Essen, 1882. Der begehrteste Junggeselle des Ruhrpotts heiratet eine alte Jungfer: Für Fritz Krupp und die gleichaltrige Margarethe ist es eine Liebeshochzeit, doch die feine Gesellschaft sieht in der Braut keine gute Partie. Margarethe beweist allerdings schnell, was in ihr steckt. Sie muss sich nicht nur um die wachsende Familie kümmern, sondern wiederholt für ihren kränklichen Gatten auch in beruflichen Belangen einspringen.
Für sie ist völlig klar: Fritz ist ihr Seelenverwandter, für ihn würde sie alles tun. Gleichzeitig verlangen ihr Mann, das Unternehmen und die Krupp-Dynastie alles von ihr ab. Für Margarethe wird ihre Ehe zur Lebensaufgabe, Erfüllung und Herausforderung zugleich.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
manu63
aus Oberhausen
5/5
05.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Unsere kurze Ewigkeit ist ein…
Unsere kurze Ewigkeit ist ein historischer Roman der Autorin Melanie Metzenthin. Sie erzählt darin die Geschichte von Margarethe und Fritz Krupp. Beide sind für ihre Zeit schon in einem relativ hohen Alter als sie heiraten, das lag vor allen Dingen an der Zögerlichkeit von Fritz Krupp der wohl kein starker Mann war. Nach seinem frühen Tod übernimmt Margarethe die Führung der Firma Krupp und führt die Geschäfte erfolgreich weiter. Der Schreibstil ist gut lesbar und die Autorin verbindet Fiktion und Wahrheit zu einer guten Einheit. Die damalige Zeit wird gut beschrieben und auch die Herausforderungen bei der Führung eines großen Haushaltes fand ich interessant. Die Persönlichkeit von Margarethe Krupp kann man sehr gut erspüren und auch das sie eine starke Frau war die sich den Herausforderungen gestellt hat. Insgesamt eine gute Geschichte rund um die Familie Krupp.
Bewertung
5/5
01.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein neues Buch von Melanie Metzenthin – es ist ein Einzelband
Viele haben mir schon vorgeschwärmt von den Romanen von Melanie Metzenthin. Ich habe es immer aufgeschoben und nun drei wunderbar intensive Lesetage verlebt.
Margarethe und Fritz Krupp lernen sich als Jugendliche kennen und als Mitdreissiger schätzen. Die große Liebe, verbunden mit großem Vermissen ist es nicht und weil Fritz lange nicht den Mut findet, seinem Vater von Margarethe zu erzählen, heiraten sie erst mit 28 Jahren. Ich kenne die Krupp-Verfilmung vom ZDF und habe vor einigen Jahren die Villa Hügel in Essen besucht. Beides habe ich in guter Erinnerung, die Villa ist beeindruckend ausgestattet. Grundsätzlich habe ich ein Interesse an Biographien und so habe ich mich sehr gefreut, durch einen Roman mich ein wenig mehr mit dieser Generation Krupp zu beschäftigen und nebenbei auch ein Buch einer für mich neuen Autorin zu lesen.
Nach wenigen Seiten war ich bereits verliebt in die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Melanie Metzenthin versteht wunderbare Sätze zu formulieren, Szenen zu beschreiben und mit der Sprache sich so auszudrücken, dass es ein Lesegenuss für mich ist.
Margarethe lernen wir kennen, als wir sie zu ihrer ersten Tätigkeit als Gouvernante in einer bürgerlichen Familie in England begleiten. Das „bürgerlich“ schreibe ich extra, denn Margarethe von Ende gehört, der Name drückt es aus, zum Adel. Sie hat ein Lehrerinnenseminar besucht und da das Thema „wir müssen einen Heiratskandidaten“ für unsere Älteste nicht vom Elternhaus forciert wird, übt sie tatsächlich einen Beruf aus. Freiwillig! Ihre Mutter sagt offen, wie kann sie nur als Dienstbotin bei einer bürgerlichen Familie arbeiten wollen, der Krupp-Patriarch erklärt Margarethe den Unterschied zwischen Dienstboten und Menschen, die in Diensten stehen. (S. 28) Margarete ist eine starke Frau und über die Buchlektüre erkennt man früh, sie ist stärker als Fritz Krupp. Als einziges Kind von Bertha und Alfred Krupp, zeigt er Interesse an dem Betrieb, jedoch weicht er Auseinandersetzungen mit dem Vater aus und verschanzt sich hinter angeschlagener Gesundheit. Wie der Vater – so der Sohn? Nein, in diesem Punkt folgt er seiner Mutter und das Thema Gesundheit zieht sich als roter Faden durch die Ehejahre.
Margarethe Krupp wird Mutter zweier Töchter und sie ist so aufgeschlossen, dass sie überzeugt ist, man muss Mädchen genauso gut und vielfältig wie einen Jungen unterrichten und damit die gleichen Lern- und Entwicklungschancen gibt. Auch Fritz Krupp hat nicht den Ehrgeiz, auf einen männlichen Nachkommen zu bestehen für seinen großen Waffenbetrieb mit 50.000 Mitarbeitern.
Fritz verliebt sich in die Insel Capri, dort verbringt er den Winter, regeneriert sich, interessiert sich für Meeresbiologie und genießt fernab von Essen die Freundschaft der Italiener. Margarethe und die Töchter Bertha und Barbara bleiben in Essen, denn Margarethe fühlt sich als Krupp verpflichtet, auf der Villa Hügel die Familie zu repräsentieren.
Wohltätigkeit spielt eine große Rolle, so begründet Familie Krupp Unterstützungen für alte Arbeiter, Hinterbliebene und Kranke. Sie sorgen für hygienische Wohnräume, gute med. Versorgung und fühlen sich dem Standort Essen und ihren Mitarbeitern verpflichtet. Junge Dienstmädchen erhalten beispielsweise eine Truhe für ihre Aussteuer und immer mal wieder Stoff und Handarbeitsmaterial, sowie Anleitung daraus etwas zu fertigen. Margarethe macht auch deutlich, dass sie ihre Arbeit anerkennt, auch weil sie zu Arbeiten kennen gelernt hat. Schön ist auch die Szene, als sie der Gouvernante ihrer Kinder Hinweise gibt und diese ihr daraufhin den Spiegel umdreht und sie erinnert, wie sie sich wohl als Gouvernante in der Situation gefühlt hätte.
Die Familie Krupp wird von Kaiser Wilhelm II und seiner Frau Auguste Victoria als Freunde angesehen. In der Villa Hügel, dem Familiensitz der Fam. Krupp finden Empfänge statt, es wird repräsentiert, man hat häufig Gäste – 600 Angestellte halten Häuser, Park, Haushalt instand.
Zitat
Die 399-Raum-Wohnung: Nach Auswertung der alten Pläne umfasst die Villa Hügel mit beiden Gebäuden, Verbindungstrakt, Keller und Dachgeschoss 399 Räume mit insgesamt rund 11.100 Quadratmetern, darunter zwei große Hallen mit je 420 Quadratmetern.
Die Kaiserin erbittet sich sogar die Ferienvilla der Krupps in Baden-Baden für ihre Kur. Man vertraut sich und dieses Vertrauen ist wichtig als Entscheidungen anstehen.
Melanie Metzenthin ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und so profitiert der Leser von einer Autorin, die ihre beruflichen Erfahrungen selbstverständlich auch beim Bücherschreiben einsetzt.
Ich habe eine neue Autorin für mich entdeckt. Im Nachwort werden zusätzliche und wichtige Informationen gegeben, Fiktion und hist. Überlieferung offengelegt. Sie hat gewissenhaft recherchiert und ein tolles Buch fertiggestellt. Gern empfehle ich diese Lektüre weiter und wünsche schöne Lesestunden.
Arietta
aus Traben-Trarbach
5/5
18.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine starke und mutige Frau
Meine Meinung zur Autorin und Buch
Wieder einmal hat die Autorin, Melanie Metzenthin, einen wunderschönen großartigen historischen Roman diesmal über das Leben der Margarete Krupp geschrieben. Sie hat die Geschichte so gut wie möglich realistisch geschrieben und sich dabei an die Biografie der Urenkelin Diana Maria Friz von Margarete Krupp orientiert. Vieles davon ist historisch belegt, es war einfach wunderbar und hochinteressant in das Leben von Margarete Krupp abzutauchen, eine mutige und hochintelligente Frau, die sehr wohltätig war und vieles für die armen Menschen getan hat, dabei denke ich auch an die Margareten Höhe in Essen. Die Beziehungen der Krupps und Freundschaft zum Kaiserhaus , viele hohe Persönlichkeiten gingen aus und ein im Hause Krupp und gaben sich die Klinike in die Hand.Der Schreibstil ist sehr flüssig, hochinteressant , spannend und mitreißend. Man spürt hier die Ärztin für Psychiatrie, sowie sie sich in ihre einzelnen Figuren und ihre Charaktere hineinversetzen versuchte. Der Roman ist einfach großartig, vieles kann man im Internet nachverfolgen.
Margarete, Marga genannt setzt sich gegen den Willen ihrer Mutter einer verarmten Adeligen durch, besucht das Lehrerinnen Seminar, und geht 1878 als Gouvernante nach England um in einem bürgerlichen Haushalt die Kinder zu erziehen. Das war schon als Frau sehr mutig für die damalige Zeit. Natürlich ist ihre Mutter entsetzt eine Dienstbotin so nennt sie ihre Tochter und wendet sich von ihr ab, sehr schön fand ich das ihr Vater hinter ihr stand. Ihre Familie ist mit der Familie Krupp befreundet, Margarete findet in Berta Krupp eine mütterliche Freundin, die sie ermuntert nach England zu gehen. Der einzige Sohn Fritz Krupp, hat sich in Margarete verliebt und reist ihr sogar nach England nach, ich fand es wunderschön, das musste wirkliche Liebe sein. Obwohl Margarete keine besonders gute Partie war, hielt Fritz daran fest, auch wenn es ein paar Jahre dauerte bis er endlich Mut fand und seinen Vater darum bat , Margarete zu heiraten. Wir konnten erleben was für eine Kraft und Energie in Margarete steckt, die oft für ihren Fritz einspringt , eine Frau mit Unternehmer Geist, das stellt auch der Alte Krupp mit der Zeit fest.
Margarete hatte es nicht immer leicht mit ihrem verträumten Mann, ich habe sie für ihre Aufgabe bewundert. Ob die beiden Töchter, die Firma, den Lebensstil ihres Mannes, der Presse und dem Mob, die Fritz in den Schmutz ziehen. Sie steht voll hinter ihrem Mann , eine Herausforderung die nur eine Frau bewältigen kann. Es kommt viel zu auf sie und uns Leser und wir tauchen tief ab in eine Familien Dynastie.
Arietta
5/5
18.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine starke und mutige Frau…
Eine starke und mutige Frau Meine Meinung zur Autorin und Buch Wieder einmal hat die Autorin, Melanie Metzenthin, einen wunderschönen großartigen historischen Roman diesmal über das Leben der Margarete Krupp geschrieben. Sie hat die Geschichte so gut wie möglich realistisch geschrieben und sich dabei an die Biografie der Urenkelin Diana Maria Friz von Margarete Krupp orientiert. Vieles davon ist historisch belegt, es war einfach wunderbar und hochinteressant in das Leben von Margarete Krupp abzutauchen, eine mutige und hochintelligente Frau, die sehr wohltätig war und vieles für die armen Menschen getan hat, dabei denke ich auch an die Margareten Höhe in Essen. Die Beziehungen der Krupps und Freundschaft zum Kaiserhaus , viele hohe Persönlichkeiten gingen aus und ein im Hause Krupp und gaben sich die Klinike in die Hand.Der Schreibstil ist sehr flüssig, hochinteressant , spannend und mitreißend. Man spürt hier die Ärztin für Psychiatrie, sowie sie sich in ihre einzelnen Figuren und ihre Charaktere hineinversetzen versuchte. Der Roman ist einfach großartig, vieles kann man im Internet nachverfolgen. Margarete, Marga genannt setzt sich gegen den Willen ihrer Mutter einer verarmten Adeligen durch, besucht das Lehrerinnen Seminar, und geht 1878 als Gouvernante nach England um in einem bürgerlichen Haushalt die Kinder zu erziehen. Das war schon als Frau sehr mutig für die damalige Zeit. Natürlich ist ihre Mutter entsetzt eine Dienstbotin so nennt sie ihre Tochter und wendet sich von ihr ab, sehr schön fand ich das ihr Vater hinter ihr stand. Ihre Familie ist mit der Familie Krupp befreundet, Margarete findet in Berta Krupp eine mütterliche Freundin, die sie ermuntert nach England zu gehen. Der einzige Sohn Fritz Krupp, hat sich in Margarete verliebt und reist ihr sogar nach England nach, ich fand es wunderschön, das musste wirkliche Liebe sein. Obwohl Margarete keine besonders gute Partie war, hielt Fritz daran fest, auch wenn es ein paar Jahre dauerte bis er endlich Mut fand und seinen Vater darum bat , Margarete zu heiraten. Wir konnten erleben was für eine Kraft und Energie in Margarete steckt, die oft für ihren Fritz einspringt , eine Frau mit Unternehmer Geist, das stellt auch der Alte Krupp mit der Zeit fest. Margarete hatte es nicht immer leicht mit ihrem verträumten Mann, ich habe sie für ihre Aufgabe bewundert. Ob die beiden Töchter, die Firma, den Lebensstil ihres Mannes, der Presse und dem Mob, die Fritz in den Schmutz ziehen. Sie steht voll hinter ihrem Mann , eine Herausforderung die nur eine Frau bewältigen kann. Es kommt viel zu auf sie und uns Leser und wir tauchen tief ab in eine Familien Dynastie.
Bewertung
aus München
5/5
16.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Gerne mehr davon
Im Zentrum dieses Stand-Alones aus der Feder von Melanie Metzenthin steht die Familie Krupp. Und hier vor allem Margarethe Krupp, die den Firmenerben Fritz geheiratet hat. Da ihr Ehemann etwas kränklich ist und eher ein Künstler und Denker, denn ein harter Geschäftsmann, ist es Margarethe, die ihn im Hintergrund unterstützt, die das Haus Krupp repräsentiert, die die beiden Töchter aufzieht, erzieht und ihnen alle die Möglichkeiten bietet, die zur damaligen Zeit noch mehr für die Jungen vorbehalten waren. Aber Margarethe ist emanzipiert und klug. Sie engagiert sich sehr stark sozial, empfindet eine große Fürsorgepflicht für die Arbeiter in der Fabrik, vor allem für die Frauen. Ich war richtig überrascht, dass der Krupp-Konzern so viele Verbesserungen in das Leben der Arbeiter brachte und damit sicherlich auch in anderen Firmen zu solchen Veränderungen anregte.
Das Buch ist also eine Biografie in Romanform. Es enthält viele sehr gut recherchierte Fakten und Details. Mir hat vor allem der kluge Erzählstil sehr gefallen. Die Darsteller werden so gut beschrieben, dass man meint, sie wirklich kennengelernt zu haben und Margarethe war eine Frau, die ihren Verstand einzusetzen wusste und Einfluss und Geld genutzt hat, um Gutes zu tun und Veränderungen anzustoßen. Das hat mir sehr gefallen. Gerne mehr von solchen starken Frauen von Melanie Metzenthin in Szene gesetzt.
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