'Viscerally vivid . . . a sucker-punch of a novel, edged with knife-sharp black humour and shot through with moments of startling beauty . . . half Tarantino and half pitch-black northern realism' Guardian
'A tremendously exciting novel . . . A brilliantly realized voice: Steve's every utterance is the product of where he comes from . . . as blunt and brutal as the fells he works among' Times Literary Supplement
'A spiky, precisely focused novel with flavour, intensity, and oodles of character' The Times 'Preston's debut arrives like a punch to the gut . . . This is an elemental tale shaded in tones of heroism, machismo, moral intensity, and mythmaking. It's also a love song to the landscape . . . Gritty, gripping, and fearlessly committed' Kirkus
'A blistering debut . . . This dark and inspired tale pulses with life' Publishers Weekly
'Taught, intelligent and beautifully told' M. J. Hyland
'A startlingly original addition to the literature of northern England' Ian McGuire
'A powerful evocation of a landscape and a way of life' Joseph Kanon
With foot and mouth disease spreading across the hills of Cumbria, emptying the valleys of sheep and filling the skies with smoke, two neighbouring shepherds lose everything and put aside their rivalry to join forces. They set their sights on a wealthy farm in the south with its flock of prize-winning animals. So begins the dark tale of Steve Elliman and William Herne.
Their sheep rustling leads to more and more difficult decisions, and Steve's only distraction is his growing fascination with William's enigmatic and independent wife, Helen. As their home comes under the sway of a lawless outsider, it is left to Steve to save himself and Helen in a savage conflict that threatens an ancient way of life.
Lyrical, cinematic and steeping in folklore, Scott Preston creates an uncompromising vision of farmers lost in brutal devotion to their flocks, the aching love affairs that men and women use to sustain themselves and the painful consequences of a breathtaking heist gone bad. The Borrowed Hills is a thrilling adventure that reimagines the American Western for the fells of northern England.
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Das wilde Land
Bewertung am 31.12.2024
Bewertungsnummer: 2375442
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Scott Prestons „Über dem Tal“ ist ein furioses Debüt über eine Zeit und einen Ort, die eigentlich gar nicht weit entfernt sind, aber dennoch trennen uns Welten – wir erleben die harte Realität von Schafsbauern in England, die Abhängigkeit von äußeren Umständen, von Naturereignissen, Kälte, Regen, Krankheiten, die wie biblische Strafen auf die Bewohner und die Tiere treffen.
Aber natürlich bleibt der Autor bei dieser Beschreibung nicht stehen, es ist keine Dokumentation über die Lebensrealität eines aussterbenden Berufsstandes, sondern inhaltlich wird fast alles ausgeschöpft, was es an großen Emotionen und Themen gibt: Liebe, Hass, Leidenschaft, Gier, Stolz, Trauer und Schmerz – die sieben Todsünden kommen auf ihre Kosten. Preston selbst erlebte in seiner Jugend die Seuche und die Tötung der Schafe – fast 900 Höfe verloren ihren gesamten Tierbestand – und er will mit seinem Roman dieses (über-)regionale Trauma darstellen.
Steve Ellieman, der Ich-Erzähler, berichtet rückblickend von seiner Zeit auf dem Hof des Schafzüchters William Herne. Er kommt zurück zu dem Ort seiner Kindheit in Cumbria als sein Vater stirbt, gibt seinen Beruf als LKW-Fahrer auf, tritt in dessen Fußstapfen und kümmert sich um die Schafe, als das Unheil über die Gegend hereinbricht: die Maul-und-Klausen-Seuche. Steve versucht, die Schafe zu isolieren und zu retten, allerdings ohne Erfolg. Die Seuche befällt die umliegenden Bauernhöfe und ein wahnsinniges, schreckliches Gemetzel beginnt: Jedes Tier muss getötet werden und die Keulung wird detailliert und bildhaft beschrieben, sodass jedem der Horror deutlich vor Augen steht.
Diese Szenen sind Ausgangspunkt für alles, was folgt – wie William, der ursprünglich reiche Farmer, der alles verloren hat, sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und für Ausgleich und Wiedergutmachung sorgen will. Und damit beginnt die schicksalshafte Verstrickung in Unrecht und Schuld und der Alptraum und Horrortrip nimmt seinen Anfang.
Der Roman ist intensiv, bedrohlich, roh, voller Poesie, Kraft, Liebe zur Natur, zur Kreatur, eine Bejahung des einfachen Lebens, eine Liebeserklärung an dieses raue Land. Ein mir so fremdes und doch auch faszinierendes Thema, wie sehr Landwirte generell von äußeren Einflüssen abhängig sind, was für ein hartes, herausforderndes Leben das ist. Steve betont immer wieder, dass er nicht für Geld arbeitet, dass er keine Ferien hat, dass die Tiere immer versorgt werden müssen – das Leben an sich wird nicht hinterfragt, Introspektion ist überflüssig, „our retirement is death“.
Die blutrünstigen Szenen erinnern an Tarantino-Filme - er hätte sicherlich seine Freude an einer Inszenierung! Sinnlose Gewalt, völlig überzogen, Blut, Gemetzel, tote Tierkadaver - als Verfilmung sicherlich kaum auszuhalten, aber im Roman durch die starke Wortwahl und die exzellenten Beschreibungen noch zu ertragen und voller wilder Schönheit.
Der irische Autor Roddy Doyle hat über seine Protagonisten Folgendes gesagt, was stellvertretend auch auf Steve und William zutrifft:
„The lives are tough, and the language is rough, but beauty and tenderness survive amid the bleakness.“
In diesem Sinne ist dieser ungewöhnliche Roman eine wunderbare Annäherung an die Wildheit und auch Schönheit Cumbrias, eine Würdigung der Farmer und eine Liebeserklärung an diese faszinierende, einsame Gegend, an seine Heimat.
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