„Die Welt geht unter, aber Hauptsache, es gibt etwas zum Auszeichnen. Hauptsache, die Superlative gehen uns nicht aus. Wir haben die dichteste Hochschullandschaft Europas. Wir sind einer der größten Ballungsräume.Wir sind auf dem Weg zur grünsten Industrieregion der Welt. Wir. Was heißt überhaupt wir?“ 40 Menschen begegnen einander oder verpassen sich gerade eben. Im Ruhrgebiet, wo nicht nur die Städte so dicht beieinander liegen, dass man ihre Grenzen kaum wahrnehmen kann, die Sehnsucht nach Langendreer greifbar und Bottrop Berlin ist, sondern wo auch die Schicksale der Menschen untrennbar miteinander verwoben sind. Sarah Meyer-Dietrich fügt 40 Momentaufnahmen kunstvoll zusammen und zieht die Leser*innen im Netz des Kurzromans in ihren Bann.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Daggy
5/5
14.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Kurze verwobene Geschichten
Von „Der Anfang ist immer schön“ bis zu „Immer ist das Ende doof“ sind es 40 kleine Erzählungen von Typen aus dem Ruhrgebiet. Manche Dinge, wie die Romane von Jane McCane oder die nicht stattfindende Aktion der Klimakleber zieht sich durch die Kapitel. Die Autobahnen, auf denen sich meist die Autos stauen besonders auf der A 40 werden erwähnt, ebenso wie das Tetraeder oder die Margareten Höhe. Einige Menschen verschwinden auch. So fährt eine Busfahrerin, nachdem sie alle hat aussteigen lassen, einfach alleine los.
Da wird geliebt, die Kinder, den Partner oder die Partnerin, manchmal wechselt das auch, da gibt es Trennungen und Liebeskummer. Das Faszinierende ist, dass immer eine Person in die nächste Geschichte übernommen wird, manchmal taucht auch jemand später wieder auf und offene Fragen werden so beantwortet.
Sommergeschichten für zwischendurch egal ob man, wie ich, im Ruhrgebiet verankert ist oder ob man vielleicht neugierig wird und sich einige Sachen vor Ort anschauen möchte. Wenn auch eine Geschichte mit der Frage beginnt „Wie kannst du hier wohnen?“, so spürt man doch die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat. Man muss ja nicht gleich mit dem Austin Martin aus Sylt anreisen um Starlight zu schauen.
Ich hatte viel Freude beim Lesen und kann euch das dünne Büchlein nur empfehlen.
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