Penn Cage ist Bürgermeister in Natchez, Mississippi. Um seiner Stadt zu Geld zu verhelfen, hat er auf das Glücksspiel gesetzt. Nun fahren prächtige Dampfschiffe auf dem Fluss, alle zu Kasinos umgebaut. Doch ein Schiff unterscheidet sich von den anderen: die Magnolia Queen, auf der die finanzstärksten Spieler ein- und ausgehen. Ein Freund von Penn Cage hat Beweise, dass an Bord massive Verbrechen verübt werden. Als er kurz darauf brutal ermordet wird, verbeißt Cage sich in den Fall. Bald steht fest: Die Gäste der Magnolia Queen kommen nicht nur wegen des Glücksspiels. Sie wollen Blut sehen - Menschenblut .
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Marcus Hübner
aus Marburg
3/5
13.10.2026
eBook (ePUB 3)
Böse Menschen, böse Strukturen, strahlender Held. Oder etwa nicht?
Ganz kurz: Worum geht’s?
Penn Cage, verwitweter Staatsanwalt aus Houston, mittlerweile Bestsellerautor von Thrillern, ist vor einigen Jahren in seine Heimatstadt im Mississippi-Delta zurückgekehrt. Weil er den Abwärtstrend seiner geliebten Heimat aufhalten will, ist er Bürgermeister der Stadt geworden. Und hat, so scheint es, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen.
Als sich ein ehemaliger Schulfreund bei ihm meldet, der als Croupier in einem der Raddampfer arbeitet, die zu Casinos umgebaut wurden, und ihm von Schauerlichem erzählt, das im Schatten des legalen Glücksspiels getrieben wird, kann Penn Cage nicht anders, als sich auf die Spur zu machen.
Irgendwie mischt auch Cages Ex-Freundin und Herausgeberin der Lokalzeitung mit – und es entspinnt sich ein für Greg Iles typisches Sittengemälde der Südstaaten um die Jahrtausendwende.
Wie ich das Buch fand:
Ich liebe Greg Iles’ Romane. Das Wort ist nicht zu klein. Auch dieses Buch hat wieder alle meine Erwartungen erfüllt. Das Verweben von einem im Setting interessanten Fall und dem Südstaaten-Noir, den Iles so gut beherrscht, ist eine Kunst für sich. Das war auch bei diesem Buch nicht anders.
In diesem Buch ist die Gegenüberstellung von Penn Cage als klassischer Held ohne Furcht und Tadel gegenüber den verdorbenen Subjekten auf der Gegenseite sehr gut gelungen. Besonders, weil Greg Iles mit den Stereotypen spielt, ohne sie ganz aufzulösen. Man erwartet heroische Handlungen, Selbstlosigkeit und Mut von Penn Cage. Man bekommt sie auch. Aber immer mit einem Haken. Das ist eine deutlich ausgewogenere Anthropologie als die Endlosliste von Antihelden, die uns in der Literatur sonst präsentiert wird, weil man sich vor Kitsch schützen möchte.
Menschen können heroisch sein. Aber es ist das strukturelle Böse, dem sich kein Mensch ganz entziehen kann; und das manche Entscheidungen unmöglich macht, sie zu treffen.
Was ich gelernt habe:
Das strukturelle Böse im ländlichen Raum versteckt sich häufig in den Versuchen, den Menschen vor Ort zu helfen. Es macht diese „Entwicklungshilfe“ oft so zwiespältig. Dem Gefühl, von der Regierung vergessen worden zu sein, begegnet man nämlich häufig weniger mit Fakten und nicht einmal mit Projekten. Sondern, wenn überhaupt, persönlich. Nur das ist oft gar nicht mehr möglich, die Bitterkeit, der Neid und die Missgunst schon viel zu weit fortgeschritten.
Was mir gefehlt hat:
Mäßigung beim Thema sexueller Gewalt. Dieses Buch hat mit der Thematik sexueller Gewalt noch viel mehr gearbeitet als irgendein anderes der Iles-Bücher, die ich bis jetzt gelesen habe. Und nicht jede Beschreibung hat dem Plot eigentlich gedient. Dadurch bekommt das Buch streckenweise einen wahnsinnig faden Beigeschmack, der schwer wieder loszuwerden ist. Das Buch ist wirklich nicht mehr aktuell (erstveröffentlicht auf Deutsch 2011), und ich hätte gehofft, dass heutige Lektorinnen und Lektoren so etwas korrigieren. Aber wenn ich sehe, welche Plots heute unter dem Label „Young Adult“ und „Dark Romance“ verkauft werden, dann schwindet meine Hoffnung. Dieser Punkt wirkt sich allerdings sehr schwer auf mein Gesamturteil aus. Es war teilweise für mich nur schwer auszuhalten. Deswegen auch eine Inhaltswarnung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.