Lässt sich verlorene Zeit wieder aufholen? Seit ihrer Kindheit schenkt Julia ihrer Mutter Christine Gutscheine - zum Geburtstag, zum Muttertag, zu Weihnachten, eben zu allen Gelegenheiten. Doch eingelöst hat sie nur einen Teil davon. Als Christine unerwartet ins Krankenhaus muss, wird Julia schmerzlich bewusst, wie wenig sie sich die letzten Jahre gekümmert hat - und dass die Zeit mit ihrer Mutter begrenzt ist. Um sie jeden Tag besuchen zu können, zieht Julia vorübergehend in das Haus ihrer Kindheit. Beim Aufräumen findet sie die Gutscheine und nimmt sich vor, alle zu erfüllen, wenn die Mutter nur wieder gesund wird. Nach einer überstandenen OP spricht Christine plötzlich ein paar Worte Friesisch, obwohl sie die Sprache nie gelernt hat. Gemeinsam reisen sie nach Amrum. Dort erkennen beide, was wirklich wichtig ist im Leben.
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Bevor du gehst
Bewertung am 14.07.2024
Bewertungsnummer: 2244568
Bewertet: eBook (ePUB)
Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne schon viele Bücher von Anne Barns, auch unter ihren Pseudonymen Andrea Russo und Anne Töpfer. Dieses Buch in relativ kurz, 192 Seiten als Taschenbuch, aber es steckt viel darin. Zum einen könnte man sagen, „Du sollst Mutter und Vater ehren“, allerdings nicht nur am Muttertag, sondern jeden Tag, andererseits muss man sich auch nichts von den Eltern gefallen lassen (bestes Beispiel: Julias Vater, aber ihre Reaktion ist auch nicht astrein). Zum anderen fällt mir hier „Carpe Diem“ ein, nutze den Tag, nutze die Zeit, die du hast, die dir mit deiner Familie, Freunden, etc. bleibt, anstatt viel auf die lange Bank (oder eben nicht eingelöste Gutscheine) zu schieben und dann Panik zu bekommen, wenn etwas Unvorhergesehenes eintritt.
Julia und Alexander, Endvierziger, kämpfen um ihre Ehe und wie es weitergehen soll, diese Entscheidung tritt ein wenig in den Hintergrund, als Julias Mutter Christine, Mittsiebzigerin, plötzlich in der Klinik liegt. Das Verhältnis zwischen Julia und Christine war immer ein wenig trocken, behütet, aber nicht sonderlich liebevoll. Julia weiß nicht, wie es der Mutter geht, schafft sie es, wieviel Zeit bleibt ihr, bleibt ihnen noch und die Rennerei geht los, die Gedanken überschlagen sich, die Nerven liegen bloß. Ich hätte gerne gewußt, wie sich Alexander und Julia entschieden haben, das bleibt für mich offen. Umso mehr freue ich mich, dass das Band zwischen Julia und Christine stärker wird und sie endlich einen Draht zueinander finden. Dabei gibt es einiges Ungesagtes, das ans Licht kommt. Die Reise nach Amrum, die nicht nur für Christine viel Neues eröffnet, sondern auch Julia in die richtige Richtung zu weisen scheint, wird nicht nur zur Gutscheineinlösung, sondern zu einer Urlaubsreise, die die Zukunft aller drei Frauen (Christine, Tochter Julia und Enkelin Emilia) einläutet. Man kann auch als Erwachsene noch „danke“ sagen, man sollte wissen, was man an den Eltern hat (und diese an ihren Nachkommen) und es ist nie zu spät, miteinander zu sprechen und schon gar nicht, seine Träume zu erfüllen.
Die Geschichte hat mich sehr berührt, sind doch die Hauptpersonen im Alter von mir und meinen Eltern und man merkt, dass die Zeit nicht aufzuhalten ist. Ein nachdenklich machendes Buch über eine, oder eher zwei, Mutter-Tochter-Beziehungen, Träume und Erfüllung. „Bevor du gehst“ hat meiner Meinung nach 5 Sterne und eine Leseempfehlung verdient.
berührende Mutter-Tochter-Geschichte
Leseratte-Y am 07.07.2024
Bewertungsnummer: 2238931
Bewertet: eBook (ePUB)
Julia steckt gerade in einer Ehekrise und weiß noch nicht so recht, wie und ob es für sie in ihrer Beziehung weitergehen soll. Plötzlich kommt ihre Mutter ins Krankenhaus und Julia merkt, wie schnell das Leben doch zu Ende sein kann. Dann findet sie auch noch eine Mappe mit Gutscheinen im Haus ihrer Mutter – alles Geschenke von ihr, nur teilweise eingelöst. Schnell wird ihr klar, dass sie dies ändern muss. Das Leben ist zu kurz. Julias Verhältnis zu ihrer Mutter ist sehr distanziert. Ihr hat immer Nähe gefehlt. Kann sich dies jetzt noch ändern? Und was hat es eigentlich mit Amrum auf sich?
Ich mag den lockeren, leichten Schreibstil der Autorin. Von Anfang an hat sie mich wieder in Ihren Bann gezogen. Das Buch ist in der „Ich“-Form aus Sicht von Julia geschrieben, was hier sehr gut passt. So ist es sehr authentisch. Man kann an den Gedanken und Gefühlen teilhaben. Nichts wirkt aufgesetzt. Mir hat es Spaß gemacht, an der Annäherung von Julia und ihrer Mutter teilhaben zu dürfen, wenn es auch noch tiefgründiger hätte sein dürfen. Gern gebe ich eine Leseempfehlung.
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