Eine junge Frau durchbricht die Mauer des Schweigens
Frankfurt, 1967: Ihre Eltern drängen auf ein Studium, doch Edda geht als Au-pair nach Paris. In einem politisch aufgeheizten Mai verliebt sie sich in den Studenten Marcel, der neue Fragen in ihr weckt: Auf welcher Seite standen ihre Eltern während des Nationalsozialismus? Zurück in Frankfurt konfrontiert sie ihren Vater, doch die Geheimnisse, die sie auf sein Schweigen hin aufdeckt, stellen nicht nur Eddas Beziehung zu Marcel auf die Probe, sondern sie muss sich auch entscheiden, wie weit sie für Gerechtigkeit gehen will ...
Die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die sich der NS-Vergangenheit ihrer Familie stellt
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Liebesroman mit sehr viel Tiefgang
Bewertung am 18.05.2024
Bewertungsnummer: 2203484
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Über Eddas Nachfragen und eigene Nachforschungen in der Familie erfahren wir viel über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Der Versuch alles zu vergessen und nur das positive des Wiederaufbaus zu sehen, gelingt nur vordergründig. Das individuelle, schuldhafte Verhalten wird verdrängt, mit Alkohol oder Härte gegenüber der jungen Generation, die mit Demos ihre eigene Meinung offen zeigt.
Edda wiederum ist hin- und hergerissen zwischen zwei Beziehungen und beim Lesen fühlt man richtig die Spannung, die sie dabei erlebt.
Beim Lesen kann man sich richtig gut vorstellen, wie die Stimmung in den Familien und unter den Freunden war und die ausführlicheRecherche der Autorin ist dem Buch anzumerken. Absolut empfehlenswert für alle, die an deutscher Zeitgeschichte interessiert sind.
Eine bewegende und spannende Zeitreise
Bewertung am 21.04.2024
Bewertungsnummer: 2183584
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Die Töchter des roten Flusses) hat Beate Rösler nun ihr neustes Werk „Eddas Aufbruch“, dass im März 2024 im Aufbau Verlag erschienen ist, veröffentlicht. Mit großer Begeisterung las ich „Helenes Versprechen“ und nach Beendigung wusste ich, dass dies nicht mein letzter Roman von der Autorin sein wird. Kaum hatte ich von ihrer Neuerscheinung erfahren, musste der Klapptext auch sofort gelesen werden. Meine Neugierde ist mehr als nur geweckt worden und somit stand fest: diese Geschichte muss ich lesen!
Wer schon einmal das eine oder andere Buch von der Autorin gelesen hat, weiß den flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen. Ab der ersten Seite zog er mich magisch in seinen Bann, so dass ich den Roman fast nicht mehr aus den Händen legen wollte. Allerdings habe ich ihn mal für ein paar Tage beiseitegelegt, um das Gelesene ein wenig zu verarbeiten. Meine Neugierde hielt der Lesepause stand, denn kaum hatte ich mich wieder in die Handlung vertieft, wollte, nein, ich musste wissen, wie es mit Edda weitergehen wird. Was ich an Beate Rösler sehr schätze, dass sie eine der wenigen Autorinnen ist, die nicht nur Geschichten schreibt. Sie nimmt ihre Leserschaft auf eine sehr bewegende und spannende Zeitreise mit. Ihr brillanter Erzählstil schafft es mein Kopfkino auf Hochtouren laufen zu lassen. Wenn ich ein Buch von ihr lese bin ich nicht nur Leserin, sondern habe auch das Gefühl mitten im Geschehen sein zu dürfen. Zudem merkte ich auch, mit wieviel Herzblut sie Eddas Geschichte geschrieben und wieviel Zeit sie in all den Recherchen investiert hat. Akribisch und detailliert hat sie sämtliche Fakten und Informationen von Deutschland und Frankreich aus den Jahren 1967 – 1969 zusammengetragen und ausgewertet, um diese in ihre Handlung perfekt einzuweben. Zu diesen Punkten gesellen sich auch die authentischen und facettenreichen Charaktere, die diese Geschichte so lebendig gestalten.
Nun zu der Handlung, die in Frankfurt a. Main 1967 startet. Die 19jährige Edda will ihrem autoritären Elternhaus entfliehen und sucht sich eine Au- pair- Stelle in Paris. Kurze Zeit später trifft sie den Studenten Marcel und verliebt sich prompt ihn hin. Politisch stehen sie auf ein und derselben Seite und wollen mehr über den Nationalsozialismus wissen. Was passierte damals? Wie waren Eddas Eltern damals politisch unterwegs? Als sie nach Frankfurt a. M. zurückkehrt möchte Edda mit ihrem Vater über diese Zeit sprechen, aber er blockt ab. Das Schweigen ihres Vaters „stachelt“ sie an, ihre Nachforschungen weiterhin zu verfolgen Eines Tages findet sie Feldpost von ihrem Vater, die er ihrer Mutter geschickt hat. Ihre Neugierde verführt sie diese zu lesen und dabei kommt eine grausame Wahrheit an Licht. Das Verhältnis zu ihren Eltern wird schwieriger, aber nicht nur in ihrem Elternhaus kriselt es. Ihre Beziehung zu Marcel steht ebenfalls unter keinem guten Stern. Sie muss sich entscheiden, wo sie politisch und auch gesellschaftlich stehen möchte. Wird die Gerechtigkeit siegen und um welchen Preis?
Beate Rösler hat mit „Eddas Aufbruch“ nicht nur einen Roman über eine junge Frau geschrieben, die mehr über den Nationalsozialismus und der Vergangenheit ihrer Eltern wissen will, nein, sie hat die damalige Zeit aufleben lassen. Die 68er Generation, die ihre Meinung durch zahlreiche Demonstrationen kundgetan haben. Des Weiteren finden Themen wie Woodstock, Andreas Baader, Ermordung von Rudi Dutschke oder gar die Gründung der RAF in dieser Geschichte ihren Platz, da diese die 60er Jahre stark geprägt haben.
Für mich ist dieser Roman wieder ein Lesehighlight, der mich sehr bewegt hat.
5 von 5 Sterne und wer gerne eine Zeitreise in die 60er Jahre machen möchte, der ist hier bestens aufgehoben.
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