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Erzählte Welt Eine Literaturgeschichte der Gegenwart, 1989 bis heute | Steffen Martus zeichnet ein eindringliches Porträt unserer Zeit.

2

40,50 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.10.2025

Abbildungen

Zahlr. s/w Abb.

Verlag

Rowohlt Berlin

Seitenzahl

704

Maße (L/B/H)

21,9/15,3/5,2 cm

Gewicht

758 g

Farbe

Dunkellila / Messing

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7371-0005-2

Beschreibung

Rezension

Eine literarische Gesellschaftsgeschichte ... beeindruckend in ihrer Fülle und anregend in unzähligen Details. Das Buch lässt sich schmökern wie ein Roman. ("Neues Deutschland")
Ein monumentales Epochenporträt. ("Sachbuch-Bestenliste ZDF, Deutschlandfunk Kultur, Die Zeit")
Martus’ Buch ist von einer umfassenden Neugier auf sämtliche Erscheinungen des literarischen Geschehens beseelt, und diese Neugier wirkt ansteckend. ("Die Presse")
Eine faszinierend vielschichtige Gegenwartsgeschichte. ("tip Berlin")
Ein brillantes, stoffgesättigtes Buch. ("Die Welt")
Hochinteressant. ("Berliner Morgenpost")
Zurück bleibt vor allem das Gefühl, nicht nur etwas über die Gegenwartsliteratur, sondern etwas über die Gegenwart gelernt zu haben. ("Tagesspiegel")
Es gibt viele Preziosen zu entdecken in ‹Erzählte Welt› … Ein Kanon der jungen Klassiker. ("Neue Zürcher Zeitung")
Bravourös zeigt Steffen Martus, wie eng die Zeitgeschichte mit der Gegenwartsliteratur seit 1989 verwoben ist. ("der Freitag")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.10.2025

Abbildungen

Zahlr. s/w Abb.

Verlag

Rowohlt Berlin

Seitenzahl

704

Maße (L/B/H)

21,9/15,3/5,2 cm

Gewicht

758 g

Farbe

Dunkellila / Messing

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7371-0005-2

Herstelleradresse

Rowohlt Berlin
Neue Promenade 5
10178 Berlin
DE

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  • Alrik Gerlach

    aus NordWestMecklenburg

    4/5

    23.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch wie ein Gehirnmarathon – aber lohnend

    Kein Buch für den schnellen Seitenhunger zwischendurch – das hier ist ein richtig großes Brett. Steffen Martus serviert in Erzählte Welt kein Häppchen, sondern ein literarisches Buffet, bei dem man sich manchmal fragt, ob man noch Platz hat oder schon längst satt ist. Aber verdammt, es schmeckt gut – wenn man was mit Literatur, Gesellschaft und Geschichte anfangen kann. Martus zieht eine Linie von 1989 bis heute, und wer da denkt, das sei trocken, hat weit gefehlt. Hier fliegen die Geistesblitze: Christa Wolf, Handke, Walser, Grass – jeder bekommt seinen kleinen Auftritt im Theater der deutschen Literaturgeschichte. Und ich sitze da, Kaffee in der Hand, und nicke so oft, dass mein Nacken knackt. Literatur als Spiegel der Gesellschaft? Jawohl. Martus hat’s verstanden – und bringt’s mit Wucht. Allerdings: Das Buch will was von dir. Es liest sich nicht nebenbei zwischen Mails und Mittagspause. Wenn du hier reinsteigst, brauchst du Konzentration, Geduld und vielleicht einen zweiten Kaffee. Der Stil ist klug, manchmal zu klug, fast akademisch. Ich hab zwischendurch gedacht: „Komm schon, Steffen, ein bisschen lockerer geht doch!“ Aber dann kommt wieder ein Absatz, der mich komplett packt – so ein Satz, der alles erklärt, was in der Welt grad schiefläuft. Was mich begeistert hat: Diese Verbindung aus Literatur, Medien, Politik und Zeitgeist. Wie er zeigt, dass Bücher nicht einfach Bücher sind, sondern Teil einer großen gesellschaftlichen Maschine. Da wird die Popliteratur plötzlich zur Diagnose unserer Gegenwart, Amazon zum Kulturphänomen, und Schriftsteller zu Influencern avant la lettre. Fazit: Ein wuchtiges, kluges, aber manchmal schweres Buch. Kein Lesesnack, sondern ein intellektuelles Workout. Ich schwitzte beim Lesen – aber hey, es hat sich gelohnt. 4 Sterne, weil’s groß ist, wichtig ist, aber manchmal auch einfach zu verkopft. Trotzdem: Wer wissen will, was deutsche Literatur über uns alle verrät – der sollte sich dieses Monster schnappen.

  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    01.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ohne Skandal geht es nicht

    Mit seinem literatur-wissenschaftlichen Fachbuch «Erzählte Welt», dessen Untertitel «Eine Literatur-Geschichte der Gegenwart - 1989 bis heute» seinen Inhalt klar benennt, hat der an der Humboldt Uni in Berlin lehrende Steffen Martus ein wichtiges Werk zum Verständnis seiner Kunstgattung geliefert. Denn wie kein anderes spiegelt es die fundamentalen Umbrüche der Zeit in vielerlei Hinsicht, politisch, soziologisch, aber natürlich auch ästhetisch. Nach der politischen Wende waren ja insbesondere in den beiden deutschen Staaten plötzlich alte Gewissheiten obsolet geworden. Und mit der Digitalisierung änderten sich zunehmend nicht nur die altbewährten Vertriebswege, es änderte sich auch der Stellenwert von Büchern, speziell im Vergleich zu den im Internet konsumierbaren Möglichkeiten der Unterhaltung und Erbauung. Vorweg bleibt festzustellen, dass dieses Buch kein Nachschlagewerk über Literatur ist, die Intention des Autors besteht vielmehr klar erkennbar darin, Literatur-Geschichte als gespiegelte Gesellschafts-Geschichte zu erzählen. Kein Wunder also, dass mit dem turbulenten politischen Geschehen nach 1989 in Deutschland - über mehr als dreißig Jahre hinweg also - auch die bis dato eher behäbig erscheinende deutsche Literatur kräftig aufgemischt wurde, alle der vielen sozialen Krisen haben in ihr sichtbare Spuren hinterlassen. Schaffen doch ihre kreativ gesehen gottgleichen Schöpfer in ihren Werken eine Welt im Kleinen, die immer auch auf die Realität zurückwirkt. Ganz deutlich war das an der Situation der DDR-Schriftsteller zu sehen, denen sich Steffen Martus gleich zu Beginn ausführlich widmet. Er nennt Christa Wolf als Beispiel dafür, wenn von ihr bei den die Wende auslösenden Demonstrationen am Berliner Alexanderplatz politische Orientierung erwartet wurde. Die sie auch geliefert habe, die sich dann aber schnell als reine Utopie erwiesen hat. Der Sozialismus war wegen der Konsumgier der ostdeutschen Bevölkerung, wegen ihres übermächtigen, materiellen Nachholbedarfs aus der Politik wie auch aus der Literatur in kürzester Zeit verschwunden. Ihm wurde keine Träne nachgeweint, was sich erst in jüngster Zeit vereinzelt geändert hat, ohne dass aber bisher eine wirklich literarische Aufarbeitung stattgefunden hätte. Während des so genannten deutsch-deutschen Literaturstreits veränderte sich die Gesellschaft jedenfalls von Grund auf. Die literatur-soziologische Perspektive von Steffen Martus, die immer eng an den behandelten Büchern bleibt, beschäftigt sich weniger mit den Aufregungen um die allseits bekannten «Großschriftsteller» wie Handke, Grass, Böll oder Botho Strauss. Er arbeitet vielmehr an vielen Beispielen speziell die Bedeutung der Entwicklungen im popkulturellen Bereich heraus und zeigt auf, wie Literatur marktkonform wird. Dabei interessiert er sich auch für den rasanten Aufstieg des neuen Marktsegments «New Adult». Ausgehend von einem New Yorker Verlag seit 2009 als spezielles Subgenre der Literatur forciert, wird damit eine neue, bisher nicht erreichte Zielgruppe zwischen den Lesern von Liebes- und denen von Jugendromanen angesprochen. Neben den explizit erotischen Themen darin sind im deutschen Sprachraum die fast ausschließlich englischen Titel dieser Romane typisch, ein Merkmal der mit Anglizismen am ehesten ansprechbaren Jugendlichen. Anschaulich verfasst, ist dieses unterhaltsame Buch der Versuch, dem über den Tellerrand der konsumierten Lektüre hinaus interessierten Lesern tiefere Einblicke in eine der großen Kunstgattungen zu gewähren, ohne sie mit spezifischem Fachwissen zu überfordern. Sein Augenmerk liegt dabei auch auf der Rezeption von Literatur, den Wirkmechanismen im allfälligen Meinungsstreit unter denn Kritikern und Lesern sowie den literarischen Strömungen und Skandalen. Und prompt wurde dem Autor nun in einer Kolumne von Maxim Biller, dem Enfant terrible und Spitzenreiter peinlicher Selbstüberschätzung unter den deutschen Autoren, fälschlich unterstellt, bewusst jüdische Autoren ignoriert zu haben, - ganz ohne Skandal geht es wohl nicht in der Literatur, lernen wir daraus!

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