Produktbild: Das rote Buch der Abschiede

Das rote Buch der Abschiede Roman

7

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

04.11.2023

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

304 (Printausgabe)

Dateigröße

4702 KB

Übersetzt von

Elina Kritzokat

Sprache

Deutsch

EAN

9783608121872

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

04.11.2023

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

304 (Printausgabe)

Dateigröße

4702 KB

Übersetzt von

Elina Kritzokat

Sprache

Deutsch

EAN

9783608121872

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  • drawe

    aus Landau

    5/5

    22.12.2023

    eBook (ePUB 3)

    Ein sprachlich beeindruckendes Zeitdokument, lesenswert!

    Pirkko Saisio macht es ihrem Leser nicht leicht. Ihr Buch ist ein Erinnerungsbuch, und so springt sie zwischen den Zeiten hin und her, analog zu ihrer Erinnerung. Sie beginnt zwar in der Gegenwart, aber reiht dann ihre Erinnerungsfetzen aneinander und überlässt dem Leser die Gesamtschau. Diese Gesamtschau ist jedoch faszinierend. Vor dem Auge des Lesers entsteht das Bild Helsinkis in den 60er und 70er Jahren, penibel beschreibt die Autorin die Wege, die Örtlichkeiten, die Lage der elterlichen Wohnung und vor allem die Kirche, zu der sie eine besondere Beziehung entwickelt. Hier in Helsinki wuchs die Autorin auf, in einem Mietshaus im Arbeiterviertel, in einer kommunistischen Familie, in deren Regalen ausschließlich die Bücher von Stalin und Lenin standen. Damit sind schon die Konstituenten genannt, die das Leben der Autorin bestimmen: ihre Religiösität und ihre kommunistische Ausrichtung. Die Liebe zum Buch, zur Literatur und allgemein zur Kunst führt sie von ihrer Familie weg. Sie ist die Erste ihrer Familie, die studiert. Noch entscheidender ist aber ihre Homosexualität, die im Finnland der 70er Jahre noch unter Strafe stand und die zum Bruch mit ihren Eltern führt: „Und so trennt Mutter mich mit einem Seziermesser von meinem Hintergrund." Das ist nicht der einzige Abschied, den die Autorin thematisiert. Im Zentrum steht der quälende Abschied von ihrer großen Liebe Havva, der ihr Leben aus den Fugen geraten lässt. Noch heute unterteilt sie ihr Leben in die Zeit vor und nach dieser Liebesbeziehung. Kleinere Abschiede gruppieren sich um dieses Zentrum herum. Es sind nicht nur Abschiede von Lebenspartnerinnen, sondern auch der Abschied von beruflichen Plänen und die Neu-Ausrichtung hin zur Schauspielerei, zur Regie und zum Schreiben. Durch diese Abschiede wird das Buch sehr dicht. Der Leser begleitet Pirkko Saision zu ihren sozialistisch-revolutionären Agitprop-Theatervorstellungen, und er bekommt einen Eindruck vom Leben einer jungen lesbischen Frau im Finnland der 70er Jahre. Die Art und Weise, wie sie ihre sexuelle Identität literarisiert, besticht durch die Selbstverständlichkeit und auch Leichtigkeit, mit der sie sie erzählt. Ihre oft szenische Erzählweise, die an ein Drehbuch erinnert, wirkt lebhaft, pointiert und kraftvoll, aber immer poetisch. Wie eingangs gesagt: Pirkko Saisio macht es ihrem Leser nicht leicht. Sie springt nicht nur zwischen den Zeiten umher, sondern auch zwischen den Erzählinstanzen. Mal erzählt ein Ich, dann wieder eine Sie. Damit schafft die Autorin zwar kunstvoll Nähe und dann wieder Distanz zu ihrer Figur, aber dieser Wechsel führt immer wieder zu Kohärenzproblemen und damit zu Verständnisproblemen.

  • Boockpicker

    Book Circle Community

    5/5

    10.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Spannende Perspektiven

    Türen öffnen, Türen schliessen, zu neuen und hinter lange bekannten Menschen, Orten, Perspektiven. Autofiktional beschreibt Pirkko ihr Suchen nach Identität und Beziehung, sie spricht stets in der 3. Peron von sich selber, was Nähe und zugleich Distanz hervorbringt. Im Finnland der 80er Jahre ist Homosexualität strafbar (das Buch ist in Finnland 1998 erschienen), und so bewegt sie sich im Halbdunkel, unsicher, was jetzt wirklich gilt und wohin sie sich bewegen soll. Sie verliebt sich in Clownauge, dann in Havva, doch auch hier gilt es Abschied zu nehmen, innerlich auch von ihrem Elternhaus, das ihr «Treiben» nicht versteht und verurteilt. Vom Sozialismus ist sie nicht so überzeugt wie Havva, engagiert sich aber für die Abschaffung des Homosexualitätsparagafen, was schliesslich gelingt. Das Buch ist in einem eigenen, manchmal abgehackten, manchmal dialogischen Stil geschrieben; die Szenenwechsel sind nicht immer leicht zu verorten. Insgesamt ein dichtes, nachdenklich machendes Buch, über das, was im Leben ansteht oder getrost verabschiedet werden kann, wenn auch unter Schmerzen, gleichzeitig aber ein Durchbruch zu Neuem sein kann.

  • dracoma

    aus LANDAU

    5/5

    22.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Pirkko Saisio macht es ihrem…

    Pirkko Saisio macht es ihrem Leser nicht leicht. Ihr Buch ist ein Erinnerungsbuch, und so springt sie zwischen den Zeiten hin und her, analog zu ihrer Erinnerung. Sie beginnt zwar in der Gegenwart, aber reiht dann ihre Erinnerungsfetzen aneinander und überlässt dem Leser die Gesamtschau. Diese Gesamtschau ist jedoch faszinierend. Vor dem Auge des Lesers entsteht das Bild Helsinkis in den 60er und 70er Jahren, penibel beschreibt die Autorin die Wege, die Örtlichkeiten, die Lage der elterlichen Wohnung und vor allem die Kirche, zu der sie eine besondere Beziehung entwickelt. Hier in Helsinki wuchs die Autorin auf, in einem Mietshaus im Arbeiterviertel, in einer kommunistischen Familie, in deren Regalen ausschließlich die Bücher von Stalin und Lenin standen. Damit sind schon die Konstituenten genannt, die das Leben der Autorin bestimmen: ihre Religiösität und ihre kommunistische Ausrichtung. Die Liebe zum Buch, zur Literatur und allgemein zur Kunst führt sie von ihrer Familie weg. Sie ist die Erste ihrer Familie, die studiert. Noch entscheidender ist aber ihre Homosexualität, die im Finnland der 70er Jahre noch unter Strafe stand und die zum Bruch mit ihren Eltern führt: „Und so trennt Mutter mich mit einem Seziermesser von meinem Hintergrund." Das ist nicht der einzige Abschied, den die Autorin thematisiert. Im Zentrum steht der quälende Abschied von ihrer großen Liebe Havva, der ihr Leben aus den Fugen geraten lässt. Noch heute unterteilt sie ihr Leben in die Zeit vor und nach dieser Liebesbeziehung. Kleinere Abschiede gruppieren sich um dieses Zentrum herum. Es sind nicht nur Abschiede von Lebenspartnerinnen, sondern auch der Abschied von beruflichen Plänen und die Neu-Ausrichtung hin zur Schauspielerei, zur Regie und zum Schreiben. Durch diese Abschiede wird das Buch sehr dicht. Der Leser begleitet Pirkko Saision zu ihren sozialistisch-revolutionären Agitprop-Theatervorstellungen, und er bekommt einen Eindruck vom Leben einer jungen lesbischen Frau im Finnland der 70er Jahre. Die Art und Weise, wie sie ihre sexuelle Identität literarisiert, besticht durch die Selbstverständlichkeit und auch Leichtigkeit, mit der sie sie erzählt. Ihre oft szenische Erzählweise, die an ein Drehbuch erinnert, wirkt lebhaft, pointiert und kraftvoll, aber immer poetisch. Wie eingangs gesagt: Pirkko Saisio macht es ihrem Leser nicht leicht. Sie springt nicht nur zwischen den Zeiten umher, sondern auch zwischen den Erzählinstanzen. Mal erzählt ein Ich, dann wieder eine Sie. Damit schafft die Autorin zwar kunstvoll Nähe und dann wieder Distanz zu ihrer Figur, aber dieser Wechsel führt immer wieder zu Kohärenzproblemen und damit zu Verständnisproblemen. Ein sprachlich beeindruckendes Zeitdokument!

  • Sascha Malz

    aus Niedersachsen

    5/5

    10.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    EINE SANFTE ACHTERBAHN DER GEFÜHLE

    Ein bewegendes Buch, welches aufzeigt, was Sprache kann; an dieser Stelle auch ein großes Lob an die Übersetzerin! Die Protagonistin dieser autofiktiven Geschichte nimmt einen mit in die Berg- und Talfahrten ihres Lebens, ihrer Gefühle, Ängste und Sorgen. Man erlebt die Entwicklung ihrer sexuellen Identität, ihrer Beziehungen zu sich und ihren Partnerinnen aber vor allem auch zu ihrer Mutter und weiteren engen Verwandten. Dies alles vor dem Hintergrund eines Studentenlebens im Finnland zu Zeiten der sozialistischen Revolution und dem Kampf um die Abschaffung der Strafverfolgung homosexueller Handlungen. In einem Wechsel zwischen der 3. und der 1. Person und Sprüngen (vor und zurück) in der Zeit, berichtet die Protagonistin, wie sie ihre erste Liebe findet, sich - statt in Hörsälen - in geheimen Clubs rumtreibt und die Tage mehr mit revolutionärem Tun als mit dem Studium verbringt. Sie entdeckt über das Studententheater und später dem Schauspielstudium ihre Liebe zur darstellenden Kunst - wobei sie für sich entdeckt, dass sie lieber schreibt als spielt; was dann über die Dramaturgie zur Schriftstellerei führt. Schließlich lernt sie die Liebe ihres Lebens kennen, die sie leider irgendwann verlässt, die sie aber nie vergessen kann - ihr Leben gerät außer Kontrolle, doch erlangt sie diese schließlich wieder. Ein Auf und Ab, eine Achterbahnfahrt der Gefühle; durch den Schreibstil jedoch für den Leser von Ecken und Kanten befreit, so dass man die Höhen und Tiefen mitgeht, ohne vor Erschütterung selbst zu erstarren. Man betrachtet das Gefühlschaos objektiv und ist doch dabei. Wie im sanften Geigenspiel, welches mal dramatisch und mal melancholisch aufspielt, wird man durch die Seiten getragen und bleibt zwar nachdenklich, jedoch nicht erschüttert zurück. Wer die dichte Erzählung liebt, autofiktionale Geschichten mag und sich zudem auf einen poetischen und literarisch meisterhaften Schreibstil einlassen möchte, der ist mit diesem Buch bestens bedient und darf sich auf einen Hochgenuss freuen. Für mich einer der Höhepunkte in diesem Jahr.

  • Hornita

    aus Augsburg

    4/5

    06.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Interessante Zeitreise

    Interessante Zeitreise; Die Erzählzeit springt zwischen Ereignissen in den 1970er Jahren und den folgenden 30 Jahren hin und her. Es werden hauptsächliche Beginn und Ende von Liebesbeziehungen der Autorin, aber auch das Ende von Lebensabschnitten behandelt. Die Sprache ist poetisch, aber dennoch leicht zu lesen. Ein Großteil spielt in den 1970er Jahren und fühlt sich wie eine Zeitreise an, da die politische Situation und sozialistische Bewegung Finnlands thematisiert wird. Hinter allen steht die Behandlung gleichgeschlechtlicher Paare und die Autorin kämpft für eine Entkriminalisierung und Gleichbehandlung. Für mich hat sich das Buch wie eine Reise in die Vergangenheit gelesen, man kann den damaligen Zeitgeist spüren. Auch habe ich einiges über die finnische Kultur erfahren. Mir hat es insgesamt gut gefallen, da ich wenig über Finnland weiß. Die Zeitsprünge hätte ich nicht gebraucht, da die Orientierung für den Leser bei einer chronologischen Erzählung etwas einfacher gewesen wäre.

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