1946 – Die Kriegsheimkehrer finden in der rauen Abgeschiedenheit der Eifelhügel traumatisierte Menschen und beschädigte Dörfer vor. Einer von ihnen ist Karl Bermes, der Schmied des Örtchens Disselbach in der Nähe von Bitburg.
Er ist noch nicht lange aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, als sein bester Freund Werner bei der Detonation einer Mine am Rande des Dorfes getötet wird. Karl ist sehr schnell klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, sondern um einen gezielten Anschlag.
Unweit der Unglücksstelle wurde mitten im Wald ein ehemaliges Lager des Arbeitsdienstes von der französischen Besatzung zum Flüchtlingslager umfunktioniert, das eine Menge undurchsichtiger Fremder ins Dorf bringt. Karl beginnt nachzuforschen. Eine der Neuankömmlinge ist Pauline, die Tochter des Lagervorstehers, die für Karl in jeder Hinsicht wichtiger wird, als er sich das hätte vorstellen können.
Nach und nach offenbart sich ein schreckliches Geheimnis, und Karl gerät in einen Strudel gefährlicher Ereignisse.
Eine hochspannende Nachkriegsgeschichte – der fulminante Auftakt zu einer neuen Romanreihe!
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
aus Bühne
5/5
02.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Nicht nur ein Krimi
1946 - ein Dorf in der Eifel - man kennt es, Nachkriegszeit, Besatzungen, Kriegsheimkehrer, kaputte Gesellschaft und die 'Nicht-Nazigewesenen'.
Doch nein, hier ist sehr viel mehr in der Geschichte: Die Figuren sind mit sehr viel, gut recherchiertem Hintergrund, der bis in die Kaiserzeit zurück reicht, aufgebaut. Die Geschichte bedient mitnichten die Klischees.
Sie zeigt die Hintergründe, die menschlichen Abgründe und schlecht ist nicht einfach nur schlecht. Genauso wenig ist gut nur gut. Hier hat jeder sein Paket zu tragen, egal ob Bauer, Dorfschullehrerin, Schmied oder Polizist. Ich habe mich sofort in die Geschichte gezogen gefühlt und hatte sehr lebhafte Bilder vor mir, die allerdings den Umständen entsprechend nicht immer einfach und nett waren.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und einmal angefangen, habe ich das Buch nicht aus der Hand legen können. Der Stil hat mir gut gefallen und natürlich auch der Kriminalfall, der gut in die Zeit passt. Es gab einige sehr spannende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich empfehle das Buch gerne weiter und werde definitiv auch die folgenden Bücher lesen. Ich will ja wissen, wie die Figuren sich entwickeln werden :-)
phantastische_fluchten
aus Walzbachtal
5/5
25.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein gut durchdachter, intelligenter und überraschender Plot
Werner Schomer und Karl Bermes sind seit der Schulzeit die besten Freunde. Während Werner nur Unsinn im Kopf hatte, war Karl ein bemerkenswerter Schüler. Seine Lehrerin, Fräulein Schneebach, versuchte alles, um Karl eine höhere Bildung zu ermöglichen, aber Karl beugte sich der Familientradition und wurde Schmied. Beide jungen Männer wurden zum Krieg eingezogen. 1946, kurz nach Ende des Krieges, kehren beide in ihr Eifeler Dorf zurück. Zuerst Werner, der sich sehr verändert hat und jeglichen Kontakt mit den Dorfbewohner vermeidet. Auch Karl, der nach 5 Monaten Gefangenschaft nach Hause zurückkehrt, findet keinen Zugang mehr zu seinem Freund. Der Krieg hat beide Männer verändert.
Als Werner eines Tages im Eifeler Wald von einer Explosion getötet wird, kommen Karl und Fräulein Schneebach Zweifel, dass es sich um einen Unfall handelt. Da sie als erstes am Unfallort eintreffen, wird Karl zuerst sogar verdächtigt, für Werners Tod verantwortlich zu sein. Da die Zuständigkeiten nach dem Krieg noch unklar sind und die französische Besatzungsmacht sich nicht sonderlich für den Tod eines Deutschen interessiert, versuchen Karl und Fräulein Schneeschuh zu ermitteln.
Kommentar:
Mittlerweile sind vier Bände der Serie um Karl Bermes und Kommissar Peters erschienen, der fünfte ist in Arbeit. Ich werde der Serie treu bleiben, denn Band eins hat mir sehr gut gefallen. Völlig unspektakulär und ruhig entfaltet sich ein Kriminalfall, der mich vom ersten Moment an gefesselt hat. Eigentlich war es nicht einmal der Mordfall, sondern der geschichtliche Rahmen, der mich begeistert hat. Ralf Lano hat sehr akribisch recherchiert und die historischen, kleinen und alltäglichen Details geben dem Buch seinen besonderen Charme. Über den Kapiteln steht jeweils ein Wochentag und das dazugehörige Datum. Ich habe nachgeschaut, ob der 13.08.1946 damals wirklich ein Dienstag war und sogar das war korrekt.
Disselbach ist ein kleiner Ort in der Eifel, abseits der großen Metropolen. Die Anwohner müssen sich aufeinander verlassen. Karl hat die Schmiede seines Vaters übernommen und verrichtet kleine Arbeiten, die in Naturalien bezahlt werden. Seien es Eier, Schnaps oder ein Schinken. Fräulein Schneebach hat den Kontakt zu Karl beibehalten, besucht ihn regelmäßig in der Schmiede und versorgt ihn mit Büchern. Sie ist auch gerade in der Schmiede, als sie und Karl die Explosion hören und sich sofort zusammen zum Explosionsort begeben. Es liegt ein Hauch von Humor über der Szene, wenn Ralf Lano beschreibt, wie das alte Fräulein versucht auf das Motorrad von Karl zu steigen. Auch die Beziehung zwischen Karl und seiner ehemaligen Lehrerin ist von einem subtilen Humor geprägt, durch den die Zuneigung der beiden zueinander durchblitzt. Keine amouröse Zuneigung, sondern eine ehrliche, unverfälschte Freundschaft.
Kriminalsekretär Peters ist zu Beginn ein wirklicher Unsympath und auch Karl hält nicht viel von diesem Kommiskopp und Kettenhund, der meint, den jungen Mann herumkommandieren zu können. Doch der Krieg ist vorbei und Karl hat die Nase mehr als voll von diesen Typen, die im Krieg ihre Macht nutzten um andere zu schikanieren.
Karl ist ein verantwortungsvoller ruhiger und besonnener junger Mann, der erst denkt und dann handelt. Schon als Kind ist er durch seine Klugheit aufgefallen. Sowohl er als auch Fräulein Schneebach sind dem Leser vom ersten Moment an symphytisch. Sie sind nicht perfekt, daher umso glaubwürdiger. Und so einen Charakter wie diese ältere preußische Lehrerein findet man selten in einem Buch.
Ralf Lanos Sprache und Schreibstil sinnd schörkellos und sehr gut zu lesen. Er verzichtet auf überflüssige Ausschweifungen und der Roman schreitet zügig voran, so dass keine Langeweile aufkommt.
Fazit:
Wer ruhige, tiefer gehende Kriminalgeschichten mag, dem wird dieses Buch gefallen. Die Spannung baut sich langsam aber kontinuierlich auf. Die Charaktere bekommen Zeit sich zu entfalten und wirken authentisch. Es sind diese leisen, ruhigne aber durchaus spannenden Bücher, die mir die Freude am lesen erhalten. Ich brauche keine brutalen Fälle mit hunderten von Leichen, ich lege mehr Wert auf gut durchdachte, intelligente und überraschende Plots und Ralf Lano bietet dies alles.
Anjas_Buchspuren
5/5
24.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Dorf im Schatten der Vergangenheit
Inhalt: 1946 im Eifelort Disselbach: Karl Bermes, der Dorfschmied, ist erst seit kurzer Zeit aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, als sein Freund Werner bei einer Detonation ums Leben kommt. Doch war es wirklich ein tragischer Unfall oder steckt mehr dahinter? Könnte jemand aus dem nahegelegenen Flüchtlingslager in den Vorfall verwickelt sein?
Mein Leseeindruck: Ralf Lano entführt uns eindrucksvoll in das Jahr 1946 und zeichnet ein authentisches Bild der Nachkriegszeit in einem kleinen deutschen Dorf. Gefallene Söhne, Heimkehrer aus der Gefangenschaft, Hunger und Entbehrung, der Zustrom von Vertriebenen aus den Ostgebieten sowie die Präsenz der Besatzungsmächte prägen den Alltag. Doch auch nationalsozialistisches Gedankengut ist immer wieder noch zu finden.
Die Schilderungen wirken durchweg glaubhaft und lebendig. Die Dorfbewohner ringen mit ihrer Vergangenheit ebenso wie mit einer ungewissen Zukunft und ein tiefes Misstrauen bestimmt vielerorts die zwischenmenschlichen Beziehungen.
Besonders die Figur des Dorfschmieds Karl Bermes war mir sympathisch. Er verlässt sich auf seine Intuition, reflektiert sein eigenes Handeln und setzt alles daran, die Wahrheit über den Tod seines Freundes herauszufinden. Unterstützung erhält er von Fräulein Schneebach, seiner ehemaligen Dorfschullehrerin, die ganz der Zeit entsprechend alleinstehend ist und mit Langeweile in den Schulferien kämpft.
Der Kriminalfall ist schlüssig aufgebaut und hält eine spannende Wendung bereit. Lediglich die Kapitel empfand ich persönlich stellenweise als etwas zu lang.
Fazit: Eine gelungene Mischung aus Krimi, historischem Roman und stimmungsvollem Lokalkolorit. Lesenswert.
@yves.bookworld
aus NRW
5/5
19.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein etwas anderer Regionalkrimi, historisch und spannend
Rezension
„Ein Echo aus stählener Zeit“
Der Eifeler Dorfschmied ermittelt.
von Ralf Lano / @ralflano
im KBV Verlag / @kbv_verlag
Worum geht es:
… siehe Klappentext, dafür oben einfach swipen
Meine Meinung:
„Ein Echo aus Stählerner Zeit“ von Autor Ralf Lano ist ein historischer und etwas anderer Regionalkrimi als gewöhnlich zu erwarten ist. Er spielt in der Nachkriegszeit um 1946 in der Eifel. Der Ort des Geschehens Disselbach und auch die Charakteren in dieser Geschichte sind so real beschrieben, dass man beim Lesen total vergisst, dass sie komplett fiktiv sind. Ebenso die Geschichte an sich klingt sehr real, sie ist durchweg sehr spannend geschrieben.
Was mir sehr gut gefällt, ist, dass durch die Beschreibung der typischen Eifel-Charakteren…mürrisch, stur und trotzdem liebenswert hier und da die Geschichte durch ein wenig Humor aufgelockert wird, jedoch dies der Spannung absolut nicht ins Gehege kommt.
Der Schreibstil des Autors ist klar und flüssig, so dass es ein leichtes ist, durch diese Geschichte hindurch zu fliegen.
#EinEchoausstählenerZeit
Fazit:
Ich hab mich gut unterhalten gefühlt.
Meine Leseempfehlung für euch mit verdienten ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
lesen.hoeren.rezensieren
5/5
31.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Kombination aus Krimi, historischem Geschehen und Spannung
Wow, war das ein tolles Buch!
Wir haben 1946, ein kleines Dorf in der Eifel, geprägt durch die Kriegsjahre und Armut, die die Zeit mit sich gebracht hat. Ein Knall erschüttert die Ruhe und zack war ich drinnen in einer spannenden Geschichte mit klasse ausgearbeiteten Figuren. Der Regionalkrimi besticht durch die authentischen Schilderungen der kargen und entbehrungsreichen Nachkriegsjahre. Aber auch die Bemühungen der Menschen, zurück zur Normalität zu kommen, was durch ewig Gestrige und die Besatzung nicht leicht gewesen ist, werden großartig eingefangen.
Die Verunsicherung und die Angst der Menschen ist spürbar, Argwohn gegenüber Flüchtlingen und Angst vor der Zukunft werden von Lano toll vermittelt.
Der Krimi ist spannend aufgebaut, Dorfschmied Karl und seine alte Lehrerin glauben nicht an ein Unglück, dem Karls Freund Werner zum Opfer gefallen ist. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche und werden immer tiefer in den Fall hineingezogen. Gut recherchiert, spannend und mit einigen Überraschungen wartet dieser Krimi auf.
Fazit:
Für mich eine gelungene Kombination aus Krimi, historischem Geschehen und Spannung. Gelungener Auftakt einer Krimireihe in der Eifel, die ich Euch ans Herz legen kann, tolles Lesevergnügen muss nicht immer von der Bestsellerliste kommen! Hier haben wir ein super Beispiel dafür.
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