Marko, prekär beschäftigter Dozent an der Edenistischen Universität in der brandenburgischen Provinz, führt Tagebuch über seinen skurrilen Alltag. Er begegnet zielstrebigen Studenten aus aller Welt, gottesfürchtigen Kollegen und dem ein oder anderen Tier. Zunächst lässt sich alles harmonisch an, aber mit der Zeit tun sich Abgründe auf. Das dörfliche Umfeld, die IT-Zentrale und sogar die Natur werden bedrohlich. Mit der beginnenden Pandemie – vorgeblich eingeschleppt durch die in der Schlachtfabrik jobbenden Studierenden – implodiert die scheinbare Idylle.Mit seinem prägnanten Roman bringt Daniel Bendix in origineller und höchst amüsanter Form die Gegenwart auf den Punkt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
29.05.2024
Buch (Paperback)
Ist witzig und pointiert
Hab’s sowohl gerne als auch schnell gelesen und musste immer wieder lachen! Klug beobachtet und einprägsamer Schreibstil. Erinnert mich ein bisschen an Wolf Haas :)
Habe es direkt weiterempfohlen!
Bewertung
5/5
20.05.2024
Buch (Paperback)
Leseempfehlung
Hotel Castoria ist die vergnügliche und abgründige Studie einer internationalen christlich-konfessionellen Campusuniversität auf dem Lande, fernab urbaner Zentren in einem der Neuen Bundesländer inmitten der Natur gelegen. Es braucht wenige Seiten, dann zieht der Roman mit seinen kunstvoll wechselnden Beobachtungssträngen in den Bann.
Der Ich-Erzähler Marco, ein junger Dozent der Politikwissenschaft mit kurz befristetem Vertrag, ist Fremdling in diesem Milieu: Er muss hier keine Wurzeln schlagen, muss nicht um Zugehörigkeit werben, ist insofern ungebunden und zugleich isoliert, fast mehr noch ein Durchreisender als die Studierenden, von denen viele aus Afrika und Asien kommen.
Marco schildert aus Distanz: beschreibend, in indirekter Rede, kaum je kommentierend, die Deutung den Lesenden überlassend. Oft ist das urkomisch – ein garantierter Lacher ist der IT-Erzählstrang –, dann aber auch erschreckend: Der Mikrokosmos der frommen Hochschule und ihres Umfelds erweist sich als gar nicht so weltabgewandt, sondern als durchdrungen von Rassismus und Kapitalismus. Das zeigen z.B. die unakademisch-klugen Praktikumsberichte der ausländischen Studierenden (bitte, die umwerfenden Literaturverzeichnisse beachten!) und die Wohnheim- und Arbeitsstrukturen auf dem Campus.
Hier deutet der Erzähler Empathie an. Das tut er auch bei den Begegnungen mit Adelheid, der dementen Insassin eines nahen Altersheims der Glaubensgemeinschaft. Die Wärme ihres Glaubens kontrastiert auf anrührende Weise mit der ethischen Leere der offiziellen Frömmigkeit.
Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
18.05.2024
Buch (Paperback)
Zum herzhaft Lachen und auch ein bisschen zum Schlucken
Ich habe HOTEL CASTORIA verschlungen. Mit zahlreichen herzhaften Lachern,
die mir doch auch ein bisschen im Halse stecken geblieben sind. Das Buch bietet bestimmt für viele Menschen ganz neue Perspektiven und Einblicke. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.
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