Vom Glück der zweiten Chancen Mika Suzukis Leben ist eine ziemliche Katastrophe: Ihre letzte Beziehung ist implodiert, für ihre Eltern ist sie eine konstante Enttäuschung und vor Kurzem wurde sie auch noch gefeuert. Doch ein Anruf ändert plötzlich alles: Ihre 16-jährige Tochter Penny, die sie als junges Mädchen zur Adoption freigeben musste, meldet sich überraschend und möchte ihre leibliche Mutter kennenlernen. Doch Mikas Leben ist alles andere als präsentabel und so erfindet sie spontan einige neue Aspekte hinzu, malt ihren Alltag in den schillerndsten Farben, erfindet einen gutaussehenden Freund, eine stylische Wohnung. Doch als Penny ihren Besuch ankündigt, gerät Mika in Panik. Wo soll sie das wundervolle Leben, von dem sie erzählt hat, nur herbekommen ...
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Ein Wiedersehen mit Folgen
Hoelzchen aus Bad Oldesloe am 06.08.2023
Bewertungsnummer: 1995224
Bewertet: Hörbuch-Download
Mika hat als 19jährige Studentin, ihre Tochter Penny zur Adoption gegeben. Mittlerweile ist Penny 16 Jahre alt. Ihre Adoptivmutter ist gestorben und sie sucht nach ihren Wurzeln, findet Mika und möchte sie treffen. Mika ist einverstanden und freut sich, ihre Tochter endlich kennenzulernen. In den vergangenen 16 Jahren hat sie diesen Verlust nie ganz überwunden und auch das von jeher schlechte Verhältnis zu ihrer Mutter, hat darunter gelitten, denn sie war es, die zur Adoption drängte. Doch Mika empfindet ihr momentanes Leben als nicht Vorzeigbar. Sie ist arbeitslos, wohnt bei einer Freundin und das Bankkonto ist leer. Also entwickelt sie ein Lügenkonstrukt, dass natürlich bald zusammenbricht und die Wahrheit kommt ans Licht. Penny ist enttäuscht und bricht den Kontakt ab. Doch nach und nach nähern sich die beiden wieder an. Auch Thomas, Pennys Anfangs skeptischer Adoptivvater, taut langsam auf und wird geschmeidiger. Alles scheint gut zu sein, doch dann entwickeln sich die Dinge anders, als von Penny gewünscht. Böse Worte fallen, und Mika muss erkennen, dass man nicht alles haben kann. Doch gerade diese Situation bringt Mika endlich dazu, Ordnung in ihr Leben zu bringen und das entpuppt sich als Glücksgriff.
Ich habe „Mika im echten Leben“ von Emiko Jean als Hörbuch sehr gerne gehört. Ein großes Lob auch an die Sprecherin Vanida Karun. Man hört ihr einfach gerne zu.
Der Roman ist größtenteils im Hier und Jetzt geschrieben, ab und zu gibt es Rückblenden und man erfährt einiges über Mikas Kindheit, Jugend, das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter und wie es zur Schwangerschaft kam. Viele gesellschaftliche Themen werden angesprochen. Vordergründig geht es jedoch um Mika und Penny. Bestimmt die Erziehung unser „Ich“ oder ist es doch eine genetische Veranlagung? Aber wie bereits erwähnt, es steckt soviel mehr in diesem Roman, Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe, sexuelle Gewalt, komplizierte Mutter-Tochter Beziehungen, Migration und verpasste Chancen finden hier Raum. Dabei geht aber nie der Unterhaltungswert verloren. Emiko Jean gelingt es hervorragend, das Gleichgewicht zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit zu halten. Die Protagonisten sind durchweg sympathisch und ich empfinde sie als sehr authentisch. Natürlich kann man über Mikas Lügenkonstrukt zu Beginn geteilter Meinung sein, aber menschlich durchaus nachvollziehbar. Mika entwickelt sich während der Handlung stetig weiter. Am Anfang noch sehr verkrampft, erkennt sie am Ende, was wirklich wichtig ist im Leben und findet ihren Platz und ihre Rolle. Die Message ist angekommen und ich vergebe gerne 5 Sterne.
Roman / second chance / Selbstfindung
Sonja aus Freiburg am 24.06.2023
Bewertungsnummer: 1967037
Bewertet: Hörbuch-Download
Mika Suzuki ist eine japanische Amerikanerin und hatte ihr Leben recht gut im Griff, trotz einer abschätzigen Mutter. Aber eine Party verändert alles und als sie dann auch noch ihr Baby zur Adoption frei gibt, verliert sie sich selbst. Als dann ihre Tochter Penny, sie nach sechzehn Jahren kontaktiert, stellt sie ihr Leben besser dar, als es ist. Und versucht die Scharade aufrecht zu erhalten, als Penny mit ihrem Vater Thomas sie besucht. Und obwohl all ihre Freunde helfen und alle Lügen wahr machen, hat ihre Mutter erneut die Chance alles zu zerstören. Aber ist das wirklich das Ende?
Wir folgen nur Mika, die hervorragend von Vanida Karun interpretiert wird. Aber das hatte ich auch nicht anders erwartet, sie hat eine großartige Stimme, die sie sehr gut einsetzen kann. Außerdem bietet sie wohl auch Kurse zum Stimmeneinsatz an. Ich wurde von ihr noch nie enttäuscht.
Nun zu Mika, frisch entlassen, Single, hoffnungslos und das mit 35 und doch hat sie immer noch Spaß am Leben und genießt die Gesellschaft ihrer Freunde. Sie jammert nicht. Und als sie dann die Lügen zur Wahrheit drehen, sind alle mit dabei, sogar ihr Ex. Und obwohl das unrealistisch klingt, passt es zu Mika, da sie ein wirklich guter Mensch ist, dem etwas unglaublich Schreckliches passiert ist. Und immer, wenn sie ehrlich ist, kann man ihr nicht widerstehen… und daher ist nichts an diesem Buch unglaubwürdig. Mika ist echt, verloren, aber nicht verbittert. Und daher macht es unglaublich Spaß dabei zuzusehen, wie sie wieder Stücke von sich selbst findet. Unter anderem mit der Hilfe ihrer Tochter, aber auch gerade ohne sie.
Penny fand ich supernervig und unglaublich undankbar. Und das hat sie so perfekt gemacht. Denn auch sie versucht nur ihren Platz in der Welt zu finden. Ihr Vater Thomas dagegen fand ich super angelegt – einen perfekten muss es ja geben – naja besser als die anderen. Aber generell wurden die Figuren schön gezeichnet.
Die Sprache ist modern, aber doch traditionell – sollte sich widersprechen, ist aber so. Der Stil des Ich-Erzählers mit Unterbrechungen in die Vergangenheit wurde hier gut umgesetzt und die Rückblenden stören nicht in der Abfolge. Und die japanischen Einflüsse machen das Buch zu einer „runden“ Sache. Ich kann nur 5 von 5 Sternen geben.
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