Produktbild: Die Kolonie

Die Kolonie Roman | Longlist des Booker Prize 2022 | Nordirlandkonflikt | IRA | Familie | Kolonialismus

14

16,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

28.01.2025

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

400 (Printausgabe)

Dateigröße

1616 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Colony

Übersetzt von

Nicole Seifert

Sprache

Deutsch

EAN

9783312012923

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ePUB

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Erscheinungsdatum

28.01.2025

Verlag

Nagel & Kimche

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Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Colony

Übersetzt von

Nicole Seifert

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Deutsch

EAN

9783312012923

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  • Seitenrascheln

    5/5

    14.03.2025

    eBook (ePUB)

    Großartiger Roman um Kolonialismus, Sprache und Kunst

    „Er streckte sich über die Ufermauer Richtung Meer und reichte dem Bootsmann die Staffelei.“ So beginnt der Roman, der mich restlos begeistert hatte und nach dessen Lektüre ich buchstäblich wieder aufgetaucht bin. Die Geschichte spielt auf einer kleinen, sehr abgelegenen irischen Insel im Jahr 1979. Lloyd, ein britischer Künstler, der hofft mit einem großartigen Gemälde seinen Durchbruch zu schaffen trifft dort auf den französischen Linguisten J.P. Masson. Masson wiederum interessiert die gälische Sprache, deren Niedergang er beobachtet und am liebsten aufhalten würde. Beide möchten die Insel für sich haben. Hier hatte mir unter anderem auch sehr gut gefallen, wie unterschiedlich die Charakterisierung der beiden Männer herausgearbeitet wurde. Beispielsweise denkt Lloyd in großartigen Titeln, die er imaginären Bildern gibt und Masson besteht darauf nur in Gälisch zu reden. Der Roman spielt vor dem Hintergrund des Nordirlandkonflikts und erzählt vom harten Leben der Inselbewohner. Zwischen der Geschichte gibt es Einschübe von Anschlägen des Nordirlandkonfliktes im Jahr 1979. Scheint es anfänglich keine so wirklichen Bezüge zu geben, werden sie im Laufe der Erzählung immer klarer. Ein großartiges Buch, das eine Vielzahl von Themen enthält, ohne überladen zu sein. Es geht um Kolonialismus, um Kunst, um das Miteinander, um Sehnsucht, um Aufbruch, um Respekt, um Tradition, Moderne und Sprache. Tatsächlich war mir hier zum ersten Mal richtig bewusst geworden wie hoch der Einfluss von Sprache und ihre Auswirkung bis in die heutige Zeit auf das tägliche Leben und Arbeit sein kann. Man kommt ins Nachdenken darüber, dass es auch Kolonialismus in Kleinem gibt. Ein Protagonist war mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Der 15-jährige James, dessen Begabung fürs Zeichnen und richtige Hinschauen sich im Laufe des Buches herausstellt. Der von einer Karriere als Künstler träumt, um nicht auch als Fischer arbeiten zu müssen. Auch die Landschaftsbeschreibungen mag ich hervorheben. Die Flora und Fauna der kargen Insel wurden wunderbar beschrieben. Man spürte regelrecht auch das raue Wetter. Fazit: „Die Kolonie“ stand auf der Longlist des Booker Prize im Jahr 2022. Mich hat das Buch in allen Punkten überzeugt. Es ließ mich nachdenklich zurück und wird noch lange in mir nachhallen. Die Übersetzung aus dem Englischen kam von Nicole Seifert.

  • Bewertung

    aus München

    5/5

    26.02.2025

    eBook (ePUB)

    dicke Leseempfehlung

    Manchmal bekommt man ein Buch zwischen die Finger, das länger nachhallt. Das kann die unterschiedlichsten Gründe haben aber genau die machen die Würze im Alltag eines Lesejunkies. "Die Kolonie" von Audrey Magee ist so ein Buch. Ein Londoner Künstler und ein französischer Linguist landen im Sommer 1979 auf einer abgelegenen irischen Insel. Der eine möchte die einzigartige Natur in seinen Bildern festhalten während der andere sich für die irische Sprache interessiert, die auf der Insel in seiner Ursprünglichkeit Gälisch noch erhalten ist. Im Laufe des Sommers entsteht eine eigene Dynamik zwischen den beiden und ihren ganz unterschiedlichen Plänen. Und die Inselbewohner werden langsam in einen Konflikt hineingezogen. Begeistert hat mich an dem Roman zuerst einmal die Sprache der Erzählerin, die einerseits wunderbar malerisch und zart ist aber auch sehr facettenreich und präzise, vor allem, wenn geschichtliche Hintergründe und linguistische Feinheiten erklärt werden. Der Plot lebt von den Eigenheiten einer kleinen Gemeinschaft in einer rauen Natur, durch die engen Grenzen der Insel auf wenige Personen beschränkt. Dazu kommen ein eigenwilliger Künstler und ein radikal denkender Sprachwissenschaftler die in typisch männlichem Duktus über die Insel schwadronieren und ihr Ding durchziehen wollen. Es menschelt an allen Ecken und ich könnte mir diese Geschichte sehr gut als einen realen Film vorstellen. Mit tollen Naturaufnahmen und klugen Dialogen. Genau ist das Buch in meinem Kopf entstanden.

  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    17.02.2025

    eBook (ePUB)

    Reif für die Insel

    Als mit dem französischen Linguisten JP Masson und dem englischen Künstler Lloyd zwei Fremde im Sommer 1979 die abgelegene irische Insel im Atlantik betreten, wissen die Bewohnerinnen noch nicht, was sie davon halten sollen. Einerseits machen die beiden den Insulanern Versprechungen, andererseits bringen sie doch Unruhe auf die unberührte Insel. Gerade, weil sie sich so spinnefeind sind. Lloyd geht es vornehmlich darum, die Klippen der Insel auf die Leinwand zu bringen, Masson setzt sich für den Erhalt der irischen Sprache ein. Insbesondere der 15-jährige James findet Zugang zum Maler, der ihn schon bald unter seine Fittiche nimmt und ihn von einer Künstlerkarriere in England träumen lässt. Doch im Hintergrund brodelt der Nordirland-Konflikt so heiß wie selten zuvor... "Die Kolonie" ist der zweite Roman von Audrey Magee, der in der deutschen Übersetzung aus dem Englischen von Nicole Seifert bei Nagel und Kimche erschienen ist. Mit ihm stand sie auf der Longlist für den Booker Prize 2022. Es ist ein hinreißender Roman geworden, der sowohl sprachlich überzeugt, aber auch in der Figurenzeichnung und inhaltlich keine Abstriche macht. In seiner Gesamtheit ist "Die Kolonie" wohl eines der stärksten Bücher der letzten Jahre. Ungemein originell ist beispielsweise die auch graphisch unterschiedliche Darstellung der beiden Perspektiven Massons und Lloyds. Während beim Linguisten JP die Sprache fließt und sich einzelne Sätze schon einmal über ganze Seiten hinziehen, denkt Lloyd stets in Bildern und seine Kapitel sehen selbst wie kleine Kunstwerke aus. Da hängen Satzfragmente in der Luft oder die Zeile bricht einfach mal weg. Auch die Landschaftsbeschreibungen sind fantastisch. Magee und Übersetzerin Seifert erwecken die Insel zum Leben, ganz plastisch schildern sie Flora und Fauna dieser karg-schönen Insel. Und obwohl ich normalerweise kein Freund von zahlreichen Dialogen bin, sind diese in "Die Kolonie" bemerkenswert pointiert, immer wieder auch mal komisch und oft berührend. Thematisch gelingt es der irischen Autorin sehr gut, das vermeintlich beschauliche Inselleben mit den immer zahlreicher werdenden Toten und Verletzten der nordirischen Troubles zu verbinden. Zunächst durch erschaudernd sachliche, historische Schilderungen von IRA-Attentaten und Gegenschlägen der Loyalisten. Später rücken diese fast unmerklich an die Insel heran, weil die Insulaner ständig Radio hören und sich mehr und mehr darüber unterhalten. Hauptgrund dafür ist, dass der Künstler Lloyd seinem begabten Schüler James den Floh ins Ohr gesetzt hat, ihn doch zu einer gemeinsamen Ausstellung nach London zu begleiten, wo Iren im Jahre 1979 verständlicherweise nicht gerade gern gesehen waren. Dieser James ist übrigens ein Musterbeispiel für die exzellente Figurenzeichnung Magees. Klug und empathisch nähert sich die Autorin den nie schwarz-weiß dargestellten Charakteren, verzeiht ihnen auch ihre Fehler. Und vor allem verurteilt sie niemanden. James ist ein Junge von anrührender Ehrlichkeit, dessen Träume eines anderen, moderneren Lebens man nahezu durchgehend spüren kann. Und auch die beiden Fremden, bei denen man relativ schnell eine Egozentrik erkennt, haben im Grunde durchaus hehre Ansinnen. Während Lloyd die Ursprünglichkeit der Insel und ihrer Bewohnerinnen malerisch festhalten will, geht es Masson um den Erhalt der irischen Sprache. Der Umgang mit dieser Minderheitensprache ist neben den Troubles ein zentrales Thema des Romans. Dramaturgisch setzt Magee sie bemerkenswert in Szene, lässt das Irische immer dann ohne Übersetzung für sich stehen, wenn Lloyd im Raum ist. Dadurch bekommt man als Leser nicht nur ein Gefühl für diese wundervolle Sprache, sondern auch die Gelegenheit sich mit ihr auseinanderzusetzen, indem man sich die Abschnitte selbst übersetzt. Und auch der Kolonialismus findet natürlich seinen Einzug in "Die Kolonie" - vor allem, aber nicht nur in den Auseinandersetzungen zwischen dem Franzosen JP und dem Engländer Lloyd. Möchte man überhaupt etwas an diesem Gesamtkunstwerk kritisieren, dann ist es die Tatsache, dass bei der Schilderung der Troubles vornehmlich Taten der IRA und viel seltener die Kriminalität der Loyalisten dargestellt wird. Vielleicht ist dies aber auch der damaligen Nachrichtenlage geschuldet. Insgesamt ist "Die Kolonie" ein herausragender Roman, dem es mit wunderbarer Sprache gelingt, komplexe Themen berührend und emotional darzustellen und dabei die Leserinnen zum Mitdenken auffordert. Reif für die Insel ist man nach der Lektüre ohnehin.

  • Bewertung

    aus Leiblfing

    4/5

    21.01.2025

    eBook (ePUB)

    Mikrokosmos einer irischen Insel

    Die Kolonie – Audrey Magee Ein Londoner Maler und ein französischer Sprachwissenschaftler verbringen beide den Sommer 1979 auf einer abgelegenen irischen Insel. Die Männer könnten unterschiedlicher nicht sein und obwohl sie versuchen, sich aus dem Weg zu gehen, beeinflusst jeder die Inselbewohner auf seine eigene Weise. Sympathieträger sind beide nicht. Der Linguist möchte den Untergang der irischen Sprache aufhalten und ermutigt die Iren, ihre Umgebung frei von englischen Einflüssen zu halten. Der Maler versteht kein Wort irisch und hat auch kaum Interesse an Kultur und Sprache dieser Menschen; er interessiert sich vielmehr für die Klippen. Er bringt moderne Ideen und Einflüsse auf diese Insel, deren einziger Berufsweg für einen Jungen im Fischen liegt. Und dann ist da immer im Hintergrund noch der Nordirlandkonflikt. Die Insel scheint abgeschieden davon zu sein. Dennoch kommen auch hier die aktuellen Nachrichten über neue Anschläge an und beeinflussen zusätzlich die Haltung mancher Einwohner gegenüber dem englischen Maler. Es ist ein sehr ruhiger Roman mit vielen starken Figuren, vor allem im Bereich der Inselbewohner, die sehr genau charakterisiert werden. Die beiden „Urlauber“ sind sozusagen Eindringlinge, die die bewährte Ordnung dieses durch traditionelle Werte bestimmten Mikrokosmos durcheinander bringen und dem ein oder anderen Flausen in den Kopf setzen. Denn es gibt sie, die Träume und Hoffnungen von einem anderen Leben, in den Köpfen dieser einfachen, von der Insel eingeschränkten Menschen. Viele Gedanken und Aufzeichnungen zur Malerei sowie zur Linguistik, insbesondere des Irischen, lassen den Roman manchmal etwas langatmig oder zumindest theoretisch erscheinen. Langweilig wird es aber nie. Ein ganz besonderer, sehr lesenswerter Roman. 4 Sterne

  • LG

    5/5

    26.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Feinfühlig

    „Die Kolonie* ist einer dieser Romane, die im ersten Moment schlicht wirken, sich aber rasch zu einer vielschichtigen, historisch interessanten Geschichte über Sprache, Zugehörigkeit und Kolonialismus entwickeln. Ich bin aufgrund der großartigen Übersetzerin Nicole Seifert aufmerksam auf den Roman geworden und wurde sowohl von der Sprache als auch vom Inhalt des Romans nicht enttäuscht. Im Mittelpunkt stehen ein englischer Maler und ein französischer Linguist, die beide auf die Insel kommen. Der eine will endlich das große Kunstwerk schaffen, der andere die irische Sprache retten. Beide ignorieren dabei konsequent die Wünsche der Menschen, deren Leben sie als „Material“ benutzen. Das beschreibt Magee mit präzisem Blick: unaufdringlich, aber eindringlich, oft leise ironisch, nah an den Figuren. Besonders stark ist der Roman deshalb, wenn es um die Inselbewohner geht. Die eingeflochtenen kurzen Sequenzen zu den Ereignissen des Nordirlandkonflikts waren für mich zusätzlich interessant. „Die Kolonie* ist kein lauter Roman, aber feinfühlig und komplex für Leser:innen, die sich für Themen wie Kolonialismus und kulturelle Auslöschung sowie Widerstand dazu interessieren.

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