Produktbild: Der Vorweiner

Der Vorweiner Roman | Nach der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020: Der neue Bov Bjerg!

62

19,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

31.08.2023

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

240 (Printausgabe)

Dateigröße

2881 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843730181

Beschreibung

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Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • nicht oder eingeschränkt barrierefrei

Erscheinungsdatum

31.08.2023

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

240 (Printausgabe)

Dateigröße

2881 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843730181

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  • Bewertung

    aus Speyer

    3/5

    30.08.2023

    eBook (ePUB 3)

    Zu weit gehende brillante Satire

    Vorab: „Der Vorweiner“ war mein erstes Buch von Bov Bjerg, ich war also frei von Erwartungen, die aus früherer Lektüre resultieren könnten, und fand den Schreibstil auf den ersten wenigen Seiten faszinierend. Nun, nach der Lektüre bin ich … ja, was denn?! Ob man „Der Vorweiner“ als Dystopie betrachtet, hängt wohl vom Standpunkt ab – der Verlag versteigt sich auf „Roman“ (tja, das trifft sicher) – für mich ist es wohl am ehesten eine Satire (in dystopischer Parabelform – oder so). Die Handlung (so man davon sprechen will) spielt in einer Restwelt zu Ende des 21. Jh.: Der größte Teil der Welt ist überflutet, die Existenz eines Lebens hängt an der Datenlage darüber, die Oberschicht delegiert lästige Aufgaben an die Unterschicht, Gefühle Fehlanzeige. Da klingt es logisch, dass man beim Tod einer Person „Trauernde“, sogenannte Vorweiner, mit dem Trauern beauftragt. Dieses Konstrukt wird von einer Beteiligten eines „Vorweiner-Trios“ (eine Texterin, ihre Tochter sowie der Vorweiner der Texterin) erzählt. So manches in „Der Vorweiner“ erinnert an unsere heutige Welt bzw. treibt es auf die Spitze. Ja, Übertreibung ist sicher eines der Kennzeichen der Geschichte und die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen (es gibt Auffanglager – deren Namen schon verblüffen, etwa Neuschwanstein – was das für Assoziationen auslöst … es gibt Flüchtlinge, deren Herkunft etwas verblüffen mag, die jedoch wie heute die Aufgaben übernehmen dürfen, die sonst keiner erledigen will usw.). Insofern übt Berg in seinem Roman Gesellschaftskritik, hält uns den Spiegel vor. Das wäre auch gut gelungen, wäre die Welt vollends stimmig, was sie aber nicht ist, denn irgendwie passt alles nicht recht zusammen: Wenn die Existenz des Menschen letztlich von Daten abhängt und nach dem Tod nichts (!) übrigbleiben soll, warum ist die Trauer um ihn dann wichtig? Vielleicht hat auch Berg da selbst die Haftung an seinen Text verloren, denn nach spätestens zwei Dritteln tüdelt der Text ein bisschen vor sich hin und wird dann wirklich wirklich schräg, um nicht zu sagen ekelhaft, womit wir wieder bei der Überspitzung wären. Die Sprache ist faszinierend abwechslungsreich, mal komisch, eigentlich immer lakonisch, an sich perfekt geeignet für einen Text, mit dem man seine Leserschaft mit ihrem (aus Außensicht) seltsamen Verhalten konfrontieren will. Ja, Berg will provozieren; ja, das mag auch nötig sein; ja, Überspitzung kann ein Stilmittel sein; aber nein, so ekelhaft wie so manche Beschreibung hätte es meines Erachtens nicht sein müssen. Für mich waren es die kleinen Seitenhiebe nebenbei, die mich viel mehr überzeugten als manch drastische Schilderung, die mich ob ihrer Plattheit nur abstößt. Fazit (um mich selbst mit dem Buch ins Reine zu bringen): brillante Satire, die in manchem jedoch zu weit geht und deshalb 3 Sterne bekommt.

  • brauneye29

    aus Wachtendonk

    1/5

    01.09.2023

    eBook (ePUB 3)

    Nicht meins

    Zum Inhalt: Bürgerkriege und Naturkatastrophen haben die Welt nahezu zerstört. Der Rumpfkontinent wird durch eine dicke Betonschicht über dem Meeresspiegel gehalten. In Auffanglagern versammeln sich diverse Flüchtlinge aus aller Herren Länder. Einer von ihnen ist Jan, der bei A. wie Anna in den Dienst als Vorweiner tritt, denn echte Trauer kann keiner mehr wirklich zeigen. Meine Meinung: Das Cover und auch der Klappentext haben mich neugierig gemacht, nur leider hat mich das Buch und die dystopische Geschichte überhaupt nicht gepackt und ich habe letztendlich das Buch abgebrochen, weil ich weder einen roten Faden in der Geschichte fand, noch mit dem verworrenen Stil des Buches etwas anfangen konnte. Auch dieses hin und her Gespringe zwischen den Protagonisten hat mich mehr verwirrt als das Buch lebhaft zu machen. Nach der Hälfte habe ich schließlich aufgegeben. Fazit: Nicht meins

  • Bewertung

    5/5

    12.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wahnsinnig gu!

    Die Idee eines Vorweiners ist schon sehr skurril und besonders. Der Roman ebenso. Das ist definitv kein Roman für jemanden, der viel Wert auf stringente, logische Abläufe hat und Literatur, die man einfach runter lesen kann ohne groß nachzudenken. "Der Vorweiner" stößt einen schon mit der Kapitelreihenfolge, die das zweite vor das erste Kapitel stellt, zum nachdenken an. Im Buch tummeln sich jede Menge verrückter Ideen und Innovationen. Wer es schafft, sich darauf einzulassen, kann einen grandiosen Roman lesen. Ich habe an ganz vielen Stellen lachen müssen, an anderen war ich verblüfft, aber auch manchmal ratlos, weil ich noch nicht verstehen konnte, wie sich die Handlung gerade entwickelt. Mir haben schon der Klappentext und die Leseprobe gefallen, trotzdem hat das Buch es geschafft, mich mit dieser Fülle an Ideen zu überraschen. Eines der besten Bücher in diesem Jahr auf meiner Leseliste. Absolut empfehlenswert!

  • Bewertung

    5/5

    05.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewohnt

    Nachdem ich bislang von Bov Bjerg nur "Auerhaus" kannte, dieses Meisterstück allerdings absolut geliebt habe, musste ich mich auch diesem neuen Roman des Autors auseinandersetzen. "Der Vorweiner" trägt kaum Informationen über das Buch auf dem Cover und ist damit recht simpel gestaltet - und doch wird man irgendwie direkt in den Bann gezogen durch das schöne Layout der Buchstaben von Titel und Autorname. Auch den Titel selbst finde ich der gelungen - originell und in Bezug auf den späteren Inhalt gut gewählt. Und dieser - der Inhalt - ist äußerst fulminant. Schwer kann ich in Worte kleiden, was ich mit diesem Buch erlebt habe und empfehle daher nur: Bitte lesen Sie es selbst. Ein wahnsinnig eigensinniger Stil und eine einmalige Geschichte, die man so nie wieder findet erwartet einen hinter diesem Cover. Eindrücklich - ungewohnt - intensiv

  • Bewertung

    5/5

    29.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopische Satire, die kratzt und sticht

    Wir landen in einer Gesesllschaft, die nicht trauert sondern zerstreut. Wer etwas auf sich hält, leistet sich für den einen Augenblick der Zerstreuung einen Vorweiner. Dessen Aufgabe ist es, auf den einen Moment nach dem Ableben hinzuarbeiten, nach dem Ableben der Brötchengeber, und im passendsten Moment durch mitreissendes gesetztes Weinen die Trauernden in Weinchöre mitzureissen. Hoch gehandelt werden die Vorweiner der westafrikanischen Staaten, doch die Protagonistin A wie Anna entscheidet sich für einen Niederländer. Wir befinden uns in einem zukünftigen Resteuropa, wo die Niederländer zur Flucht ins Innere Europas gezwungen sind, weil das Land im Zuge der Klimaerwärmung überschwemmt wurde, der Osten von Europa von eigentlichen Dürreperiodeon heimgesucht wurde und es rund um Europa von Flüchtenden aus Österreich (wegen politischer Verfolgung), Schottland und England (wegen Hochwasser und Unbewohnbarkeit) und Südresteuropa wimmelt. Es gibt eine gehobenere Schicht , wo sich Anna bewegt und eine "Niederschicht", die auch in Abwässerkanälen haust. Protagonistin B wie Berta haust in einer Kellerwohnung in "Neuhamburg" und schreibt erfundene Nachrichten, die immer mit einem Heulen der betroffenen Leidenden endet. Mitten in dieser dystopischen Satire-Anlage kredenzt und Bjerg noch ein Familiendrama. Anna und Berta verbindet einiges, vor allem die gemeinsame Vergangenheit, Anna ist Mutter, Berta die Tocher, die sich von der Mutter losgesagt hat, und ziemlich isoliert lebt. Wie ist der Vater von Berta gestorben? War es der kolportierte natürliche Tod des Vaters, oder hat die Mutter mit dem Bolzenschussgerät nachgeholfen? Dann gibt es fast noch eine Liebesgeschichte, denn Berta hat sich ihren Pizzaboten als Liebhaber geangelt. Die gut situierte Mutter sucht Erlösung, hofft sie in einem Schlachtritual zu finden. Die Tochter trennt sich ziemlich konsequent von ihrem Pizza-Pete, als sie dessen moralischen Untergrund erkennt. Zwischen der konsequent gezogenen dystopischen Erzählanlage, den satirisch anmutenden Lifestyle-Beschreibungen mit Slapstick-Momenten setzt der Autor dort an, wo er in seinen früheren Büchern schon brilliert hat: Wie gehen wir mit Tod um? Wie mit Trauer? Wo enden wir in einer zynischen entsolidarisierten Gesellschaft, wo keine gemeinschaftstiftenden Rituale mehr verbinden? Es ist kalt, es ist zu spät, es gibt keinen Trost in diesem grandiosen Buch. Bov Bjerg liefert keine Heilsversprechen, sein Roman ist ein Meisterwerk, das die Leser*innen fordert, da passiert was im Kopfkino, und lässt die Lesenden mit Fragen zurück.

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