Produktbild: Der Keim

Der Keim Roman | »Meisterhaft, magnetisch. Vesaas’ Prosa ist einzigartig.« Peter Urban-Halle, NZZ

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.10.2024

Verlag

dtv

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,9/11,4/2,1 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Kimen

Übersetzt von

Hinrich Schmidt-Henkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14911-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.10.2024

Verlag

dtv

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,9/11,4/2,1 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Kimen

Übersetzt von

Hinrich Schmidt-Henkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14911-2

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@dtv.de

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  • Bewertung

    5/5

    17.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unglaublich eindringlicher Roman

    Eine Insel mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, eine Eindringling, der das Gleichgewicht stört. Eine Geschichte, in der im ersten Teil so viel Dynamik steckt, sich immer drastischer bis zum Höhepunkt steigert, und danach das Schweigen. Ein Schweigen, in dem so viel steckt, so viel Raum entsteht zwischen den Zeilen. Für mich einfach grandios gemacht.

  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    30.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Insel, irgendwo in…

    Eine Insel, irgendwo in Norwegen: Während eine Sau gerade Junge bekommt und auf den Feldern und in den Scheunen allgemeine Betriebsamkeit herrscht, betritt ein Fremder namens Andreas Vest das Eiland. Offenbar ist er gekommen, um längere Zeit auf der Insel zu bleiben. Die Einheimischen beäugen ihn zwar skeptisch, bemerken aber auch etwas Anziehendes in seinen Augen, seinem Blick. Andreas seinerseits hört Stimmen und denkt noch immer an das verheerende Fabrikunglück zurück, bei dem er damals fast sein Leben verlor. Als er der 17-jährigen Inga im Wald begegnet, nimmt das Unheil seinen Lauf - und ein Keim nistet sich in der Inselgesellschaft ein... Dem Guggolz Verlag ist es zu verdanken, dass der norwegische Autor Tarjei Vesaas (1897 - 1970) in den letzten Jahren wieder ins Blickfeld des deutschsprachigen Publikums geraten ist. Mit dem sehr guten "Das Eis-Schloss" und dem überragenden "Die Vögel" brachte der umtriebige Verlag die zwei bekanntesten Romane Vesaas' in wunderbaren Neuübersetzungen von Hinrich Schmidt-Henkel heraus. Mit "Der Keim" ist nun erstmals ein früheres und unbekannteres Werk des Norwegers bei Guggolz erschienen. Ein Wagnis, das sich gelohnt hat. Bereits 1940 erschien das wie gewohnt auf Nynorsk verfasste Buch unter dem Namen "Kimen" und Vesaas stand dabei unter dem Eindruck der Besetzung Norwegens durch die Nationalsozialisten. In seinem Roman lassen sich verschiedene Szenen in diesen historischen Kontext bringen, doch er funktioniert auch als vornehmlich unpolitischer Gesellschaftsroman. Über allem schweben die großen Themen wie Tod, Trauer, Moral, aber vor allem Schuld und Vergebung. Wie schon in den beiden Vorgängern setzt Vesaas auch in "Der Keim" auf ein buntes Figurenensemble, verzichtet dabei aber überraschenderweise auf eine echte Hauptfigur. Die Perspektive schwankt von einer Figur zur nächsten, der Erzähler begleitet fast jeden einmal, bleibt dabei aber stets neutral. So ist es an der Leserschaft, ihr Urteil zu fällen über Schuld und Schuldige. Denn bereits in der ersten Hälfte geschehen nahezu unfassbare Verbrechen, über die der Klappentext leider ein wenig zu viel verrät. Vesaas erzählt in knappen Sätzen, verkürzten Dialogen und lässt vieles offen. Ein Großteil dieser Lücken ist der Sprachlosigkeit der Inselbewohner:innen zuzuschreiben. Sie können nicht umgehen mit den Folgen dieser Verbrechen, können ihre Trauer nicht in Worte formulieren, schämen sich ihrer selbst. Vesaas gelingt es in diesen Szenen brillant, Empathie und Verachtung zu vereinen. Sicher ist jedenfalls, dass wohl keine einzige Szene die Leser:innen kalt lassen wird. Dafür passiert einfach zu viel, auch im Ungesagten. Allerdings benötigt der Leser auch starke Nerven. Denn einige dieser Szenen sind so unerträglich, dass sie sich wohl lange ins Gehirn einbrennen oder sich wie ein Keim erst nach und nach entwickeln, um dann die volle Grausamkeit zu entfalten. Beispielsweise, wenn eine Sau ihre neugeborenen Ferkel frisst. Oder wenn ein rasender Mob sich aufmacht, um einen einzelnen Mann über die gesamte Insel zu jagen. Apropos Keim: Der Titelheld spielt natürlich auch eine tragende Rolle in diesem Roman. Äußerst klugt spielt Vesaas mit diesem Begriff, so dass der Keim seine Bedeutung immer wieder wechselt. Von einer bedrohlichen Krankheit wird er zum vermeintlichen Hoffnungsspender. Oder aus dem Tod entsteht wieder neues Leben. "Der Keim" von Tarjei Vesaas ist ein eindringlicher und intensiver Roman, der inhaltlich und sprachlich viel wagt und dabei die Leserschaft von Beginn an einbindet in diese seltsame Inselgesellschaft - ob sie es will oder nicht. Er zeigt auf und warnt gleichzeitig davor, wie schnell Menschen dazu in der Lage sind, ihre Zivilisiertheit aufzugeben, um in wilder Raserei mehr als nur ein Leben zu zerstören. Mit Blick auf gesellschaftliche Vorkommnisse wie zuletzt in den USA, aber auch in Deutschland, wirkt der Roman dabei erschreckend aktuell und sollte dringend gelesen werden. So erstaunt es nicht, dass eine moralisch geächtete Figur in einer besonders bewegenden Szene ausgerechnet von einer Stute Trost erfährt und sich ein Tier einmal mehr menschlicher als der Mensch verhält. Hervorzuheben ist zudem noch das vor allem auf der emotionalen Ebene sehr gelungene Nachwort von Michael Kumpfmüller und die gewohnt schöne Gestaltung des Buches. Es bleibt die Hoffnung, dass Guggolz auch in Zukunft auf Romane von Tarjei Vesaas setzen wird und die dritte Veröffentlichung nicht die letzte ist.

  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    30.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Und vergib uns unsere Schuld

    Eine Insel, irgendwo in Norwegen: Während eine Sau gerade Junge bekommt und auf den Feldern und in den Scheunen allgemeine Betriebsamkeit herrscht, betritt ein Fremder namens Andreas Vest das Eiland. Offenbar ist er gekommen, um längere Zeit auf der Insel zu bleiben. Die Einheimischen beäugen ihn zwar skeptisch, bemerken aber auch etwas Anziehendes in seinen Augen, seinem Blick. Andreas seinerseits hört Stimmen und denkt noch immer an das verheerende Fabrikunglück zurück, bei dem er damals fast sein Leben verlor. Als er der 17-jährigen Inga im Wald begegnet, nimmt das Unheil seinen Lauf - und ein Keim nistet sich in der Inselgesellschaft ein... Dem Guggolz Verlag ist es zu verdanken, dass der norwegische Autor Tarjei Vesaas (1897 - 1970) in den letzten Jahren wieder ins Blickfeld des deutschsprachigen Publikums geraten ist. Mit dem sehr guten "Das Eis-Schloss" und dem überragenden "Die Vögel" brachte der umtriebige Verlag die zwei bekanntesten Romane Vesaas' in wunderbaren Neuübersetzungen von Hinrich Schmidt-Henkel heraus. Mit "Der Keim" ist nun erstmals ein früheres und unbekannteres Werk des Norwegers bei Guggolz erschienen. Ein Wagnis, das sich gelohnt hat. Bereits 1940 erschien das wie gewohnt auf Nynorsk verfasste Buch unter dem Namen "Kimen" und Vesaas stand dabei unter dem Eindruck der Besetzung Norwegens durch die Nationalsozialisten. In seinem Roman lassen sich verschiedene Szenen in diesen historischen Kontext bringen, doch er funktioniert auch als vornehmlich unpolitischer Gesellschaftsroman. Über allem schweben die großen Themen wie Tod, Trauer, Moral, aber vor allem Schuld und Vergebung. Wie schon in den beiden Vorgängern setzt Vesaas auch in "Der Keim" auf ein buntes Figurenensemble, verzichtet dabei aber überraschenderweise auf eine echte Hauptfigur. Die Perspektive schwankt von einer Figur zur nächsten, der Erzähler begleitet fast jeden einmal, bleibt dabei aber stets neutral. So ist es an der Leserschaft, ihr Urteil zu fällen über Schuld und Schuldige. Denn bereits in der ersten Hälfte geschehen nahezu unfassbare Verbrechen, über die der Klappentext leider ein wenig zu viel verrät. Vesaas erzählt in knappen Sätzen, verkürzten Dialogen und lässt vieles offen. Ein Großteil dieser Lücken ist der Sprachlosigkeit der Inselbewohner:innen zuzuschreiben. Sie können nicht umgehen mit den Folgen dieser Verbrechen, können ihre Trauer nicht in Worte formulieren, schämen sich ihrer selbst. Vesaas gelingt es in diesen Szenen brillant, Empathie und Verachtung zu vereinen. Sicher ist jedenfalls, dass wohl keine einzige Szene die Leser:innen kalt lassen wird. Dafür passiert einfach zu viel, auch im Ungesagten. Allerdings benötigt der Leser auch starke Nerven. Denn einige dieser Szenen sind so unerträglich, dass sie sich wohl lange ins Gehirn einbrennen oder sich wie ein Keim erst nach und nach entwickeln, um dann die volle Grausamkeit zu entfalten. Beispielsweise, wenn eine Sau ihre neugeborenen Ferkel frisst. Oder wenn ein rasender Mob sich aufmacht, um einen einzelnen Mann über die gesamte Insel zu jagen. Apropos Keim: Der Titelheld spielt natürlich auch eine tragende Rolle in diesem Roman. Äußerst klugt spielt Vesaas mit diesem Begriff, so dass der Keim seine Bedeutung immer wieder wechselt. Von einer bedrohlichen Krankheit wird er zum vermeintlichen Hoffnungsspender. Oder aus dem Tod entsteht wieder neues Leben. "Der Keim" von Tarjei Vesaas ist ein eindringlicher und intensiver Roman, der inhaltlich und sprachlich viel wagt und dabei die Leserschaft von Beginn an einbindet in diese seltsame Inselgesellschaft - ob sie es will oder nicht. Er zeigt auf und warnt gleichzeitig davor, wie schnell Menschen dazu in der Lage sind, ihre Zivilisiertheit aufzugeben, um in wilder Raserei mehr als nur ein Leben zu zerstören. Mit Blick auf gesellschaftliche Vorkommnisse wie zuletzt in den USA, aber auch in Deutschland, wirkt der Roman dabei erschreckend aktuell und sollte dringend gelesen werden. So erstaunt es nicht, dass eine moralisch geächtete Figur in einer besonders bewegenden Szene ausgerechnet von einer Stute Trost erfährt und sich ein Tier einmal mehr menschlicher als der Mensch verhält. Hervorzuheben ist zudem noch das vor allem auf der emotionalen Ebene sehr gelungene Nachwort von Michael Kumpfmüller und die gewohnt schöne Gestaltung des Buches. Es bleibt die Hoffnung, dass Guggolz auch in Zukunft auf Romane von Tarjei Vesaas setzen wird und die dritte Veröffentlichung nicht die letzte ist.

  • Bewertung

    4/5

    15.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Keim des Bösen

    Dank des Guggolz Verlages ist der norwegische Schriftsteller Tarjei Vesaas endlich auch für die deutsche Leserschaft zugänglich und nach dem "Eisschloss" und den "Vögeln" ist jetzt "Der Keim" das nächste eindrückliche Werk, das ich von ihm lesen durfte. Wie auch schon in den beiden Vorgängern, spielt der Keim auf sehr engem Raum, die gesamte Handlung spielt sich am selben Ort ab (einer kleinen Insel), in deren zwischenmenschliche Dynamiken man sehr schnell eingesogen wird. Anders als sonst verzichtet Vesaas hier auf eine Hauptfigur, stattdessen wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt. Dieser Twist hat mich überrascht, war aber sehr passend -denn zu Beginn geht es vor allem darum, dass ein Fremder in diese verschworene Inselgemeinschaft eindringt und natürlich erstmal misstrauisch beäugt wird. Was führt er wohl im Schilde? Wir Lesende verfolgen sozusagen den Weg des Fremden anhand der Figuren, denen er über den Weg läuft - aber das ist nur der Beginn. Schnell bahnt sich ein Übel an, dass wirklich alle mit hinab zieht. Und dann sind wir ganz schnell wieder bei dem Thema, das Vesaas wirklich grandios schriftstellerisch umsetzt: Das Schweigen. Der Keim zeigt einmal mehr, wie schnell Menschen scheinbar gefestigte moralische Werte über Bord werfen, sich der Masse anschließen und danach einen Schuldigen suchen und schweigen. Es ist wieder dieses zwischen den Zeilen lesen, das mich an Vesaas so begeistert, dieses Schweigen der Figuren, in dem so viel mitschwingt. Auch wenn er insgesammt für mich nicht ganz das Level der Vögel oder des Eisschlosses erreicht, ist "Der Keim" ein absolut lesenswertes Buch über Schuld, Vergebnung, Gruppendynamiken und Sprachlosigkeit.

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