Seit dem Sieg des Lichts über die Dunkelheit leben die Menschen in Calindor unter der Herrschaft der Götter: Die Elfen wohnen an geheimen Orten, kontrollieren die Städte, altern nicht und sind unsterblich. Niemals würde es einem Menschen in den Sinn kommen, ihre Regeln anzuzweifeln.
Doch als der Minenarbeiter Árn in den Tiefen der Verlorenen Berge auf eine Macht stößt, die jede Vorstellung übersteigt, weckt er damit unversehens das Interesse der Götter. Auch die Diebin Morgi versucht sich in einer Welt zurechtzufinden, die keinen freien Willen zulässt. Als eine Fremde an sie herantritt und ihr prophezeit, dass sie eine Auserwählte des Lichts sei, steht sie vor der Wahl, alles zu verraten, woran sie glaubt oder sich der Dunkelheit zuzuwenden. Die uralte Elfe Itara hingegen soll einen unmöglichen Mord in der Hohen Kammer untersuchen. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das tief verwurzelt mit ihrem eigenen Volk ist. Auf einmal geht es um weitaus mehr als einen toten Gott. Denn in den Tiefen der Welt erhebt sich eine sagenumwobene Macht von neuem und mit ihr auch die Schatten der Vergangenheit ...
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Ein mitreissender Auftaktband voller Magie
phantastische_fluchten aus Walzbachtal am 08.07.2023
Bewertungsnummer: 1976075
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vor zweitausend Jahren verließen die Elfen die >lichten Gestaden< und kamen in das Reich der Menschen um diese vor dem Bösen zu bewahren. Das Büse wurde mit Hilfe der Magie besiegt, doch als das Böse besiegt war, versiegte auch die Magie und die Elfen konnten nicht mehr zurück in ihre Heimat. Sie schwingen sich als Götter auf, bestimmen die Gesetze und herrschen über die Menschheit. Aus dieser Herrschaft wird Tyrannei, sie halten die Menschen wie Sklaven und jede Rebellion wird im Keim erstickt. Doch es nur eine Frage der Zeit bis die Menschen soweit erniedrigt sind, dass ihnen nur noch der Aufstand gegen die Götter bleibt. Als unter den Menschen einige erscheinen, die über eine besondere Gabe verfügen ist für die Elfen klar, dass die Magie zurückgekehrt ist. Und das bei dem gemeinen Volk, das sie verachten. Die Elfen unternehmen alles um hinter das Geheimnis der Magie zu kommen und nicht wenige Menschen und Elfen werden in Ereignisse hineingezogen, die das Gesicht der Welt und das Schicksal der Völker wandeln wird.
Kommentar
Seite 520: „Nur die, die bereit sind, zu weit zu gehen, werden weiter gehen können als alle anderen“
Seite 214: „Morgi, ich habe eine Frage und hoffe, dass Du sie beantworten kannst.“
„Das solltest Du nicht tun. Wer hofft, der wird enttäuscht. Besser ist es, keine Hoffnung zu haben.“
Das sind zwei Sätze in diesem 554 Seiten Buch von Pascal Wokan, die mir sehr gut gefallen haben und zwei Motivationen sehr genau begründen. Die Elfen wünschen sich verzweifelt die Magie zurück, damit sie in ihre Heimat zurückkehren können. Die Welt der Menschen ist nur ein graues Abbild der Elfenwelt und obwohl zweitausend Jahren vergangen sind, sehnen sie sich mehr als je zuvor nach den lichten Gestaden. Von den Elfen, die damals im Krieg gekämpft haben leben noch einige, doch sie sind nicht alle einer Meinung. Verschiedene Fraktionen schmieden unterschiedliche Pläne und die leidenden sind wieder die Menschen. Morgi und Arn, in denen der Funke glüht, sind die Leidtragenden dieser Pläne.
Arn wird als Kind von einer Elfe gerettet und aufgezogen. Er lernt die Sprache der Sidhe, ihre Lebensweise und ihre Kampftechnik. Und er lernt zu lieben. Als er jedoch einen Fehler begeht, wird er im Stich gelassen, gebrandmarkt und als Sklave in eine Mine gebracht, wo er den Rest seines Lebens verbringen soll. Doch in der Mine, an einem Ort der Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und Brutalität lernt er seine Macht kennen und kontrollieren. Er bringt Hoffnung an diesen trostlosen Ort und schafft etwas, was er selbst nie für möglich gehalten hätte.
Mir hat der Erzählstrang um Arn am besten gefallen, das mag aber auch daran liegen, dass Pascal Wokan sich hier nicht scheut minimale Parallelen zu Tolkien zu ziehen (sprich Freund und tritt ein, den Rest müsst ihr selbst herausfinden) und diese wunderbar mit seiner Geschichte zu verknüpfen. Genauso, wie er es erzählt hätte es durchaus sein können. Wunderbar!
Auch Morgi hat mir gefallen. Wie das obige Zitat schon zeigt ist sie sehr pragmatisch. Sie hat Rache an allen Elfen geschworen und als die Elfe Iorwen ihr Hilfe anbietet ist Morgi alles andere als erfreut. Sie ist eine Einzelkämpferin und vertraut niemanden. Sie ist misstrauisch und scheu, schlägt eher zu bevor sie fragt. Allerdings reicht ihre Kraft nicht aus um vor der Elfe zu bestehen, also begleitet sie Iorwen eher unfreiwillig freiwillig und macht auf der gemeinsamen Reise viele neue Erfahrungen. Herrlich zu lesen wie sie die Elfen immer wieder schockiert und herausfordert. Alleine die Szene, in der sie das Kaninchen häutet……aber lest selbst.
Der Einstieg in die Geschichte war für mich etwas schwierig, da mir zuerst nicht ganz klar war, wohin Pascal Wokan wollte. Geschichten über arrogante Elfen, die die anderen Völker unterdrücken gibt es seit Tolkien mehr als genug. Am Ende allerdings saß ich mit offenem Mund da, denn die Wendungen, die der Autor eingebaut hat waren sehr überraschend. Der Halbelf Finion ist einer der Charaktere, der auf eine dieser Überraschungen stößt. Der fahrende Musikant, Spaßvogel und Spion kommt hinter das Geheimnis eines Elfenfürsten und muss erkennen, dass auch böse Menschen Lieder kennen. Und auch Arn erlebt in der Mine weitere Überraschungen außer der Entdeckung seiner Macht.
Wer also meint, dass über die Spitzohren (Morgis Lieblingsausdruck) Menschen und andere Wesen alles erzählt wäre, wird hier noch einige Überraschungen erleben.
Gekonnt routiniert erzählt der Autor seine Geschichte sehr spannend auf einem hohen Niveau. Die Figuren besitzen eine Tiefe, die man selten in Fantasyromanen findet. Der Pascal Wokan nimmt sich Zeit, auf die Hintergrundgeschichten der Charaktere einzugehen, was besonders bei den Elfen von Bedeutung ist und den Generationskonflikt verdeutlicht. Durch die ständig wechselnden Szenarien wird die Spannung ungemein erhöht, das Hauptaugenmerk lag für mich aber eindeutig bei Morgi und Arn. Finion erscheint eher am Rande und erst zum Ende Ende bekommt seine Figur eine besondere Bedeutung. In Zentrum von allem sitzt die Elfe Itara, die aus den lichten Gestaden auf die Menschenwelt gekommen ist eine der ältesten Elfen in der Menschenwelt ist. Ihre Rolle bleibt bis zum Schluss unklar und das ist ein weiterer Kniff des Autors. Man fragt sich immer wieder wo Itara steht, was ihre Absichten sind und was sie plant. Sie ist wie eine Spinne im Netz und hat ihre Fäden überall. Immerhin hatte sie zweitausend Jahre Zeit ihr Netz zu spinnen. Sie gilt als grausam und brutal aber auch als gerecht und unbestechlich. Eine sehr ambivalente Figur von der sicher noch viel zu erwarten ist.
Ich könnte noch so viel mehr schreiben, je mehr ich hier schreibe, desto mehr fällt mir ein und desto mehr möchte ich erzählen, schwärmen, erklären. Aber das wäre spoilern. Ich kann daher nur sagen: der Autor hat mich wieder mitgenommen. Zögerlich habe ich die Geschichte betreten doch bald wurde ich mitgerissen und fieberte dem Ende entgegen. Ein Glossar und ein Personenregister runde das Ganze ab, die einzelnen Kapitel sind durch kleine Illustrationen getrennt, so dass das optische Gesamtbild einfach perfekt ist. Genau diese Art von Bücher und die Art der High Fantasy liebe ich. Hoffentlich lässt Band zwei nicht lange auf sich warten.
Ein Funke Hoffnung
Ninja_Turtles (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 05.12.2025
Bewertungsnummer: 2670862
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Triggerwarnung:
Hier geht es um Tod, Abschlachtungen, in denen viel Blut fließt und um Verrat.
Nichts für Zartbesaitete!
Meinung:
Zur Geschichte werde ich nichts sagen, denn sie ist einfach zu komplex, um sie in kurzen Wörtern zu beschreiben.
Der Schreibstil ist flüssig, gehoben und bildgewaltig - unglaublich!
Das Buch beginnt dort, wo die meisten aufhören und endet dort, wo die meisten anfangen; das finde ich voll gut. Die Charaktere, insbesondere Árn, Morgi, Itara und Modsognir, haben mir besonders gut gefallen. Pascal hat ihnen so viel Leben eingehaucht, dass ich dachte, ich bin live dabei - und das schaffen nicht viele!
Die Truppe um Árn fand ich total amüsant, der Humor kommt in dieser dunklen Zeit auch nicht zu kurz. Musste so manches Mal echt schmunzeln.^^ Aber auch das Schwertgerassel konnte ich hören, und das Blut aus vielen Wunden spritzt, hat mich die Augen aufreißen lassen- so schonungslos! Kam mir vor, als ob ich im Kino sitze und einen Film betrachte, mit Dolby-Surround-System und High-End Qualität- krasse Scheiße!!!
Árn hat sich hier am meisten entwickelt. Ich habe mit ihm mitgefühlt, mitgefiebert und ihm nur das Beste gewünscht. Er ist der Neubeginn einer neuen Zeit. Morgi hingegen ist vom Hass zerfressen und will Rache an den Elfen. Doch das ändert sich mit der Zeit - auch sie hat eine Wandlung durchgemacht.
In der Geschichte geht es viel um Tod, Blut und unbeschönigte Szenen, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen hat. Aber das hat mich nicht abgeschreckt - ganz im Gegenteil: Ich fand es richtig gut, dass man kein Blatt vor den Mund nimmt.
Des Weiteren gibt es hier Elfen, Halbelfen Zwerge und Orcs, die der Geschichte Leben eingehaucht haben.
Und auch in diesem Buch geht es um Licht und Dunkelheit, Böses und Gutes, Rache und Vergeltung, Veränderung und Neubeginn, aber auch Verrat, von dem man nicht denkt, dass das jetzt passiert ist. Aber auch politische Dinge, die man in der realen Welt bei uns findet, finden hier seinen Platz - was ich sehr passend fand! Denn was passiert, wenn die Bösen an die Macht kommen? Oder wo führt uns der Weg hin, wenn das Böse Überhand nimmt? Ihr müsst es unbedingt lesen! :-)
Fazit:
Ein Fanatsy-Epos, der alles andere als leichte Kost ist! Grandiose Umsetzung, in der viel Blut fließt und ungeschönt geschrieben wird. Klare Leseempfehlung
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