Produktbild: Krähen im Park
Band 2
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Christoph Peters

1. Krähen im Park

Krähen im Park

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Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Axel Wostry

Spieldauer

8 Stunden und 15 Minuten

Erscheinungsdatum

14.08.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

CD

Anzahl

6

Verlag

Cc-live

Sprache

Deutsch

EAN

9783956164538

Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Axel Wostry

Spieldauer

8 Stunden und 15 Minuten

Erscheinungsdatum

14.08.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

CD

Anzahl

6

Verlag

Cc-live

Sprache

Deutsch

EAN

9783956164538

Herstelleradresse

cc-live
Kreittmayerstraße 26
80335 München
DE

Email: cv@cclive.net

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Ich fühlte mich bestens untehalten

MarieOn am 29.12.2023

Bewertungsnummer: 2096863

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

2021, Lockdown in Berlin. Die Presse überschlägt sich. …rund um die Uhr aus dem Strom der Meldungen, Bilder, Zahlen, die unablässig über die Ticker kamen, den Nachschub des Suchtstoffs Information raffinierten, ihn mit dem Brabdbeschleuniger Meinung übergossen, je schriller, greller, lauter, desto besser. S.9 Dirk Mahnfeld, Bauunternehmer, seine Spezialität: kostenoptimierter Individualismus, Naturstein, kein Problem, offene Raumsituationen, gern. Seine Frau Mariann bietet ihr großzügig gestaltetes Eigenheim als Partylokation, für die gehobene Kunst- und Literaturszene. Darüberhinaus glaubt sie, dass die ganze Coronascheiße, ein Weckruf Gottes ist. Urban, Schriftsteller, der nach zwei Büchern, in Melancholie versunken, eine Schreibblockade auslebt und seiner Frau überlässt, sich Gedanken darüber zu machen, wo der nächste Scheck herkommt. Dafür ist die dreijährige Leonie bald ein Star in der Modebranche. Joyce Telschow, ehemals glutäugige Schönheit für Bulgari, jetzt Fluggastkontrolleurin, mit Alkoholproblem, bereut, dass sie ihre verdorbene halbitalienische Tochter geboren hat, weil die sich, von einem Türken, ein Kind hat andrehen lassen. Der französische Autor Bernard Entremont, folgt einer Einladung nach Berlin, um an der Akademie der Künste seine Ehrung entgegenzunehmen. Der Kurator versucht die weibliche Menge zurückzuhalten, die dem Künstler Sexismus vorwirft. Während Berlin und die ganze Welt Angst davor hat, sich anzustecken, bei anderen bleibende Schäden zu versursachen, oder die Oma zu töten, leben einige mehr oder weniger maskiert, ungeniert ihr Leben weiter. Wer jetzt demonstrierte, egal für oder gegen was, war Wegbereiter, Helfershelfer einer weiteren Virusmutation, machte sich gemein mit Impfgegnern, Esoterikern, Nazis. S.35 Fazit: Christoph Peters hat ein grell-bunt schillerndes Potpourris verschiedener Charaktere, in unterschiedlichen Lebensituationen entworfen. Fröhlich und geistreich, greift er alle möglichen Klischees auf. Von alten weißen Männern, die nur eines wollen, über die Gewaltbereitschaft von Arabern im Allgemeinen, bis zum Umgang mit der leidlichen Pandemie, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich bewundere seine Schreibtechnik, die diese Geschichte von Anfang bis Ende durchschreibt, ohne durch Kapitel Grenzen zu setzen. Nach nahezu jedem Absatz schafft er eine neue Szenerie und am Ende ergibt sich ein Gesamtbild. Kurzatmig bin ich durch diese rasante Geschichte getrieben, immer wieder überrascht, von spanneneden Wendungen. Ich durfte einen Blick hinter die Kulissen, mitten hinein in die menschlichen Abgründe der einen und das Leid der anderen werfen.

Ich fühlte mich bestens untehalten

MarieOn am 29.12.2023
Bewertungsnummer: 2096863
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

2021, Lockdown in Berlin. Die Presse überschlägt sich. …rund um die Uhr aus dem Strom der Meldungen, Bilder, Zahlen, die unablässig über die Ticker kamen, den Nachschub des Suchtstoffs Information raffinierten, ihn mit dem Brabdbeschleuniger Meinung übergossen, je schriller, greller, lauter, desto besser. S.9 Dirk Mahnfeld, Bauunternehmer, seine Spezialität: kostenoptimierter Individualismus, Naturstein, kein Problem, offene Raumsituationen, gern. Seine Frau Mariann bietet ihr großzügig gestaltetes Eigenheim als Partylokation, für die gehobene Kunst- und Literaturszene. Darüberhinaus glaubt sie, dass die ganze Coronascheiße, ein Weckruf Gottes ist. Urban, Schriftsteller, der nach zwei Büchern, in Melancholie versunken, eine Schreibblockade auslebt und seiner Frau überlässt, sich Gedanken darüber zu machen, wo der nächste Scheck herkommt. Dafür ist die dreijährige Leonie bald ein Star in der Modebranche. Joyce Telschow, ehemals glutäugige Schönheit für Bulgari, jetzt Fluggastkontrolleurin, mit Alkoholproblem, bereut, dass sie ihre verdorbene halbitalienische Tochter geboren hat, weil die sich, von einem Türken, ein Kind hat andrehen lassen. Der französische Autor Bernard Entremont, folgt einer Einladung nach Berlin, um an der Akademie der Künste seine Ehrung entgegenzunehmen. Der Kurator versucht die weibliche Menge zurückzuhalten, die dem Künstler Sexismus vorwirft. Während Berlin und die ganze Welt Angst davor hat, sich anzustecken, bei anderen bleibende Schäden zu versursachen, oder die Oma zu töten, leben einige mehr oder weniger maskiert, ungeniert ihr Leben weiter. Wer jetzt demonstrierte, egal für oder gegen was, war Wegbereiter, Helfershelfer einer weiteren Virusmutation, machte sich gemein mit Impfgegnern, Esoterikern, Nazis. S.35 Fazit: Christoph Peters hat ein grell-bunt schillerndes Potpourris verschiedener Charaktere, in unterschiedlichen Lebensituationen entworfen. Fröhlich und geistreich, greift er alle möglichen Klischees auf. Von alten weißen Männern, die nur eines wollen, über die Gewaltbereitschaft von Arabern im Allgemeinen, bis zum Umgang mit der leidlichen Pandemie, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich bewundere seine Schreibtechnik, die diese Geschichte von Anfang bis Ende durchschreibt, ohne durch Kapitel Grenzen zu setzen. Nach nahezu jedem Absatz schafft er eine neue Szenerie und am Ende ergibt sich ein Gesamtbild. Kurzatmig bin ich durch diese rasante Geschichte getrieben, immer wieder überrascht, von spanneneden Wendungen. Ich durfte einen Blick hinter die Kulissen, mitten hinein in die menschlichen Abgründe der einen und das Leid der anderen werfen.

Der neunte November

Bories vom Berg aus München am 18.04.2026

Bewertungsnummer: 3113257

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Roman «Krähen im Park» von Christoph Peters, laut Klappentext an die «Trilogie des Scheiterns» von Wolfgang Koeppen angelehnt, behandelt als Chronologie eines einzigen Tages, dem 9. November 2021, multiperspektivisch die Geschehnisse in verschiedenen Milieus der Metropole Berlin. Mitten in der Corona-Pandemie also wird dieser Tag aus Sicht der unterschiedlichen Protagonisten dieses Romans geschildert, denen zum Teil leicht erkennbare, reale Personen zugrunde liegen, wobei die ausufernd vielen Details des Plots ein literarisches Wimmelbild bilden, in dem alles und jedes seinen Platz bekommen zu haben scheint. Trotz Lockdown hat eine der für Berlin typischen Kultur-Salonièren alle Hände voll zu tun, um die für den Abend geplante, feierliche Preisverleihung an den dafür eigens angereisten, französischen Schriftsteller Bernard Entremont zu organisieren. Schwer genug, denn der Bestseller-Autor ist äußerst menschenscheu, Kettenraucher und für seine eigensinnigen politischen Ansichten gefürchtet, ein Skandal liegt sozusagen schon in der Luft bei ihm. Nach langer Odyssee ist ein afghanischer Flüchtling endlich illegal in Berlin angekommen und versucht nun, Kontakt zu Landsleuten aufzunehmen, die ihm weiterhelfen sollen, einen Fixpunkt im Großstadttrubel zu finden und ihn beim Kampf mit den deutschen Behörden zu unterstützen. Erzählt wird auch von einer erfolgreichen, schon etwas älteren Influencerin, deren Partner nach zwei Romanen endlich seinen dritten schreiben soll, damit aber nicht weiter kommt und ihr nur auf der Tasche liegt. Der Sohn eines bekannten Politikers ist von wirren Verschwörungs-Theorien überzeugt und liefert sich oft Diskussionen mit dem in der Öffentlichkeit stehenden Vater, bis es an eben diesem 9. November zum Eklat kommt, als er einige gleich gesinnte Extremisten an den Personen-Schützern vorbei in die väterliche Wohnung einlädt. Ein junges, deutsch-türkisches Pärchen gerät in Panik, als nach positivem Schwangerschaftstest das Gespräch mit den Eltern bevorsteht, bei dem voraussichtlich alle ethnischen Ressentiments ausgelöst werden dürften, denn die Beiden wollen heiraten, obwohl die Braut noch keine achtzehn Jahre alt ist. Im Roman verwebt Christoph Peters diese parallelen Handlungsfäden über die 24 Stunden des Tages hinweg eng miteinander, wechselt gekonnt immer wieder die Perspektive und leitet deutlich erkennbar von einer Szene zur nächsten weiter. Anders als bei den typischen Berlin-Romanen ist die Metropole hier ein undurchschaubares, anonymes Gefüge im Umbruch, alte Gewissheiten zählen nicht mehr, die politische Lage ist desaströs. Anders auch als bei Koeppen ist die Einbindung der zeitgenössischen Gesellschaft hier aber weniger breit gefächert angelegt, sie bleibt eher scharf sezierend auf das einzelne Detail gerichtet. Hervorzuheben aber ist, dass der Plot perfekt ins Heute passt, die beispielhaft herangezogenen Milieus werden stimmig geschildert und bilden ein perfektes Abbild des konfusen Zeitgeschehens nicht nur am 9.11.2021, sondern als Fortschreibung auch desjenigen unserer Tage, die das Koeppensche Scheitern als Prognose ja weiterhin munter bestätigt. Optimal angepasst an die Handlung und deren Aussage wirkt der Erzählstil von Christoph Peters mithin so heutig wie nur denkbar. Denn nicht nur feiert der konfuse Jugendsprech hier Triumphe, auch Satzbau und Wortwahl bilden überraschend modern die Gegenwart ab, altväterliche Beschaulichkeit hat hier keinen Platz. Prägendes Stilmittel, besonders auf den ersten dutzend Seiten, ist die üppig ausgeprägte Parataxe, die das quirlige Geschehen noch zusätzlich sehr ausdrucksstark verdeutlicht. Auch diverse ebenso überraschende wie gekonnte Komposita verleihen dem speziellen, durchaus ungewöhnlichen Erzählstil des Autors eine beeindruckende Bedeutungs-Schärfe, die nach der Lektüre haften bleibt. Mit dem 9. November hat er - ganz unbescheiden - zudem ein bedeutsames Datum deutscher Geschichte gewählt für seinen Plot.

Der neunte November

Bories vom Berg aus München am 18.04.2026
Bewertungsnummer: 3113257
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Roman «Krähen im Park» von Christoph Peters, laut Klappentext an die «Trilogie des Scheiterns» von Wolfgang Koeppen angelehnt, behandelt als Chronologie eines einzigen Tages, dem 9. November 2021, multiperspektivisch die Geschehnisse in verschiedenen Milieus der Metropole Berlin. Mitten in der Corona-Pandemie also wird dieser Tag aus Sicht der unterschiedlichen Protagonisten dieses Romans geschildert, denen zum Teil leicht erkennbare, reale Personen zugrunde liegen, wobei die ausufernd vielen Details des Plots ein literarisches Wimmelbild bilden, in dem alles und jedes seinen Platz bekommen zu haben scheint. Trotz Lockdown hat eine der für Berlin typischen Kultur-Salonièren alle Hände voll zu tun, um die für den Abend geplante, feierliche Preisverleihung an den dafür eigens angereisten, französischen Schriftsteller Bernard Entremont zu organisieren. Schwer genug, denn der Bestseller-Autor ist äußerst menschenscheu, Kettenraucher und für seine eigensinnigen politischen Ansichten gefürchtet, ein Skandal liegt sozusagen schon in der Luft bei ihm. Nach langer Odyssee ist ein afghanischer Flüchtling endlich illegal in Berlin angekommen und versucht nun, Kontakt zu Landsleuten aufzunehmen, die ihm weiterhelfen sollen, einen Fixpunkt im Großstadttrubel zu finden und ihn beim Kampf mit den deutschen Behörden zu unterstützen. Erzählt wird auch von einer erfolgreichen, schon etwas älteren Influencerin, deren Partner nach zwei Romanen endlich seinen dritten schreiben soll, damit aber nicht weiter kommt und ihr nur auf der Tasche liegt. Der Sohn eines bekannten Politikers ist von wirren Verschwörungs-Theorien überzeugt und liefert sich oft Diskussionen mit dem in der Öffentlichkeit stehenden Vater, bis es an eben diesem 9. November zum Eklat kommt, als er einige gleich gesinnte Extremisten an den Personen-Schützern vorbei in die väterliche Wohnung einlädt. Ein junges, deutsch-türkisches Pärchen gerät in Panik, als nach positivem Schwangerschaftstest das Gespräch mit den Eltern bevorsteht, bei dem voraussichtlich alle ethnischen Ressentiments ausgelöst werden dürften, denn die Beiden wollen heiraten, obwohl die Braut noch keine achtzehn Jahre alt ist. Im Roman verwebt Christoph Peters diese parallelen Handlungsfäden über die 24 Stunden des Tages hinweg eng miteinander, wechselt gekonnt immer wieder die Perspektive und leitet deutlich erkennbar von einer Szene zur nächsten weiter. Anders als bei den typischen Berlin-Romanen ist die Metropole hier ein undurchschaubares, anonymes Gefüge im Umbruch, alte Gewissheiten zählen nicht mehr, die politische Lage ist desaströs. Anders auch als bei Koeppen ist die Einbindung der zeitgenössischen Gesellschaft hier aber weniger breit gefächert angelegt, sie bleibt eher scharf sezierend auf das einzelne Detail gerichtet. Hervorzuheben aber ist, dass der Plot perfekt ins Heute passt, die beispielhaft herangezogenen Milieus werden stimmig geschildert und bilden ein perfektes Abbild des konfusen Zeitgeschehens nicht nur am 9.11.2021, sondern als Fortschreibung auch desjenigen unserer Tage, die das Koeppensche Scheitern als Prognose ja weiterhin munter bestätigt. Optimal angepasst an die Handlung und deren Aussage wirkt der Erzählstil von Christoph Peters mithin so heutig wie nur denkbar. Denn nicht nur feiert der konfuse Jugendsprech hier Triumphe, auch Satzbau und Wortwahl bilden überraschend modern die Gegenwart ab, altväterliche Beschaulichkeit hat hier keinen Platz. Prägendes Stilmittel, besonders auf den ersten dutzend Seiten, ist die üppig ausgeprägte Parataxe, die das quirlige Geschehen noch zusätzlich sehr ausdrucksstark verdeutlicht. Auch diverse ebenso überraschende wie gekonnte Komposita verleihen dem speziellen, durchaus ungewöhnlichen Erzählstil des Autors eine beeindruckende Bedeutungs-Schärfe, die nach der Lektüre haften bleibt. Mit dem 9. November hat er - ganz unbescheiden - zudem ein bedeutsames Datum deutscher Geschichte gewählt für seinen Plot.

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