William Wisting muss erstmals für einen Fall in die moderne Welt des World Wide Web eintauchen: Die Rucksacktouristin Ruby wurde ermordet. Auf einer sogenannten Crowdsolving-Plattform beteiligen sich Hobby-Ermittler an der Suche nach dem Mörder und liefern zahlreiche – mal mehr, mal weniger hilfreiche – Hinweise. Eine Userin, »Astria«, behauptet sogar, sie stünde kurz vor der Lösung des Falls, doch dann verschwindet auch sie. Widerwillig lässt sich Wisting auf diese unkonventionelle Art der Ermittlung ein, löst den Fall aber letztendlich mit seiner bewährt professionellen und akribischen Art.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
PMelittaM
aus Köln
5/5
27.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Kriminalromane um William Wisting sind immer lesenswert
William Wisting erhält kurz vor Weihnachten eine Anfrage über eine vermisste Person. Die Australierin Michelle Norris unterhält eine Webside, auf der sie und andere User:innen den Mord an Michelles Freundin Ruby Thompson, der im Frühjahr in Spanien verübt wurde, besprechen und gemeinsam versuchen, letztendlich den Mörder zu finden. Eine Userin mit Nickname Astria, die angab, Norwegerin zu sein, hatte sich, nach einer Ankündigung, etwas Interessantes gefunden zu haben, seit über einer Woche nicht mehr gemeldet. Wisting nimmt die Anfrage durchaus ernst, kann aber zunächst nur mitteilen, dass es zu den relativ wenigen Personenangaben keine Unfall- oder ähnliche Nachricht gäbe. Dann wird eine Frauenleiche gefunden.
Die Geschichte wird auf interessante Weise erzählt, es gibt verschiedene Perspektiven, neben Wistings und der seiner Kollegin Maren Dokken, drei weitere, die jeweils mit Usernamen aus dem Forum betitelt werden. Diese stellen, neben den offiziellen, ihre eigenen Ermittlungen an. Eine davon ist Michelle, eine weitere ist Wistings Tochter, die Journalistin Line, die über ihren Vater auf das Forum aufmerksam wurde, die dritte die Spanierin Celia, die bei einer Securityfirma arbeitet, aber ihre Zukunft als Polizeiermitlerin sieht. Michelle und Celia machen sich auf den Weg nach Palamós, wo der Mord an Ruby geschah. Auch Wisting und Maren Dokken führen ihre Ermittlungen dorthin, während auch in Norwegen weiter ermittelt wird.
Ich habe schon einige Romane der Reihe um William Wisting gelesen, alle haben mir sehr gut gefallen, einschließlich diesem. Neben den Ermittlungen haben wir auch teil an seinem Privatleben, das allerdings relativ unspektakulär ist, was es aber gerade so angenehm macht. Er ist verwitwet, Tochter und Enkelin wohnen nebenan, und in diesem Roman verliebt er sich auch ein bisschen. Seine Ermittlungen führt er kompetent, unaufgeregt und mit der nötigen Empathie. Mit seinen Kolleg:innen hat er ein gutes Verhältnis, fördert sie, wenn er kann, wie hier Maren. Insgesamt macht ihn das sehr sympathisch, weswegen ich ihn als Reihenprotagonisten auch sehr schätze.
Die Fälle sind immer interessant und werden nachvollziehbar gelöst. In diesem Band ist am Ende nicht nur das Verschwinden Astrias sondern auch der Mord an Ruby gelöst. Der Roman ist, wie gehabt, nicht nervenzerfetzend spannend, hat aber doch seine ganz eigene Spannung, man will einfach wissen, wer hinter dem Mord an Ruby beziehungsweise dem Schicksal Astrias steckt, auch die Frage nach dem, was Astria Interessantes entdeckt hat, bleibt lange offen.
Die Romane um William Wisting sind alle lesenswert, sie punkten mit einem sympathischen, kompetenten Ermittler und interessanten Fällen, die alle nachvollziehbar gelöst werden. Wer gerne gute Kriminalromane liest, die auch etwas Platz für das Privatleben der Ermittler lassen, ist hier genau richtig.
Heidrun
aus Klingenberg
5/5
27.06.2024
Buch (Taschenbuch)
Verzwickter Fall
Das Buch ist ungewöhnlich aufgebaut. Im Prinzip hangeln wir uns am Blog entlang. Neben den Usern haben sich auch die Polizisten angemeldet. Die einzelnen Kapitel sind mit den Usernamen überschrieben. Dadurch bekommt man als Leser die selben Puzzlesteinchen wie die handelnden Personen. Mir hat es gefallen mitzurätseln, obwohl ich schon einen Verdacht hatte. Das Buch ist ruhig erzählt aber trotzdem spannend. Die Auflösung ist plausibel.
Das Buch ist in sich abgeschlossen und kann ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.
Das Buch ist sehr gute skandinavische Krimikost. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Bewertung
aus München
5/5
09.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Lieblingsreihe
Wisting im World Wide Web. Das ist so gar nicht seine Welt. Er mag es lieber oldschool. Aber er wäre nicht Wisting, wenn ihn das wirklich abschrecken würde. Nachdem er erst mal die Fährte aufgenommen hat, kann er gar nicht mehr zurück und er nutzt dafür auch die neuen Methoden und stürtzt sich ins Internet.
Ich bin ein Fan dieser Krimireihe. Der Autor hat eine wunderbar unaufgeregte und reduzierte Art. Das liest sich sooo gut. Er macht Tempo und Spannung, fast nebenbei. Er zeichnet Charaktere und Schicksale und kommt ohne wirklich brutale Szenen aus obwohl es auch diesmal um Mord geht und der ist ja bekanntlich nie nett.
Also wer Wisting noch nicht kennt - zuschlagen. Wer Wisting schätzt, der weiß eh, dass jeder seiner Fälle einfach nur gut ist. Und er ihn löst.
Bewertung
5/5
31.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Sympathischer Ermittler - spannende Fälle
Zufällig bin ich Weihnachten 2022 im Fernsehen auf William Wisting gestoßen. Seither habe ich alle im Moment verfügbaren und ins deutsche übersetzte Folgen gelesen. 12 Bücher in 8 Monaten. Ein sympathischer, menschlicher Ermittler, zuverlässig, ohne Vorurteile. Spannende Fälle, ohne blutrünstige Details und spannend ohne Ende, sodass es schwerfiel, die Bücher aus der Hand zu legen. Ich hoffe, dass noch viele Bücher folgen werden. Ich fand jedes Buch klasse. Der erste Band war noch etwas holprig, die Charaktere noch nicht ganz ausgereift. Spannend zu lesen, wie sich der Autor weiterentwickelt hat. Hoffentlich müssen wir nicht so lange auf die nächste Folge warten.
US
aus Berlin
5/5
10.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Moderne Ermittlung geht auch…
Moderne Ermittlung geht auch anders. Nach Cold Case Fällen, seinem allerersten und einigen anderen, kommt nun sein schwerster Fall auf den Buchmarkt, der 16. Wisting, der norwegische Kommissar arbeitet lieber nach alten konventionellen Methoden, um zur Lösung zu kommen. Hier bekommt er es aber mit ganz anderen Dingen zu tun, dem WWW. Zwei Fälle, die wahrscheinlich im Zusammenhang stehen, geben ihm Rätsel auf. Wie findet man jemanden, den man gar nicht persönlich kennt? Ein Nickname und ein Account sind alles was Wisting ins email Fach flattert. Kurze Kapitel treiben die Handlung voran und den Spannungsbogen hoch. Hier ermitteln neben den professionellen Leuten noch einige andere mit, Hobbyermittler über eine Crowd solving-Webseite. Das ist mal ein ganz neues Thema und sehr interessant. Jørn Lier Horst, früher selbst als Kriminalhauptkommissar aktiv, weiß wovon er hier schreibt. Die ausführliche Beschreibung der Polizeiermittlungen vermittelt einem den Eindruck, hautnah dabei zu sein. Hier wird der Fall realistisch und somit authentisch, aufgerollt, bearbeitet und gelöst. William Wisting ist ein exzellenter Ermittler, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Er beißt sich durch und seine Aufklärungsrate spricht für ihn. Ich hoffe es folgen noch ein paar Bücher!
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