Von Kindesbeinen an wurde er darauf getrimmt, Ungläubige zu verachten und für Allah zu kämpfen. Stark zu sein, sich dem Clan gegenüber solidarisch zu zeigen und die Nachfolge seines Vaters anzutreten, der einer der führenden Politiker des Landes war. In einer solchen Welt ist kein Platz für Zweifel, Fragen oder gar schwache Momente. Umso bemerkenswerter ist die Geschichte von Yassir Eric. Aufgewachsen im Nordsudan, findet er beim Versuch, seinen zum Christentum konvertierten Onkel wieder auf den "rechten Pfad" des Islam zu lenken, selbst zum Glauben an Jesus. Yassir Eric muss fliehen, wird in seiner Heimat für tot erklärt. In Deutschland macht er einen Neuanfang. Hier lernt er Werte wie Freiheit und Gleich-berechtigung schätzen, die er früher verachtete. Sein Credo: Es braucht einen längst überfälligen kritischen Dialog der Kulturen und Religionen. "Wir müssen Konflikte offen benennen und lösen, nur so ist ein friedliches Miteinander möglich."
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
5/5
29.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gut
Ein so tolles und bewegendes Buch . Es schafft ein Verständnis für die Hintergründe des Islams. Wir haben es in kürzester Zeit gelesen und werden auch das 2. Buch bestellen. Jeder sollte dieses Buch lesen.
Maggy
aus Görlitz
5/5
22.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Hass zur Liebe - eine bewegende Lebensgeschichte
Ich bin unglaublich froh, dass mir dieses Buch ausgeliehen wurde, denn sonst hätte ich es vielleicht nie entdeckt. Und das wäre ein großer Verlust gewesen, denn Yassir Erics Lebensgeschichte hat mich tief berührt und nachhaltig beeindruckt.
Ich habe das Buch an einem einzigen Tag gelesen, was schon für sich spricht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, aber das wirklich Faszinierende ist der Inhalt. Yassir Eric erzählt von seinem Leben im Sudan, von einer Kindheit voller Hass, die ihm eingetrichtert wurde, und von der radikalen Ideologie, die seine Welt bestimmte. Als er jedoch Christen begegnet, die ihm Liebe und Vergebung zeigen, beginnt sein innerer Wandel – ein Wandel, der ihn alles kostet: seine Familie, seine Heimat, seine Sicherheit. Seine eigene Familie erklärt ihn für tot und feiert sogar seine Beerdigung.
Doch trotz aller Verluste gewinnt Yassir etwas viel Wertvolleres: eine neue Identität in Jesus Christus. Seine Flucht, seine Zeit in Kenia, seine Arbeit für eine Hilfsorganisation und schließlich sein Leben in Deutschland als Brückenbauer zwischen den Kulturen zeigen eindrucksvoll, wie sehr Gott sein Leben verändert hat.
Besonders bewegend fand ich den abschließenden Brief an seinen Vater, den dieser vermutlich nie lesen wird. Die Ehrlichkeit, die Reflexion und die Sehnsucht nach Versöhnung sind zutiefst berührend.
Darüber hinaus geht Yassir Eric auch auf den Islam in Deutschland ein und gibt Denkanstöße zu Migration und Integration, die meinen Blickwinkel verändert haben. Seine reflektierten Einschätzungen haben mir neue Perspektiven eröffnet, die mich noch lange begleiten werden.
Die Struktur des Buches mit eingestreuten persönlichen Reflexionen in anderer Schriftart hat mir besonders gefallen, weil sie einen Einblick in seine heutige Sichtweise auf sein früheres Leben ermöglicht.
Fazit: Eine absolut beeindruckende, emotionale und inspirierende Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann. Klare Leseempfehlung!
kuddel
5/5
13.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein besonderer Brückenbauer
Der Autor Yassir Eric ist im Nordsudan in einem priveligierten Elternhaus aufgewachsen. Er wurde für eine Führungsposition in seinem Clan erzogen. Schon mit acht Jahren wurde er für zwei Jahre weitab von der Familie in eine Koranschule geschickt, in der ein liebloser Drill herrschte. Die Kinder dort wurden im Hass auf alles Andersgläubige sozialisiert. So werden Extremisten erzogen, die nichts hinterfragen, sondern das eigene System bedingungslos durchsetzen.
"Ich wuchs mit Geschlechtertrennung ... auf und sah Frauen ... als minderwertig an. Zudem war ich es gewohnt, Fremde und Andersgläubige abzuwerten,..., Meinungsvielfalt kannte ich nicht. Das patriarchalische System, in dem ich aufwuchs, prägte mich, Entscheidungen über meine Zukunft traf ich nie selbst ...Das war Aufgabe meines Vaters und Großvaters."
Viele Informationen und vieles an Allgemeinwissen wird in solchen Systemen unter den Tisch gekehrt, damit wirklich nichts hinterfragt wird.
"Wem beigebracht wird, das Leben des anderen geringer zu schätzen, wenn der Glaube zu verteidigen ist, der kommt auf eine Spur, die oftmals direkt in die Gewalt führt."
Yassir hat dies so erlebt und er war tatsächlich gewaltbereit, wie in seinem Bericht zu lesen ist. Als sein geliebter Onkel, der ihm wie ein Vater ist, zum Christentum konvertiert, wird er in den Grundfesten erschüttert. Der Onkel wird aus der Familie ausgestoßen, niemand hat Mitleid, dass er als Ungläubiger inhaftiert wird. Die Schande ist schlimmer. Yassir jedoch beginnt Dinge zu hinterfragen, er versucht sich durch das Lesen der Bibel eine eigene Meinung zu verschaffen und richtet nach besonderen Erlebnissen sein Leben neu aus. Die Familie ist entsetzt, er wird verstoßen und muss um sein Leben fürchten.
Es ist bewundernswert, wie sehr Yassir an seinen neuen Werten festhält und wie unerschrocken er seinen Weg verfolgt. Zum Glück stehen ihm immer wieder Menschen bei. Er lebt zunächst in Kenia und versucht sich für verfolgte Menschen in seiner Heimat einzusetzen.
Später ist sein Einleben in Deutschland nicht so leicht, hier wird gut nachvollziehbar beschrieben, mit welchen Problemen Migranten zu kämpfen haben. Immer wieder gibt es aber berührende, zwischenmenschliche Begegnungen. Einiges kommt ihm an unserer Kultur merkwürdig vor. Die Unterschiede /Vorzüge / Nachteile beider Kulturen werden beleuchtet und für gegenseitiges Verständnis geworben.
Das Buch endet sehr emotional mit einer Begegnung, die er für unmöglich gehalten hat, sowie mit einem sehr persönlichen Brief an seinen Vater, der ihn für tot erklärt hat.
Das Buch wird durch einen Fototeil in der Mitte des Buches gekonnt ergänzt. Mir hat der Erzählstil mit den gelegentlichen erläuternden Einschüben sehr gut gefallen. Ein Buch, dass deutlich macht, wie prägend ein extremer Erziehungsstil sein kann, aber auch was jeder Einzelne tun kann, damit Integration gelingt.
liesmal
aus Wilhelmshaven
5/5
11.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Islamisten zum Christen
„Die Geschichte eines Mannes, der im Sudan auf einer Koranschule zum Christenhasser erzogen wurde und später konvertierte“ wollte ich unbedingt lesen, denn über den Islam wusste ich bislang nicht viel.
Yassir Erics Geschichte ist unglaublich brutal und voller Hass, aber auch voller Liebe.
Tief bewegt habe ich staunend seinen Weg verfolgt, habe von seiner Kindheit in der Koranschule gelesen und davon, dass er hier ebenso wie in der Moschee und in seinem Zuhause zum Hass erzogen wurde. Dabei haben Andersgläubige keinen Wert.
Wie und dass er überhaupt einen Weg aus diesem Leben heraus und zum Christentum gefunden hat, klingt wie ein Wunder. Doch Eric sagt: „Am Ende ist es nicht der Mensch, der glaubt, sondern Gott, der Menschen den Glauben schenkt.“
Das Buch wird bei mir einen Platz in greifbarer Nähe behalten, denn das, was Eric über den Islam geschrieben hat, ist so komplex, dass ich ganz bestimmt noch häufig darin lesen werde, um vieles noch besser verinnerlichen zu können.
Bewertung
5/5
29.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegender Lebensbericht mit Anregungen zum Dialog
Yassir wird im Sudan in eine streng muslimische Familie geboren und soll das nächste Oberhaupt der Familie werden. Doch er lernt Jesus Christus kennen und daraufhin verändert sich sein ganzes Leben. Inzwischen hat er einen Doktor der Theologie und leitet das Europäische Institut für Migration, Integration und Islamthemen an der Akademie für Weltmission in Korntal. Er setzt sich sehr für Minderheiten, Konvertiten und Migranten ein. In diesem Buch erzählt er seine Geschichte. Als Leser erfährt man gleich zu Beginn viele spannende Informationen über die religiöse und politische Situation im Sudan und der muslimischen Welt. Vieles davon war neu für mich. Yassir hat schon als Kind wirklich schwierige Dinge erlebt und auch als Erwachsener ein bewegendes Leben. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und der Leser wird gut in das Erlebte mit hineingenommen. Zwischen den Erlebnissen gibt es immer wieder Einschübe, in denen der Autor das Erlebte nochmals als Erwachsener reflektiert und Anstöße für den Leser gibt, was man persönlich tun könnte, um den Dialog zwischen Christen und Muslimen zu fördern. Ich finde es super, dass Yassir auf beiden Seiten für Verständnis wirbt und deutlich macht, wie wichtig der Dialog und das gegenseitige Kennenlernen ist - sowohl was Muslime und Christen angeht, als auch Deutsche und Migranten. Das Buch hat meinen Blick auf Muslime und Einwanderer verändert und ich wünschte, mehr Menschen würden dieses Buch lesen, damit sich in Deutschland etwas verändern kann.
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