Else Lasker-Schülers Sehnsucht nach einer Gegenwelt zur bestehenden bürgerlichen Gesellschaft um 1900 dargestellt anhand ihres Gedichtes "Weltflucht"
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
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Nein
Erscheinungsdatum
11.03.2024
Verlag
GRINSeitenzahl
14 (Printausgabe)
Dateigröße
320 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783963565564
Es ist ihre intensive Sehnsucht nach einer veränderten Wirklichkeit, einer Gegenwelt zur bestehenden bürgerlichen Gesellschaft, die sich in ihrer Lyrik wie auch an ihrem Leben selbst abzeichnet und das Thema dieser Arbeit bilden soll. Else Lasker-Schüler stach stets aus der Menge der konventionell geprägten bürgerlichen Gesellschaft hervor und grenzte sich ebenso von ihr ab; sowohl hinsichtlich ihres literarischen und künstlerischen Schaffens, als auch durch ihre persönliche Selbstinszenierung in der Öffentlichkeit als ein Zeichen ihrer Sehnsucht nach einer anderen Realität, einem Weltenwandel.
Wie sich diese Sehnsucht äußert und worin der Konflikt zwischen der Künstlerin und der bürgerlichen Gesellschaft bestand, soll im Folgenden näher erläutert werden. Dabei sei angemerkt, dass sich diese Arbeit auf den zeitlichen Rahmen um 1900 beschränken wird, woraus auch die Wahl auf die Bearbeitung eines Gedichtes aus ihrem ersten Gedichtband "Styx", welcher 1901 in Berlin erschien, resultiert.
"Ich bin in Theben (Ägypten) geboren, wenn ich auch in Elberfeld zur Welt kam im Rheinland. Ich ging bis 11 Jahre zur Schule, wurde Robinson, lebte fünf Jahre im Morgenlande, und seitdem vegetiere ich." Mit diesen wenigen Verszeilen charakterisiert Else, eigentlich Elisabeth, Lasker-Schüler als Fünfzigjährige metaphorisch ihren unsteten Lebenslauf und Schaffensweg als Künstlerin, der fortwährend von einer Suche nach dem Gegensatz zum bestehenden gesellschaftlichen System begleitet wurde. Diese Suche, die in einer tiefgründigen Emotionalität gründet, wird zu einer statischen Sehnsucht, einer Sehnsucht, die das Sehnende, die Lyrikerin selbst, in ihren Bann zieht und das Ersehnte als Realität nicht freigeben kann. Else Lasker-Schüler gebrauchte das künstlerische Schaffen als ein Medium ihrer Sehnsucht. Besonders durch ihr umfassendes lyrisches Werk gelang es ihr, Sehnsuchtsbilder sprachlich festzuhalten und anhand bestehender Tatsachen oder gerade durch die Abkehr derselben zu beschreiben. Doch zunehmend bleibt das Sehnsuchtsbild nicht nur lyrisch und so tauchte die Künstlerin selbst in ihre märchenhafte mythisierte Welt ein, nannte sich Prinzessin Tino von Bagdad oder Jussuf Prinz von Theben und kleidete sich in orientalisch anmutenden Gewändern.
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