Kückallee 37. Eine Kindheit am Rande des Holocaust Arthur Goldschmidt: Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942-1945
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
25.11.2023
Abbildungen
mit 7 Farbtafeln und 73 Abbildungen sw
Herausgeber
Thomas HübnerVerlag
CmzSeitenzahl
464
Maße (L/B/H)
24,1/16,7/3,3 cm
Gewicht
1166 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-87062-368-5
Der Phänomenologe Edmund Husserl (1859-1938) hatte in seiner aktiven Zeit in Freiburg i.Br. drei Assistenten: Edith Stein (1891-1942 Auschwitz), Martin Heidegger (1889-1976) und Ludwig Landgrebe (1902-1991). Dessen Sohn Detlev Landgrebe hat nun die Geschichte seiner jüdisch-christlichen Familie von 1784-1956 aufgeschrieben: „Kückallee 37. Eine Kindheit am Rande des Holocaust".
Exemplarisch wird hier aufgezeigt, wie Ludwig Landgrebe mit seiner jüdischen, aber evangelisch getauften Frau Ilse, geb. Goldschmidt, vor den Nazis nach Prag und dann nach Löwen flieht. Aber überall sind auch bald die Deutschen, so daß er sich mit seiner Familie nach Reinbek bei Hamburg in das schwiegerelterliche Haus zurückzieht.
Dort leben die Familien Dr. jur. Arthur Goldschmidt (1879-1947) und Dr. phil. Ludwig Landgrebe in Angst und Schrecken und leiden unter dem subtilen, zunehmenden Terror der Nazis. 1942 wird der „jüdische" Schwiegervater Arthur Goldschmidt nach Theresienstadt deportiert, wo der Jurist die evangelische Gemeinde Theresienstadt gründet und bis zur Befreiung im Mai 1945 als „Pfarrer" leitet. Als der glücklich Überlebende 1945 zurück nach Reinbek kommt, schreibt er die „Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945", die nach seinem Tod (im Februar 1947) 1948 als kleines, längst vergriffenes Heft erscheint.
In einem umfänglichen Anhang finden sich nicht nur präzise Genealogien. Der Herausgeber Thomas Hübner hat mit einem ausführlichen Anmerkungsteil (Archiv-, Lit.- und weitere Verzeichnisse) zusätzlich ein Register erstellt, in welchem sich der gesamte Inhalt des Buches in Stichworten historisch nach dem geschichtlichen Datum geordnet mit Seitenverweisen zusammengefaßt findet. Neben einem gesonderten Beitrag zu dem österreichischen Schriftsteller Erich Landgrebe (1908–1979) hat Hübner den Band abschließend mit einer Neuauflage der „Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945" versehen, welche mit Anmerkungen und Registern ausgestattet nach 60 Jahren wieder zugänglich gemacht wird.
Die ergreifend geschriebene Familiengeschichte gibt nicht nur Auskunft über den Philosophen Prof. Dr. Ludwig Landgrebe, sie geriet Detlev Landgrebe auch zu einer exemplarischen christlich-jüdischen Geistesgeschichte.
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