Berlin, amerikanische Besatzungszone, 1945: Karla, Gisela und Elsbeth haben Schlimmes durchgemacht. Während Karla nach ihrem verlorenen Sohn und verschollenen Mann sucht, ist Giselas Mann zwar nach Hause zurückgekehrt, aber er ist nicht mehr derselbe. Elsbeth hat als ledige, freiheitsliebende Frau mit Vorurteilen und Demütigungen zu kämpfen. Doch neben den schmerzlichen Erlebnissen haben die drei noch etwas anderes gemeinsam: die Liebe zur Musik. Und die hilft ihnen dabei, wieder Mut zu schöpfen, einander zur Seite zu stehen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und Spaß zu haben – etwas, von dem sie fast schon vergessen hatten, wie es sich anfühlt. Sie gründen eine Swingband. Ein Skandal im Berlin der Nachkriegszeit. Drei Frauen, die in amerikanischen Bars auftreten, singen und die Hüften schwingen? Und ob. Let’s swing!
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Bittersüßer Roman aus der deutschen Nachkriegszeit, mitreißend und authentisch
Kerstin1975 aus Crailsheim am 15.03.2025
Bewertungsnummer: 2439664
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Buchinhalt:
Westberlin, 1945: Nachdem die Russen marodierend und vergewaltigend über die Berliner hereingebrochen sind, steht der Bezirk jetzt unter amerikanischer Besatzung. Die Freundinnen Karla, Gisela und Elsbeth träumen von einer Musikkarriere, singen mit dem Leierkastenmann und hegen die Hoffnung, dass alles bald besser wird. Auf Karlas Initiative hin gründen sie eine Swing-Band und treten in verschiedenen Clubs auf, Karlas Job im Office der Amerikaner ist dabei eine große Hilfe. Während Karla ihren kleinen Sohn, der in einer Bombennacht verloren ging, verzweifelt sucht und ihr Mann Arthur in Russland vermisst wird, verliebt sie sich ausgerechnet in Major Barnes, ihren amerikanischen Vorgesetzten....
Persönlicher Eindruck:
Nach einer ganzen Reihe eher mittelmäßiger Romane auf dem Markt bin ich von diesem historischen Roman hier wieder voll und ganz überzeugt. Bittersüß und mitreißend, dabei schonungslos ehrlich und deshalb auch so authentisch erzählt Autorin Melle eine Geschichte aus dem Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit. Das Dritte Reich ist untergegangen, jedoch nicht in den Köpfen vieler Menschen – auch das, was danach kommt, beutelt die Bewohner. Die russischen Besatzer sind verroht und vergewaltigen reihenweise die Frauen, derer sie habhaft werden, auch die drei Hauptfiguren der vorliegenden Erzählung.
Trotzdem ist die Zeit eine Zeit des Wandels und der neuen Hoffnung, vieles ist nun möglich, was vorher verboten und verpönt war. Viele Männer sind gefallen oder werden vermisst, die Frauen müssen selbst ihren Mann stehen und bauen als Trümmerfrauen die zerbombte Stadt mit ihren Händen wieder auf – nur, um an reichhaltigere Lebensmittekarten zu kommen.
Karla, Gisela und Elsbeth geht es wie vielen. Dennoch haben die drei Frauen einen Traum und der heißt: Musik. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden sie mit ihrer neu gegründeten Band Swinging Ladies der Besuchermagnet in den Clubs des neu erwachenden Westberlin.
Wer einen kitschigen Liebesroman erwartet, wird schnell merken: diese Geschichte ist anders. Natürlich kommt es zwischen dem Amerikaner Raymond und Karla zu einer zarten Liebe, doch der weitere Fortgang der Beziehung ist bittersüß und unerwartet. Ich möchte auch nicht zu viel verraten – im Mittelpunkt steht die Swingband und der Kampf dreier starker Frauen gegen Anfeindungen, Demütigungen und dem Vorwurf, als Ami-Flittchen sich ins gemachte Nest setzen zu wollen.
Die Erzählung ist mitreißend und vielschichtig, man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen, hat man einmal mit dem Lesen begonnen. Historisch verbürgte Tatsachen, wie die Berliner Luftbrücke, Mauerbau und Mauerfall, Wende und das Verhältnis zwischen Ost und West sind genauso Themen wie die zwischenmenschlichen Konflikte, die jeden treffen – gestern, heute und morgen.
Es handelt sich bei dem Roman um einen Einzelband, keinen Teil einer Reihe, was im Genre der historischen Romane, die zur Zeit der beiden Weltkriege und kurz danach spielen, sehr angenehm auffällt.
Insgesamt eine absolute Leseempfehlung: authentisch, packend, mitreißend!
Bedrückend ehrlich
Bewertung am 07.08.2025
Bewertungsnummer: 2561349
Bewertet: eBook (ePUB)
Die Story ist zwar frei geschrieben - und sehr schön zu lesen, die Inhalte der Geschichte sind allerdings sehr exakt und bis in die Details sehr akribisch recherchiert. Diese Detailtreue ist einerseits sehr bedrückend und andererseits auch sehr erhellend und es macht nachdenklich. Ziel erreicht!
Auch der zweite Roman von Frau Melle macht Lust auf mehr von ihr und bestätigt erneut den Hang zu exakter Recherche.
Einfach klasse zu lesen.
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