»Herausragend: Der zweite Fall für den nigerianischen Psychologen Philip Taiwo bringt eine völlig neue Perspektive in die Krimiszene.« The Times
Der forensische Psychologe Dr. Philip Taiwo ermittelt wieder in seiner Heimat: Bischof Jeremiah Dawodu ist das wohlhabende Oberhaupt einer nigerianischen Megachurch. Als seine junge Ehefrau verschwindet, wird Dawodu des Mordes an ihr verdächtigt und verhaftet. Die Festnahme findet sensationsheischend in aller Öffentlichkeit statt und bedeutet die maximale Bloßstellung für den mächtigen Kirchenmann. In ganz Lagos verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer – doch Bischof Dawodu beharrt auf seiner Unschuld. Philip Taiwos Schwester ist Mitglied der Gemeinde und bittet ihren Bruder, den Namen des Bischofs reinzuwaschen. Taiwo hält zwar wenig von dieser Art streng hierarchischer Massenkirche, aber seiner Schwester zuliebe beginnt er zu recherchieren. Doch weder Behörden noch das Kirchenumfeld sind hilfreich bei den Ermittlungen. Hier wird mehr verschleiert als aufgedeckt. Wer will wem die Schuld in die Schuhe schieben? Als auch Taiwos eigene Familie bedroht wird, ist klar, dass die Drahtzieher vor nichts zurückschrecken.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Aischa
aus Kissing
5/5
25.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Bitte mehr davon!
Femi Kayode ist mit Gaslight erneut ein fesselnder Kriminalroman gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht. Der zweite Fall für den nigerianischen Psychologen Dr. Philip Taiwo besticht durch eine intelligente Konstruktion, tiefgründige Gesellschaftskritik und eine packende Handlung, die in Lagos spielt.
Der Fall dreht sich um ein mutmaßliches Opfer, das Mitglied einer christlichen Freikirche in Nigeria ist – ein Setting, das viel Raum für spannende Konflikte und gesellschaftliche Reflexion bietet. Kayode nutzt die Geschichte geschickt, um Themen wie Korruption, Kriminalität und religiöse Bigotterie in Westafrika, aber auch Rassismus in den USA und in Nigeria zu beleuchten. Diese sozialkritischen Aspekte verleihen dem temporeichen und actiongeladenen Krimi zusätzliche Tiefe und machen ihn zu weit mehr als nur einer spannenden Ermittlung.
Besonders beeindruckend ist Kayodes authentische Darstellung der nigerianischen Gesellschaft. Man merkt deutlich, dass der Autor sein Heimatland bestens kennt – jedes Detail sitzt. Von den kulturellen Eigenheiten der Yoruba, die weltweit die höchste Zwillingsgeburtenrate haben, bis hin zur kommerzialisierten Glaubensgemeinschaft trifft der Roman den richtigen Ton. Als jemand mit Verwandten in Nigeria kann ich die geschilderten Realitäten absolut bestätigen.
Ein weiteres Highlight ist die Figur des Dr. Philip Taiwo. Er ist nicht nur ein brillanter Psychologe, sondern auch ein Mensch mit moralischen Prinzipien, persönlichen Zweifeln und Sorgen. Seine komplexe Figur macht ihn sympathisch und glaubwürdig. Besonders spannend: Während Taiwo seine Ermittlungen vorantreibt, erhält man als Leser*in zusätzliche Informationen durch kurze Kapitel, die aus der Perspektive der vermissten Frau des Bischofs erzählt werden. Dies sorgt für eine fesselnde Dynamik und hält die Spannung bis zum Schluss hoch.
Fazit: Gaslight ist ein komplexer Kriminalroman mit einer attraktiven und stimmigen Hauptfigur und einer cleveren Handlung, die bis zum Schluss Spannung und Unterhaltung garantiert.
Bewertung
aus Attenhofen
4/5
02.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Thriller, der ganz anders ist
Philip Taiwo ist aus den USA in seine nigerianische Heimat zurückgekehrt. Der Psychologe unterrichtet eigentlich an der Universität, doch als seine Schwester ihn um einen Gefallen bittet, findet er sich inmitten eines merkwürdigen Verbrechens wieder.
Der angesehene Pastor einer wohlhabenden, riesigen Kirche wurde verhaftet. Seine Frau ist verschwunden, und obwohl noch nicht klar ist, ob es sich dabei um ein Verbrechen handelt, gibt es Hinweise auf eine Gewalttat. Widerstrebend nimmt Taiwo den Auftrag an, doch er ahnt nicht, in wie viel Gefahr er sich und seine Familie damit bringt.
Dieser Thriller besticht durch einen mitreißenden Schreibstil und eine fesselnde Handlung. Doch nicht nur das, es ist faszinierend einen authentischen Einblick in das Alltagsleben in Nigeria zu bekommen. Ob es um den Straßenverkehr oder die Sicherheit geht, um Korruption oder die Wohnverhältnisse, Leser erhalten viele interessante Informationen über Nigeria.
Dabei wird vor allem die Kultur in einer riesigen Kirchengemeinde gut beschrieben. Die fraglose Loyalität der Ältesten und Gottesdienstbesucher, die Machtstrukturen innerhalb der Kirche, der Gemeindekomplex. Der Autor scheint, trotz seiner Kritik an einer Schein-Religiosität, nicht den Glauben an sich abzulehnen und er kennt sich auch gut aus.
Die aufgeworfenen Themen in diesem Roman sind aktuell. Der Psychologe Taiwo ist sehr sympathisch. Er ist nicht nur seinem Auftrag hingegeben, sondern auch seiner Familie. Er zeigt überraschender weise tiefe Gefühle. Bei der Anwendung von Gewalt ist er zurückhaltend. Insgesamt wird er als einen Mann mit guten Prinzipien gezeichnet. Viele andere Charaktere wachsen einem beim Lesen auch ans Herz, trotz der Schwere der behandelten Thematik.
Dieses Buch kann gut unabhängig vom ersten Band der Serie gelesen werden. Am Anfang ist es nicht so leicht in das Buch hineinzukommen, aber schon bald gibt es so viele Rätsel, dass es schwerfällt mit dem Lesen aufzuhören.
Fazit: Ein psychologischer Thriller, der ganz anders ist als die meisten Bücher dieses Genres. Wichtige Themen werden angesprochen und der Schreibstil sorgt für Spannung. Sehr empfehlenswert!
Bewertung
aus Oberursel
3/5
04.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Krimi im modernen Nigeria
Nachdem ich den ersten Fall des nigerianischen Psychologen Philip Taiwo - „Lightseekers“ - vor 2 Jahren absolut klasse fand, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung dieser neuen Serie. Dr Taiwo ist anders: Psychologe, über 10 Jahre Berufserfahrung bei der Polizei in San Francisco, und seit einem knappen Jahr mit Frau und Kindern zurück nach Lagos, der nigerianischen Hauptstadt gezogen. Den Kulturclash erleben wir Leser hautnah mit, und wir werden sofort in das moderne Alltagsleben der afrikanischen Metropole geworfen. Genau das hat mich hier schon beim ersten Band gecatched, und ja, das ist natürlich erneut super faszinierend.
Zum aktuellen Fall: Die Frau des Bischofs einer der großen Pfingstgemeinden ist verschwunden, der Bischof wird öffentlichkeitswirksam verhaftet, und Taiwo wird engagiert, um dessen Unschuld zu beweisen. Allein das Setting ist für mich auch extrem interessant; hier in Deutschland haben wir solche „Megachurches“ ja nicht, solche christlichen unabhängigen Gemeinden, die ihre eigenen TV Programme haben, die ihre Gottesdienste live übertragen, ja, deren Kirchen mehrere 10.000 Menschen fassen können (für mich echt schwer vorstellbar, das muss ja Ausmaße von Fußballstadien haben – ich bin das mehrere Hausnummern kleiner gewohnt....), und die nicht nur mit einem popeligem Pfarrgemeinderat aufwarten, sondern hinter denen ein ganzes Business steht. Gibt's aber in Lagos :-), hab ich gelernt, und genau in diesem Umfeld ermitteln Taiwo und sein Partner Chika. Und was recht unschuldig begann, wächst sich schon bald aus, denn die verschwundene Gattin, die „First Lady“ der Gemeinde, wird tot aufgefunden, und so langsam aber sicher stellt sich heraus, dass ziemlich viele Leute im Kirchenumfeld ziemlich viel Dreck am Stecken haben....und das Leben wird für Taiwo und seine Familie gefährlich.
Mein Leseeindruck: Der Krimi ließ sich erwartungsgemäß flott lesen, er ist aus Taiwos Ich-Perspektive geschrieben, sehr gefällig, bildhaft, und flüssig zu lesen, und man kann recht gut durch die Seiten fliegen. Ja, und jetzt muss ich leider sagen, zum Glück war das so, denn dieses Mal hatte die Geschichte so einige Längen. Sehr viel Zeit haben wir mit Taiwo verbracht, überhaupt erst mal nach Ansatzpunkten für eine Ermittlung zu schauen, und es war echt lange ein wenig ein hin und her. Ist der Bischof jetzt entlastet? Oder nicht oder doch? Oder wen wollen wir jetzt ins Visier nehmen? Wollen wir überhaupt weiter ermitteln? Also so ein bisschen war ich zwischenzeitlich angestrengt.... irgendwann hat die Story auch wieder an Fahrt aufgenommen, und das letzte Viertel war dann echt noch mal ein rasanter Ritt, aber mMn hätte man hier durchaus auch was kürzen können, und dann wäre mehr Spannung drin.
Was ich durchgehend cool fand, waren die Einblicke in Taiwos Privatleben. Seine Frau Folake ist Universitätsprofessorin im Bereich Jura, und somit sind die beiden definitiv auf Augenhöhe. Die Frau ist clever, und mir hat die Beziehung der beiden sehr gut gefallen. Toughe Lady, super smart.
Überhaupt war der Erzählstrang, der sich mit Einblicken ins Familienleben beschäftigt hat, sehr interessant. Die Taiwos sind nicht ohne Grund aus den Staaten nach Nigeria; sie haben dort unfassbaren Alltagsrassismus erleben müssen, und wollten daher - zeitlich befristet zumindest – nach Afrika, wo jeder schwarz ist. Sidenote: schwarz ist auch hier nicht gleich schwarz, wie die 15jährige Lara erfahren muss. Auch hier gibt es Hierarchien, je heller, desto besser – auch in Nigeria gibt es übles Mobbing an den Schulen, und so muss die Familie auch im privaten nach Lösungen für Probleme suchen, die eher unerwartet sind. Für mich als Weiße nicht ganz nachvollziehbar, aber hab ich durchaus auch schon davon gehört – ich denk mir dann immer nur, die Menschheit ist überall durchgeknallt....
Mein Fazit: Insgesamt ein spannender Roman, wie gesagt mit einigen Längen, hat mich insgesamt nicht so begeistert wie sein Vorgänger, aber: durchaus lesenswert. Interessante Einblicke in das Wesen dieser Megachurches und ins nigerianische Alltagsleben. Regt zum Nachdenken an; und die Protagonisten sind für mich authentisch. Hat mich durchaus immer wieder abgeholt.
Ich gebe 3,5 von 5 Sternen und bedanke mich beim btb Verlag für das Rezensionsexemplar!
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