"Robinson Crusoe" von Daniel Defoe, veröffentlicht im Jahr 1719, gilt als einer der ersten Romane der englischen Literatur. Die Handlung folgt dem Schicksal des Protagonisten Robinson Crusoe, der nach einem schiffsunglück auf einer unbewohnten Insel strandet. Defoes meisterhafter Erzählstil verbindet realistische Beschreibungen von Natur und Überlebensfähigkeiten mit tiefgründigen Reflexionen über Zivilisation, Selbstgenügsamkeit und den menschlichen Geist. Der Roman ist nicht nur ein Abenteuerbericht, sondern auch eine philosophische Auseinandersetzung mit Isolation und Identität, eingebettet in den Kontext der Aufklärung, der den Wert von Individualität und empirischer Erfahrung betont. Daniel Defoe, ein vielseitiger Schriftsteller, Journalist und Sozialkritiker des 18. Jahrhunderts, war stark beeinflusst von seinen eigenen Reisen und Erfahrungen. Seine Beobachtungen über die Gesellschaft und die menschliche Natur flossen in "Robinson Crusoe" ein. Defoe selbst durchlebte zahlreiche Abenteuer, teils als Kaufmann, teils als politischer Aktivist. Diese facettenreiche Lebensgeschichte ermöglicht es ihm, ein authentisches und glaubwürdiges Bild des Überlebens und der Selbstfindung zu zeichnen. Dieses zeitlose Werk ist nicht nur ein fesselnder Abenteuerroman, sondern auch eine tiefgehende Untersuchung der menschlichen Psyche und Gesellschaftsstrukturen. Leser, die an Themen wie Isolation, Selbstgenügsamkeit und der Suche nach Identität interessiert sind, werden in Defoes brillanter Prosa und dem eindringlichen Schicksal des Crusoe gefesselt sein. "Robinson Crusoe" ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Weltliteratur, der auch heute noch zum Nachdenken anregt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
02.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Bestellung Robinson Crusoe
Möchte mich vor allem für die professionelle Verpackung meiner Bestellungen bedanken.Bleibe Ihr Kunde und freue mich auf weiteres Stöbern in Ihrer Bibliothek.
Stefan Heidsiek
aus Darmstadt
4/5
01.03.2012
Buch (Taschenbuch)
Eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur
Robinson Crusoe ist Bildungs- und Entwicklungsroman zugleich, vereint die unterschiedlichen Formen der zeitgenössischen Literatur wie Abenteuerroman, Reisebericht, Utopie, Bekehrungsliteratur und Seelentagebuch zu einem für damalige Zeit völlig neuem Ganzen. Besonders bei jüngeren Generationen genießt das Buch eine große Beliebtheit, in dessen Vorwort sich Defoe nur als Herausgeber präsentiert, um Anspruch auf die Authentizität des Geschilderten zu erheben und den Roman explizit von der bis dato üblichen Form der fiktiven Romanze abzugrenzen. Anhand verschiedenster Quellen lässt sich die Geschichte auf das wahre Leben des schottischen Seefahrers Alexander Selkirk zurückführen, der über vier Jahre lang einsam auf der Pazifikinsel Juan Fernandez lebte und somit wohl als Vorbild für Robinson diente. Diese Authentizitätsfiktion hat sich seit diesem Werk zu einem entscheidenden Merkmal des Romans entwickelt.
Die vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen auf der Insel, welche durch 28 Jahre führen, offenbaren dem Leser die seelische Wandlung und den Reifeprozess des Hauptprotagonisten Robinson. Im autobiographischen Stil verfolgt man den Weg dieses romantischen und risikofreudigen jungen Mannes, welcher der behütenden Geborgenheit des Elternhauses und einer bürgerlichen Laufbahn entfliehen will und durch diese Entscheidung unglücklicherweise in die Isolation und Einsamkeit einer Insel getrieben wird. Heraus kommt ein nüchterner, von Pragmatismus geprägter Mensch, der inmitten einer martialischen und spartanischen Welt bei seinem Kampf ums Überleben gleichsam das so lang gesuchte Glück findet. Gut möglich, dass Defoe, der mit einiger Bitternis auf seine missratene Karriere zurückblickte, sich absichtlich einen Helden schuf, mit dem er auf einer fernen Insel von neuem und unter freieren Bedingungen beginnen konnte.
Darüber hinaus versteckt sich hinter dem Roman eine gut versteckte Gesellschaftskritik, wirft grundlegende Fragen des Menschen und der Zivilisation auf. Kann ein Mensch auf Dauer alleine leben? Was braucht der Mensch wirklich, um überleben zu können? Was macht den Menschen aus und wofür ist er geschaffen? Diese Fragen verleihen dem Roman eine große Dynamik. Sie regen zum Philosophieren und Nachdenken an. In seine Abenteuergeschichte flocht Defoe vielerlei weitere Motive ein, die zur allgemeinen Attraktivität beitragen. Die Ambivalenz von Mensch und Natur, Erziehung und Politik, Wissen und Bildung, aber auch Spiritualität und Romantik. Bestimmte Arbeitsprozesse und Kompetenzen werden von Defoe minutiös beschrieben. Der "Bau" einer kleinen Festung, das Anbauen von Getreide, die Ziegenzucht, die Herstellung von Kleidern. Arbeiten, die den Menschen am Ursprung zeigen und dem Autor, muss es ein großes Anliegen gewesen sein, dass man sie nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt führt Robinson Crusoe als zentrales Thema vor Augen, dass der Mensch mithilfe von Gottvertrauen, Ausdauer, Tat- und Willenskraft, die Widerstände der Natur überwinden kann.
Bis heute bleibt dieses Werk ein lesenswerter Klassiker, der auch in der zweiten, sich in Europa abspielenden Hälfte des Romans, nichts von seiner Faszination verliert, und trotz manch langatmiger Passage durch seine berührende Tiefe längerfristig im Gedächtnis haften bleibt. Das haben bereits damals Autoren wie Jules Verne und Robert Louis Stevenson erkannt, welche sich von Defoe stark inspirieren ließen.
Insgesamt ist Robinson Crusoe ein Meilenstein in der Geschichte der Literatur, der mich nachhaltig beeindruckt und nachdenklich gemacht hat.
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