In "David Copperfield" entführt uns Charles Dickens in die facettenreiche Welt des viktorianischen England, in der der junge David auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft zahlreiche Widrigkeiten und Umwege durchlebt. Dieser autobiografisch geprägte Roman, der im Jahr 1850 veröffentlicht wurde, zeichnet sich durch seinen lebhaften Erzählstil und die detaillierte Charakterisierung aus. Dickens' meisterhafte Darstellung sozialer Ungerechtigkeiten und menschlicher Schwächen verweist auf die Herausforderungen, mit denen viele Menschen seiner Zeit konfrontiert waren. Die Mischung aus Humor, Melancholie und scharfer Gesellschaftskritik schafft ein eindringliches Bild der Epoche und verleiht dem Erzählten eine zeitlose Relevanz. Charles Dickens, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, war geprägt von den harten Realitäten seiner Kindheit, die ihm die sozialen Missstände seiner Zeit nachhaltig vor Augen führten. Unter dem Einfluss seiner eigenen Erfahrungen und seiner tiefen Empathie für die Unterschicht entblättert Dickens in "David Copperfield" seine reichhaltige Vorstellungskraft und sein untrügliches Gespür für menschliche Emotionen und soziale Dynamiken, die auch seinen persönlichen Werdegang als Schriftsteller prägten. Dieses Buch ist mehr als nur ein Coming-of-Age-Roman; es ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Identität, Zugehörigkeit und dem unermüdlichen Streben nach Glück. Leserinnen und Leser, die sich für tiefgründige Charakterstudien und historische Kontexte interessieren, werden in Dickens' Werk eine anregende Leidenschaft entdecken, die sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Tintenwelten
4/5
20.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Schafft es trotz Längen den Leser in seinen Bann zu ziehen
David Copperfield wird zur Zeit der Industrialisierung geboren. Von diesem Tag an beschreibt er ausführlich und sehr detailliert seinen Lebens- und Leidensweg. Denn als Halbwaise hat er es schon von Beginn an nicht leicht. Harsche Erziehungsmethoden stehen auf der Tagesordnung, dämonisch anmutende Lehrer kreuzen seinen Weg.
Im Verlauf der Geschichte lernen wir eine Vielzahl von Charakteren kennen, die sein Leben prägen und beeinflussen. Er ist gesegnet mit einer Menge Menschen, denen er wichtig ist, trifft aber natürlich auch auf den ein oder anderen Schurken, allen voran seinen Gegenspieler Uriah Heep. Es werden einige Handlungsstränge um Familie, Freunde oder Bekannte gesponnen. Doch am Ende wird jeder irgendwie abgeschlossen und damit aufgeworfene Fragen zufriedenstellend beantwortet.
David Copperfield blickt als älterer Mann auf sein Leben zurück, spricht dabei über Höhen und Tiefen, über ernste und traurige Themen, aber auch über Freundschaft, Liebe und Vertrauen. Dabei kommt es auch zu humorvollen Szenen oder Formulierungen. Dennoch muss ich sagen, dass seine Ausschweifungen teilweise ein wenig langatmig daher kommen. Ich kann jedoch nicht abstreiten, dass er ein ereignisreiches und besonders in seiner Kindheit ziemlich schweres und ungerechtes Leben geführt hat. Erst mit zunehmendem Alter stellt sich der gewünschte Erfolg ein und er findet seinen Platz. Trotz der Längen fiebert man doch mit und fühlt sich in das Zeitalter der Industrialisierung zurückversetzt. Dazu trägt bestimmt auch der altertümliche und authentische Schreibstil bei. Immerhin stammt das Buch aus den Jahren 1849/1850. Charles Dickens selber bezeichnete diesen autobiographisch geprägten Bildungsroman als seinen „Lieblingsroman“.
„David Copperfield“ besticht durch seine komplexen Charaktere und den liebenswerten Protagonisten. Trotz über 1000 Seiten Text versteht es der Autor den Leser in seinen Bann zu ziehen.
Callisto
4/5
29.03.2012
Buch (Taschenbuch)
Circa 15-30 Jahre begleitet…
Circa 15-30 Jahre begleitet der Leser David durch die Höhen und Tiefen der Kindheit und Jugend. Man ist dabei, als David sich verliebt und um seine Angebetete wirbt. Ein durchaus abwechslungsreiches Leben, das in längeren Episoden auszugsweise ausführlich beschrieben wird, um sich nach größeren Zeitsprüngen dem nächsten Lebensabschnitt zu widmen. Der Leser begleitet David und seine Freunde und Bekannte durch kleine und große Katastrophen und Skandale und begegnet dabei vielen Charakteren, die zum literarischen Allgemeingut geworden sind wie Mr. Wilkins Micawber, Uriah Heep, Dora Spenlow (Davie und Dora begegnen einem z. Bsp. Als Zwillinge in der Anne of Green Gables Reihe wieder) und vielen mehr. Die große Stärke des Autors alles detailreich und lebensnah zu beschreiben, ist leider auch seine größte Schwäche. Einerseits ist das Leben Davids sehr detailreich und spannend beschrieben. Der Autor verarbeitet dabei eigene Jugenderlebnisse. Andererseits weiß man als Leser, dass jeder Figur (teils krampfhaft) eine Funktion und Aufgabe zugewiesen ist, was die Geschichte teilweise sehr berechenbar macht und ist damit weiterhin in der erzählerischen Tradition eines Walter Scott, bei dem auch klar ist, dass sich irgendwann alle Handlungsstränge verknüpfen werden und jede Person auch ihre Rolle zu spielen hat. Die Vorausblicke des Autors, in denen er kommende Katastrophen andeutet, wohl im Wunsche damit Spannung zu erzeugen, machen die Handlung für den heutigen Leser einfach nur vorhersehbar und töten oft jedes bisschen Spannung. Teilweise kommen einige der Erklärungen regelrecht mit dem Holzhammer daher, falls sie jemand tatsächlich überlesen haben sollte. Streckenweise plätschert die Handlung dann wieder recht idyllisch vor sich hin und man kann das Buch ohne Reue eine Weile zur Seite legen. Was einen jedoch letztendlich bei der Stange hält sind die Figuren, die Dickens geschaffen hat. Die Personen haben ihre Ecken und Kanten, sie sind schrullig, unbeholfen oder böse, ohne dabei jedoch archetypisch zu werden. Eine moderne Frau wird Dora wohl hassen, Dora wird ihr unglaublich auf die Nerven gehen, aber das ist die Kunst, Dora ist einem nicht egal. Aber auch das ist typisch Dickens, er greift zeitlose Probleme auf, die auch heute, 200 Jahre später noch immer genauso aktuell sind. David hat in Agnes die perfekte Partnerin, die beste Freundin, heiratet aber ein dummes Püppchen, so dass er letztendlich beide Frauen weiterhin hat, die eine als Gattin, die andere als Beraterin. Der Klassiker eben, eine kluge, unkomplizierte Frau landet auch heute auf der Kumpelschiene, während das dumme Püppchen als Ehefrau Einzug hält. Man merkt durchaus, dass dieser Roman, wie auch die anderen Romane von Dickens, als Fortsetzungsgeschichten erschien, denn die Lieferungen funktionieren auch soweit für sich alleine und haben genug Situationskomik, dass man sie auch außer der Reihe lesen und genießen konnte, ohne den ganzen Roman lesen zu müssen. Viele Szenen sind einfach nur für sich alleine witzig und unterhaltsam. Zum Übersetzer Gustav Meyrink: Gustav Meyrink (1868-1932), war zu seiner Zeit selbst ein sehr bekannter Schriftsteller und sein Roman Der Golem ist auch heute noch ein Klassiker. Es spricht für sich, dass diese Übersetzung auch heute noch weiterhin gedruckt und verwendet wird. Fazit: Ein Klassiker und das zu Recht. Aber kein Buch, das einen vor Begeisterung mitreißt. Sprachlich wunderbar, voller skurriler Gestalten und Situationskomik, dennoch meist vorhersehbar mit deutlichen Längen.
Bewertung
3/5
01.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein Klassiker
David Copperfield soll ja sehr stark autobiografisch sein. Leider liest es sich auch ein wenig langatmig, ohne größere Ereignisse tröpfelt die Handlung auf über 800 Seiten vor sich hin. Man kann es lesen, hat aber umgekehrt auch nicht viel versäumt wenn man sich die Zeit dafür nicht nimmt.
Bewertung
1/5
20.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Teures Mängelexemplar
Man mag von der Neuübersetzung sowie dem eigentlichen Inhalt des Romas halten was man will, darum geht es mir hier nicht. Aber um was es mir geht, ist die Frechheit, in welch miserablen Zustand dieses Buch erschienen ist! Ich störe mich nicht etwa an fehlenden oder verwechselten Wörtern in dem hier erschienen Text. (z.B. wo ein „aus“ stehen sollte ein „auf“ steht, etc.) Sondern daran, dass sich ganze Absätze wiederholen (so geschehen auf Seite 325-326, etc.) und wenn dann darin sogar nur ein Wort verändert erscheint, denke ich mir doch, dass die Übersetzerin ihren Computer die ganze Arbeit machen ließ bzw. nicht richtig gelöscht hat. Doch frage ich mich, wie sowas in den fertigen Druck geraten kann? Schlimm auch, dass dies dem Lektorat eines renommierten Verlags wie Rowohlt nicht aufgefallen ist. Ging es hier mal wieder nur um „schnelles Geld“?
Wie gesagt, nichts gegen kleine Fehler im Text. Aber bei einer Ausgabe, bei der wir Leser bereit sind, 45,00 € zu bezahlen, kann und darf so etwas nicht passieren.
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