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Produktbild: Alle meine Geister
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Uwe Timm

1. Alle meine Geister

Alle meine Geister

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Gert Heidenreich

Spieldauer

7 Stunden und 57 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

07.09.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

100

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732409303

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Ja

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7 Stunden und 57 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

07.09.2023

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Fassung

ungekürzt

Medium

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Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732409303

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ungemein großes Lesevergnügen

Edith Berger am 12.09.2023

Bewertungsnummer: 2020243

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Krieg ist gerade erst vorbei. Deutschland liegt in Trümmern. Man nimmt jede Arbeit an, die man bekommen kann. Es ist der pure Zufall, dass Uwe Timms Vater im Schutt eine Pelznähmaschine findet. Es ist der Grundstein für das Pelzgeschäft, das seine Eltern aufbauen. Mit 14 lernt er selbst das Kürschner Handwerk. Er erzählt von Freunden und ArbeitskollegInnen, WegbegleiterInnen und seiner Familie. Er erzählt von Menschen, vom Handwerk, von Büchern und Reiseerlebnissen die ihn geprägt oder beeinflusst haben. Auch das Hörbuch, perfekt eingelesen von Gert Heidenreich ist ein echter Hörgenuss.

ungemein großes Lesevergnügen

Edith Berger am 12.09.2023
Bewertungsnummer: 2020243
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Krieg ist gerade erst vorbei. Deutschland liegt in Trümmern. Man nimmt jede Arbeit an, die man bekommen kann. Es ist der pure Zufall, dass Uwe Timms Vater im Schutt eine Pelznähmaschine findet. Es ist der Grundstein für das Pelzgeschäft, das seine Eltern aufbauen. Mit 14 lernt er selbst das Kürschner Handwerk. Er erzählt von Freunden und ArbeitskollegInnen, WegbegleiterInnen und seiner Familie. Er erzählt von Menschen, vom Handwerk, von Büchern und Reiseerlebnissen die ihn geprägt oder beeinflusst haben. Auch das Hörbuch, perfekt eingelesen von Gert Heidenreich ist ein echter Hörgenuss.

Ein Erinnerungsbuch

Bewertung aus Baden-Baden am 07.09.2023

Bewertungsnummer: 2017111

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Uwe Timm ist unbestritten einer der ganz Großen der deutschen Gegenwartsliteratur. Nun legt er mit „ Alle meine Geister“ ein Erinnerungsbuch vor. Es gab schon andere Bücher, in denen Uwe Timm seine eigene Familiengeschichte bzw. sein eigenes Leben zu Literatur gemacht hat. Man denke hier nur an sein berühmtestes Werk, die 2003 erschienene Erzählung „ Am Beispiel meines Bruders“. Hierin erzählt er die Geschichte seines älteren Bruders, der sich als Jugendlicher zur Waffen-SS gemeldet hatte und 1943 an der Ostfront fiel. Oder „ Der Freund und der Fremde“, zwei Jahre später erschienen, über seinen Freund Benno Ohnesorg. In „ Alle meine Geister“ geht es um die Jugendjahre des Autors selbst. Uwe Timm ist der Nachzügler in der Familie. Nach Kriegsende kehren Mutter und Sohn ins zerstörte Hamburg zurück. Der Vater eröffnet nach der Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft ein Pelzgeschäft in Hamburg. Und für den Vater stand fest, dass sein Sohn einmal das väterliche Geschäft übernehmen würde. Deshalb beginnt der fünfzehnjährige Uwe nach dem Abschluss der Volksschule eine Kürschnerlehre in einem großen Hamburger Pelzgeschäft. Pelze hatten damals noch nicht den schlechten Ruf, den sie heute haben. Im Gegenteil! Wer es sich leisten konnte, trug welche. Und die Kürschnerei war ein hoch angesehenes Handwerk, zählte im Mittelalter zu den „ sieben Höheren Künsten“. Uwe Timm beschreibt nun ziemlich detailliert und voller Leidenschaft, was ein Kürschner können musste, worauf es ankam und was für vielerlei Arten von Fellen es gibt. „Das muss, da der Beruf ausstirbt oder in seiner exklusiven Feinheit bereits ausgestorben ist, so ausführlich beschrieben werden, Mit ihm gehen seine Kenntnisse, seine Handreichungen, Fertigkeiten und auch jahrhundertalte Geheimnisse verloren.“ So lesen sich große Teile des Buches als Würdigung eines Handwerks, das es so nicht mehr gibt. Aber Uwe Timm zieht auch eine Analogie zum Schreiben. Nicht nur, dass beim Sortieren und der Suche nach dem passenden Fellstück Zeit war für das Geschichtenerzählen. Auch die Sorgfalt und das genaue Hinsehen sind Eigenschaften, die der Kürschner und der Schriftsteller gleichermaßen beherrschen müssen. Außerdem erzählt Uwe Timm von den Menschen, die ihn begleitet haben und von deren Einfluss auf sein Leben. Zahlreiche, z.T. humorvolle Geschichten und Anekdoten durchziehen das Buch. Einer der Gesellen erzählt vom Seekrieg und seinen norwegischen Freundinnen, bringt Jazzplatten mit, die zuhause bei Timms verpönt sind. Ein anderer taucht mit einer „abgetragenen proletarischen Lederjacke“ im mondänen Pelzgeschäft auf und weckt mit seinen Erzählungen vom fernen Amerika die Sehnsucht danach im jungen Uwe. Wichtig für den Lehrling wird schließlich auch sein Meister Walter Kruse, ein alter Genosse und Gewerkschaftler. Er vermittelt ihm nicht nur die Feinheiten seines Berufes, sondern auch einen „kritischen Blick auf die Gesellschaft und auf die deutsche Geschichte“. Damit beginnt gleichzeitig der Streit mit seinem Vater über die Verantwortung der Elterngeneration am Dritten Reich. In jeder Lebensphase waren Bücher für Uwe Timm elementar. Auch davon schreibt er, von seinen Lektüren und den Menschen, die sie ihm nahegebracht haben. War es anfangs die Mutter, die ihm vorlas, „ Grimms Märchen“ und die „ Geschichten aus Tausendundeiner Nacht“, so sind es später Arbeitskollegen und Weggefährten, die seine Lektüre beeinflussen. Der eine bringt ihn mit amerikanischer Literatur, Salinger und Hemingway, in Kontakt, Meister Kruse empfiehlt die Russen, Lermontow, Turgenjew und vor allem Gogol. Danach hat Uwe Timm Dostojewski gelesen, „Roman um Roman“, die Figur des „ Idioten“ Fürst Myschkin war ihm „ wie ein Bruder nah“. Benn - Gedichte werden von einem Kollegen zitiert. Da stört den Siebzehnjährigen, dass dieser „ die Verse wie Einwickelpapier für seine Meinungen benutzte.“ Kafkas „ Verwandlung“ bringt ihm einen neuen Blick auf den Beruf des Kürschners, eine Verpflichtung, durch sorgsame Arbeit dem Tod der Tiere „ Achtung zu zollen“. All diese Leseerfahrungen bestätigten den jungen Uwe Timm in seinem Wunsch zu schreiben. Doch dafür war vorerst keine Zeit. Kurz nach der bestandenen Lehre ( als Lehrlingsbester seiner Zunft in Hamburg ) stirbt überraschend der Vater an einem Herzschlag, erst 58 Jahre alt. Der 18jährige Uwe Timm übernimmt das hochverschuldete Geschäft seines Vaters und schafft es, gemeinsam mit der Mutter und der älteren Schwester, den Betrieb wieder rentabel zu machen. Doch die Zeiten für das Kürschnerhandwerk gehen zu Ende. Nicht nur, weil das Geschäft mit dem Leid und dem Tod so vieler Tiere in Verruf geraten war, sondern auch wegen dem Strukturwandel. Die Luxusware Pelz wurde zu einem billigen Massenprodukt, Pelze aus Kunstfasern waren gefragt. Und als die über 80jährige Mutter eines Tages ihr Geschäft aufschließen will, prangt am Schaufenster das Wort „ Mörder“. Das war das Ende von „ Pelze Timm“, das Geschäft wurde verkauft. Uwe Timm bewirbt sich nun am Braunschweig- Kolleg, wo er mit einem Stipendium in zwei Jahren sein Abitur nachholen kann und wo später der gelernte Dekorateur Benno Ohnesorg sein Mitschüler und Freund werden würde. Hier endet das Buch und man darf hoffen, dass Uwe Timm seine Erinnerungen in einem weiteren Band fortführt . Natürlich waren auch Mädchen ein Thema für den jungen Uwe Timm. Doch anfangs ist er viel zu schüchtern, um selbst die Initiative zu ergreifen. Erst bei einer Ferienreise nach Schweden mit einem Freund kommt es zu einer Nacht mit einer hübschen Schwedin. Im Reisegepäck hatte Uwe Timm passenderweise Henry Millers „ Wendekreis des Krebses“. Neben all den Erlebnissen, den eigenen und den von anderen, steht immer wieder die aktuelle Lektüre im Zentrum seiner Erinnerungen. Ob „ Buddenbrooks“ oder „ Anna Karenina“, immer wieder belässt es Uwe Timm nicht bei der Aufzählung der Titel, sondern findet Bezüge zu sich selbst oder liefert kurze Interpretationsansätze. Ganz wichtig für seine weitere Entwicklung sollte Camus „ Der Fremde“ werden. Auch eigene Bücher fließen in den Reflexionsprozess ein. Leser, die mit dem Werk von Uwe Timm vertraut sind, werden auf manch Bekanntes stoßen. Andere dürften Lust bekommen haben auf die Romane und Erzählungen des Autors. Dieses Buch hier kann ich nur empfehlen.

Ein Erinnerungsbuch

Bewertung aus Baden-Baden am 07.09.2023
Bewertungsnummer: 2017111
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Uwe Timm ist unbestritten einer der ganz Großen der deutschen Gegenwartsliteratur. Nun legt er mit „ Alle meine Geister“ ein Erinnerungsbuch vor. Es gab schon andere Bücher, in denen Uwe Timm seine eigene Familiengeschichte bzw. sein eigenes Leben zu Literatur gemacht hat. Man denke hier nur an sein berühmtestes Werk, die 2003 erschienene Erzählung „ Am Beispiel meines Bruders“. Hierin erzählt er die Geschichte seines älteren Bruders, der sich als Jugendlicher zur Waffen-SS gemeldet hatte und 1943 an der Ostfront fiel. Oder „ Der Freund und der Fremde“, zwei Jahre später erschienen, über seinen Freund Benno Ohnesorg. In „ Alle meine Geister“ geht es um die Jugendjahre des Autors selbst. Uwe Timm ist der Nachzügler in der Familie. Nach Kriegsende kehren Mutter und Sohn ins zerstörte Hamburg zurück. Der Vater eröffnet nach der Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft ein Pelzgeschäft in Hamburg. Und für den Vater stand fest, dass sein Sohn einmal das väterliche Geschäft übernehmen würde. Deshalb beginnt der fünfzehnjährige Uwe nach dem Abschluss der Volksschule eine Kürschnerlehre in einem großen Hamburger Pelzgeschäft. Pelze hatten damals noch nicht den schlechten Ruf, den sie heute haben. Im Gegenteil! Wer es sich leisten konnte, trug welche. Und die Kürschnerei war ein hoch angesehenes Handwerk, zählte im Mittelalter zu den „ sieben Höheren Künsten“. Uwe Timm beschreibt nun ziemlich detailliert und voller Leidenschaft, was ein Kürschner können musste, worauf es ankam und was für vielerlei Arten von Fellen es gibt. „Das muss, da der Beruf ausstirbt oder in seiner exklusiven Feinheit bereits ausgestorben ist, so ausführlich beschrieben werden, Mit ihm gehen seine Kenntnisse, seine Handreichungen, Fertigkeiten und auch jahrhundertalte Geheimnisse verloren.“ So lesen sich große Teile des Buches als Würdigung eines Handwerks, das es so nicht mehr gibt. Aber Uwe Timm zieht auch eine Analogie zum Schreiben. Nicht nur, dass beim Sortieren und der Suche nach dem passenden Fellstück Zeit war für das Geschichtenerzählen. Auch die Sorgfalt und das genaue Hinsehen sind Eigenschaften, die der Kürschner und der Schriftsteller gleichermaßen beherrschen müssen. Außerdem erzählt Uwe Timm von den Menschen, die ihn begleitet haben und von deren Einfluss auf sein Leben. Zahlreiche, z.T. humorvolle Geschichten und Anekdoten durchziehen das Buch. Einer der Gesellen erzählt vom Seekrieg und seinen norwegischen Freundinnen, bringt Jazzplatten mit, die zuhause bei Timms verpönt sind. Ein anderer taucht mit einer „abgetragenen proletarischen Lederjacke“ im mondänen Pelzgeschäft auf und weckt mit seinen Erzählungen vom fernen Amerika die Sehnsucht danach im jungen Uwe. Wichtig für den Lehrling wird schließlich auch sein Meister Walter Kruse, ein alter Genosse und Gewerkschaftler. Er vermittelt ihm nicht nur die Feinheiten seines Berufes, sondern auch einen „kritischen Blick auf die Gesellschaft und auf die deutsche Geschichte“. Damit beginnt gleichzeitig der Streit mit seinem Vater über die Verantwortung der Elterngeneration am Dritten Reich. In jeder Lebensphase waren Bücher für Uwe Timm elementar. Auch davon schreibt er, von seinen Lektüren und den Menschen, die sie ihm nahegebracht haben. War es anfangs die Mutter, die ihm vorlas, „ Grimms Märchen“ und die „ Geschichten aus Tausendundeiner Nacht“, so sind es später Arbeitskollegen und Weggefährten, die seine Lektüre beeinflussen. Der eine bringt ihn mit amerikanischer Literatur, Salinger und Hemingway, in Kontakt, Meister Kruse empfiehlt die Russen, Lermontow, Turgenjew und vor allem Gogol. Danach hat Uwe Timm Dostojewski gelesen, „Roman um Roman“, die Figur des „ Idioten“ Fürst Myschkin war ihm „ wie ein Bruder nah“. Benn - Gedichte werden von einem Kollegen zitiert. Da stört den Siebzehnjährigen, dass dieser „ die Verse wie Einwickelpapier für seine Meinungen benutzte.“ Kafkas „ Verwandlung“ bringt ihm einen neuen Blick auf den Beruf des Kürschners, eine Verpflichtung, durch sorgsame Arbeit dem Tod der Tiere „ Achtung zu zollen“. All diese Leseerfahrungen bestätigten den jungen Uwe Timm in seinem Wunsch zu schreiben. Doch dafür war vorerst keine Zeit. Kurz nach der bestandenen Lehre ( als Lehrlingsbester seiner Zunft in Hamburg ) stirbt überraschend der Vater an einem Herzschlag, erst 58 Jahre alt. Der 18jährige Uwe Timm übernimmt das hochverschuldete Geschäft seines Vaters und schafft es, gemeinsam mit der Mutter und der älteren Schwester, den Betrieb wieder rentabel zu machen. Doch die Zeiten für das Kürschnerhandwerk gehen zu Ende. Nicht nur, weil das Geschäft mit dem Leid und dem Tod so vieler Tiere in Verruf geraten war, sondern auch wegen dem Strukturwandel. Die Luxusware Pelz wurde zu einem billigen Massenprodukt, Pelze aus Kunstfasern waren gefragt. Und als die über 80jährige Mutter eines Tages ihr Geschäft aufschließen will, prangt am Schaufenster das Wort „ Mörder“. Das war das Ende von „ Pelze Timm“, das Geschäft wurde verkauft. Uwe Timm bewirbt sich nun am Braunschweig- Kolleg, wo er mit einem Stipendium in zwei Jahren sein Abitur nachholen kann und wo später der gelernte Dekorateur Benno Ohnesorg sein Mitschüler und Freund werden würde. Hier endet das Buch und man darf hoffen, dass Uwe Timm seine Erinnerungen in einem weiteren Band fortführt . Natürlich waren auch Mädchen ein Thema für den jungen Uwe Timm. Doch anfangs ist er viel zu schüchtern, um selbst die Initiative zu ergreifen. Erst bei einer Ferienreise nach Schweden mit einem Freund kommt es zu einer Nacht mit einer hübschen Schwedin. Im Reisegepäck hatte Uwe Timm passenderweise Henry Millers „ Wendekreis des Krebses“. Neben all den Erlebnissen, den eigenen und den von anderen, steht immer wieder die aktuelle Lektüre im Zentrum seiner Erinnerungen. Ob „ Buddenbrooks“ oder „ Anna Karenina“, immer wieder belässt es Uwe Timm nicht bei der Aufzählung der Titel, sondern findet Bezüge zu sich selbst oder liefert kurze Interpretationsansätze. Ganz wichtig für seine weitere Entwicklung sollte Camus „ Der Fremde“ werden. Auch eigene Bücher fließen in den Reflexionsprozess ein. Leser, die mit dem Werk von Uwe Timm vertraut sind, werden auf manch Bekanntes stoßen. Andere dürften Lust bekommen haben auf die Romane und Erzählungen des Autors. Dieses Buch hier kann ich nur empfehlen.

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