Fernwehland
Roman | »Kati Naumann hat die Gabe, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen.« NDR Kultur | Historischer Roman | Frauenunterhaltung | Reise | Familie
Die Astoria ist das älteste seetüchtige Kreuzfahrtschiff der Welt. Seit über siebzig Jahren trägt es die Menschen übers Meer und hat schon unzählige Schicksale bestimmt. Nach einer Kollision mit dem Luxusschiff Andrea Doria wurde es an die DDR verkauft und fortan für Urlaubsreisen eingesetzt. Auf seinen Fahrten bis in die Karibik geraten das Schiff und seine Passagiere auch zwischen die Fronten des Kalten Krieges.
Die Stewardess Simone und der Matrose Henri haben sich vor vielen Jahren auf diesem Schiff kennengelernt. Heute treten sie noch einmal eine Kreuzfahrt mit der Astoria und damit auch eine Reise in ihre Vergangenheit an. Denn sie begegnen dabei der Schwedin Frida, die als Kind die Schiffstaufe erlebt hat und deren Geschichte ebenfalls ganz eng mit der des Schiffes verbunden ist.
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Ein tolles Buch
Starlight.of.Books aus Hessen am 21.05.2026
Bewertungsnummer: 3144783
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Fernwehland" war für mich eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten das Gefühl hat, selbst auf Reisen zu sein.
Die Geschichte rund um die Astoria hat mich von Anfang an fasziniert. Das Schiff ist dabei weit mehr als nur ein Schauplatz, es wird selbst zu einem Teil der Geschichte und verbindet die Schicksale der Menschen auf ganz besondere Weise.
Besonders gefallen hat mir die ruhige, atmosphärische Erzählweise von Kati Naumann. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Figuren, ihre Erinnerungen und ihre Geschichten. Dadurch konnte ich mich wunderbar in die Charaktere hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen. Vor allem die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart hat mich immer wieder berührt.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst an Deck zu stehen, den Wind zu spüren und gemeinsam mit den Figuren auf eine Reise durch Zeit, Erinnerungen und Lebensgeschichten zu gehen. Die vielen kleinen Details rund um die Geschichte des Schiffes haben die Handlung zusätzlich lebendig gemacht.
Fernwehland ist kein lauter Roman voller Action, sondern eine Geschichte, die von ihren Figuren, ihren Emotionen und ihrer Atmosphäre lebt. Gerade das hat mir so gut gefallen. Es ist ein Buch zum Zurücklehnen, Genießen und Mitfühlen.
Für mich war es eine wunderschöne Reise voller Sehnsucht, Hoffnung, Erinnerungen und bewegender Momente, die noch lange nach dem Lesen nachwirken.
Ein gefühlvoller Roman, der Fernweh weckt, ans Herz geht und zeigt, wie eng Menschen, Erinnerungen und Orte miteinander verbunden sein können.
Kreuzfahrtschiff Völkerfreundschaft - Astoria
Petra Sch. aus Gablitz am 05.10.2025
Bewertungsnummer: 2616851
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
In diesem emotionalen Familienroman steht das reale Kreuzfahrtschiff Astoria im Mittelpunkt, das früher zu DDR-Zeiten Völkerfreundschaft hieß, und das Personen, die mit diesem Schiff in Verbindung standen, zusammengeführt hat und diesen nie aus dem Kopf gegangen ist bzw. deren Leben geprägt hat.
Die Geschichte erstreckt sich über mehrere Zeitebenen, und nach und nach klärt sich auf, wie die Schicksale der Personen durch dieses Schiff verwoben sind.
Man lernt ab dem Jahr 1938 Erwin kennen, der schon von Klein an von der Seefahrt geträumt hat.
Sein Sohn Henri hat es dann geschafft - er wird Matrose auf der "Völkerfreundschaft", dem ersten Kreuzfahrtschiff der DDR, die sich das Schiff nur leisten konnte, da das ursprünglich schwedische Kreuzfahrtschiff "Stockholm" nach einer Kollision 1960 günstig an die DDR verkauft wurde und weil durch die Steckenpferd-Bewegung der Arbeiter der DDR Mittel dafür erwirtschaftet wurden.
Und im Jahr 2019 macht dieses Kreuzfahrtschiff, das nun Astoria heißt und das älteste, noch fahrende Passagierschiff ist, seine letzte Fahrt - auf ihr sind Henri dabei und seine Frau Simone, die damals als Stewardess auf der Völkerfreundschaft gearbeitet hat, wo die beiden sich vor über 40 Jahren kennen- und lieben gelernt hatten.
Und auch die Schwedin Frida ist dabei, die als Kind bei der Schiffstaufe dabei war.
Die Autorin hat wieder eine gefühlvolle und bewegende Geschichte um eine Familie (und ein Passagierschiff) kreiert, die so interessant und spannend verwebt ist, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen kann.
Auch die vielen Infos über die Binnenschifffahrt (auf dem Personendampfer Diesbar hatte Erwins Mutter Dora sowie später er selbst auch gearbeitet) und Seeschifffahrt sind total interessant in der Geschichte verarbeitet, ebenso wie die geschichtlichen Hintergründe - zB über die Steckenpferd-Bewegung, ohne die der Ankauf eines Passagierschiffs niemals möglich gewesen wäre.
Die Recherche der Autorin hat ergeben, dass es die Astoria, die nach der Zeit in der DDR unter mehreren Eignern und Namen lief, zwar noch gibt, diese aber seit Jahren ungenutzt im Hafen von Rotterdam liegt. (Und laut meiner Internetrecherche aufgrund einer schweren Beschädigung nur mehr verschrottet werden kann, was mich sehr traurig macht, nachdem ich nun die Geschichte dieses Schiffes kennenlernen durfte.)
Fazit:
Eine wunderbar berührende Familiengeschichte, die über mehrere Jahrzehnte und Generationen erzählt wird; gespickt mit vielen historischen Details und interessanten Infos zur Binnen- und Seeschifffahrt sowie im speziellen zum Kreuzfahrtschiff Astoria (Völkerfreundschaft). Wieder ein emotionaler, bewegender und unterhaltsamer Roman von Kati Naumann!
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