Wer es mit den Göttern aufnehmen will, braucht einen guten rechten Haken Normal war Tristans Leben noch nie, aber seit er mit einer Puppe um das Tagebuch seines besten Freunds gekämpft hat, ist »normal« für ihn ein Fremdwort. Okay, dass bei dem Kampf aus Versehen ein Riss zwischen den Welten entstanden ist, war vielleicht ein kleines bisschen seine Schuld. Aber dass er jetzt von Eisenmonstern verfolgt und für das bevorstehende Ende der Welt verantwortlich gemacht wird … das ist echt nicht cool. Aber hey, wenn sich jemand da durchboxen kann, dann Tristan! Persönlich empfohlen von »Percy Jackson«-Autor Rick Riordan!
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Ist es das, was ich denke?
SternchenBlau am 27.11.2024
Bewertungsnummer: 2351151
Bewertet: Hörbuch-Download
Mein Sohn ist ein riesiger Percy Jackson-Fan. Daher will er nach und nach noch mehr von den neuen Göttersagen lesen, die unter dem Label „Rick Riordan empfiehlt“ erschienen sind. In dieses Hörbuch hat er bislang aber nur kurz mal reingehört – und dann zur Seite gelegt. Ich hatte mich gefreut, weil das Buch ungekürzt erschienen ist. Die Percy Jackson-Bände gibt es leider, leider nur gekürzt, und dabei geht so einiges an Atmosphäre flöten. Nun also der Titel „Tristan gegen die Götter“, das lässt wieder eine große Aufgabe erwarten.
Tristan steckt mitten im Trauerprozess, weil sein bester Freund Eddie bei einem Unfall gestorben ist. Also wird Tristan zu seinen Großeltern nach Alabama aufs Land geschickt. Dort versucht eine merkwürdige Puppe, Eddies Tagebuch zu klauen – das letzte, was Tristan von ihm geblieben ist. Und bei der Verfolgung der Puppe landet er in einer Parallelwelt, die in großer Gefahr schwebt.
In diesem Buch von Kwame Mbalia finden sich so viele tolle Elemente, die mir eigentlich richtig Spaß machen. Die Charaktere bringen uns verschiedene Mythen nahe, die zum Teil aus der Welt der Ashanti stammen (Nyame, Anansi) und zum Teil aus dem Sagen der afroamerikanischen Bevölkerung, die aufgrund von Sklaverei und Unterdrückung entstanden: John Henry, High John, Br’er Fox und Br’er Rabbit. Diese Charaktere sind so faszinierend, und meist gelingt es dem Autor für mich auch, diese Faszination weiterzugeben. Dazu gibt es eigentlich eine tolle Metaebene, in der es um Trauerbewältigung geht, um die Identität marginalisierter Gruppen und was Mythen und kollektive Erinnerung zu dieser Identität beitragen. Es gibt spannende Mädchen-/Frauenfiguren. Leider bleiben mir die Figuren aber alle zu viel an der Oberfläche und werden nicht in ihren ganzen Facetten geschildert. Erst zum Ende nimmt die Geschichte an Fahrt aus.
Sätze wie: „Ist es das, was ich denke?“ habe ich in diversen Abwandlungen im Verlauf der Geschichte viel zu oft gelesen. Muss ich den jedes Mal, wenn sie eine Truhe oder einen Raum betreten erstmal „Heiliges Kanonenrohr“ und ähnliches von allen Beteiligten hören, bis ich dann zehn Sätze später endlich mal erfahren darf, was sie da entdeckt haben? Dazu passt, dass die Enthüllung des großen Geheimnisses, was mit Eddie genau passiert ist, ebenfalls künstlich hinausgezögert ist, bis schon fast Vier-Fünftel des Buchs rum sind. Klar, Tristan trauert, aber hier wird das alles zum genau dem Kunstgriff, der mich einfach vorher schon viel zu oft genervt hat. Eigentlich läuft Tristan durch diese Welt, stellt sich immer wieder aufs Neue vor, stößt auf Ablehnung, erringt das Vertrauen, bekommt einen Talisman – und dann geht die nächste Etappe wieder aufs neue los.
Ach ja, die Lesung von Sprecher Patrick Abozen war total lebendig und mitreißend. Vielleicht mir persönlich manchmal ein Bisschen zu theatralisch (die Stimme für die eine Figur ging mir etwas auf den Geist), aber gerade für das jugendliche Publikum ziemlich cool.
Angesichts der grundsätzlich interessanten Charaktere und Mythen aus Schwarzen Kulturkreisen, die noch viel zu selten erzählt werden, hätte ich sehr gerne mehr Sterne gegeben. Aber das Buch zog sich oft genug wie Kaugummi und erzählte den Plot nach Schema F. 3 von 5 Sternen.
Hat mich leider nicht so überzeugen können, wie ich es mir gewünscht hätte
Diana E aus Moers am 14.09.2024
Bewertungsnummer: 2291975
Bewertet: Hörbuch-Download
Kwame Mbalia – Mythenweber, Tristan gegen die Götter
Nachdem Tristan seinen Boxkampf verloren hat, wird er zu seinen Großeltern nach Alabama aufs Land geschickt, wo ihm körperliche Arbeit und ein anderes Umfeld helfen soll, die Trauer um seinen kürzlich verstorbenen Freund zu überwinden.
Lediglich ein Tagebuch hat er von Eddie, doch dieses glüht in grün und ein Symbol ziert den Buchdeckel.
Als ausgerechnet dieses Tagesbuch in der Nacht von einer kleinen, gruseligen Puppe gestohlen wird und Tristan ihr folgt, wird er in eine Parallelwelt gezogen.
Dort muss er Abenteuer bestehen und gegen Ablehnung kämpfen. Außerdem soll er helfen, die Welt zu retten.
Wird er einen Weg zurück in seine Welt finden und vielleicht sogar Eddies Tod verwinden?
Ich habe das Hörbuch mehrfach angefangen und immer wieder zur Seite gelegt, dann habe ich mir letztes Wochenende endlich einen Ruck gegeben und das Buch durchgehört. Selten habe ich mich so schwer mit einem Buch getan, und das, obwohl ich alles was mit Mythen oder Percy Jackson wegsuchten kann.
Ich habe das ungekürzte Hörbuch mit einer Laufzeit von 13 Stunden und 40 Minuten gehört. Der Sprecher Patrick Abozen hat seine Sache überwiegend gut gemacht, er liest die Geschichte gut und haucht den verschiedenen Figuren Leben und eine eigene Stimme ein. Vielleicht hätte man ein bisschen mehr Tempo reinbringen können, aber insgesamt gab es eine gutes Hörerlebnis.
Der Erzählstil selbst ist etwas ausschweifend und insgesamt war mir die Story etwas zu langatmig, obwohl Tristan wirklich einige Abenteuer zu bestehen hat. Vielleicht hätte ich etwas mehr Varianz bei den verschiedenen Szenen erhofft, die aber oft nach dem gleichen Schema ablaufen.
Die meisten Figuren sind gut ausgearbeitet, aber leider konnten mir nur sehr sehr wenige davon sympathisch werden, was ich wirklich bedauere. Tristan hat zwar viele Abenteuer bestehen müssen, hat in dem Buch eine Entwicklung durchgemacht, die schön zu lesen war, aber ich kam an seine Figur einfach nicht heran. Klar ist er ängstlich, klar ist er noch jung und trifft dadurch einige Entscheidungen, die eben auch Konsequenzen haben müssen, und natürlich ist er der Held der Geschichte, der letztendlich das Übel bekämpft und dafür durch seine eigene Hölle gehen und seine Ängste besiegen muss. All das gibt es in diesem Buch und dennoch konnte ich einfach nicht mit der Figur mitfühlen.
Lediglich Tristans Granny mochte ich gerne, mit ihrer stoischen Art auf der einen und der liebevollen Seite auf der anderen.
Dafür gibt es einen großen Pluspunkt bei der Ausgestaltung der Handlungsorte, die sowohl bildhaft, detailliert und atmosphärisch ausgearbeitet wurden. Der Weltenbau ist auf jeden Fall gelungen, und ich konnte mir sämtliche Orte gut vorstellen.
In Sachen Mythologie hätte ich mir dagegen noch ein bisschen "mehr" gewünscht. So wurden einige Sagen/Gottheiten kurz angesprochen, aber nicht weiter vertieft.
Ich finde es schade, dass mich das Buch bzw Hörbuch nicht mehr fesseln konnte. Normalerweise hab ich einen guten Draht zu den "Rick Riordan empfiehlt" Büchern, doch hier hat die Chemie einfach nicht gestimmt. Passiert manchmal und ist sicher auch nicht schlimm, denn es wird genug Leser geben, die die Story verschlingen und super finden werden.
Wer mehr über afrikanischen Gottheiten erfahren möchte, wer es ruhiger und weniger actionreich mag, der wird sicherlich eine tolle Zeit mit diesem Buch/Hörbuch verleben.
Das Cover hat mir gut gefallen, zeigt viele kleine Details aus dem Buch.
Fazit: Hat mich leider nicht so überzeugen können, wie ich es mir gewünscht hätte. Hier waren die Figuren und ich einfach nicht auf einer Wellenlänge. Aufgrund des Weltenbaus gibt es aber dennoch knappe 3 Sterne.
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