Produktbild: Ein völlig anderes Leben

Ein völlig anderes Leben Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

18063

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2024

Verlag

Goldmann

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

18,3/12,7/3,5 cm

Gewicht

313 g

Farbe

Lichtgrau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-49530-6

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

18063

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2024

Verlag

Goldmann

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

18,3/12,7/3,5 cm

Gewicht

313 g

Farbe

Lichtgrau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-49530-6

Herstelleradresse

Goldmann TB
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

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  • Lesenswege

    4/5

    02.07.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Spurensuche 30 Jahre nach der deutschen Einheit

    In Lisa Quentins Roman geht es um Zwangsadoptionen in der DDR. Die Handlung ist aus den Perspektiven einer betroffenen Tochter und einer betroffenen Mutter erzählt. Nachdem Jules Mutter in Hamburg gestorben ist, findet Jule beim Auflösen der Wohnung zufällig heraus, dass sie ein Adoptivkind ist. Natürlich fragt sie sich, warum Anne, ihre jetzt verstorbene Mutter, darüber nie mit ihr gesprochen hat, wie auch über vieles andere aus ihrer Vergangenheit nicht. Ganz im Gegenteil, Anne hat vollkommen dichtgemacht und war tagelang weder ansprechbar noch handlungsfähig, wenn Jule ihr Fragen stellte. Könnte hier vielleicht die Ursache dafür zu finden sein, warum sie - Jule - schon immer Schwierigkeiten mit Menschen hat? Gedrängt von ihrer einzigen Freundin begibt sie sich, wenn auch zunächst widerwillig, auf die Suche nach der Wahrheit. In einem kleinen Ort bei Rostock lebt Eva. In den achtziger Jahren verbüßte sie eine Haftstrafe wegen versuchter Republikflucht. Damals wurde ihr die in Haft geborene Tochter genommen. In Unkenntnis hatte sie die Einverständniserklärung zur Adoptionsfreigabe unterschrieben. Nach ihrer Entlassung stand sie vor vollendeten Tatsachen, ihre Tochter war unerreichbar für sie. Nach der Abwicklung der DDR versucht sie erneut, ihre Tochter zu finden, stößt aber noch immer auf unüberwindbaren Widerstand. Ab hier Spoiler Ich habe den Roman über das mich zugleich berührende und empörende Thema gerne gelesen, hatte aber durchaus Schwierigkeiten mit den Figuren. Vor allem Jule hat es mir nicht leicht gemacht, sie zu mögen, weil ihr Verhalten für mich viele Fragen aufwirft. Warum hat sie niemandem von Ankes Tod erzählt und sie ganz alleine beerdigt? Warum stößt sie jede Person vor den Kopf, die ihr näher kommt und bricht den Kontakt ab, sobald jemand Interesse an ihr zeigt? Warum kann oder will sie keine Verbindlichkeiten eingehen? Auch Eva, die sie nach erstaunlich kurzer Suche findet, begegnet sie abweisend und mit unausgesprochener Anklage. Über ihr Leben in der Adoptivfamilie und über Anke, über Ankes Tod kurz zuvor erzählt sie ihr nichts. Warum fertigt sie Eva so ab? Was hat sie erwartet? Jule wirkt in ihren nicht vorhandenen Problemlösungskompetenzen auf mich sehr unerwachsen, und das erstaunt mich, da sie bereits als Grundschulkind das Leben mit einer depressiven Mutter meistern musste, viele Umzüge erlebte und die damit verbundene immer neue Entwurzelung erlitt. An keiner Stelle nimmt sie ihr Leben in die eigene Hand oder trifft bewusste, auf Überlegungen basierende Entscheidungen, sondern lässt sich treiben. Es wirkt beinahe so, als ob Anke ihre Depressionen an sie weitergegeben hat. Bei Jules Biografie hätte ich ein gewisses Maß an Resilienz erwartet, stattdessen versinkt sie in Selbstmitleid und Alkohol. Die Figur der Eva ist für mich leichter zugänglich. Ihre Motivation und Vorgehensweisen erscheinen mir schlüssiger und besser nachvollziehbar als Jules Art. Sie schöpft alle Suchoptionen nach ihrer Tochter aus, sobald sie nach 1990 die Möglichkeit hat. Ausgebremst wird sie, als klar wird, dass sie aufgrund ihrer damaligen Unterschrift nur darauf hoffen kann, dass die Tochter ebenfalls nach ihr sucht. Eva ist eine erstaunlich klar und analytisch denkende Frau, die unsagbar Furchtbares erlebt und erlitten hat, der es aber trotz aller Tragik dennoch gelingt, ihrem Leben Struktur zu geben und gesellschaftsfähig zu sein, wenn auch auf völlig andere Weise, als sie es sich als junge Frau erträumt hatte. Ich würde nicht so weit gehen, sie als glücklich zu bezeichnen, aber sie kommt klar. Beide Frauen suchen ihre Mutter respektive ihre Tochter und scheitern bei den zuständigen Sachbearbeitern an einem Vermerk, der auf den Entscheidungen eines nicht mehr existierenden Staates beruht. Ich frage mich, warum weder Mutter noch Tochter die Hilfe eines Anwalts in Anspruch genommen haben. Spoiler Ende Obwohl ich meine Probleme mit der Charakterzeichnung einer der Protagonistinnen habe, gefiel mir dieses Buch außerordentlich gut. Zwangsadoptionen haben in der DDR in unvorstellbar hoher Zahl stattgefunden (dazu gibt es Informationen im Anhang, Stand 2021), nur sehr wenige konnten bislang aufgeklärt werden, und es steht zu befürchten, dass die Aufklärung in den allermeisten Fällen nicht gelingen wird. Im Internet kann man dazu sehr viel nachlesen und dabei wird auch klar, wie schwierig die Gesetzeslage dazu auch heute, mehr als 30 Jahre nach der Einheit, noch immer ist. Gleichzeitig fragt der Roman nach der Bedeutung von Herkunft und Heimat. Mir kam beim Lesen immer wieder die Frage nach dem ererbten Trauma in den Sinn. Wessen Trauma hat Jule geerbt? Anke, die Adoptivmutter, hatte ihre ganz eigenen Probleme, und vielleicht ist der Roman an dieser Stelle damit auch etwas überfrachtet. Die Lektüre lässt mich sehr nachdenklich zurück.

  • Bewertung

    5/5

    04.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt...

    Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Jule, dass sie adoptiert wurde. Eine schwierige Suche nach ihrer Herkunft beginnt. Ich wusste bisher nichts von den Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR und habe den Roman mit Entsetzen und großem Interesse gelesen. Leseempfehlung von mir!

  • Bewertung

    5/5

    13.06.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein völlig anderes Leben

    Jule findet bei der Wohungsauflösung ihrer verstorbenen Mutter Anke Unterlagen, dass sie adoptiert wurde, zunächst ein Schock für sie. Sie fängt an sich zu erinnern, die vielen Umzüge mit ihrer Mutter, als erstes in den Westen. Dann war da ja noch Vater Georg und ihre ältere Schwester Marlene, was ist aus den beiden geworden? Jule`s Fragen an ihre Mutter, ist diese immer ausgewichen und so richtig nah war sie ihrer Mutter nie. Doch jetzt beginnt sie mit 32 Jahren und mit Hilfe ihrer Freundin ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Die Autorin erzählt ergreifend von Adoptionen in der DDR, bei denen Kindern den leiblichen Eltern weggenommen wurden. Mich hat diese Geschichte sehr berührt und beeindruckt. Meine absolute Leseempfehlung, wer an Zeitgeschichte mit einem vernachlässigten Thema interessiert ist !!!

  • Bewertung

    aus Cleebronn

    5/5

    04.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein völlig anderes Leben

    "Ein völlig anderes Leben" ist der Debütroman von Lisa Quentin Als Jules Mutter an Krebs stirbt steht sie plötzlich alleine da, sie hat niemanden mehr. Bei der Wohnunhsauflösung ihrer Mutter findet Sie Adoptionsunterlagen. Jetzt ist ihr klar, weshalb Sie sich Ihrer Mutter nie nah gefüllt hat. Eva, Jules leibliche Mutter hat ihre Tochter ihr Leben lang vermisst und auch nicht freiwillig zur Adoption freigegeben. Ein Stück Deutsche Geschichte, was mir vorher nicht so bekannt war, mich aber sehr beschäftigt hat. Lisa Quentin sorgt mit Ihrem Roman dafür, dass dieses dunkle Kapitel der DDR Geschichte nicht vergessen wird. Ein sehr gelungener Roman, der zum Nachdenken bewegt!

  • sunshine-500

    aus 55597

    5/5

    20.03.2022

    eBook (ePUB)

    Jules Vergangenheit liegt in der DDR

    „Ein völlig anderes Leben“ von Lisa Quentin erschien am 14.03.2022 im Verlag Goldmann. Jule findet bei der Wohnungsauflösung ihrer verstorbenen Mutter Unterlagen, dass sie adoptiert ist, ein Schock für sie. Sie fängt an ihre Vergangenheit zu reflektieren, einiges kommt hoch aus ihrer Kindheit. Die vielen Umzüge, als erstes in den Westen, der Kontaktabbruch mit ihrem Vater und da war auch noch eine große Schwester. Ihre Mutter ist ihren Fragen immer ausgewichen. Nun beginnt sie mit Hilfe ihrer Freundin ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Dabei ahnt sie nicht, welche Dinge an Licht kommen sollen. Lisa Quentin erzählt ergreifend, ohne zu übertreiben, von Adoptionen in der DDR bei denen Kinder den leiblichen Eltern weggenommen wurden. Einer dunklen Seite der DDR-Vergangenheit, die viel Leid über Menschen gebracht hat. Sie bedient sich dabei des Stilmittels der wechselnden Ich – Erzählperspektiven. Der Leser* in kann so in die Vergangenheit durch Jules leibliche Mutter blicken, die Rückblicke lassen einem sprachlos werden. Detailliert werden Gefühle und Gedanken aufgezeigt, die alle sehr realistisch dargestellt werden. Mich konnte die Geschichte berühren und tief beeindrucken. Ich bin wie die Autorin in der Nähe der ehemaligen DDR aufgewachsen und wusste ebenfalls sehr wenig über deren teilweise diktatorischen Strukturen. Die Geschichte über die dunkle Vergangenheit überzeugt durch gute Recherche. Wer an Zeitgeschichte, einem vernachlässigtem Thema interessiert ist, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.

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Bewertungen (15)

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