Eine literarische Gothic Novel für das 21. Jahrhundert – verfilmt unter dem Titel »September & July«
Die Schwestern Juli und September sind unzertrennlich: Sie teilen sich einen Geburtstag, ein Handy, ein Bett. Doch als Juli sich für einen Jungen aus der Schule interessiert, gerät die eigene kleine Welt der Schwestern ins Wanken. Was geschah damals auf dem Tennisplatz der Schule, im strömenden Regen? Was haben Juli und September getan, dass ihre Mutter nicht mehr mit ihnen spricht? Juli weiß nur, dass sie deswegen hier sind, in dem einsamen, verfallenen Cottage an der englischen Küste. Während das Haus sich unter dem Gewicht von Zorn und Trauer zunehmend auflöst, erinnert sich Juli plötzlich an ein schreckliches Versprechen…
Andeutungsreich und psychologisch meisterhaft erschafft Daisy Johnson ein klaustrophobisches häusliches Setting und zeigt, wie schnell Liebe in Grausamkeit umschlagen kann.
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Harte Kost und äußerst düster
Barbaras Bücherbox aus Niederbayern am 15.10.2024
Bewertungsnummer: 2317410
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nach dem gewissen „Vorfall“ an ihrer Schule, ziehen die Schwestern September und Juli mit ihrer Mutter in das Haus ihrer Schwägerin. Das Verhältnis zu ihrer Mutter, die unter schweren Depressionen leidet, ist schwierig, das zwischen den Schwestern dafür umso tiefer. Beide trennen nur weniger als ein Jahr – alles andere teilen sie sich.
Doch irgendetwas stimmt nicht. Etwas Dunkles hängt über dem Haus, die Vergangenheit ist rätselhaft und die Beziehung zwischen September und Juli spitzt sich zu, wird beinah verletzend – und doch sind sie ihr ein und alles.
Das Buch ist schwer und düster, die Figuren allesamt traurig und die Beziehungen zueinander schwierig. Wir begleiten die kleine Familie abwechselnd aus Julis Sicht und der ihrer Mutter erzählt. Dabei bleiben die Figuren lange Zeit schwer greifbar, nur wenig wird ausgesprochen und auch, wenn man eine gewisse Ahnung hat, bleibt die Geschichte bis zum Ende rätselhaft. Was ist auf dem Tennisplatz passiert, so dass die Familie die Stadt verlassen musste? Warum spricht niemand darüber, weder die Kinder noch die Mutter? Warum ist die Mutter so kalt gegenüber den Töchtern? Die Fragen werden langsam, aber nicht vollkommen ausführlich beantwortet, auch am Ende bleibt noch einiges unklar.
Anfangs dachte ich, die Töchter wären um einiges jünger, als sie es tatsächlich sind. Ich denke, sie müssen um die 16 Jahre alt sein, doch das kindliche Verhalten beider ließ sie lange zehn Jahre alt in meinem Kopf bleiben. Besonders Juli wirkt sehr naiv und steht stark unter dem Einfluss ihrer kaum älteren Schwester. Und diese liebt die Macht, die sie über Juli hat.
»September sagt, halt die Luft an. Halt sie für immer an. Halt sie sechzehn Jahre lang an. September sagt, leg dich auf den Kaminrost, damit ich mit dir Feuer machen kann. September sagt, da hast du ein Messer. Schneid dir ein Loch in den Bauch, damit ich in der leben kann.« (S175)
Der Schreibstil ist wundervoll, die Erzählart düster und erdrückend und viel mehr, als „nur“ ein Schauerroman (was keineswegs abwertend für Schauerromane gemeint ist, ich liebe sie schließlich). Doch selbst für meinen Geschmack, bleiben zu viele Fragen offen. Was ist mit John passiert, wohin ist er verschwunden? War das, was September getan hat, geplant? Wenn ja, wie viel davon?
Man muss mit einigem unbeantwortet leben können, trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch – für Freunde dunkler Geschichten.
Kryptisch
Blaxy87 aus Hannover am 03.08.2024
Bewertungsnummer: 2259027
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Uff.
Das beschreibt so ziemlich meinen Eindruck des Schreibstils von "Die Schwestern" und wird auch stets meine erste Assoziation zu dem Buch bleiben.
Nein, nicht abgeschreckt sein! Wenn man allerdings sonst gewöhnliche Belletristik liest, wird man hier erstmal ins kalte Wasser geworfen und muss sich zunächst ein wenig zurecht finden.
Man findet keine wörtliche Rede, Autorin Daisy Johnson hält alles recht kryptisch, man hat das Gefühl nur die Gedanken einer der Schwestern zu lesen, bis sich im zweiten Teil auch die Mutter der beiden äußert und schon ein wenig mehr preisgibt..
Doch ist das alles irgendwie doch fesselnd; man gewöhnt sich dran und hat dann auch keine Probleme der Geschichte zu folgen. Auch, wenn der Inhalt sich nicht so leicht offenbaren lässt.
Der Inhalt..
..viel und wenig. So gegensätzlich wie die beiden Schwestern September und Juli. Die eine roh, fast wild, besitzergreifend. Die andere lieb, folgsam, die Sympathieträgerin. Sie sind wortwörtlich ein Herz und eine Seele.
Und dann geschieht etwas, und die Familie zieht in ein verlassenes Haus an die Küste.
Dieses "Etwas", was Geschehen ist - was die Familie zum Umzug bewegte, weshalb die Mutter kaum ein Wort spricht.. Dieses Etwas, das wird erst spät im Buch offenbart, ist aber auch neben der aktuellen Handlung der rote Faden.
Man merkt schnell, dass etwas nicht stimmt. Das Verhalten aller ist seltsam, unberechenbar, schon fast widersprüchlich.
Ich hatte relativ schnell eine Ahnung, war mir aber nicht ganz sicher was und wie genau.. und wurde am Schluss der 190 Seiten nochmal überrumpelt.
"Die Schwestern" ist ein starker Roman, wenn man sich denn darauf einlässt. Anders, nachdenklich machend und hallt nach.
Meinung aus der Buchhandlung
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Eine einzigartige Geschichte, die definitiv im Gedächtnis bleibt
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mich auf unerwartete Weise überrascht – ganz anders, als es der Klappentext zunächst vermuten ließ. Die Geschichte hat mich tief berührt und vollkommen in ihren Bann gezogen.
Trotz der wenigen Seiten ist die Handlung erstaunlich tiefgründig und emotional. Besonders beeindruckt haben mich die Charaktere, einfach weil sie so zerbrechlich und echt gewirkt haben.
Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es bleibt bewusst offen und lässt viel Raum für eigene Interpretationen.
Eine klare Leseempfehlung von
mir!
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