Flucht aus dem Iran und der Kampf um Identität und Anerkennung
Seit 1979, mit dem Sturz des Schahs, sind die Töchter der hochgestellten iranischen Familie Valiat im amerikanischen Exil. Nur ihre Mutter, die noch immer Heimat, Tradition und Stolz verkörpert, blieb damals in Iran. Als bei dem alljährlichen Familientreffen in Aspen die Dinge aus dem Ruder laufen und die exaltierte Shirin erst gegen Kaution wieder aus der Arrestzelle entlassen wird, verändert sich etwas in den Frauen, jede muss sich schmerzlichen Fragen stellen: Wie sie zu ihren persischen Wurzeln steht. Und wer sie in Zukunft sein will. Die Exil-Iranerin Sanam Mahloudji legt ihren ersten Roman vor. Elegant, politisch, voller absurder Komik erzählt sie eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die internationales Aufsehen erregen wird.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Buchen
5/5
09.06.2024
eBook (ePUB 3)
Fünf Frauen
Die Perserinnen ist ein Roman über eine Familie aus Persien, die aufgrund der Revolution in die USA ausgewandert waren. 5 Frauen dieser Familie stehen im Blickpunkt.
Die Schwestern Sima und Shirin, ihre Mutter Elizabeth, schließlich deren Enkelinnen Niaz und Bita
Die Erzählperspektive wechselt zwischen ihnen hin und her. Hinzu kommen Rückblenden. Daher muss man beim Lesen ziemlich aufpassen. Es ist kein ganz einfaches Buch, doch durch diese Erzählmethode lernt man die Protagonistinnen neben ihrer Individualität auch in einer Gesamtheit kennen.
Mit Shirin hat man die extrovertierteste Figur im Buch. Was sie so rauslässt, ist von Wut und Sarkasmus durchtränkt. Das ist für den sensiblen Leser nicht immer ganz einfach auszuhalten. Doch ein gewisser harscher Ton zieht sich durch das Buch.Daher denke ich, die Autorin Sanam Mahloudji will diese Direktheit.
In der Summe ist es ein beeindruckendes Buch!
Bewertung
4/5
08.07.2024
eBook (ePUB 3)
Familienleben mit Herausforderungen
Ein wie ich persönlich finde sehr ansprechendes Buch Cover. Das sticht gleich ins Auge.
Das Papier der Seiten ist gut gewählt und auch die Schrift und Schriftgröße macht ein angenehmes lesen sehr gut möglich.
Vom Buchaufbau bin ich erst gegen Ende des Buches schlauer geworden. Ob das so gewollt ist oder einfach an mir lag kann ich jetzt schwer sagen. Es wird aus der Perspektive von unterschiedlichen familienmitglieden erzählt und manchmal bin ich da dann Anfangs nicht ganz mitgekommen. Je mehr ich aber gelesen habe und über die einzelnen Personen wusste desto besser ging es mir mit dem verstehen der Zusammenhänge.
Die Iranische Familie stammt von einer bedeutenden Person im Iran ab. Als sich jedoch die Regierung ändert lebt die Familie in großer Gefahr im iran und entscheidet sich daher für eine kurze Zeit in die USA xu gehen bis sich der Aufruhr gelegt hat. Doch das ist selbst Jahre später nicht passiert und die Familie die zurück geblieben ist hatte ein ganz anderes Leben als die in den USA.
Birgit
aus Wien
3/5
22.08.2024
eBook (ePUB 3)
Bereichernde Familiengeschichte
Sanam Mahloudji schreibt in ihrem Debütroman über die Frauen einer iranischen Familie, die zu Zeiten des Shahs von Bedeutung waren. Doch nach der islamische Revolution und der Flucht nach Amerika (von den meisten Frauen) bleibt ihnen nur noch ihr Geld.
Für den deutschsprachigen Raum ist dieser Roman besonders wichtig, da er eine neue Perspektive bietet, eine neue "Erfahrungswelt". Den Leser:innen wir eine neue Welt präsentiert, die den meisten vermutlich komplett unbekannt ist. Man kann die Welt der "Exil-Perserinnen" kennenlernen und die derer, die aus diversen Gründen im Iran zurückgeblieben sind und deren Leben sich durch die islamische Revolution komplett geändert hat.
Der Roman ist komplex und braucht stellenweiße doch große Aufmerksamkeit, denn viel kultureller Kontext wird nicht erklärt. Viel Wissen über die islamische Revolution und den Kulturwechsel im Iran wird vorausgesetzt, eine kurze Recherche vorab wird also empfohlen. Dann kann der Roman sehr bereichernd sein und einem die Augen öffnen.
Ab und zu wird es anstrengend, da sehr viele Namen (für deutschsprachige Leser:innen fremde Namen) vorkommen und man leicht den Überblick verlieren kann, wer mit wem wie verwandt ist. Eine kleine Übersicht am Anfang oder Ende hätte hier sehr geholfen.
Es hat zwar etwas gebraucht, bis mich das Buch überzeugen konnte, am Ende bin ich aber froh, es gelesen zu haben.
Klugscheisser
5/5
08.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Die Woche war eine einzige…
„Die Woche war eine einzige Cartoon- und Drogenparty gewesen, bis vor einer Stunde, als ich meine Tante Shirin gegen Kaution aus dem Gefängnis von Aspen holen musste, wo sie wegen versuchter Prostitution festgehalten wurde“ So beginnt der Roman und dies ist die umgreifende Klammer in der Ist-Zeit im Jahr 2009. Die Autorin schildert uns am Ende des Buches zwar noch den Prozeß, den Richterspruch allerdings enthält sie uns vor. Die Iranerin SHIRIN Valiat verläßt mit ihrem Mann HOUMAN, ihrem Sohn MOHAMMED, ihrem Bruder NADER, sowie ihrer Schwester SIMA und deren Säugling BITA in den Revolutionswirren 1978 in letzter Minute den Iran in Richtung USA. Ihre sechsjährige Tochter NIAZ läßt sie, mehr ungewollt, als gewollt, bei ihrer Mutter ELIZABETH, der Großmutter der kleinen Niaz, zurück, ging man doch davon aus, daß man bald zurückkehrt, sobald sich die Lage im Heimatland wieder beruhigt hat. Zur Sicherheit hat jede der Exilantinnen etliche Millionen auf Schweizer Konten gebunkert und noch eine Handvoll Diamanten im Gepäck. Nun aber schreiben wir bereits das Jahr 2009, Shirin ist mittlerweile 54 Jahre alt und wird im US-amerikanischen Nobelskiort Aspen der Anbahnung zur Prostitution verdächtigt. In 25 sich abwechselnden Kapiteln kommen nun Elizabeth, Shirin, Bita, Niaz und Sima zu Wort und schildern Kindheit, Jugend, Ist-Zeit und die Familienverhältnisse aus ihrer Sicht. Abgestoßen hat mich verstörende Empathie- und Lieblosigkeit, die bei den Frauen dieser Familie vorherrscht und der grenzenlose Dünkel dieser Familie. Diesen Frauen geht es in einer derart penetranten Art und Weise ausschließlich um das Aussehen und Äußerlichkeiten, daß nichts anderes mehr Thema ist. Ohne jeglichen Esprit, Geist oder Gefühl, von Mitgefühl ganz zu schweigen. Lesende werden gequält mit ständigen Beschreibungen des Aussehens, der Gesichtsgestaltung, Kosmetik, Kleidung, Accessoires, Schmuck, Modemarken etc. Natürlich, man kann als Autorin die ständige Beschäftigung der Protagonistinnen mit der Oberfläche des Körpers auch als Metapher für die Oberflächlichkeit ihres Wesens verwenden, doch die Intensität, mit der dies hier betrieben wird, deutet für mich darauf hin, daß es die Autorin nicht schafft, die nötige Distanz zu ihren Figuren einzulegen, was die Begeisterung für Äußerlichkeiten anbelangt. Die Männer werden in diesem Roman fast durchgehend als Witzfiguren dargestellt, Karikaturen ihrer selbst, meist tumbe übergroße Playmobil-Männchen und kaum der Erwähnung wert. Willkommen im Matriarchat der schlechten Art. Selten hat mich Gelesenes so wenig berührt. Die Autorin ist teilweise sehr um Metaphern bemüht, die aber sehr gewollt und seltsam substanzlos ins Leere laufen, nur wenige treffen ins Schwarze. Überwiegend werden kurze Sätze oder Fragen bezugslos hintereinander gereiht. Ich befürchtete schon, daß sich sowohl der anspruchslose Schreibstil, als auch der belanglose Inhalt über die nächsten gut 300 Seiten von Teil II und Teil III fortsetzten. Wir Menschen gewöhnen uns ja erstaunlich schnell an einen Umstand und so kann ich nun nicht mit Sicherheit sagen, ob es darauf zurückzuführen ist oder ob nun im II. und III. Abschnitt tatsächlich der Stil des Buches anspruchsvoller geworden ist. Auch im II. Teil wird wieder in den Zeiten hin und hergesprungen, was dem Roman aber in keinster Weise Abbruch tut. Diese sich abwechselnden Kapitel aus verschiedener Sicht lesen sich sehr gut. Alle weiblichen Mitglieder der Familie erzählen in der Ich-Form, lediglich in den Kapiteln über Elisabeth weicht die Autorin davon ab. Warum, erschließt sich mir nicht. Obwohl dramatische und ihrem Wesen nach herzzerreißende Geschehnisse geschildert werden, bleibe ich von diesen auch im Rest des Buches seltsam unberührt. Gegen Ende dieses II. Teils hält die Autorin für die Lesenden aber noch einen absoluten Knaller bereit, diesen werde ich aber nicht einmal andeuten, nur so viel sei verraten, es geht um familiäre Verhältnisse, es platzt quasi die Bombe. Im III. Teil kommt dann die ganze Familie in der Ist-Zeit, etwa im Jahre 2009, in Amerika zusammen, um Shirin bei ihrem Prozeß zu unterstützen Shirin, die Hauptfigur, ist das perfekte Stereotyp der reichen, verwöhnten, arroganten, geist- und empathielosen Orientalin. Natürlich gibt es diese auch in der US-amerikanischen und europäischen Ausführung, dann eher in blond. Würde man ihnen ihr Geld nehmen, hätte man vermutlich stinknormale Proleten vor sich. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch. Emotional berührt oder mit Erkenntnissen in Erstaunen versetzt wurde ich in diesem Roman nur an ganz wenigen Stellen. Doch, eine Stelle hat mich zutiefst berührt, und zwar, als Elisabeth ihrer Enkelin Niaz gesteht, daß deren Mutter Shirin sie sehr wohl mit in die USA nehmen wollte. Ich wünschte die Autorin hätte auch an anderer Stelle des Romans mit derartiger Verve erzählt.“
Bewertung
aus Crimmitschau
5/5
07.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Persische Geschichte modern erzählt
Der Roman "Die Perserinnen" von Sanam Mahloudji vereint alles, was ein guter Gesellschaftsroman meiner Meinung nach haben muss: eine Rahmenhandlung, die einen Spannungsbogen aufbaut, interessante und vielschichtige Charaktere und geschickt eingebautes geschichtliches Hintergrundwissen.
Moderne Werte der jungen Leute, die sich ihr Leben selbst aufbauen wollen und dabei nicht allein vom vererbten Reichtum ihrer Familie leben möchten treffen auf die Traditionen der älteren Generation, für die Schmuck und Landbesitz ein Zeichen für Ansehen und Erfolg sind. Die Autorin lässt diese beiden Welten durch mehrere Erzählstränge generationenübergreifend verflechten.
Der Roman lebt nahezu allein von starken Frauen und genau das macht ihn so besonders. Die Ethnie der Perser, in welcher augenscheinlich Männer eine tragende Rolle spielen wird hier dargestellt, wobei vor allem Frauen ins Zentrum gerückt werden. Toll geschrieben und ein Leseerlebnis von der ersten bis zur letzten Seite.
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