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Kimono Images of Culture, 1910-1950, in the Khalili Collections

1

50,40 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

16917

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.10.2024

Abbildungen

200 farbige Abbildungen

Verlag

Prestel

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

31,1/25,3/3,3 cm

Gewicht

2171 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Englisch

ISBN

978-3-7913-7727-8

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Verkaufsrang

16917

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.10.2024

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200 farbige Abbildungen

Verlag

Prestel

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

31,1/25,3/3,3 cm

Gewicht

2171 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Englisch

ISBN

978-3-7913-7727-8

Herstelleradresse

Prestel Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Kimono gehören zur japanischen…

VolkerM am 02.11.2024

Bewertungsnummer: 3011902

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kimono gehören zur japanischen Kultur wie Kalligrafie und Teezeremonie. Zu offiziellen Veranstaltungen werden sie noch heute getragen, von Männern wie Frauen, auch wenn ihre Bedeutung mit jeder neuen Generation schwindet. Nasser David Khalili besitzt nach eigenen Angaben eine der größten Kimonosammlungen der Welt, in Teilen bereits 2015 publiziert, die einen besonderen Fokus auf die sogenannten „omoshirogara“ Textilien legt. „Omoshirogara“ zeigen programmatische Motive, die oft auch der zeitgenössischen Populärkultur entstammen und die ab dem Ende der Meiji-Ära weite Verbreitung fanden. Zusammen mit neuen Textildruckverfahren begleiteten sie auf ihre Weise den gesellschaftlichen Umbruch. Die Kuratorin Jaqueline M. Atkins erläutert in ihrem kenntnisreichen Essay die historischen Wurzeln und besonderen kulturellen Hintergründe des omoshirogara-Kimonos, bevor im anschließenden Katalog die Exponate im Detail vorgestellt werden. Verschiedene Druck- und Webtechniken imitieren zunächst aufwändige traditionelle Textilien, die sie in gewissem Maße demokratisieren. Bald verlieren sie die Aura des hohen Sozialstatus und werden zu Massenprodukten, die von Frauen, Männern und Kindern getragen werden. Hervorzuheben ist, dass insbesondere der Männer-Kimono und dessen Begleittextilien ihre „Wirkung“ im Verborgenen entfalteten, denn die Außenseite der Kleidung war (und ist) üblicherweise dunkelbraun oder schwarz. Statements gab man mit den aufwändig verarbeiteten Innenfuttern ab, die aber nur im geschützten Umfeld gezeigt wurden. Anders dagegen die Kimonos von Frauen und Kindern, die ihre Motive öffentlich präsentierten. Die Sammlung umfasst Beispiele zwischen 1910 und den frühen Nachkriegsjahren, mit einem Schwerpunkt auf den Zwanziger- und Dreißigerjahren, als der Kimono auch zunehmend Plakatfläche für nationalistische und militaristische Botschaften wurde. In dieser Konsequenz gibt es das tatsächlich nur in Japan. Überraschenderweise zeigen die Motive aber nicht nur Panzer und Flugzeuge, sondern auch Elemente japanischer und sogar amerikanischer Popkultur: Mickey Mouse und westliche Luxuskreuzschiffe signalisierten die Weltgewandtheit des Trägers nach außen. Verwundert hat mich die eingeschränkte Farbpalette der Dekore, die oft auf Braun- und Grautönen basierten, was Atkins mit traditionellen Sehgewohnheiten erklärt. Männerkimonos reduzierten sich in der Vergangenheit bereits auf gedeckte Töne, leuchtende Farben gab es nur bei Frauenkimonos, die aber nach heutigen Maßstäben auch nicht übermäßig bunt erscheinen. Es sind die Motive, die in einzigartiger Weise die Aufbruchstimmung der Meiji-Ära vermitteln, zunächst in einer Vermischung westlicher und asiatischer Elemente, wie sie in dieser Phase der japanischen Geschichte typisch ist. Mit zunehmender Militarisierung der Gesellschaft werden die Motive dann nationalistischer und dienen sowohl der Volkserziehung als auch zur Demonstration der eigenen Gesinnung. Die Sammlung ist historisch hoch interessant und beleuchtet einen bedeutenden gesellschaftlichen Aspekt, der hier im Westen kaum bekannt ist. Hier wie dort war Kleidung aber immer schon ein Element der Gruppenzugehörigkeit und sendete Botschaften, die die Empfänger in ihrer Zeit lesen konnten und auch verstanden. (Das Buch wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf meine Rezension wurde kein Einfluss genommen, der Inhalt stellt meine persönliche Meinung dar.)

Kimono gehören zur japanischen…

VolkerM am 02.11.2024
Bewertungsnummer: 3011902
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kimono gehören zur japanischen Kultur wie Kalligrafie und Teezeremonie. Zu offiziellen Veranstaltungen werden sie noch heute getragen, von Männern wie Frauen, auch wenn ihre Bedeutung mit jeder neuen Generation schwindet. Nasser David Khalili besitzt nach eigenen Angaben eine der größten Kimonosammlungen der Welt, in Teilen bereits 2015 publiziert, die einen besonderen Fokus auf die sogenannten „omoshirogara“ Textilien legt. „Omoshirogara“ zeigen programmatische Motive, die oft auch der zeitgenössischen Populärkultur entstammen und die ab dem Ende der Meiji-Ära weite Verbreitung fanden. Zusammen mit neuen Textildruckverfahren begleiteten sie auf ihre Weise den gesellschaftlichen Umbruch. Die Kuratorin Jaqueline M. Atkins erläutert in ihrem kenntnisreichen Essay die historischen Wurzeln und besonderen kulturellen Hintergründe des omoshirogara-Kimonos, bevor im anschließenden Katalog die Exponate im Detail vorgestellt werden. Verschiedene Druck- und Webtechniken imitieren zunächst aufwändige traditionelle Textilien, die sie in gewissem Maße demokratisieren. Bald verlieren sie die Aura des hohen Sozialstatus und werden zu Massenprodukten, die von Frauen, Männern und Kindern getragen werden. Hervorzuheben ist, dass insbesondere der Männer-Kimono und dessen Begleittextilien ihre „Wirkung“ im Verborgenen entfalteten, denn die Außenseite der Kleidung war (und ist) üblicherweise dunkelbraun oder schwarz. Statements gab man mit den aufwändig verarbeiteten Innenfuttern ab, die aber nur im geschützten Umfeld gezeigt wurden. Anders dagegen die Kimonos von Frauen und Kindern, die ihre Motive öffentlich präsentierten. Die Sammlung umfasst Beispiele zwischen 1910 und den frühen Nachkriegsjahren, mit einem Schwerpunkt auf den Zwanziger- und Dreißigerjahren, als der Kimono auch zunehmend Plakatfläche für nationalistische und militaristische Botschaften wurde. In dieser Konsequenz gibt es das tatsächlich nur in Japan. Überraschenderweise zeigen die Motive aber nicht nur Panzer und Flugzeuge, sondern auch Elemente japanischer und sogar amerikanischer Popkultur: Mickey Mouse und westliche Luxuskreuzschiffe signalisierten die Weltgewandtheit des Trägers nach außen. Verwundert hat mich die eingeschränkte Farbpalette der Dekore, die oft auf Braun- und Grautönen basierten, was Atkins mit traditionellen Sehgewohnheiten erklärt. Männerkimonos reduzierten sich in der Vergangenheit bereits auf gedeckte Töne, leuchtende Farben gab es nur bei Frauenkimonos, die aber nach heutigen Maßstäben auch nicht übermäßig bunt erscheinen. Es sind die Motive, die in einzigartiger Weise die Aufbruchstimmung der Meiji-Ära vermitteln, zunächst in einer Vermischung westlicher und asiatischer Elemente, wie sie in dieser Phase der japanischen Geschichte typisch ist. Mit zunehmender Militarisierung der Gesellschaft werden die Motive dann nationalistischer und dienen sowohl der Volkserziehung als auch zur Demonstration der eigenen Gesinnung. Die Sammlung ist historisch hoch interessant und beleuchtet einen bedeutenden gesellschaftlichen Aspekt, der hier im Westen kaum bekannt ist. Hier wie dort war Kleidung aber immer schon ein Element der Gruppenzugehörigkeit und sendete Botschaften, die die Empfänger in ihrer Zeit lesen konnten und auch verstanden. (Das Buch wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf meine Rezension wurde kein Einfluss genommen, der Inhalt stellt meine persönliche Meinung dar.)

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Kimono

von Jaqueline Atkins

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