Hier kommt der Chat mit den Frauen, die aus der Bibel gestrichen wurden
Klara hat die Schnauze voll. Ihre Arbeit als Redakteurin eines sogenannten Frauenmagazins, der allgegenwärtige Sexismus des Chefredakteurs, die Erwartungen ihres Boyfriends und die miserable Situation von Frauen überall auf der Welt bringen sie an den Rand eines feministischen Burn-Outs. Als sie den Auftrag bekommt, eine Story über eine motorradfahrende Pastorin zu schreiben, führt die Recherche sie zu biblischen Frauenfiguren, von denen sie noch nie gehört hat. Wie sehr es doch mit den herrschenden Geschlechterverhältnissen zu tun hat, wie Geschichten von Frauen erzählt und überliefert werden! Während Klara die Story aufschreibt, melden sich immer mehr unbekannte Nummern auf ihrem Smartphone, die sie zu einer Gruppe namens »Bible Bad Ass« einladen. Sie nennen sich Magdalena, Maria, Ruth, Lilith, … – was, zur Hölle, ist hier los? .Bible Bad Ass ist eine Abrechnung mit den Lügen der Kirchenväter und der Anfang einer Vertöchterung. Ein hartes, smartes und durch und durch popkulturelles Debüt.Erste Auflage in Sonderausstattung mit MotivfarbschnittFeministische Ikonen aus biblischen Zeiten melden sich per Chat zu Wort.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Melanie Schöllnhammer
aus Steiermark
5/5
30.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn die Frauen mal zu Wort kommen...
Ich fand das Buch sehr interressant, zumal der Schreibstil so ganz anders war. Die biblischen Frauen unterhalten sich im Gruppenchat mit einer Frau aus der heutigen Zeit um ihr zu erklären, was das Patriarchat aus ihnen gemacht hat. Es war spannend zu lesen, welche Geschichten eigentlich tatsächlich hinter diesen mutigen und starken Frauen steckt.
Bewertung
5/5
23.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolut lesenswert!
Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Es hat so Spaß gemacht zu lesen und war einfach mal etwas ganz anderes. Werde es sicher fleißig verschenken - große Empfehlung!
Bewertung
5/5
09.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Biblische Abrechnung
Klara ist wütend. Der sexistische Chefredakteur des Magazins für das Klara arbeitet, macht sie ebenso wütend wie ihre Menstruationsbeschwerden und sämtliche existierende Ungerechtigkeiten innerhalb des Patriacharts.
Bis eine Recherche sie zu einer queeren Pastorin und schließlich zu einer im wahrsten Sinne des Wortes biblischen Chatgruppe führt.
„Bible Bad Ass“ erzählt die Geschichte vieler Frauen in der Bibel, deren Bedeutung bis heute keine oder kaum Beachtung finden, und um die sich zum Teil viele, durchaus zweifelhafte, Mythen gesammelt haben. Auch wenn mir nicht jede Geschichte bzw. Frauenfigur komplett unbekannt war, habe ich hier viel gelernt und bin der weiblichen Sicht auf eine bisher rein männliche Religionserzählung sehr gerne gefolgt.
Edith Löhle wählt für die Erzählung die Form einer Chatgruppe – was zunächst etwas schräg klingt, funktioniert hervorragend und gibt dem Buch einen erfrischenden und flotten Stil. Vor allem aber ist „Bible Bad Ass“ voll wohltuender Wut und noch mehr Humor, immer auch mit einem Augenzwinkern und nicht unversöhnlich. Die vielen popkulturelle Anspielungen sind passend und vor allem hat die Autorin immer genau den richtigen Song(-text) parat.
Nicht alles ist perfekt gelungen, aber „Bible Bad Ass“ macht vor allem richtig Spaß und Mut zu Lesen und ist eine humorvolle Abrechnung mit der bisherigen, männlich geprägten Geschichtserzählungen. Ganz nebenbei regt es auch zu ein oder anderen eigenen Recherche zu den genannten biblischen Frauenfiguren an.
CK
aus Raum Stuttgart
4/5
04.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
"In meiner Hose ist eine…
"In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Enttäuschung und Zorn, Hülsen voll Wut. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr habe ich eine Mitgliedschaft im Schießverein. So ein bewaffneter Unterleib ist krass, der Rückstoß ist das Heftigste. Das merke ich auch heute wieder, morgens halb zehn in Deutschland. Mitten in Berlin, mitten im Patriarchat." Die Protagonistin des Romans „Bible Bad Ass“ von Edith Löhle war mir von Anfang an sympathisch. Klara schreibt für ein feministisches Magazin, doch ihr Chef ist leider eher der „typische alte weiße Mann“, weshalb sie auch ständig aneinandergeraten. „Du bist so alte Welt, Martin. Solange Frauen als Objekte gelten und ihre Körper als Waren gehandelt werden, solange Sex auf Macht basiert, solange das weibliche Geschlechtsorgan ein Schimpfwort ist, solange Frauen bei gleicher Arbeit weniger verdienen als Männer, solange Frauen über Schönheit definiert werden, solange Frauen wegen ihres Geschlechts verfolgt und getötet werden, so lange sind wir alle unfrei. Und du bist sowas von Teil des Problems.“ Als Klara einen Artikel über eine Annina, eine queere Priesterin schreibt, den ich Chef so nicht veröffentlichen will, wird sie beurlaubt. Und landet plötzlich in einem ominösen WhatsApp-Chat mit Frauen, die sich Magdalena, Maria, Ruth, Lilith, …nennen. Klara weiß nicht, was hier los ist. Doch während sie weiter an ihrer Story schreibt und Stress mit ihrem Lebensgefährten Noah hat, melden sich immer mehr Frauen über WhatsApp bei ihr. Klara beginnt zu recherchieren und trifft auf biblische Frauenfiguren, von denen sie noch nie gehört hat oder deren Geschichten falsch wiedergegeben wurden. Klara ist Feuer und Flamme, die Lügen der Kirchenväter aufzudecken. Dass ihre Freunde und ihr Partner sich Sorgen angesichts ihres Verhaltens machen, ist gut nachvollziehbar. Gegen Ende schwächelt das Buch ein wenig, manches driftete mir zu sehr in den esoterischen Bereich ab. Auch das Ende konnte mich nicht komplett überzeugen; hier hätte ich mir noch mehr „Sisterhood“ gewünscht. Dennoch zeigt es recht gut auf, wie man Wut in Mitgefühl und Liebe umwandeln kann, um eine Veränderung bzw. Verbesserung der Welt möglich zu machen. Wobei ich finde, dass es auch positive Aspekte von Wut gibt "Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Ist sie weiblich? Ist sie non-binär ist sie menschlich? Was ich aber weiß, ist: In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Weisheit und Vertrauen, Hülsen voll Mitgefühl." Edith Löhles Debütroman ist eine gelungene feministische Abrechnung mit den Lügen der Bibel und der Kirche, die auch jede Menge Wissenswertes über die weiblichen Figuren der damaligen Zeit bietet. Die Autorin packt eine Vielzahl feministischer Themen (Rassismus, Sexismus, Heteronormativität, Intersektionalität, …) in ihr Buch, wobei es meiner Meinung nach nicht zu viel ist. Edith Löhles Schreibstil ist modern und frech, witzige Kapitelüberschriften wie „Muschitation“ u.ä. lockern das Buch au. Die Erzählform mit dem Chatverlauf funktioniert sehr gut. Das Buch ist einerseits ein feministischer Roman, jedoch auch eine klug recherchierte Auseinandersetzung mit einem patriarchalen System, welches über Jahrtausende hinweg weibliche Stimmen unsichtbar gemacht hat. Es bietet viel Stoff zum Nachdenken und ich habe während der Lektüre des Öfteren etwas nachgeschlagen, um mehr darüber zu erfahren. Dabei hat sich gezeigt, dass die Autorin wirklich gründlich recherchiert hat, großes Lob! Interessant fand ich übrigens auch die Version des aramäischen Vaterunsers nach Neil Douglas-Klotz (gerne mal nachlesen, ich fand es sehr erhellend - auch für alle, die mit der Kirche so ihre Probleme haben): "Das Nichtglauben fühlt sich für mich so an wie ein leerer Magen. An nichts zu glauben, würde mich also mit einem Hungergefühl zurücklassen. Mit einem unbefriedigenden Nichts. Aber: Der Gedanke an die Kirche fühlt sich für mich an wie eine vergorene Milch, längst abgelaufen und so nicht mehr genießbar. 'Wahrscheinlich ist der Glaube gelernt. Das Vaterunser hat mich früher, als Kind, gebettet. Und heute habe ich ein Problem mit dem Inhalt, aber es fühlt sich trotzdem an wie Heimat.'" Die Textstellen mit den Überschriften "Warum bin ich so geladen?" fand ich übrigens besonders gelungen! Die zitierten Songtitel im Laufe des Buchs untermalen die Story auch musikalisch. Das Buch wird sicher nicht die breite Masse ansprechen, mich hat es jedoch sehr angesprochen. Meiner Meinung nach ist es nicht nur für religiöse Menschen zu empfehlen, da es zwar Themen anspricht, die oft mit der Bibel in Verbindung stehen, jedoch auch für die meisten weiblich gelesenen Personen von Bedeutung sind. Trotz kleinerer Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
04.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Feministischer Aufstand der biblischen Frauenfiguren
“In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Enttäuschung und Zorn, Hülsen voll Wut. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr habe ich eine Mitgliedschaft im Schießverein. So ein bewaffneter Unterleib ist krass, der Rückstoß ist das Heftigste. Das merke ich auch heute wieder, morgens halb zehn in Deutschland. Mitten in Berlin, mitten im Patriarchat.”
Die Protagonistin des Romans „Bible Bad Ass“ von Edith Löhle war mir von Anfang an sympathisch. Klara schreibt für ein feministisches Magazin, doch ihr Chef ist leider eher der „typische alte weiße Mann“, weshalb sie auch ständig aneinandergeraten.
„Du bist so alte Welt, Martin. Solange Frauen als Objekte gelten und ihre Körper als Waren gehandelt werden, solange Sex auf Macht basiert, solange das weibliche Geschlechtsorgan ein Schimpfwort ist, solange Frauen bei gleicher Arbeit weniger verdienen als Männer, solange Frauen über Schönheit definiert werden, solange Frauen wegen ihres Geschlechts verfolgt und getötet werden, so lange sind wir alle unfrei. Und du bist sowas von Teil des Problems.“
Als Klara einen Artikel über eine Annina, eine queere Priesterin schreibt, den ich Chef so nicht veröffentlichen will, wird sie beurlaubt. Und landet plötzlich in einem ominösen WhatsApp-Chat mit Frauen, die sich Magdalena, Maria, Ruth, Lilith, …nennen. Klara weiß nicht, was hier los ist. Doch während sie weiter an ihrer Story schreibt und Stress mit ihrem Lebensgefährten Noah hat, melden sich immer mehr Frauen über WhatsApp bei ihr. Klara beginnt zu recherchieren und trifft auf biblische Frauenfiguren, von denen sie noch nie gehört hat oder deren Geschichten falsch wiedergegeben wurden. Klara ist Feuer und Flamme, die Lügen der Kirchenväter aufzudecken. Dass ihre Freunde und ihr Partner sich Sorgen angesichts ihres Verhaltens machen, ist gut nachvollziehbar.
Gegen Ende schwächelt das Buch ein wenig, manches driftete mir zu sehr in den esoterischen Bereich ab. Auch das Ende konnte mich nicht komplett überzeugen; hier hätte ich mir noch mehr „Sisterhood“ gewünscht. Dennoch zeigt es recht gut auf, wie man Wut in Mitgefühl und Liebe umwandeln kann, um eine Veränderung bzw. Verbesserung der Welt möglich zu machen. Wobei ich finde, dass es auch positive Aspekte von Wut gibt
“Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Ist sie weiblich? Ist sie non-binär ist sie menschlich? Was ich aber weiß, ist: In meiner Hose ist eine geladene Waffe. Sie ist geladen mit Weisheit und Vertrauen, Hülsen voll Mitgefühl.”
Edith Löhles Debütroman ist eine gelungene feministische Abrechnung mit den Lügen der Bibel und der Kirche, die auch jede Menge Wissenswertes über die weiblichen Figuren der damaligen Zeit bietet.
Die Autorin packt eine Vielzahl feministischer Themen (Rassismus, Sexismus, Heteronormativität, Intersektionalität, …) in ihr Buch, wobei es meiner Meinung nach nicht zu viel ist.
Edith Löhles Schreibstil ist modern und frech, witzige Kapitelüberschriften wie „Muschitation“ u.ä. lockern das Buch auf. Die Erzählform mit dem Chatverlauf funktioniert sehr gut.
Das Buch ist einerseits ein feministischer Roman, jedoch auch eine klug recherchierte Auseinandersetzung mit einem patriarchalen System, welches über Jahrtausende hinweg weibliche Stimmen unsichtbar gemacht hat. Es bietet viel Stoff zum Nachdenken und ich habe während der Lektüre des Öfteren etwas nachgeschlagen, um mehr darüber zu erfahren. Dabei hat sich gezeigt, dass die Autorin wirklich gründlich recherchiert hat, großes Lob!
Interessant fand ich übrigens auch die Version des aramäischen Vaterunsers nach Neil Douglas-Klotz (gerne mal nachlesen, ich fand es sehr erhellend - auch für alle, die mit der Kirche so ihre Probleme haben):
“Das Nichtglauben fühlt sich für mich so an wie ein leerer Magen. An nichts zu glauben, würde mich also mit einem Hungergefühl zurücklassen. Mit einem unbefriedigenden Nichts. Aber: Der Gedanke an die Kirche fühlt sich für mich an wie eine vergorene Milch, längst abgelaufen und so nicht mehr genießbar. ‘Wahrscheinlich ist der Glaube gelernt. Das Vaterunser hat mich früher, als Kind, gebettet. Und heute habe ich ein Problem mit dem Inhalt, aber es fühlt sich trotzdem an wie Heimat.’”
Die Textstellen mit den Überschriften “Warum bin ich so geladen?” fand ich übrigens besonders gelungen!
Die zitierten Songtitel im Laufe des Buchs untermalen die Story auch musikalisch.
Das Buch wird sicher nicht die breite Masse ansprechen, mich hat es jedoch sehr angesprochen.
Meiner Meinung nach ist es nicht nur für religiöse Menschen zu empfehlen, da es zwar Themen anspricht, die oft mit der Bibel in Verbindung stehen, jedoch auch für die meisten weiblich gelesenen Personen von Bedeutung sind.
Trotz kleinerer Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!
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2/5
15.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wichtige Thematik, schlecht umgesetzt
Die Grundaussage und die Thematik sind wirklich wichtig und interessant, leider fand ich die Umsetzung nicht gut gelungen.
Der Text ist sehr esoterisch und teilweise gezwungen modern.
Persönlich bin ich absolut kein Freund von Chatverläufen, weshalb ich den Schreibstil auch nicht optimal fand.
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