Der Großinquisitor
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Sprache:Deutsch
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Verlag:Officina Ludi Schöne Drucke & Bücher
27,50 €
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Altersempfehlung
ab 16 Jahr(e)
Erscheinungsdatum
06.11.2023
Abbildungen
25, aquarellierte Federzeichnungen
Illustriert von
Rainer Ehrt
Verlag
Officina Ludi Schöne Drucke & BücherSeitenzahl
56
Maße (L/B/H)
28/18,8/1,2 cm
Gewicht
400 g
Farbe
Cognac / Beige
Auflage
1
Übersetzt von
Swetlana Geier
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-946257-09-7
Dieser faszinierende Text ist im vergangenen Jahrhundert schon mehrfach in eigenständigen illustrierten Ausgaben erschienen, bezeichnenderweise fast ausschließlich kurz nach den beiden Weltkriegen, also in Zeiten des Umbruchs und Neuanfangs. Auch gegenwärtig ist wieder von einer „Zeitenwende“ die Rede, und wir lesen Dostojewskis Erzählung, die in der Inquisitionszeit des 15. Jahrhunderts spielt, mit ganz neuem Verständnis und stellen mit Staunen fest, wie modern
und aktuell dieser Text gerade heute wieder ist. Wie kann es nur sein, so fragen wir uns verwundert, dass in Teilen der Welt immer wieder Autokraten und Diktatoren an die Macht gekommen sind (nicht selten sogar durch freie Wahlen), denen die Massen trotz der offensichtlichen Lügen ihrer Herrscher zujubeln? Ist denn die von uns so hoch geschätzte „Freiheit“ kein so hohes Gut, das man um jeden Preis verteidigen müsste? Dostojewskis Großinquisitor gibt die zynische Antwort: „Nichts ist für den Menschen so verführerisch wie die Freiheit seines Gewissens, aber es gibt auch nichts, was ihn mehr plagt.“ Und an anderer Stelle heißt es über das Volk: „Wir werden sie davon überzeugen, dass sie nur dann ihre Freiheit erlangen, wenn sie auf ihre Freiheit zu unseren Gunsten verzichten und sich uns anheimgeben ... Sie werden ängstlich werden, sie werden an uns hängen und sich bange an uns drängen wie Küken an die Glucke. Sie werden uns bewundern und fürchten und auf uns stolz sein, weil wir so mächtig und so klug sind, dass wir eine versprengte, ungebändigte Herde von tausend Millionen Köpfen bändigen können.“ Dostojewskis Parabel knüpft an den Satz Rousseaus an: „Der Mensch ist frei geboren, doch findet er sich immer in Ketten wieder“ - unter diesem Vorzeichen hat Rainer Ehrt die Erzählung mit seinen doppelbödigen und unverwechselbar ironischen Federzeichnungen illustriert, mit Bildmetaphern und detailreichen doppelseitigen Tableaus, vielleicht auch als Anregung für jüngere Leser, einen Zugang zu diesem beim ersten Lesen vielleicht etwas sperrigen Text zu finden.
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