Rezension
»Die neue Kapitalismusgeschichte, die mit der Finanzkrise seit 2008 Fahrt aufgenommen hat, möchte die Geschichte dieser Wirtschaftsordnung anders erzählen: den Blick für deren Verlierer:innen schärfen, gängige Narrative und angebliche Zwangsläufigkeiten dekonstruieren, alternative Entwicklungslinien sichtbar machen. Felix Krämer tut dies, indem er in der Reihe ›Strukturwandel des Eigentums‹ die Geschichte der USA vom Bürgerkrieg bis in die Gegenwart als eine Geschichte von Schulden und Verschuldung erzählt, die er als ökonomische Machtinstrumente deutet. (…) Historiker:innen, Soziolog:innen und Politikwissenschaftler:innen mit Interesse für die neue Kapitalismusgeschichte, die Geschichte des ›racial capitalism‹ und die Sozialgeschichte der USA sollten es deshalb unbedingt lesen. Die klare Unterteilung der in sich abgeschlossenen Kapitel, die gedankliche Stringenz und die Tiefe der methodischen Reflexion machen es auch für die Arbeit mit Studierenden im Seminar zu einer empfehlenswerten Grundlage.« Korinna Schönhärl, Archiv für Sozialgeschichte, (online) 66, 2026
»Krämers Studie leistet einen wichtigen Dienst, die gegenwärtige amerikanische Erfahrung von finanzieller Ungleichheit und Schuldendifferenz historisch zu perspektivieren.« Jan Logemann, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (VSWG), 12.2025
»Felix Krämer hat sich in seiner Analyse des Lebens mit Schulden auf die USA konzentriert. Er liefert eindringliche Belege dafür, dass seit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs in den USA insbesondere Schwarze, Frauen, die Arbeiterklasse und Migrant/innen höheren Kreditrisiken oder untragbaren Kreditkonditionen ausgesetzt waren und sind. Mit seinem Fokus auf Prekarisierung durch Verschuldung füllt das Buch ein Kapitel in der neuen Kapitalismusgeschichte. [...] Ein spannendes Buch mit vielen Einblicken in die amerikanische Geschichte« Dieter Korczak, socialnet.de, 30.05.2025
»Felix Krämer gelingt es in seiner Studie, die ›Verschuldung als rote[n] Faden der US-Kapitalismusgeschichte‹ (...) sichtbar zu machen. (...)
Die Studie besticht durch ihre Kombination aus empirischen Fallanalysen und theoretischen Reflexionen. Besonders hervorzuheben sind zwei Aspekte: Körper und Konflikt. (....) Felix Krämer hat eine vorzügliche Studie vorgelegt, die ebenso anschaulich wie theoretisch versiert zeigt, welches heuristische Potential Geschichten von Schulden und Verschuldung haben.« Matthias Ruoss, H-Soz-Kult, 19.12.2024