Was haben ein junger, verheißungsvoller Journalist, den alle nur den "Tschornalisten" nennen und eine Societylady die Charity-Veranstaltungen organisiert, gemeinsam? Mehr als man zunächst glaubt.
Hans-Friedrich, der ehrgeizige Schreiberling einer angesehenen Münchner Zeitung ahnt nicht, welch eine Lawine er mit einem einzigen Interview lostritt. Dabei hat er doch nur eine harm- und belanglose Dame aus der High Society zu dem befragt, was sie gerne tauschen würde. Eigentlich hat diese mit jenen veralteten Methoden nichts am Hut, dennoch ist ein Tausch für die beiden der Schlüssel zu einem Schritt in eine vollkommen neue Richtung. Doch nicht allen in ihrem Umfeld gefällt dieses Überholmanöver. Werden sie es schaffen aus den Steinen, die ihnen in den Weg gelegt werden, ein neues Business aufzubauen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
6 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Amüsant, mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik
reziprov am 18.08.2024
Bewertungsnummer: 2269964
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Inhalt:
Journalist Hans-Friedrich Naseweis, genannt „Der Tschornalist“, tritt bei einem Interview der Charity-Gesellschafts—Queen „Frau Silvia“ auf die pedikürten Fußnägel und erzürnt so nicht nur deren Mann, sondern leitet auch eine endlose Pechsträhne für ihn ein, die damit startet, dass er seinen Job verliert.
Doch die Societylady ist ihm keinesfalls böse und setzt in der Folge alles daran, ihn wieder in Brot und Lohn zu bekommen. Kurzerhand wird ein Start-up gegründet und binnen kürzester Zeit werden auf der Plattform „Tauschrausch“ Objekte, Subjekte und Leistung aller Art getauscht, dass die Server qualmen. Wird Hans-Friedrichs Pechsträhne abreißen und was hat sein Ex-Chef Dr. Höllenreiter mit all dem zu tun?
Meine Meinung:
Es ist ein amüsanter Tauschreigen, den die beiden Autorinnen hier lostreten und ich habe mich köstlich amüsiert, wenn der „Tschornalist“ seine vorgebliche Pechsträhne mit nahezu jeglichem Aberglauben der sieben Weltmeere herbeierklärt. Im Zuge der Handlung wird nicht nur die Münchener Bussi-Bussi Gesellschaft auf den Arm genommen, sondern auch ‘en passant’ lokale und globale Missstände und menschliches Fehlverhalten karikiert.
Auch die ‘Normlos’ bekommen ihr Fett weg und aktuelle Themen, wie Klimawandel und Korruption fließen leichten Wortes in den Text ein.
Gewürzt haben die Autorinnen den Plot noch mit einer Mischung aus Krimi und Agentenstory, um ihr den finalen Pfiff zu geben.
Sehr schön wird deutlich, wie Hans-Friedrich über lange Strecken nur das halbleere Glas in seinem Leben sieht, obwohl ihm doch einiges an positiven Dingen passiert. Als Leser atmet man da geradezu auf, wenn endlich der Knoten platzt und er lernt, Geschehnisse auch von einer anderen Seite zu betrachten.
Gut gefallen hat mir die Entwicklung von Frau Silvia. Zunächst ganz wandelndes Klischee, entwickelt sie sich im Verlauf in eine bodenständigere Richtung, die ihr Sympathiepunkte einbringen.
Aufgelockert wird die ohnehin schon kurzweilige Geschichte durch verschiedene Dialekte, die man beim Lesen direkt im Ohr hat. Hier besticht besonders Schwabe und Computer-Nerd Korbinien.
Ein wunderbarer Lesespaß, mit teils absurd anmutenden Tauschideen, einem ordentlichen Maß Gesellschaftskritik und vielen Szenen, die zum Schmunzeln und Lachen einladen.
Tauschen – das bedeutet nicht nur einen Gegenstand oder eine Fähigkeit auszutauschen...
Bewertung am 29.08.2023
Bewertungsnummer: 2010102
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Tauschen – das bedeutet nicht nur einen Gegenstand oder eine Fähigkeit auszutauschen und sich damit was „leisten“ zu können und zusätzlich „gespart“ zu haben, sondern es verändert vielleicht sogar dein Leben, wird Auswirkungen auf so Vieles haben…
Ein wirklich tolles Buch, das zum Nachdenken anregt (und auch möglicherweise zur Änderung seiner eigenen Überzeugungen führt).
So wie in zahlreichen Sequenzen in der Geschichte, in der auf Aberglaube, (Lebens)Einstellungen, Denk- und Sichtweisen sowie Gewohnheiten hingewiesen und eingegangen wird, kommen nicht nur die Protas, nein auch man selbst nicht umhin, seine Einstellungen und Ansichten, sein „business as usual“ zu hinterfragen, zu überdenken.
Denn manchmal ist es wirklich so einfach…
Andere Sichtweise und Herangehensweise und plötzlich ist es nicht mehr schlimm, deprimierend, keine Pechsträhne mehr, sondern vielmehr eine Möglichkeit zur Veränderung, zur Verbesserung, zum Wachstum, zum Erwachen zu neuem, richtigen und erfüllten Leben.
Hier hat man also sein Mindset „getauscht“.
Aber es gibt noch so viel mehr „Dinge“, die getauscht werden können.
Gegenstände, Jobs, Immobilien, Lebensmittel, Fähigkeiten, Wissen, Emotionen, Ansichten, „Familienzugehörigkeiten“, Freundschaften, Liebe,…
Das alles bedingt, dass Menschen miteinander reden, interagieren müssen, sich also öffnen, soziale Kontakte knüpfen und somit positiv auf sich, den Tauschpartner, die umgebenden Mitmenschen, derer aller Leben und nicht zuletzt auf die Natur, die Umwelt einwirken.
Eine Win-win-win-win-Situation (ich-du-Mitmenschen-Umwelt), die alles zum Besseren verändert.
Tausch heißt also gleichsam Veränderung, Verbesserung.
Mehr Achtsamkeit, Rücksichtnahme, Respekt, Demut, Dankbarkeit, Verständnis, Fürsorge, Mut, Toleranz, Menschenliebe, Einsicht, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit, Zufriedenheit und Erkenntnis gegenüber allem und jedem.
Es kann auch heißen Einsamkeit, Desinteresse, Abstumpfung, Vereinsamung, emotionaler und physischer Verarmung entgegen zu wirken, zu bekämpfen und vielleicht sogar abzuschaffen…
Die Geschichte regt nicht nur zum Nachdenken und zur Besinnung auf das Wesentliche an, sondern wartet trotz dem Hintergrund (vermeintliche Pechsträhne, Pessimismus des Hauptprotas) und dem „sperrigen, trockenen“ Thema Tausch mit lustigen, humorigen Szenen, netten und frischen Wortwechseln und einem urkomischen Einschlag an Dialekt(witz) auf.
Es stimmt einen positiv, bewirkt eine Aufbruchsstimmung und zieht einen keinesfalls runter.
Nach dem Motto: Ärmel hochkrempeln und los. Sei deines eigenen Glückes Schmied. Wer Glück und Freude sät, bekommt dies doppelt zurück. Wenn man Schlechtes sehen will, dann bestätigt sich das, wenn man positiv denkt, geht man so auch raus, wirkt so und zieht es dann auch an. Das Glas ist immer halb voll.
Man muss sich nicht mit allem abfinden, man kann was ändern, und wenn es „nur“ das Mindset ist.
So geht man aus dieser Geschichte raus, voller Tatendrang und neuer Ideen und Erkenntnisse.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.