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Wir Gespenster Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.08.2024

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

21,2/13,1/2,7 cm

Gewicht

368 g

Farbe

Elfenbein / Messing

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00344-4

Beschreibung

Rezension

»Das Geisterleben ist eigentlich ganz angenehm in diesem Roman, der uns souverän und ohne Schauertricks in eine fremde Welt führt.« ("WDR 5 Lesefrüchte")
»Luzide, melancholisch und heiter zugleich erzählt Michael Kumpfmüller von der Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens.« ("Buch-Magazin")
»›Wir Gespenster‹ erzählt in formidablem Stil eine Geschichte, die vieles ist: eigenartig, zärtlich, behutsam, spannend.« ("Fuldaer Zeitung")
»Kumpfmüllers Roman (…) ist eine empfindsame, niemals sentimentale Erinnerung an unser aller Endlichkeit.« ("Der Standard")
»Michael Kumpfmüller (...) gelingt hier ein feiner, kurzweiliger Roman, der von seiner anrührenden Nähe zwischen Menschen und seiner charakteristischen Tonlage lebt.« ("Nordwest-Zeitung")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.08.2024

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

21,2/13,1/2,7 cm

Gewicht

368 g

Farbe

Elfenbein / Messing

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00344-4

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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Zwischenreich - ein Leben nach dem Tod?

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 05.10.2024

Bewertungsnummer: 3029422

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In den frühen Morgenstunden blickt Lilli auf einen leblosen Körper zu ihren Füßen. Nur langsam beginnt sie zu verstehen, dass es ihr eigener ist, der da zwischen den Bäumen des Stadtparks liegt. Während die Hinterbliebenen trauern und die Ermittler mit zunehmender Ratlosigkeit die Spuren sortieren, erhält sie Unterstützung von überraschender Seite. Andrä, ein ehemaliger Kommissar, der viele Jahre zuvor während eines Einsatzes starb, nimmt sich ihrer an. Behutsam navigiert er sie durch die Welt der Gespenster, die unserer erstaunlich ähnlich ist. Die Toten streiten, lieben und vergnügen sich, besprechen ihre Probleme in Selbsthilfegruppen und beobachten mit belustigter Verwunderung das Treiben der Lebenden. Dabei kommen Lilli und Andrä der Lösung des Falles nicht näher, einander aber schon. Als ein Junge, der den Täter gesehen haben will, überraschend stirbt und sich zu ihnen gesellt, gerät alles ins Rutschen. (Verlagsbeschreibung) Ich mag es, wenn mir als Vielleserin mal ein Roman unterkommt, der “anders” ist. Und tatsächlich erfüllte sich hier die Hoffnung, wobei es vor allem die außergewöhniche Atmosphäre war, die mich begeisterte. Ich genoss die Ruhe, das Fließende, das Unaufgeregte - ein wenig, als wäre man in dem Traum eines anderen gefangen, wäre eingetaucht in die Zeitlosigkeit. Wer hier einen Krimi im Zwischenreich erwartet, der wird enttäuscht sein. In bedächtigem Erzähltempo schwebt zwar durchgehend die Frage im Raum, was denn nun geschehen ist mit Lilli, doch spielt das für sie selbst, da sie jetzt als Geist umherwandelt, kaum noch eine Rolle. Vieles hat seine Bedeutung, Dringlichkeit verloren. Irgendwie erlebt Lilli alles wie in einer Art Traumzustand, und wie in Träumen wechseln auch hier die Szenen oft abrupt - was in einer Szene bedeutsam erscheint, ist gleich in der nächsten schon wieder vergessen. Nur gelegentlich wird Lilli aus ihrer traumartigen Lethargie gerissen. Was sich hier womöglich etwas langweilig und inhaltsarm liest, beinhaltet jedoch noch ganz andere Themen. Die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod, philosophische Anklänge ohne dabei zu ernst zu werden, amüsante Szenen, die die Erzählung auflockern (Selbsthilfegruppen für Geister haben beispielsweise durchaus Unterhaltungswert), eine leise unaufdringliche Liebesgeschichte, und ja, immer wieder auch die Suche nach Lillis Mörder.  Nicht alle Fragen werden gelöst, kleine Logiklücken gibt es auch, manches bleibt im Ungefähren - doch es gibt auch Antworten, und das Ende hat mir sehr gefallen: versöhnlich, tröstlich, passend.  Mir hat der Roman sehr gut gefallen - atmosphärisch, von der Idee her, sprachlich, und hinsichtlich der Verbindung von nachdenklich und leicht. Was bleibt, ist vielleicht weniger die Erinnerung an die Handlung des Romans als vielmehr ein Gefühl. Eine außergewöhnliche Erfahrung… © Parden

Zwischenreich - ein Leben nach dem Tod?

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 05.10.2024
Bewertungsnummer: 3029422
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In den frühen Morgenstunden blickt Lilli auf einen leblosen Körper zu ihren Füßen. Nur langsam beginnt sie zu verstehen, dass es ihr eigener ist, der da zwischen den Bäumen des Stadtparks liegt. Während die Hinterbliebenen trauern und die Ermittler mit zunehmender Ratlosigkeit die Spuren sortieren, erhält sie Unterstützung von überraschender Seite. Andrä, ein ehemaliger Kommissar, der viele Jahre zuvor während eines Einsatzes starb, nimmt sich ihrer an. Behutsam navigiert er sie durch die Welt der Gespenster, die unserer erstaunlich ähnlich ist. Die Toten streiten, lieben und vergnügen sich, besprechen ihre Probleme in Selbsthilfegruppen und beobachten mit belustigter Verwunderung das Treiben der Lebenden. Dabei kommen Lilli und Andrä der Lösung des Falles nicht näher, einander aber schon. Als ein Junge, der den Täter gesehen haben will, überraschend stirbt und sich zu ihnen gesellt, gerät alles ins Rutschen. (Verlagsbeschreibung) Ich mag es, wenn mir als Vielleserin mal ein Roman unterkommt, der “anders” ist. Und tatsächlich erfüllte sich hier die Hoffnung, wobei es vor allem die außergewöhniche Atmosphäre war, die mich begeisterte. Ich genoss die Ruhe, das Fließende, das Unaufgeregte - ein wenig, als wäre man in dem Traum eines anderen gefangen, wäre eingetaucht in die Zeitlosigkeit. Wer hier einen Krimi im Zwischenreich erwartet, der wird enttäuscht sein. In bedächtigem Erzähltempo schwebt zwar durchgehend die Frage im Raum, was denn nun geschehen ist mit Lilli, doch spielt das für sie selbst, da sie jetzt als Geist umherwandelt, kaum noch eine Rolle. Vieles hat seine Bedeutung, Dringlichkeit verloren. Irgendwie erlebt Lilli alles wie in einer Art Traumzustand, und wie in Träumen wechseln auch hier die Szenen oft abrupt - was in einer Szene bedeutsam erscheint, ist gleich in der nächsten schon wieder vergessen. Nur gelegentlich wird Lilli aus ihrer traumartigen Lethargie gerissen. Was sich hier womöglich etwas langweilig und inhaltsarm liest, beinhaltet jedoch noch ganz andere Themen. Die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod, philosophische Anklänge ohne dabei zu ernst zu werden, amüsante Szenen, die die Erzählung auflockern (Selbsthilfegruppen für Geister haben beispielsweise durchaus Unterhaltungswert), eine leise unaufdringliche Liebesgeschichte, und ja, immer wieder auch die Suche nach Lillis Mörder.  Nicht alle Fragen werden gelöst, kleine Logiklücken gibt es auch, manches bleibt im Ungefähren - doch es gibt auch Antworten, und das Ende hat mir sehr gefallen: versöhnlich, tröstlich, passend.  Mir hat der Roman sehr gut gefallen - atmosphärisch, von der Idee her, sprachlich, und hinsichtlich der Verbindung von nachdenklich und leicht. Was bleibt, ist vielleicht weniger die Erinnerung an die Handlung des Romans als vielmehr ein Gefühl. Eine außergewöhnliche Erfahrung… © Parden

Gefangen zwischen Leben und Tod

Christian1977 aus Leipzig am 29.08.2024

Bewertungsnummer: 2278791

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Als Lilli ihren leblosen Körper dort im Stadtpark liegen sieht, glaubt sie ihren Augen kaum. Diese Leiche dort, das kann doch nicht wirklich sie sein? Doch nach und nach dämmert ihr, dass sie tatsächlich einem Mord zum Opfer gefallen ist. Erst durch die Hilfe von Andrä, einem vor zehn Jahren erschossenen Kommissar, findet sie sich so langsam zurecht in dieser Zwischenwelt, der Welt der Gespenster. Währenddessen sucht Andräs Nachfolger Bertram nach dem Mörder - so erfolglos, dass irgendwann die Gespenster die Dinge selbst in die Hand nehmen... "Wir Gespenster" ist der neue Roman von Michael Kumpfmüller, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Ihm gelingt darin der Spagat zwischen einer eigentlich tieftraurigen Grundhandlung und überraschend heiteren Momenten, ohne sich auch nur ansatzweise über eine der Figuren lustig zu machen. Im Gegenteil, Kumpfmüller nimmt die Toten mit all ihren Sorgen und Problemen genauso ernst wie die Lebenden, was ein großes Plus des Romans ist. Und es gibt auch gar keinen Grund, sie zu verraten, denn mit Lilli und Andrä hat Kumpfmüller zwei bemerkenswert liebenswerte Hauptfiguren erschaffen. Während sich Lilli fast kindlich-naiv erst zurechtfinden muss in ihrer neuen Rolle als Gespenst, sich gefangen wähnt zwischen Leben und Tod, ist Andrä so etwas wie der starke Gegenpart, der sich routiniert um die kürzlich Verstorbenen kümmert und gar eine Selbsthilfegruppe für Gespenster leitet. Die Geschichte glänzt zudem nicht nur mit einer aufregenden Grundidee, sondern auch immer wieder mit überraschenden Einfällen und höchst originellen Nebenfiguren. Da sind beispielsweise Karl & Karl, zwei Corona-Tote in ihren Neunzigern, die sich als Andräs Assistenten förmlich aufgedrängt haben und für zahlreiche Schmunzler sorgen. Da ist der junge Ivo, ein Fahrradliebhaber, der in beiden Welten eine ganz besondere Rolle spielen soll. Oder Solveig, die mit 15 Jahren von ihrem Vater ermordet wurde, und die wohl tragischste Figur des gesamten Buches ist. Spannend auch, wie Kumpfmüller nach und nach enthüllt, welche Fähigkeiten die Gespenster haben und welche eben nicht, wo sie auf die Welt der Lebenden angewiesen sind. Dabei erfahren wir als Leser:innen immer eben genauso viel oder wenig wie die Gespenster selbst. Rein sprachlich wirkt "Wie Gespenster" im positiven Sinne manchmal ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Da wird geseufzt, ein "Ach" folgt einem "Oh weh" und man wähnt sich gelegentlich in einem Drama des Sturm & Drang. Doch wirkt dies gar nicht antiquiert, sondern passt ganz hervorragend zu dieser emotionalen Ballade aus dem Jenseits, das in diesem Roman doch fast gleichzeitig das Diesseits ist. Gerade in den Beschreibungen der Annäherung zwischen Andrä und Lilli, die übrigens auch hervorragend zum elegant-geheimnisvollen Cover passen, finden sich zahlreiche zärtliche Momente, die zudem vollkommen ohne Kitsch auskommen. Das Gelungenste überhaupt ist jedoch die Atmosphäre. Kumpfmüller erzählt äußert langsam, um sie entfalten zu können. Das merken auch die Figuren, die oft genug betonen, wie viel Zeit sie doch hätten. In seiner Grundstimmung erinnert "Wir Gespenster" atmosphärisch ein wenig an die melancholische Jakob Franck-Reihe von Friedrich Ani, in den Zweifeln der Gespenster an ihrer (Nicht-)Existenz blickt auch David Lowerys genialer Film "A Ghost Story" immer mal wieder durch - beides also ganz hervorragende Referenzen. Da stört es kaum, dass sich die Mördersuche im letzten Drittel ein wenig hinzieht. Auch Krimileser:innen ohne Scheuklappen dürften also auf ihre Kosten kommen. Insgesamt ist "Wir Gespenster" ein melancholischer und philosophischer Roman über das Leben und den Tod, der zudem immer wieder auch etwas zutiefst Tröstliches hat. So fragen sich nicht nur die Gespenster irgendwann, wer eigentlich die Traurigeren sind: die Lebenden oder die Toten?

Gefangen zwischen Leben und Tod

Christian1977 aus Leipzig am 29.08.2024
Bewertungsnummer: 2278791
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Als Lilli ihren leblosen Körper dort im Stadtpark liegen sieht, glaubt sie ihren Augen kaum. Diese Leiche dort, das kann doch nicht wirklich sie sein? Doch nach und nach dämmert ihr, dass sie tatsächlich einem Mord zum Opfer gefallen ist. Erst durch die Hilfe von Andrä, einem vor zehn Jahren erschossenen Kommissar, findet sie sich so langsam zurecht in dieser Zwischenwelt, der Welt der Gespenster. Währenddessen sucht Andräs Nachfolger Bertram nach dem Mörder - so erfolglos, dass irgendwann die Gespenster die Dinge selbst in die Hand nehmen... "Wir Gespenster" ist der neue Roman von Michael Kumpfmüller, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Ihm gelingt darin der Spagat zwischen einer eigentlich tieftraurigen Grundhandlung und überraschend heiteren Momenten, ohne sich auch nur ansatzweise über eine der Figuren lustig zu machen. Im Gegenteil, Kumpfmüller nimmt die Toten mit all ihren Sorgen und Problemen genauso ernst wie die Lebenden, was ein großes Plus des Romans ist. Und es gibt auch gar keinen Grund, sie zu verraten, denn mit Lilli und Andrä hat Kumpfmüller zwei bemerkenswert liebenswerte Hauptfiguren erschaffen. Während sich Lilli fast kindlich-naiv erst zurechtfinden muss in ihrer neuen Rolle als Gespenst, sich gefangen wähnt zwischen Leben und Tod, ist Andrä so etwas wie der starke Gegenpart, der sich routiniert um die kürzlich Verstorbenen kümmert und gar eine Selbsthilfegruppe für Gespenster leitet. Die Geschichte glänzt zudem nicht nur mit einer aufregenden Grundidee, sondern auch immer wieder mit überraschenden Einfällen und höchst originellen Nebenfiguren. Da sind beispielsweise Karl & Karl, zwei Corona-Tote in ihren Neunzigern, die sich als Andräs Assistenten förmlich aufgedrängt haben und für zahlreiche Schmunzler sorgen. Da ist der junge Ivo, ein Fahrradliebhaber, der in beiden Welten eine ganz besondere Rolle spielen soll. Oder Solveig, die mit 15 Jahren von ihrem Vater ermordet wurde, und die wohl tragischste Figur des gesamten Buches ist. Spannend auch, wie Kumpfmüller nach und nach enthüllt, welche Fähigkeiten die Gespenster haben und welche eben nicht, wo sie auf die Welt der Lebenden angewiesen sind. Dabei erfahren wir als Leser:innen immer eben genauso viel oder wenig wie die Gespenster selbst. Rein sprachlich wirkt "Wie Gespenster" im positiven Sinne manchmal ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Da wird geseufzt, ein "Ach" folgt einem "Oh weh" und man wähnt sich gelegentlich in einem Drama des Sturm & Drang. Doch wirkt dies gar nicht antiquiert, sondern passt ganz hervorragend zu dieser emotionalen Ballade aus dem Jenseits, das in diesem Roman doch fast gleichzeitig das Diesseits ist. Gerade in den Beschreibungen der Annäherung zwischen Andrä und Lilli, die übrigens auch hervorragend zum elegant-geheimnisvollen Cover passen, finden sich zahlreiche zärtliche Momente, die zudem vollkommen ohne Kitsch auskommen. Das Gelungenste überhaupt ist jedoch die Atmosphäre. Kumpfmüller erzählt äußert langsam, um sie entfalten zu können. Das merken auch die Figuren, die oft genug betonen, wie viel Zeit sie doch hätten. In seiner Grundstimmung erinnert "Wir Gespenster" atmosphärisch ein wenig an die melancholische Jakob Franck-Reihe von Friedrich Ani, in den Zweifeln der Gespenster an ihrer (Nicht-)Existenz blickt auch David Lowerys genialer Film "A Ghost Story" immer mal wieder durch - beides also ganz hervorragende Referenzen. Da stört es kaum, dass sich die Mördersuche im letzten Drittel ein wenig hinzieht. Auch Krimileser:innen ohne Scheuklappen dürften also auf ihre Kosten kommen. Insgesamt ist "Wir Gespenster" ein melancholischer und philosophischer Roman über das Leben und den Tod, der zudem immer wieder auch etwas zutiefst Tröstliches hat. So fragen sich nicht nur die Gespenster irgendwann, wer eigentlich die Traurigeren sind: die Lebenden oder die Toten?

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