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Wolfgang Hirn

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Josef Vossenkuhl

Spieldauer

10 Stunden und 15 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

09.08.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

96

Verlag

ABOD von RBmedia Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

4066004654041

Beschreibung

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Ja

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09.08.2023

Hörtyp

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"Überholen ohne einzuholen"

Dr_ M aus Sachsen am 11.06.2018

Bewertungsnummer: 1109498

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte steckt voller seltsamer Ironie. Die Parole "Überholen ohne einzuholen" stammt vom SED-Bonzen Walter Ulbricht und wurde gegen Ende der 1950-Jahre verkündet. Größenwahnsinnig wie Sozialisten in der Regel sind, dachte Ulbricht, in einem kleinen Land mit 17 Millionen Einwohnern und einer Planwirtschaft, könnten innovative Produkte entstehen, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Das ging gewaltig schief, wie man inzwischen weiß. Doch nun, ein halbes Jahrhundert später, hat die Spitze der Kommunistischen Partei Chinas begonnen, Ulbrichts Parole leicht modifiziert in die Tat umzusetzen. Statt, wie Ulbricht es wollte, bereits vorhandene Technologien zu ignorieren, nimmt man diese her und verbessert sie so, dass innovative Neuigkeiten oder gar neue Produktpakete entstehen. Dazu unten mehr. Inzwischen kann man die Volksrepublik kaum noch als ein sozialistisches Land bezeichnen, vielmehr herrscht in China ein freigelassener Kapitalismus unter dem Regime einer diktatorisch auftretenden Partei, die eher nationalistisch als kommunistisch ist. Eine solche Struktur ist ebenso einmalig auf der Welt wie dieses Land es ist. Innerhalb von nur knapp zwei Jahrzehnten vollzog die Volksrepublik eine atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung, die sich bis jetzt noch nicht einmal völlig entfaltet hat. China befindet sich auf dem besten Wege, die westliche Konkurrenz in den Schatten zu stellen und eine dominierende Wirtschaftsmacht zu werden. In diesem Buch kann man sich davon überzeugen. In leicht euphorischer Weise stellt sein Autor die inzwischen zahlreichen chinesischen Unternehmen von Weltrang vor und enthüllt ganz nebenbei die raffinierte Strategie, mit der die chinesische Staatsmacht den Weg zu dieser unglaublichen Entwicklung geebnet hat und weiterverfolgt. Dahinter stecken alte, in der chinesischen Kultur tief verwurzelte Denk- und Handlungsstrategeme, die vom Westen mit seiner typischen Arroganz nicht verstanden werden. Wenn man das Buch kritisieren möchte, dann kann man darauf hinweisen, dass die dunklen Seiten dieser Entwicklung und zahlreiche wirtschaftliche Risiken nicht erwähnt wurden. Es war jedoch nicht das Ziel des Textes, eine umfassende Analyse zu vermitteln. Vielmehr geht es allein darum, die großen chinesischen Unternehmen vorzustellen, ihre Entwicklung zu beleuchten und die Macher dahinter einmal ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Und das ist geradezu hervorragend gelungen. Der Text befasst sich zunächst mit den vielen IT-Unternehmen Chinas und deren rasantem Aufstieg. Ganz am Ende des Buches findet man jedoch ein Beispiel, das man sehr gut verstehen kann und das die chinesische Strategie geradezu exemplarisch beleuchtet: die Bahnindustrie. Dort steht: "Bis vor 20 Jahren besaß das Land noch ein antiquiertes System, wo altersschwache Lokomotiven unkomfortable Waggons mit einem Stundenschnitt von 40 Kilometern über jahrzehntealte Schienen zogen. Und heute besitzt das Land das größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt – 20000 Kilometer." Da unter anderem Siemens nicht auf den chinesischen Markt verzichten wollte, ging das deutsche Unternehmen auf die Forderung ein, auch die komplette Technologie abzuliefern. Nach nur wenigen Jahren war China dann in der Lage, sämtliche Züge selbst herzustellen. Inzwischen ist das chinesische Unternehmen CRRC das größte Bahnunternehmen der Welt, Siemens nur noch Sublieferant. Da CRRC nicht nur Züge liefert, sondern auch die gesamte Strecke baut (und das zu unschlagbaren Preisen), sind sie inzwischen auch in der Lage die ehemaligen Platzhirsche vom Weltmarkt zu verdrängen. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch in anderen Technologiebereichen ab. Hinzu kommt dabei noch, dass die Chinesen sich überall auf der Welt seltene Rohstoffe sichern. Sie gehen dabei ganz anders vor als die ehemaligen Kolonialmächte. Wer das verstehen will, kann es im Buch nachlesen oder am Fall der deutschen KUKA nachvollziehen, wo eine ähnliche Strategie gefahren wurde. Kurz gesagt: Die Chinesen machen sich keine Feinde, sondern nutzen die Energien und Möglichkeiten anderer für sich. Wer sich schon einmal mit asiatischen Kampfkünsten und ihren geistigem Hintergrund befasst hat, erkennt diese Strategien sofort. Inzwischen sind die westlichen Industriestaaten außerhalb des schlafmützigen Europas etwas aufgewacht. Um diese für sie sehr nachteilige Entwicklung aufzuhalten, dürfte es jedoch inzwischen viel zu spät sein. China besitzt viele Vorzüge, die zwar ab und zu im Buch diskutiert werden, jedoch nicht im Vordergrund stehen. Vor allem ist es seine Größe und seine Bevölkerungszahl, die einen gigantischen, hart umkämpften inneren Markt schaffen, auf dem so viel Geld verdient werden kann, dass es leicht ist, danach weltweit zu expandieren. Während insbesondere in Europa Unternehmen mit bürokratischen Regeln zugeschüttet werden, lässt die chinesische Führung staatlichen und privaten Unternehmen viel Freiheit, so lange sie im strategischen Interesse der Volksrepublik handeln. Ausländische Konkurrenz wird einfach abgeblockt. Beispielsweise hat Amazon nie einen Fuß auf den chinesischen Markt setzen können. Man findet sicher viel Platz für Kritik an diesem System. Doch das alles ist heiße Luft, die niemandem etwas nützt, wenn gleichzeitig immer mehr Marktanteile deutscher Firmen nach China abwandern. Leider scheint die Macht des Faktischen noch nicht in Deutschland angekommen zu sein, obwohl die Situation an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt. Gelingt es den Chinesen nicht, ein Unternehmen zu kaufen, dann kaufen sie eben das Fachpersonal, beispielsweise von BMW. Dieses Buch zeichnet nicht nur ein Bild von den inzwischen zahlreichen chinesischen Weltunternehmen, sondern auch von der strategischen Vorgehensweise, die es dem Land ermöglicht in einem unglaublichen Tempo seine ehemalige Rückstände aufzuholen und dann dominante Marktpositionen aufzubauen. Wer sich also immer noch im Dämmerschlaf befindet, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.

"Überholen ohne einzuholen"

Dr_ M aus Sachsen am 11.06.2018
Bewertungsnummer: 1109498
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte steckt voller seltsamer Ironie. Die Parole "Überholen ohne einzuholen" stammt vom SED-Bonzen Walter Ulbricht und wurde gegen Ende der 1950-Jahre verkündet. Größenwahnsinnig wie Sozialisten in der Regel sind, dachte Ulbricht, in einem kleinen Land mit 17 Millionen Einwohnern und einer Planwirtschaft, könnten innovative Produkte entstehen, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Das ging gewaltig schief, wie man inzwischen weiß. Doch nun, ein halbes Jahrhundert später, hat die Spitze der Kommunistischen Partei Chinas begonnen, Ulbrichts Parole leicht modifiziert in die Tat umzusetzen. Statt, wie Ulbricht es wollte, bereits vorhandene Technologien zu ignorieren, nimmt man diese her und verbessert sie so, dass innovative Neuigkeiten oder gar neue Produktpakete entstehen. Dazu unten mehr. Inzwischen kann man die Volksrepublik kaum noch als ein sozialistisches Land bezeichnen, vielmehr herrscht in China ein freigelassener Kapitalismus unter dem Regime einer diktatorisch auftretenden Partei, die eher nationalistisch als kommunistisch ist. Eine solche Struktur ist ebenso einmalig auf der Welt wie dieses Land es ist. Innerhalb von nur knapp zwei Jahrzehnten vollzog die Volksrepublik eine atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung, die sich bis jetzt noch nicht einmal völlig entfaltet hat. China befindet sich auf dem besten Wege, die westliche Konkurrenz in den Schatten zu stellen und eine dominierende Wirtschaftsmacht zu werden. In diesem Buch kann man sich davon überzeugen. In leicht euphorischer Weise stellt sein Autor die inzwischen zahlreichen chinesischen Unternehmen von Weltrang vor und enthüllt ganz nebenbei die raffinierte Strategie, mit der die chinesische Staatsmacht den Weg zu dieser unglaublichen Entwicklung geebnet hat und weiterverfolgt. Dahinter stecken alte, in der chinesischen Kultur tief verwurzelte Denk- und Handlungsstrategeme, die vom Westen mit seiner typischen Arroganz nicht verstanden werden. Wenn man das Buch kritisieren möchte, dann kann man darauf hinweisen, dass die dunklen Seiten dieser Entwicklung und zahlreiche wirtschaftliche Risiken nicht erwähnt wurden. Es war jedoch nicht das Ziel des Textes, eine umfassende Analyse zu vermitteln. Vielmehr geht es allein darum, die großen chinesischen Unternehmen vorzustellen, ihre Entwicklung zu beleuchten und die Macher dahinter einmal ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Und das ist geradezu hervorragend gelungen. Der Text befasst sich zunächst mit den vielen IT-Unternehmen Chinas und deren rasantem Aufstieg. Ganz am Ende des Buches findet man jedoch ein Beispiel, das man sehr gut verstehen kann und das die chinesische Strategie geradezu exemplarisch beleuchtet: die Bahnindustrie. Dort steht: "Bis vor 20 Jahren besaß das Land noch ein antiquiertes System, wo altersschwache Lokomotiven unkomfortable Waggons mit einem Stundenschnitt von 40 Kilometern über jahrzehntealte Schienen zogen. Und heute besitzt das Land das größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt – 20000 Kilometer." Da unter anderem Siemens nicht auf den chinesischen Markt verzichten wollte, ging das deutsche Unternehmen auf die Forderung ein, auch die komplette Technologie abzuliefern. Nach nur wenigen Jahren war China dann in der Lage, sämtliche Züge selbst herzustellen. Inzwischen ist das chinesische Unternehmen CRRC das größte Bahnunternehmen der Welt, Siemens nur noch Sublieferant. Da CRRC nicht nur Züge liefert, sondern auch die gesamte Strecke baut (und das zu unschlagbaren Preisen), sind sie inzwischen auch in der Lage die ehemaligen Platzhirsche vom Weltmarkt zu verdrängen. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch in anderen Technologiebereichen ab. Hinzu kommt dabei noch, dass die Chinesen sich überall auf der Welt seltene Rohstoffe sichern. Sie gehen dabei ganz anders vor als die ehemaligen Kolonialmächte. Wer das verstehen will, kann es im Buch nachlesen oder am Fall der deutschen KUKA nachvollziehen, wo eine ähnliche Strategie gefahren wurde. Kurz gesagt: Die Chinesen machen sich keine Feinde, sondern nutzen die Energien und Möglichkeiten anderer für sich. Wer sich schon einmal mit asiatischen Kampfkünsten und ihren geistigem Hintergrund befasst hat, erkennt diese Strategien sofort. Inzwischen sind die westlichen Industriestaaten außerhalb des schlafmützigen Europas etwas aufgewacht. Um diese für sie sehr nachteilige Entwicklung aufzuhalten, dürfte es jedoch inzwischen viel zu spät sein. China besitzt viele Vorzüge, die zwar ab und zu im Buch diskutiert werden, jedoch nicht im Vordergrund stehen. Vor allem ist es seine Größe und seine Bevölkerungszahl, die einen gigantischen, hart umkämpften inneren Markt schaffen, auf dem so viel Geld verdient werden kann, dass es leicht ist, danach weltweit zu expandieren. Während insbesondere in Europa Unternehmen mit bürokratischen Regeln zugeschüttet werden, lässt die chinesische Führung staatlichen und privaten Unternehmen viel Freiheit, so lange sie im strategischen Interesse der Volksrepublik handeln. Ausländische Konkurrenz wird einfach abgeblockt. Beispielsweise hat Amazon nie einen Fuß auf den chinesischen Markt setzen können. Man findet sicher viel Platz für Kritik an diesem System. Doch das alles ist heiße Luft, die niemandem etwas nützt, wenn gleichzeitig immer mehr Marktanteile deutscher Firmen nach China abwandern. Leider scheint die Macht des Faktischen noch nicht in Deutschland angekommen zu sein, obwohl die Situation an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt. Gelingt es den Chinesen nicht, ein Unternehmen zu kaufen, dann kaufen sie eben das Fachpersonal, beispielsweise von BMW. Dieses Buch zeichnet nicht nur ein Bild von den inzwischen zahlreichen chinesischen Weltunternehmen, sondern auch von der strategischen Vorgehensweise, die es dem Land ermöglicht in einem unglaublichen Tempo seine ehemalige Rückstände aufzuholen und dann dominante Marktpositionen aufzubauen. Wer sich also immer noch im Dämmerschlaf befindet, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.

Ein sehr gut gelungenes, informatives, unterhaltsames Werk!

Wedma am 13.03.2018

Bewertungsnummer: 1089692

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Chinas Bosse“ von Wolfgang Hirn hat mir ausgezeichnet gefallen, daher empfehle ich es wärmstens auch weiter. Das Buch ist insg. sehr gut strukturiert. Jedes Kapitel hat mehrere kleinere Unterkapitel, die man prima in Pausen, zwischen U-Bahnstationen lesen kann. Diese sind mit einander prima verknüpft. Die Übergänge fließen ineinander, sodass man immer versucht ist, eine weitere Seite umzublättern und noch ein weiteres Unterkapitel zu lesen. Am Ende eines Kapitels gibt es Fazit, das das Wesentliche der Ausführungen nochmals hervorhebt. Rund 264 Seiten plus Einleitung sind in 7 Kapitel geordnet, in denen es nicht so sehr um die Bosse geht, wobei um sie natürlich auch, mehr um ihre Unternehmen und um die Wirtschaft in China insg., um ihre Vergangenheit und noch vielmehr um ihre Gegenwart und die Zukunft. Schon allein wenn man auf das Inhaltsverzeichnis schaut, z.B. auf der Seite des Verlages, bekommt man Lust, das Buch zu lesen, und man wird für seine Neugier mit spannenden Einsichten und reichhaltigen Erkenntnissen belohnt. Jedes Kapitel ist lesenswert: voller Daten, Fakten, schlicht Dingen, die man über chinesische Wirtschaft wissen sollte. Wie der Autor zu Anfang schreibt: „Es gibt nicht den chinesischen Manager und Unternehmer. Chinas Bosse sind vielmehr ein Mix aus interessanten, aber doch sehr unterschiedlichen Personen und Persönlichkeit.“ S.10. Oft genug liest man über eine klassische Tellerwäscher-Karriere, insb. bei den älteren Bossen: Früher ein Fabrikarbeiter oder ähnl., heute der Geschäftsführer eines bedeutenden florierenden Unternehmens. In den ersteren Kapiteln erfährt man sowohl etwas zur Entstehungsgeschichte des Unternehmertums in China, als auch das Wesentliche zu stattlichen Giganten, darunter über die Rolle der Partei. Auch über Chinas große Privatkonzerne, über die es auch später noch mehr zu erfahren seinwird, liest man im Kap. 3. Im nächsten Kapitel geht es um Einkaufslust der chinesischen Neureichen. Gerade Luxusartikeln erleben da einen Boom. Auch Hotels, Immobilien, Grund und Boden, etc. sind beliebte Kaufobjekte der Chinesen. Es wurde auch plausibel erklärt, warum. Im online-Bereich, Kap. 5, geht es auch sehr spannend zu. Hier wird u.a. erzählt, warum die chinesischen Pendants zu den westlichen Suchmaschinen und Social-Media-Kanälen viel fortschrittlicher sind, warum dort online Geschäfte boomen uvm. Ein tolles Unterkapitel über Jack Ma, von dem man auch an weiteren Stellen hören wird. Ähnliches gilt bei den E-Autos, E-Bussen, Flugzeugen, Big Data und künstlicher Intelligenz im Kap. 6. Im letzten Kapitel wird nachgedacht, was man mit diesen Entwicklungen in Europa anfangen sollte, denn die Situation ist nicht so einfach. Die Chinesen schlüpfen mal in die Rolle eines Entwicklungslandes, wenn es ihren Interessen dienlich ist, sonst können sich manche westliche Unternehmen kaum von ihren Übernahmeangriffen und anderen derartigen Aktionen retten. Der Text ist sehr gut: griffig, knapp, aber auch sehr zugänglich und prima lesbar geschrieben. Man sieht dem Autor seine profunden Kenntnisse auch an, die er unterhaltsam zu vermitteln weiß. Er erzählt nicht nur über Status Quo, darunter u.a. was Coopetition ist, er zeigt auch die Tendenzen auf, die die Zukunft früher oder später beeinflussen werden. Spätentens am Ende der Lektüre ist klar: China ist eine aufstrebende Weltmacht. An „Kleingeld“, Know-how, Kapazitäten oder Geschäftstüchtigkeit mangelt es da keineswegs. In den nächsten Jahren wird es spannend, was China in Europa unternehmen wird, welche Übernahmen stehen bevor und wie all dies das Leben der einfachen Bürger beeinflussen wird. „Wir Europäer stehen in einem Wettbewerb nicht nur zwischen Unternehmen, sondern zwischen zwei Systemen. Das ist die neue Qualität der Auseinandersetzung, an die wir uns erst gewöhnen müssen… Mit dieser Erkenntnis heißt es auch Abschied nehmen von einer positiven wie negativen Illusion über China. Zu lange glaubten viele im Westen, China würde mit steigendem Wohlstand irgendwann wie wir werden… China hat vielmehr seinen eigenen wirtschaftlichen Weg gefunden.“ S. 277. Das Buch ist schön gemacht: Festeinband in Rot, Lesebändchen passend dazu ebenfalls in Rot, Umschlagblatt. Toll als Geschenk. Fazit: Ein sehr gut gelungenes, informatives, unterhaltsames Werk über die chinesische Wirtschaft und ihre Bosse. Diese Inhalte sollte jeder kennen. Volle Punktezahl gibt es von mir und eine unbedingte Leseempfehlung!

Ein sehr gut gelungenes, informatives, unterhaltsames Werk!

Wedma am 13.03.2018
Bewertungsnummer: 1089692
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Chinas Bosse“ von Wolfgang Hirn hat mir ausgezeichnet gefallen, daher empfehle ich es wärmstens auch weiter. Das Buch ist insg. sehr gut strukturiert. Jedes Kapitel hat mehrere kleinere Unterkapitel, die man prima in Pausen, zwischen U-Bahnstationen lesen kann. Diese sind mit einander prima verknüpft. Die Übergänge fließen ineinander, sodass man immer versucht ist, eine weitere Seite umzublättern und noch ein weiteres Unterkapitel zu lesen. Am Ende eines Kapitels gibt es Fazit, das das Wesentliche der Ausführungen nochmals hervorhebt. Rund 264 Seiten plus Einleitung sind in 7 Kapitel geordnet, in denen es nicht so sehr um die Bosse geht, wobei um sie natürlich auch, mehr um ihre Unternehmen und um die Wirtschaft in China insg., um ihre Vergangenheit und noch vielmehr um ihre Gegenwart und die Zukunft. Schon allein wenn man auf das Inhaltsverzeichnis schaut, z.B. auf der Seite des Verlages, bekommt man Lust, das Buch zu lesen, und man wird für seine Neugier mit spannenden Einsichten und reichhaltigen Erkenntnissen belohnt. Jedes Kapitel ist lesenswert: voller Daten, Fakten, schlicht Dingen, die man über chinesische Wirtschaft wissen sollte. Wie der Autor zu Anfang schreibt: „Es gibt nicht den chinesischen Manager und Unternehmer. Chinas Bosse sind vielmehr ein Mix aus interessanten, aber doch sehr unterschiedlichen Personen und Persönlichkeit.“ S.10. Oft genug liest man über eine klassische Tellerwäscher-Karriere, insb. bei den älteren Bossen: Früher ein Fabrikarbeiter oder ähnl., heute der Geschäftsführer eines bedeutenden florierenden Unternehmens. In den ersteren Kapiteln erfährt man sowohl etwas zur Entstehungsgeschichte des Unternehmertums in China, als auch das Wesentliche zu stattlichen Giganten, darunter über die Rolle der Partei. Auch über Chinas große Privatkonzerne, über die es auch später noch mehr zu erfahren seinwird, liest man im Kap. 3. Im nächsten Kapitel geht es um Einkaufslust der chinesischen Neureichen. Gerade Luxusartikeln erleben da einen Boom. Auch Hotels, Immobilien, Grund und Boden, etc. sind beliebte Kaufobjekte der Chinesen. Es wurde auch plausibel erklärt, warum. Im online-Bereich, Kap. 5, geht es auch sehr spannend zu. Hier wird u.a. erzählt, warum die chinesischen Pendants zu den westlichen Suchmaschinen und Social-Media-Kanälen viel fortschrittlicher sind, warum dort online Geschäfte boomen uvm. Ein tolles Unterkapitel über Jack Ma, von dem man auch an weiteren Stellen hören wird. Ähnliches gilt bei den E-Autos, E-Bussen, Flugzeugen, Big Data und künstlicher Intelligenz im Kap. 6. Im letzten Kapitel wird nachgedacht, was man mit diesen Entwicklungen in Europa anfangen sollte, denn die Situation ist nicht so einfach. Die Chinesen schlüpfen mal in die Rolle eines Entwicklungslandes, wenn es ihren Interessen dienlich ist, sonst können sich manche westliche Unternehmen kaum von ihren Übernahmeangriffen und anderen derartigen Aktionen retten. Der Text ist sehr gut: griffig, knapp, aber auch sehr zugänglich und prima lesbar geschrieben. Man sieht dem Autor seine profunden Kenntnisse auch an, die er unterhaltsam zu vermitteln weiß. Er erzählt nicht nur über Status Quo, darunter u.a. was Coopetition ist, er zeigt auch die Tendenzen auf, die die Zukunft früher oder später beeinflussen werden. Spätentens am Ende der Lektüre ist klar: China ist eine aufstrebende Weltmacht. An „Kleingeld“, Know-how, Kapazitäten oder Geschäftstüchtigkeit mangelt es da keineswegs. In den nächsten Jahren wird es spannend, was China in Europa unternehmen wird, welche Übernahmen stehen bevor und wie all dies das Leben der einfachen Bürger beeinflussen wird. „Wir Europäer stehen in einem Wettbewerb nicht nur zwischen Unternehmen, sondern zwischen zwei Systemen. Das ist die neue Qualität der Auseinandersetzung, an die wir uns erst gewöhnen müssen… Mit dieser Erkenntnis heißt es auch Abschied nehmen von einer positiven wie negativen Illusion über China. Zu lange glaubten viele im Westen, China würde mit steigendem Wohlstand irgendwann wie wir werden… China hat vielmehr seinen eigenen wirtschaftlichen Weg gefunden.“ S. 277. Das Buch ist schön gemacht: Festeinband in Rot, Lesebändchen passend dazu ebenfalls in Rot, Umschlagblatt. Toll als Geschenk. Fazit: Ein sehr gut gelungenes, informatives, unterhaltsames Werk über die chinesische Wirtschaft und ihre Bosse. Diese Inhalte sollte jeder kennen. Volle Punktezahl gibt es von mir und eine unbedingte Leseempfehlung!

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