Eine kluge, gesellschaftskritische Erzählung und ein unprätentiöser Appell zur Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen, jetzt neu als günstigere Taschenbuchausgabe. Der überraschende Besuch von Onkel Mike in dem beschaulichen japanischen Städtchen entzückt seine Nichte Kana, wirft den alleinerziehenden Vater Yaichi aber vollends aus den wohlgeordneten Bahnen seines Lebens. Denn der Kanadier Mike Flanagan ist der hinterbliebene Ehemann von Yaichis verstorbenen Zwillingsbruder Ryoji, der als Erwachsener die Akzeptanz seiner Sexualität im Ausland suchte. Mike will mit seinem Besuch endlich die japanische Verwandschaft kennenlernen und seine Trauer um Ryoji teilen, während Yaichi sich gedanklich seinem Zwillingsbruder erst wieder annähern muss. Hat er damals seinen Bruder genügend unterstützt, als der ihm seine Homosexualität gebeichtet hat? Oder fühlte sich Ryoji von ihm im Stich gelassen? Die ganze Nachbarschaft bebt unter Mikes Besuch, denn einen großen bärtigen Kanadier haben die wenigsten bisher in ihrem Zuhause gesehen und wer weiß schon, was alles passieren kann, wenn man mit der "Invasion des Fremden" konfrontiert wird!! Mehr Informationen:
Abgeschlossen in 4 Bänden
Eine berührende Geschichte über Familie, Akzeptanz und den Verlust eines geliebten Menschen.
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Berührend, lehrend und gleichzeitig augenöffnend
Lily911 (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 24.02.2026
Bewertungsnummer: 3056775
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Meine Meinung:
Durch die Empfehlung eines YouTubers bin ich zufällig auf die Mangareihe gestoßen. Vor dem Lesen wusste ich also schon worum es hauptsächlich geht und dass die Themen Homosexualität, Homophobie, etc. im Vordergrund stehen.
Also am besten fange ich mit dem Zeichenstil an, der ist sehr gut und wirkt passend zur Geschichte. Ich bin vom Lesen eher gewöhnt Shoujo/Shonen oder Josei Titel und dementsprechend Zeichenstile in dem Bereich zu sehen, aber der Zeichenstil wirkt realitätsnah und doch passend für einen Manga. Männer sind keine dünnen Bi-Shounen, sondern kräftiger gebaut inklusive Körperbehaarung und auch Bart (Mike). Der Zeichner Gengoroh Tagame ist ein bekannter Gay-Erotik Artist und das zeigt sich auch hier in dem Manga mit dem “Bara” Zeichenstil bei den Badszenen wie in der Badewanne oder in der Dusche ein wenig. Trotz solcher Szenen ist das Werk SFW und kann auch von Jugendlichen oder von Kindern mit Eltern gelesen werden.
Die Geschichte ist ein Slice of Life und dreht sich um Yaichi, Mike und Kana. Mike kommt nach Japan, um Yaichi, den Bruder seines verstorbenen Mannes zu besuchen. Mike wohnt in der Zwischenzeit im Haus von Yaichi mit Yaichis Tochter Kana und so beginnt das Familienleben der drei. Es stellt die Fragen und Vorurteile, die man gegenüber schwulen Menschen hat ins Licht und bietet dabei viel Introperspektive zu einem Homophoben wie Yaichi. Die Interaktionen mit Mike, Kana und Yaichi sind toll und jede/r gibt seinen Teil zum friedlichen Familienleben ab. Sie alle schweißt der verstorbene Ryoji zusammen, es ist auch schön zu sehen, dass Yaichi über sich und seine Phobie hinauswächst und mit Mike sehr Seiten seines verstorbenen Zwillings kennenlernt. Die Orte, die Mike, Yaichi und Kana besuchen sind alles Orte, die eine emotionale Bedeutung für Yaichi mit seinem Zwillingsbruder haben und das spiegelt sich auch in den ermittelten Emotionen wieder.
Die Charaktere sind ohne Frage sehr gut gewählt und machen den Manga zu einem leichtherzigen kleinen Familiendrama mit kleinen Schnulzmomenten.
Aber auch so sind die Charaktere interessant wie Yaichi, der Homophob ist, aber in keinster Weise je Mike ungerecht behandelt hat, sondern seine Phobie nur denkt. Ich finde die Entwicklungen und den Fortschritt sehr realistisch, zumal eine solche Phobie nicht von einem auf dem anderen Tag verschwindet und er auch mit sozialen Normen etc. zusammenhängt. Japan ist in mancher Hinsicht noch sehr traditionell, sodass gleichgeschlechtliche Ehen noch nicht weitgehend akzeptiert werden. Und als erwachsener Mann ohne LGBTQ+ Erfahrungen im näheren Umfeld, muss es schwer sein die plötzliche Nachricht seines (schwulen) Zwillingsbruders zu akzeptieren.
Die kleine Kana ist toll, denn sie ist praktisch wir Leser:innen und sie stellt neugierige Fragen an Mike und Yaichi, die nicht immer einfach zu beantworten sind. Und auch einige Aussagen, die Yaichis Einstellungen gegenüber Mike etwas verraten. Dennoch ist sie ein Sonnenschein und bereichert die mit ihrer Anwesenheit kommt mehr der Comedy Aspekt raus.
Mike ist auch toll, mit seiner Anwesenheit kommt es erst zum inneren Konflikt mit Yaichi und seinem Inneren. Er ist Japanfan und obwohl er nicht mit seinem Ehemann (Ryoji) nach Japan reisen konnte, begibt er sich kurzerhand alleine und seine Schwagerfamilie auf (Yaichi und Kana). Er ist offen, sympathisch und ein dankbarer Mensch, als er von Yaichi und Kana aufgenommen wurde. Dass er immer noch um den Tod seines Ehemanns trauert bricht mir das Herz und da merkt man, dass ihm das Thema nahe geht, er aber weder Yaichi noch Kana mit seiner Trauer aufbürden will. Ich finde die Interaktionen mit Kana toll und er zeigt dich als guter Onkel für sie.
Mein Fazit:
Alles in allem ein herzerwärmender und vor allem empfehlenswerter Einstieg in ein wichtiges Thema und zwar der Umgang mit Homosexualität. Ich hatte ungelogen oft Tränen im Auge einfach, weil die Emotionen der Charaktere so nah gehen. Es gibt auch eine 3 Episoden lange Minidramaserie zum Manga “Ototo no Otto”, den ich noch schauen muss!
Meine Bewertung: 5 Regenbogen ️ ️ ️ ️ ️
Der beste Manga zum Thema Homosexualität!
Bewertung am 01.02.2023
Bewertungsnummer: 1871342
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Diese kurze Mangareihe ist ein perfekter Spagat zwischen guter Handlung und Aufklärungsarbeit.
Gengoroh Tagame hat hier das Thema Homosexualität in den Vordergrund gestellt und beäugt dies mit zwei gegenüberstehenden Charakteren, die unterschiedlicher nicht reagieren könnten.
Auf der einen Seite haben wir die kleine Tochter Kana, welche komplett frei von Vorurteilen ihrem Onkel Mike gegenübertritt und alle Fragen stellt die ihr in den Sinn kommen.
Dies ist so süß und liebevoll gemacht, dass man ihr auch mal etwas direktere Fragen nicht übel nehmen kann.
Andererseits ist ihr Vater Yaichi nicht so begeistert von Mike und fühlt sich in seiner Gegenwart nicht wohl.
Yaichi verkörpert perfekt, wie unterschwellig Homophobie sein kann und ist somit anfangs nicht gerade der Fanliebling.
Nach und nach behandelt die geschichte von diesem Ansatz ausgehend, wie normal Homosexualität ist und, dass man nicht weniger geliebt werden sollte, nur weil man eine andere Sexualität hat.
Neben der Handlung gibt es kleinere Seiten, welche bestimmte Themen der LGBTQI+ Community erklären und verständlich rüberbringen.
Das Werk ist der perfekte Manga, wenn man nach einer kurzen Wohlfühlreihe zum Thema Homosexualität sucht!
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