Außenseiter, Randfiguren und Verlierer, Sportler, Idole, Träumer und Verliebte: Schön und verletzlich erscheinen die Männer und Frauen in den Gemälden und Skulpturen der Sammlung Garnerus und ziehen uns in ihren Bann. Entstanden in den Jahren zwischen den Weltkriegen spiegelt sich in den Porträts und Figurenbildern die Widersprüchlichkeit einer aus den Fugen geratenen Welt.In den Werken der Sammlung Garnerus klingen existentielle Fragen an: Wie stellt man Menschen nach der Katastrophe des ersten Weltkrieges dar? Wie Individuen, deren Hoffnungen und Utopien zerbrochen sind und die dennoch wieder voller Lebenshunger in die Zukunft blicken? Die Gesichter und Haltungen der Dargestellten vereinen Melancholie, Stille und Reflexion mit Sehnsucht, Lebenslust und Vitalität. Sie begegnen uns als sprechende Zeitzeugen und rufen zugleich Fragen nach der eigenen Identität in uns hervor.
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MaWiOr
aus Halle
5/5
28.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie kaum ein anderer Sammler…
Wie kaum ein anderer Sammler konzentrierte sich der Kunsthistoriker Hartwig Garnerus (*1943) auf die Darstellung von Menschen in der Zeit des Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit. Seine Sammlung, aufgebaut über annähernd vier Jahrzehnte, zeigt das Suchen der Moderne. Die von Garnerus zusammengetragenen Werke europäischer, zumeist deutscher Künstler*innen präsentieren Kolorismus und Sensibilität. Sein Lebenswerk lässt sich als ein überaus facettenreiches Wirken für die Kunst beschreiben. Die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne präsentierte nun unter dem Titel „Schön und verletzlich. Menschenbilder der Sammlung Garnerus“ eine Auswahl von 60 Gemälden und Skulpturen dieser Sammlung vom 16. Juni bis 3. Oktober 2023. Gezeigt wurden u.a. Werke von Helmut Kolle, Karl Hofer und Carl Lohse sowie der Bildhauer:innen Marg Moll, Emy Roeder und Gerhard Marcks. Im Hirmer Verlag ist das umfangreiche und üppig illustrierte Begleitbuch zu dieser Ausstellung erschienen. In den Essays von renommierten Kunsthistoriker*innen wird die Sammlung Garnerus näher vorgestellt bzw. die Krise und die Neuordnung des Figurenbildes in den 1920er Jahren beleuchtet. Ein Text beschäftigt sich speziell mit den Skulpturen der Sammlung Garnerus. Der Kunstmäzen macht seinem Ruf alle Ehre und schenkt den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen seine Sammlung. Das am Ende des Katalogs angeführte Verzeichnis erfasst daher die für die Schenkung oder das Vermächtnis vorgesehenen Gemälde und Skulpturen.
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