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Produktbild: Der Nahe Osten in einer globalisierten Welt

Der Nahe Osten in einer globalisierten Welt Entwicklungslinien, Gegensätze, Herausforderungen

1

32,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

10.04.2024

Herausgeber

Bastian Matteo Scianna + weitere

Verlag

Campus eBooks

Seitenzahl

394 (Printausgabe)

Dateigröße

3599 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783593452234

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

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Kopierschutz

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Nein

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

10.04.2024

Herausgeber

Verlag

Campus eBooks

Seitenzahl

394 (Printausgabe)

Dateigröße

3599 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783593452234

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    5/5

    03.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Diese Anthologie verschafft…

    Diese Anthologie verschafft einen fundierten Überblick zum Nahen Osten, mit unterschiedlichen Autoren und Sichtweisen. Es ermöglicht Einblicke über tages-sensationelle Sichtweisen hinaus in tiefere Zusammenhänge. Im Artikel von Andreas Jäger über Ägypten erfährt man z.B., dass die westlichen Informationen wonach die Jugend Ägyptens säkular eingestellt sei, nie den Tatsachen entsprachen. „Tatsächlich ist Säkularismus in Ägypten ein Schimpfwort. Zwar nimmt religiöses Desinteresse zu, aber kaum ein Ägypter würde sich als nicht gläubig bezeichnen…Wael Ghoneim etwa, der mit seiner Facebook Seite Wir sind alle Khaled Said die ägyptische Religion mit auslöste, begann seine Karriere als Begründer einer islamischen Webseite.“ Insgesamt gab es über emotionale Forderungen hinaus keine Konzepte, so dass irgendwann „Der Islam ist die Lösung“ vor allen stand. Die Straßenschlachten in Kairo wurden von den Fangruppen der großen Fußballvereine durchgeführt, im Westen wurde das lange übersehen. China hatte damals verstärkt Weizen importiert, in Ägypten kam dadurch auch der Ruf nach Brot auf, der Tourismus ging zurück, das Volk hungerte. Festzuhalten bleibt, dass das neue Ägypten immer noch auf religiösen Vorstellungen basiert, die islamisch und frauenunterdrückend angelegt sind, es gibt hier wenig Freiräume für individuelle, gleichberechtigte Entwürfe. „Auch nach dem jüngste Mordfall meldete sich ein prominenter Scheich der islamischen Al-Azhar-Universität und macht das Opfer selbst für die Ermordung verantwortlich. Sie hätte sich islamischer kleiden sollen.“ Die neuen Machthaber in Ägypten fahren trotzdem einen harten Kurs, der auch Einengungen islamischer Forderungen beinhaltet - und insbesondere den christlichen Kopten neue Freiräume verschafft. Wie immer möchte man sagen, wenn eine solche Konstellation erfolgreich sein kann, ist diese nur mit harter Hand möglich. Ein fataler Irrtum des Westens bestand ingesamt darin, die religiöse Komponente des Islam entweder nicht zu kennen oder völlig zu unterschätzen. China spielt eine verstärkte Rolle im Nahen Osten. Es konzentriert sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit, wobei sicherheitspolitische und überwachende Komponenten im Internet eine besondere Rolle spielen. Repressive Systeme wie in Saudi Arabien oder VAE haben an Sicherheits- und Überwachungstechnologie ein besonderes Interesse, ebenso an KI. Deutsche Entwicklungspolitik spielt im Nahen Osten ein abnehmende, eher unwichtige Rolle. Andere Player und Interessen sind vorrangiger und dominanter, Israel ist im Zentrum einer fragilen, krisengeschüttelten Region, die neben religiösen Facetten wenig aufzubieten hat, um Menschen in Unabhängigkeit, Frieden und Toleranz zu bringen. Dabei denke ich immer an eine Aussage von Enzensberger: „Als schwere narzisstische Kränkung wird nicht nur die militärische Unterlegenheit gegenüber dem Westen empfunden. Viel schlimmer wirkt sich die intellektuelle und materielle Abhängigkeit aus. In den letzten vierhundert Jahren haben die Araber keine nennenswerte Erfindung hervorgebracht. Rudolph Chimelli zitiert einen irakischen Autor mit dem Satz: ,Hätte ein Araber im 18. Jahrhundert die Dampfmaschine erfunden, sie wäre nie gebaut worden.‘ Kein Historiker wird ihm widersprechen. Alles, worauf das tägliche Leben im Maghreb und im Nahen Osten angewiesen ist, jeder Kühlschrank, jedes Telefon, jede Steckdose, jeder Schraubenzieher, von Erzeugnissen der Hochtechnologie ganz zu schweigen, stellt daher für jeden Araber, der einen Gedanken fassen kann, eine stumme Demütigung dar. Selbst die parasitären Ölstaaten, die von ihrer Grundrente zehren, müssen ihre Technik aus dem Ausland beziehen; ohne westliche Geologen, Bohr- und Verfahrenstechniker, Tankerflotten und Raffinerien wären sie nicht einmal in der Lage, ihre eigenen Ressourcen auszubeuten. Insofern ist selbst ihr Reichtum ein Fluch, der sie ständig an ihre Abhängigkeit erinnert. Ohne die Einnahmen aus dem Rohöl fällt die ökonomische Leistung der gesamten arabischen Welt heute weniger ins Gewicht als die eines einzigen finnischen Telefonkonzerns.“ (Radikale Verlierer" v. Magnus Enzensberger, Spiegel 45/2005, S. 182 ff.)

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