In "Schau heimwärts, Engel!" entfaltet Thomas Wolfe ein lebendiges Panorama des amerikanischen Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Roman, der autobiographische Züge trägt, folgt dem jungen Protagonisten Eugene Gant auf seiner Suche nach Identität und Zugehörigkeit in einer Welt, die von sozialen und familiären Spannungen geprägt ist. Wolfs lyrischer Stil, der von dichten, expressiven Beschreibungen und einem eloquenten Sprachfluss geprägt ist, schafft ein eindrucksvolles Gefühl der Zeit und des Ortes. Durch eine Mischung aus realistischen und impressionistischen Elementen wird der Leser in die inneren Konflikte und Träume Eugens hineingezogen und erlebt seine tiefgehenden Reflexionen über Kunst, Liebe und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Thomas Wolfe, geboren 1900 in North Carolina, war ein maßgeblicher Vertreter der amerikanischen Literatur, dessen eigene Erfahrungen in seiner Kindheit und Jugend stark in "Schau heimwärts, Engel!" widergespiegelt werden. Sein ungezwungener Umgang mit Sprache und seine Fähigkeit, die Komplexität menschlicher Emotionen auszudrücken, resultieren aus seiner tiefen Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Traum und der Entfremdung. Wolfe, der ein großes Augenmerk auf die psychologischen Aspekte seiner Charaktere legte, geht in diesem Werk über die Grenzen der traditionellen Erzählform hinaus und sucht nach emotionaler Wahrhaftigkeit. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die Entwicklung der amerikanischen Literatur interessieren und die universellen Themen von Identität und Zugehörigkeit ergründen möchten. Wolfe fesselt den Leser mit seiner eindringlichen Prosa und lässt ihn die emotionalen Kämpfe und Triumphe seiner Charaktere nachvollziehen. "Schau heimwärts, Engel!" ist nicht nur ein literarisches Meisterwerk, sondern auch eine tiefgründige Reflexion über das menschliche Dasein.
In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen:
- Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes.
- Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten.
- Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben.
- Eine Autorenbiografie beleuchtet wichtige Stationen im Leben des Autors und vermittelt die persönlichen Einsichten hinter dem Text.
- Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen.
- Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen.
- Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor.
- Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
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Vom «feinsten Scheitern» Den…
Bories vom Berg aus München am 02.08.2017
Bewertungsnummer: 2710197
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vom «feinsten Scheitern» Den 1929 erschienenen Debütroman «Schau heimwärts, Engel» des amerikanischen Schriftstellers Thomas Wolfe nannte Hermann Hesse damals «Die stärkste Dichtung aus dem heutigen Amerika», und auch die Nobelpreisträger Faulkner und Lewis schätzten ihren Kollegen literarisch sehr hoch ein. Ein Riesenerfolg also gleich auf Anhieb, an den spätere Werke des früh verstorbenen Autors nicht mehr anknüpfen konnten. Seit 2009 liegt dieser inzwischen zum Klassiker avancierte Roman nun in einer überzeugend gelungenen Neuübersetzung vor. Wir haben es mit einem typischen Entwicklungsroman zu tun, dessen Held Eugene eingebettet ist in eine kinderreiche Familie mit markanten, lebenshungrigen Charakteren, deren wechselvolles, unangepasstes Leben letztendlich das fatale Scheitern des American Dream widerspiegelt. Die autobiografischen Bezüge in diesem Erstling sind überdeutlich, so zum Beispiel der unschwer als Thomas Wolfes Geburtsstadt Ashville in North Carolina erkennbare Handlungsort, - was ihm denn auch prompt einigen Ärger einbrachte bei seinen Mitbürgern, die sich im Roman wieder erkannten und verunglimpft fühlten. Aber auch viele Gemeinsamkeiten in der Familie und insbesondere im Werdegang seines Helden sind unübersehbar, er fühlt sich ebenfalls zum Schriftsteller berufen, und auch sein Vater ist Steinmetz. So ist also der «mit einem Lächeln milder Statueneinfalt» aus Granit gemeißelte Engel im Roman nicht nur titelgebend, sondern wird schon auf der zweiten Seite auch leitmotivisch eingesetzt, er begleitet den Leser fortan ganz ohne religiöse Konnotation als sinnfällige Metapher für ein wohlbehütetes Leben. Es ist das Auf und Ab im Daseinskampf, die Widersprüchlichkeit des Lebens, die den heranwachsenden, hochbegabten Eugene zunehmend verzweifeln lässt. Seinem stadtbekannten Vater als versoffenem, schwadronierendem Künstlertyp mit großer Attitüde steht die äußerst energische, geschäftstüchtige, aber geradezu krankhaft geizige Mutter gegenüber. Er und seine Geschwister stehen zwischen diesen Fronten eines nimmer endenden Ehekriegs ihrer völlig entzweiten Eltern, deren konträre Visionen ebenso kläglich scheitern wie die ihrer höchst verunsicherten Kinder. Ihnen allen ist kein Glück beschieden, und Eugene erlebt gleich bei seiner ersten Liebe einen schnöden Verrat, der den Gutgläubigen völlig aus der Bahn wirft. Sein Glück, soviel ahnt er dann als unschlüssig dahin Treibender nach dem Ende seines Studiums, liegt in ihm selbst, nicht in der großen weiten Welt, in die es ihn hinauszieht, in die er sich geradezu flüchten will auf der Suche nach Lebenssinn und Erfüllung. Vom «feinsten Scheitern», wie Faulkner es umschrieb, handelt dieser stilistisch hochklassige Roman, der mit einigem Pathos erzählt wird. Er überzeugt mit einer geradezu genialen Beschreibungskunst, mit lebensecht gezeichneten Figuren und stimmigen Dialogen, mit einer sinnreich ausgeklügelter Metaphorik vor allem, die ihresgleichen sucht. Die Stofffülle ist selbst nach den radikalen Kürzungen des Manuskriptes noch sehr üppig geblieben, der gleichwohl ziemlich handlungsarme Roman erfordert zudem mit seiner geradezu ausufernden Intertextualität und den vielen historischen, politischen und kulturellen Anspielungen, - die hilfreichen Anmerkungen hierzu umfassen allein 45 Buchseiten mit 614 Verweisen -, so einiges an Durchhaltevermögen beim Leser. Der episodische Roman schildert in seiner stärksten Szene sehr ergreifend einen qualvollen Todeskampf und endet mit einer ebenso faszinierenden Geisterszene, in der Eugene auf seinen verstorbenen Bruder Ben trifft, der ihm als Todesengel die Tür zur scheinbar entschwundenen Welt weist, die in ihm selber läge. Der «Homer des modernen Amerika», wie Kritiker ihn überschwänglich nannten, folgte seiner Theorie «Wir sind die Summe aller Augenblicke unseres Lebens». Entsprechend weit verzweigt und üppig ist das Geflecht unzähliger Impressionen in diesem an den «Ulysses» angelehnten, grandiosen Klassiker.
Wolfe, Schau heimwärts, Engel
Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 18.02.2012
Bewertungsnummer: 767627
Bewertet: eBook (ePUB)
Eine amerikanische Familiengeschichte, erstmals erschienen 1929. Jetzt in der Neuübersetzung mit vielen Anmerkungen als Taschenbuch. Die Familie Gant: Vater, Mutter und mehrere Kinder spiegeln in ihren Geschichten das Amerika bzw. die Welt zu Wolfes Zeiten. Der jüngste Sohn, Eugene, erzählt die Geschichte. Und voller Bewunderung erkenne ich beim Lesen, wie kunstvoll sie sich kreisförmig, spiralförmig vom kleinsten Detail bis zur größten Übersicht ( von Geschehnissen und Gefühlen) bewegt. Für mich einer der wichtigsten und schönsten Romane der Weltliteratur!!
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