IM BANN DES BÖSEN BUCHES
Das berüchtigte Darkhold, Quelle aller dunkler Magie, ist mit Scarlet Witch verschmolzen. Aber Wandas frühere Mentorin Agatha Harkness will ein neues Buch des Bösen erschaffen. Dabei sollen ihr Wettkämpfe ausgewählter Helden helfen. Doch wenn die Kräfte des Chaos auf Marvels Recken treffen, verwischen Vergangenheit, Realität und Zukunft. Und dieses Horrorszenario beabsichtigen Spider-Man, Jessica Jones und Zauberin Clea mit aller Macht zu verhindern. Ein Schlagabtausch in bester Marvel-Tradition mit den Avengers, Deadpool, Captain Marvel, X-Men, Venom, Moon Knight und vielen mehr.
Für Neueinsteiger wie "alte Hasen" gleichermaßen geeignet
Hemeraner am 27.02.2024
Bewertungsnummer: 2141442
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Darkhold ist ein Buch, dass es seinem Leser u. a. ermöglicht, die fehlenden Sehnsüchte zu erforschen und auch zu ermöglichen. Jede Nutzung der Macht, die in der Lage ist, die Realität wunschgemäß zu verändern, lässt jedoch den Autor des Bandes erstarken. Letztendlich treibt das Buch jeden in den Wahnsinn, der damit näher zu tun hat. Im MCU begegnen wir es oft, so im Kinofilm „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“, der nach der Serie WandaVision spielt, die auch das Darkhold behandelt. Es ist auch in Agents of S.H.I.E.L.D. im Einsatz gewesen. Der Autor des "Bösen Buchs" ist Chthon. Im Comic hier sind Darkhold, Chthon und Wanda Maximoff alias Scarlett Witch miteinander verschmolzen. Im noch nicht lange erhältlichen Band "Scarlet Witch #1" hat der Leser erfahren, dass sie einen Laden eröffnet hat, ein eher biederes Leben führt, bei dem sie Menschen mit ihren Gaben helfen kann, aber dann und wann immer noch als Superheldin Zeit findet, das Böse zu bekämpfen.
Als sie auf Agatha Harkness trifft (die auch in WandaVision eine Rolle spielte), versucht diese Wanda zu überlisten. Doch wie bei den anderen, die das versucht hatten, hatte Wanda sie ausgetrickst und wähnte sich als Siegerin. Eine fatale Fehleinschätzung wie sich herausstellt. Denn da Agatha keinen Zugriff mehr auf das Darkhold hat – es ist schließlich ein Teil von Wanda geworden, den sie verschlossen hat – beabsichtigt sie, selbst ein neues Buch zu erschaffen. Das geht nur mit einem Teil von Chthon, den sich Agatha holt, als sie selbst einen Teil von sich in Wanda während des Angriffs zurückgelassen hat. Klingt ziemlich kompliziert.
Das Buch muss natürlich erst mal mit Energie „befüllt“ werden. Hierbei helfen Kristalle voll Chaosenergie, die diejenigen suggerieren, die ihnen ausgesetzt sind, dass sie sie unbedingt besitzen müssen. Infolgedessen treffen sich diverse Helden, die sich zwar nicht gerade alle zugetan sind, aber eben auf der richtigen Seite stehen und sich nicht unbedingt einander bekämpfen würden. Als erstes trifft es Peter Parker alias Spidey und Logan alias Wolverine. Als Spider-Man ein Artefakt aus eben jenen Kristallen findet, will er dies unbedingt behalten. Das möchte Logan auch. Also bekämpfen sie sich, obwohl zumindest Spidey fühlt, dass irgendwas daran falsch ist. Als Logan gewinnt, verschwindet der. Kurze Zeit später erwischt es Storm von den X-Men und Tony Stark alias Iron Man. In einer Höhle mit Kristallen müssen sie sich unerledigten Ängsten und Schuldgefühlen stellen. In Wahrheit bekämpfen sie sich aber selbst. Als bei diesem Match Storm gewinnt, verschwindet auch diese. Zwischenzeitlich versucht der „Verlierer“ des ersten Superhelden-Kampfes zu ergründen, was da los war. Denn so ergeht es einigen Helden-„Paaren“. Die „Verlierer“ wollen mit Clea Stranges Hilfe unbedingt verhindern, dass Agatha ein zweites Darkhold erschafft und die "Gewinner" der Kämpfe aus ihrem Bann befreien…
• Der Band ist gut gezeichnet. Und obwohl die Story etwas erzwungen wirkt, passt sie außerordentlich gut. Denn irgendeine Ausrede muss es ja schließlich geben, dass sich (Anti)Helden verprügeln um irgendetwas zu gewinnen (was sie eigentlich nicht brauchen). Die grundsätzlich ernsthafte Story wird mit Gastauftritten und „Team“-Kämpfen aufgelockert. So sind die ersten Lacher bei Ben, dem Ding und Johnny Storm, der Fackel, garantiert, die eigentlich nur Schuhe für denjenigen mit den Quadratlatschen kaufen wollen, Johnny sich dann aber auf der Suche nach dem Shop-Eigentümer mit dem Ghost-Rider (und einer Dämonenkatze) auseinandersetzen muss. Ein weiterer skurriler Kampf geht auf Deadpools Kappe, der sich mit Venom in einem Freizeitpark mit Plüschtieren (mit unappetitlichen Inhalt) „vergnügt“. Alles in allem ist der Band trotz seines Umfangs kurzweilig geraten. Die „Kaffeeklatsch“-Atmosphäre von "Scarlet Witch #1" und dem Prolog im vorliegenden Band sind fast vergessen. Für mich funktioniert Scarlet Witch entweder nur als Teammitglied oder im Kampf mit ihren inneren Dämonen. Weil hier auch andere Teammitglieder gleichberechtigt große Auftritte hatten, war das schon ein Lesevergnügen.
Neueinsteiger können den Band lesen, da alles erklärt wird. Mehr Spaß hat mir persönlich der Band aber deswegen gemacht, weil ich fast alle Helden oder Antagonisten und deren Probleme zumindest in groben Zügen schon kannte. Der Band ist abgeschlossen, ermöglicht aber weitere Handlungsstränge.
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