Produktbild: Fremde am Pier

Fremde am Pier Porträt einer Familie

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.09.2024

Abbildungen

1 schwarz-weiße Abbildungen

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

20,6/13,5/2 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Khaki

Originaltitel

Strangers on a Pier. Portrait of a Family

Übersetzt von

Pociao + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87704-4

Beschreibung

Rezension

»›Fremde am Pier‹ ist ein kluges und berührendes Buch über die schwierige Suche nach den eigenen Wurzeln.« ("Tobias Wenzel/ NDR Kultur")
»Südostasien skizziert er als faszinierenden Kulturraum mit einer gleichsam schmerzliche Migrationsgeschichte.« ("Alice Grünfelder / WOZ Die Wochenzeitung")
»Das Kleine erklärt das Große; was hier passiert ist, passiert auf der ganzen Welt. Damit vollbringt Aw ein kleines Wunder: mit wenigen Pinselstrichen dechiffriert er das so fragile wie komplizierte Gemälde unserer von Migration geprägten Gegenwart, dessen Deutung uns in den letzten Jahren immer mehr entglitten ist.« ("Axel Timo Purr / Literatur.Review")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.09.2024

Abbildungen

1 schwarz-weiße Abbildungen

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

20,6/13,5/2 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Khaki

Originaltitel

Strangers on a Pier. Portrait of a Family

Übersetzt von

  • Pociao
  • Roberto de Hollanda

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87704-4

Herstelleradresse

Luchterhand Literaturvlg.
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

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  • Literatursprechstunde

    aus Göttingen

    5/5

    08.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Intimes Porträt Asiens!

    Tash Aw bricht mit diesem Buch den Mantel des Schweigens, der sich um seine Familiengeschichte hüllt. Als Kind malaysischer Eltern wurde er in Taiwan geboren und wuchs in Kuala Lumpur auf. Die Artikulation einer schmerzhaften Vergangenheit gilt in der chinesischen Kultur als schambehaftet, daher tat er sich schwer, mehr über die eigene Vergangenheit und die seiner Großväter herauszufinden, die ihren Startpunkt zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte, als diese als „Fremde am Pier“ in ein neues Leben starteten. Woraus besteht denn nun die Mauer des Schweigens seiner Familiengeschichte?! Im wiederkehrenden Dialog mit seinem Vater versucht Tash Aw seine Vergangenheit und die seiner Familie zu porträtieren, doch dieser spricht nicht gerne über solche Themen, quasi nur bruchstückhaft erfährt er mehr Details, denn die traditionellen asiatischen Werte sind Diskretion und Verschwiegenheit. Einer der Gründe für das Schweigen ist sicherlich die chinesische Kultur, die quasi der Gegensatz zu unserer europäischen Erinnerungskultur ist. Doch mit diesem Schweigen verbindet Aw auch etwas positives, denn er sieht darin seine Möglichkeit, Jura in England studieren zu können, begründet. Dadurch, dass sein Vater alles Schmerzhafte zurückgehalten habe, wurde er als Kind davon nicht „erdrückt“ - wofür er seinem Vater heute dankbar ist. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, der erste Teil hat einen vermehrt sachbuchartigen Charakter und beleuchtet die Geschichte und Umstände, unter denen chinesische Einwanderer im 20. Jahrhundert lebten. Ich war erstaunt von der atemberaubenden Diversität von Sprachen und Dialekten dieses multilingualen Vielvölkerkontinents, von der Tash Aw berichtet. Der zweite Teil wird dann persönlicher, emotionaler und Aw erzählt viel über seine Großmutter. Aus welchen Beweggründen sollte man die Lektüre von „Fremde am Pier“ anstreben?! Mich hat vor allem berührt, wie es sich ein Mensch zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Kultur und die Erinnerung an die einzelnen Schicksale seiner Familienmitglieder und die Werte und Herausforderungen ganzer Länder zu bewahren mit seiner Literatur. Ich habe viel Neues gelernt über die Kultur Malaysias und die Unwägbarkeiten chinesischer Einwanderer, aber war auch bedrückt, über Aw‘s Mobbingerfahrung an der Englischen Universität zu lesen, der er aufgrund seiner ethnischen Herkunft ausgesetzt war. Er thematisiert den bis heute aktuellen Klassenkampf und die Auswirkungen finanzieller Ressourcen auf Bildung, Themen die aktueller nicht sein könnten. Es ist ein schmales Büchlein und daher perfekt geeignet für einen Einstieg in Aw’s Literatur (auch für mich war es das erste Werk von ihm). Als ich es beendet hatte, war ich etwas wehmütig, denn ich hätte gerne noch etwas länger in „Fremde am Pier“ und damit seiner Welt verweilt. Daher werde ich gleich mal recherchieren, was er bisher noch so veröffentlicht hat. Tash Aw hat mit „Fremde am Pier“ ein ebenso komplexes, wie intimes Porträt Asiens verfasst - Fazit: lesenswert!

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    06.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bewegendes Familienportrait…

    Bewegendes Familienportrait aus Asien, Suche nach der eigenen Vergangenheit, gegen das Vergessen der Wurzeln. Der Autor erzählt hier in einer unaufdringlichen, aber sehr berührenden Weise die Geschichte seiner Familie. Er reist mit uns zurück, als seine Großväter das Chinesische Reich in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts verließen. Hunger und Krieg trieb sie zur Flucht, und sie landeten im heutigen Malaysia. Sie fanden Arbeit, konnten Familien gründen. 1971 wurde der Autor in Taiwan geboren. Was dazwischen liegt, was an Verlusten, Ängsten, Verzweigungen, Hoffnungen und vor allem an „Leben“ geschah, wird uns in diesem Buch erzählt. Es sind gerade mal 120 Seiten. Sie hinterlassen ein Bild einer breit gefächerten Familiengeschichte, in der sich Tash Aw auch nicht immer sicher ist, wo er sich selbst einordnen kann. Asien ist ähnlich wie Europa ein multilingualer Vielvölkerkontinent, in dem oftmals willkürliche Landesgrenzen gezogen wurden, ohne Rücksicht auf Ethnien. Wir Europäer charakterisieren auf Grund ihres Aussehens einen Asiaten als solchen, ganz allgemein, kaum fähig zu unterscheiden, zu welchem Volksstamm oder Staat er wohl gehören mag. Das passiert umgekehrt genauso. Auf seinen zahlreichen Reisen lernt Tash Aw viel darüber, spricht hier diesen Umstand an, und möchte damit sagen, dass politische und wirtschaftliche Gründe um den ganzen Globus Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen, um wo anders ein friedvolles und sicheres Leben zu haben. Die ethnischen Gruppen finden sich zwar wieder, auch vermischen sie sich natürlich, mögen ihre eigenen Gruppen bilden, aber wo letztendlich jener Ort ist, der schlicht als Heimat genannt wird, ist schwer zu lokalisieren. „Wir wollen, dass der Fremde einer von uns ist, jemand, den wir verstehen können.“ Das Buch ist äußerst lehrreich, und hilft uns dabei, mit anderen Augen auf uns und den Kontinent Asien zu blicken, auch wenn es nur klitzekleine Momentaufnahmen der eigenen Erfahrungen des Autors sind. Seine Erzählweise fesselt von Anfang an, und man wünscht sich, man könnte länger in den Zeilen verweilen. Ganz große Leseempfehlung für dieses bewegende Plädoyer und Portrait einer Familie.

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    06.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bewegendes Familienportrait aus Asien, Suche nach der eigenen Vergangenheit, gegen das Vergessen der Wurzeln.

    Der Autor erzählt hier in einer unaufdringlichen, aber sehr berührenden Weise die Geschichte seiner Familie. Er reist mit uns zurück, als seine Großväter das Chinesische Reich in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts verließen. Hunger und Krieg trieb sie zur Flucht, und sie landeten im heutigen Malaysia. Sie fanden Arbeit, konnten Familien gründen. 1971 wurde der Autor in Taiwan geboren. Was dazwischen liegt, was an Verlusten, Ängsten, Verzweigungen, Hoffnungen und vor allem an „Leben“ geschah, wird uns in diesem Buch erzählt. Es sind gerade mal 120 Seiten. Sie hinterlassen ein Bild einer breit gefächerten Familiengeschichte, in der sich Tash Aw auch nicht immer sicher ist, wo er sich selbst einordnen kann. Asien ist ähnlich wie Europa ein multilingualer Vielvölkerkontinent, in dem oftmals willkürliche Landesgrenzen gezogen wurden, ohne Rücksicht auf Ethnien. Wir Europäer charakterisieren auf Grund ihres Aussehens einen Asiaten als solchen, ganz allgemein, kaum fähig zu unterscheiden, zu welchem Volksstamm oder Staat er wohl gehören mag. Das passiert umgekehrt genauso. Auf seinen zahlreichen Reisen lernt Tash Aw viel darüber, spricht hier diesen Umstand an, und möchte damit sagen, dass politische und wirtschaftliche Gründe um den ganzen Globus Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen, um wo anders ein friedvolles und sicheres Leben zu haben. Die ethnischen Gruppen finden sich zwar wieder, auch vermischen sie sich natürlich, mögen ihre eigenen Gruppen bilden, aber wo letztendlich jener Ort ist, der schlicht als Heimat genannt wird, ist schwer zu lokalisieren. „Wir wollen, dass der Fremde einer von uns ist, jemand, den wir verstehen können.“ Das Buch ist äußerst lehrreich, und hilft uns dabei, mit anderen Augen auf uns und den Kontinent Asien zu blicken, auch wenn es nur klitzekleine Momentaufnahmen der eigenen Erfahrungen des Autors sind. Seine Erzählweise fesselt von Anfang an, und man wünscht sich, man könnte länger in den Zeilen verweilen. Ganz große Leseempfehlung für dieses bewegende Plädoyer und Portrait einer Familie.

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