ehemaligen Wollseifener ins Herz geschlossen. Im Nachwort erfahren wir, dass die Handlung an reale Schicksale angelehnt ist, von denen die Autorin in Gesprächen mit einer ehemaligen Bewohnerin von Wollseifen erfahren hat. Gerne empfehle ich die Trilogie an alle weiter, die historische Romane mögen und/oder eine Beziehung zur Eifel haben.

  • Silke

    4/5

    28.02.2025

    eBook (ePUB 3)

    Schöne und Emotionale Geschichte

    Auch der letzte Teil der Geschichte lässt sich wunderbar leicht lesen. Ein schönes Buch für ein verregnetes Wochenende. Nicht ganz so spannend zu lesen wie die beiden vorherigen Teile aber alles in allem ein schöner Abschluss.

  • Bewertung

    aus Bremen

    5/5

    08.09.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Authentisch beschriebene Geschichte

    1950: Die vertriebenen Familien aus Wollseifen haben überwiegend in den umliegenden Orten ein neues zu Hause gefunden. Albert Lintermann findet in Embken einen Bauernhof, der ihm sofort zusagt. Die Entscheidung des Kaufes möchte er keinesfalls über den Kopf seiner Schwiegertochter hinweg treffen, denn sie soll den Hof eines Tages zusammen mit ihrem Ehemann Karl übernehmen und führen. Nachdem auch Johanna von dem Projekt begeistert ist, packen alle gemeinsam an um das Haus wohnlich zu gestalten und den Hof zu bewirtschaften. Johanna strengt sich ganz besonders an und beschäftigt sich intensiv mit der Landwirtschaft. Als ihr Mann Karl dann aus dem Krieg zurückkehrt will er sein Leben zurück und die Entscheidungen auf dem Hof alleine treffen. Für die selbstbewusste und tatkräftige Johanna brechen ihre Träume zusammen. Sie fühlt sich ausgeschlossen und alleine gelassen. Die Familie wächst und die ältere Generation stirbt nach und nach. Man spürt den sozialen Wandel und den wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die Tagebucheinträge von Emil Schlösser werden kulturelle und geschichtliche Ereignisse in die jeweils aktuelle Zeit gut eingebaut. Die Geschichte ist authentisch und emotional geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig. Das Cover passt gut zu der Geschichte.

  • Sagota

    aus Saarbrücken

    5/5

    04.09.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Aus dem Leben der Wollseifener Familie Lintermann

    Bei "Schlehengrund" von Anna-Maria Caspari handelt es sich um den 3. und letzten Teil der Romantrilogie um das Eifeler Dorf Wollseifen, das kurz nach dem Krieg von den Briten besetzt wurde (später von dem belgischen Militär) und die Dorfbewohner damit zeitlebens vertrieben wurden. Herausgegeben wurde das Buch im Ullstein-Verlag (358 Seiten, TB brosch., 2025). Der letzte Romanteil ist im Nachkriegsdeutschland, in der schönen Eifel, angesiedelt, über das Dörfchen Scheven bis zum Hof nach Embken, wo sich die fiktive Familie um Albert Lintermann, Leni, Johanna mit ihrem Sohn Rolf, Silvio und Maria, das eng befreundete sympathische Ehepaar mit ihren Kindern ein neues Leben aufzubauen versuchen. Wir treffen all' diese bereits aus den Vorgängerbänden wohlbekannten ProtagonistInnen des Romans wieder, an deren weiterem Schicksal wir bis Anfang der 70er Jahre teilnehmen dürfen. Johanna wartet seit Jahren auf ihren geliebten Ehemann Karl, der in sowjetische Gefangenschaft geriet und von dem in den letzten zwei Jahren jegliches Lebenszeichen fehlt. Sowohl die Gefühle der Angst um Karl als auch das auf sich selbst gestellt sein (wobei Schwiegervater Albert ihr freie Hand lässt und sie tatkräftig unterstützt) wie auch später die Emotionen von Karl, der nach Jahren brutaler Gefangenschaft an Leib und Seele gezeichnet ist und nicht als der zurückkehrt, als der er einst eingezogen wurde, sind von der Autorin sehr nachvollziehbar und tief beeindruckend dargestellt: Man wünscht sich, dass Karl wieder ankommt, mit der Zeit Schritt halten kann und Veränderungen gegenüber offen ist - und erlebt tiefe Verunsicherung, dass er sich fremd fühlt und sogar abgelehnt, da er an den alten Werten und Traditionen hängt. Eine Herausforderung ist dabei, mit seiner Frau Johanna alles zu besprechen, was auf dem Hof von großer Wichtigkeit ist, da sich herausstellen sollte, dass sie, die Jahre alles gut auch alleine hinbekommen hat, andere Vorstellungen hat in der Landwirtschaft. So entwickeln sich die beiden, die sich einst so sehr liebten, auseinander und Johanna fühlt sich bald zu einem Mann hingezogen, der Kurse in biologisch-dynamischer Landwirtschaft nach Steiner und Hildegard von Bingen gibt; gegen den Einsatz von Pestiziden ist u.v.m. Karl hält von solchen Neuerungen gar nichts und leidet daran, dass er das Gefühl hat, immer mehr am Rande zu stehen. Er steht symbolhaft für so viele deutsche Soldaten, die nach Jahren der Gefangenschaft zurückkamen, die tiefe Spuren hinterlassen hatte wie auch Traumatas; viele begannen zu trinken, andere wurden gewalttätig. Heute gibt es eher psychologische Hilfe für solch traumatisierten Menschen, nach dem 2. Weltkrieg war jeder auf sich allein gestellt. Die damit einhergehenden Konflikte und Probleme in den Familien wurde beispielhaft von A.-M. Caspari ausgearbeitet und sehr nachvollziehbar, differenziert wie auch emotional sehr gut dargestellt. Das Tagebuch des klugen, intelligenten und regimekritischen, reflektierenden wie auch kinobegeisterten Studenten Emil Schlösser (der jüngste Sohn des Schmiedes Hermann Schlösser) beleuchtet in Einflechtungen immer wieder das gesellschaftliche Leben und die technischen Neuerungen und politischen Ereignisse in den 50er und 60er Jahren; z.B. das Fernsehen, der Mauerbau, der Besuch Kennedys in Deutschland, die Kubakrise, der Besuch des Schah etc. Dies fand ich als ergänzendes Stück Zeitgeschichte sehr gut und es ist das Jahrzehnt meiner eigenen Kindheit, weshalb ich natürlich einiges noch in Erinnerung habe und schmunzelte, wenn es um "Stahlnetz" ging, (das ich als Kind nicht sehen durfte); zumal die Figur Emil Schlösser, der möglichst rasch und sehr fleißig sein Studium beenden will, um Lehrer für Geschichte zu werden, als kritischer Geist so manchem Nazi-Ungetüm, die es noch immer gab (wie z.B. ein Dr. Textor, Vater von Horst, der mit Rolf befreundet ist im Roman) gegenübersteht: Auch die Geschichte der jüdischen Bevölkerung wird erwähnt; die, 40 an der Zahl, sogar eine eigene Synagoge hatten - und von denen nach dem Krieg niemand mehr dort lebte; dies soll und darf immer wieder betroffen machen. Ebenso wie das Schicksal des einzigen Juden, der aus Liebe zu einem Mädchen aus dem Dorf Embken nach dem Krieg zurückkam; um zu spüren und zu erfahren, dass der Antisemitismus nicht mit dem Kriegsende abhanden gekommen war. So regen sich nicht nur Albert und Silvio zurecht auf, dass es einige Nazis gab, die auch nach dem Krieg teils hohe Positionen in der (auch kommunalen) Politik einnahmen - so als ob nichts gewesen wäre (hierüber gibt es vielfach sehr interessante Literatur und es war mit Sicherheit ein Konfliktpunkt in so mancher Familie und auch zwischenmenschlichen Beziehungen der damaligen Zeit, wenn darüber diskutiert wurde. (Obgleich lange Zeit vieles 'totgeschwiegen' wurde, wie wir wissen). Mir sind besonders Johanna, Albert und Leni wie auch der verstörte Karl und Enkel Rolf ans Herz gewachsen; doch da die Geschichte der Wollseifener Familie Lintermann hier endet - um das Jahr 1970 - muss man von manchem Charakter, der dann auch über 80 Jahre zählt, Abschied nehmen. Einige Abschiede gingen mir ebenso wie die Schicksale der Familienmitglieder (wie auch Silvio's und Maria's) sehr zu Herzen und ich danke der Autorin, dass sie anhand dieser Trilogie das Dorf Wollseifen (das man erst seit dem Jahre 2006 wieder betreten kann!) literarisch wieder auferstehen ließ: Ein sehr bewegendes, spannendes Stück Zeitgeschichte mit wundervollen Charakteren, deren Schicksal ich gerne gefolgt bin! Ich kann diesen auch stilistisch hervorragenden Roman; nein die ganze Trilogie (am besten chronologisch zu lesen!) nicht nur historisch interessierten LeserInnen mehr als empfehlen und vergebe daher die höchste Punkt- und Sternezahl, nämlich 5*.

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