In "Das Mädchen vom Moorhof" entführt Selma Lagerlöf ihre Leser in eine Eindrücke reichhaltige Welt, die von der rauen Schönheit der schwedischen Natur und den tiefgründigen emotionalen Konflikten ihrer Charaktere geprägt ist. Die Erzählung dreht sich um das Lebensschicksal des Mädchens von Moorhof, das in der Überschneidung von gesellschaftlichen Normen und eigenen Wünschen gefangen ist. Lagerlöf nutzt eine poetische und zugleich klare Sprache, die das Geschehen zutiefst lebendig macht und den Leser die innere Zerrissenheit der Protagonistin spüren lässt. Eingebettet in die literarische Tradition der schwedischen Folklores erzählt die Autorin hier von Liebe, Verlust und Selbstfindung in einer authentischen dörflichen Kulisse. Selma Lagerlöf, die erste weibliche Nobelpreisträgerin für Literatur und eine bedeutende Figur der schwedischen Literatur, war tief von ihrem Heimatland und den kulturellen Geschichten ihrer Kindheit beeinflusst. Ihr schriftstellerisches Schaffen spiegelt häufig ihre Überzeugung wider, dass die Natur und das Menschliche untrennbar miteinander verbunden sind. Lagerlöfs Erfahrung als Lehrerin und ihre intensive Auseinandersetzung mit den sozialen Themen ihrer Zeit flossen in die Erschaffung dieser bewegenden Geschichte ein. "Das Mädchen vom Moorhof" ist nicht nur ein fesselnder Roman über die Suche nach Identität und Zugehörigkeit, sondern auch eine Einladung, sich mit den eigenen Emotionen und gesellschaftlichen Erwartungen auseinanderzusetzen. Leser, die sich für tiefgründige Charakterstudien und poetisch geschilderte Landschaften interessieren, werden in diesem Werk eine bereichernde Lektüre finden, die lange nachhallt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
05.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfühlsam geschrieben
Helga, ein junges Mädchen in einem skandinavischen Dorf, hat von einem ehemaligen Liebhaber, der sie verführt und dann sitzen gelassen hatte, ein uneheliches Kind. Sie ist nach Ansicht der damaligen Gesellschaft dadurch "in Schande" geraten und muss froh sein, dass sie auf einem angesehenen und finanziell gut gestellten Bauernhof eine Arbeit als Magd findet. Sie ist bescheiden, sanft und fleißig und wird daher auf dem Hof von allen geschätzt. Da sie sich wohl fühlt und mit ihren Arbeitgebern gut versteht, ist sie traurig, als sie gehen muss, weil die künftige Schwiegertochter des Hauses nicht mit ihr unter einem Dach leben möchte. Doch Helgas menschliche Qualitäten bekommen durch unerwartete Ereignisse noch ein besonderes Gewicht...
Wie alle Lagerlöf-Bücher sehr einfühlsam geschrieben. Es gilt, wie in anderen Werken von ihr auch, Missverständnisse aufzuklären, die mit psychologischem Tiefgang dargestellt werden.
Befremdend mag aus heutiger Sicht die Ablehnung sein, die Helga entgegen gebracht wird, doch darf man nicht außer Acht lassen, dass Lagerlöfs Bücher nicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen und bestimmte Dinge früher strenger gewertet wurden als heutzutage.
Eine kurze Erzählung, die man an einem Nachmittag schnell durchgelesen hat.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
04.06.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbekanntes von der Literaturnobelpreisträgerin...
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