Produktbild: Glänzende Aussicht

Glänzende Aussicht Eine Autorin, die heute in China nicht mehr gehört werden darf — Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.02.2024

Verlag

Hoffmann Und Campe

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,6/13/2,1 cm

Gewicht

266 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Michael Kahn-Ackermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-455-01678-9

Beschreibung

Rezension

»Ein Buch, das mich sprachlich umgehauen hat.« ("SRF Literaturclub")
»Eine unglaublich reiche Geschichte.« ("SRF Literaturclub")
»Aufregend unverblümt.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Ein schmales Buch, das lange nachhallt, und ein dichter Roman, voll Intensität.« ("WDR3 Lesestoff")
»Salopp, sarkastisch und souverän. Fang Fang zeichnet eine Realität, die man sonst nirgendwo zu sehen bekommt, abseits der großen neondurchfluteten Prachtstädte und des boomenden Kapitalismus chinesischer Prägung.« ("Deutschlandfunk Büchermarkt")
»Ein Buch wie ein Axthieb.« ("Kulturtipp")
»Schonungslos.« ("Kurier")
»Ein Stück außergewöhnlich intelligente Literatur.« ("Die Presse")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.02.2024

Verlag

Hoffmann Und Campe

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,6/13/2,1 cm

Gewicht

266 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Michael Kahn-Ackermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-455-01678-9

Herstelleradresse

Hoffmann und Campe Verlag
Harvestehuder Weg 42
20149 Hamburg
DE

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  • Heidrun

    aus Klingenberg

    5/5

    28.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Familiengeschichte

    Die Autorin beschreibt ungeschminkt die Zustände in einen Wuhaner Armenviertel. Prügel und Alkoholmissbrauch sind an der Tagesordnung. Die Kinder werden vernachlässigt. Die Autorin gibt einen Einblick in das Leben der armen Leute. Dabei wählt sie als Erzähler den Bruder 8, der als Baby gestorben war. Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre. Es handelt sich um ein Frühwerk der Autorin. Hier ist noch nicht die Raffinesse ihrer späteren Werke zu erkennen. Trotzdem war ich von den Buch gefesselt. Es zeigt eine für mich unbekannte Facette der chinesischen Geschichte. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • otegami

    aus Lichtenfels

    5/5

    14.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beeindruckende chinesische Familiengeschichte

    Nein, inniges, harmonisches Familienleben stellen wir uns alle miteinander anders vor als in ‚Glänzende Aussicht‘ geschildert! Auch der Vergleich ‚wie ein Rudel Wölfe‘ hinkt, weil man nämlich damit den Wölfen unrecht tut! (Sie gehen liebevoll miteinander um, haben z.B. richtig zärtliche Begrüßungs-Zeremonien.) Einzig die Hierarchie ist eine Gemeinsamkeit! Erzählt wird uns diese chinesische Familiengeschichte von Bruder acht, der 1961 am 16. Tag seines kurzen Lebens starb, seitdem das Leben seiner Familie aus seinem Grab unter dem Fenster der Baracke beobachtet und kommentiert (und von ihr beneidet wird). Seine sieben Brüder, zwei Schwestern und die Eltern leben in einem Ortsteil von Wuhan in einer der Henan-Baracken auf 13 qm und die Züge Peking-Kanton, die durchschnittlich alle sieben Minuten vorbeifahren, ‚scheinen an der Dachtraufe entlangzuschleifen‘. Streit, Schnaps, Demütigungen und Prügeleien sind an der Tagesordnung! Schon als 5-Jähriger muss auch der Jüngste seinen Beitrag zum Überleben der Familie leisten. Dazu – eingangs als Kontrast – die gewonnenen Lebensweisheiten von Bruder sieben! Wir dürfen die Lebensläufe der Kinder verfolgen und werden auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung Chinas im ausgehenden 20. Jahrhunderts konfrontiert, wie z.B. die blutigen Kämpfe der Dockgangs und die Landverschickung. Sehr hilf- und aufschlussreich waren dazu das Nachwort und die Fußnoten. ‚Glänzende Aussicht‘ (übersetzt von Michael Kahn-Ackermann) war das 1. Buch von Fang-Fang und erschien 1987 in China (wurde da als bedeutendes Werk des ‚neuen Realismus‘ gefeiert), bei uns leider erst Anfang Februar 2024. Damit habe ich alle vier von ihr, bei uns, erschienenen Werke gelesen und wieder viel Neues über China erfahren. Ja, es sind teilweise heftige und schockierende Szenen (und deshalb rate ich empfindsamen Gemütern von dieser Lektüre ab). All jenen, die Interesse an anderen, fremden Kulturen haben, empfehle ich es wärmstens. Fünf Sterne gebe ich dafür!

  • SimoneF

    5/5

    11.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beeindruckend und komplex

    Ein außergewöhnlicher Roman, erzählt aus der auktorialen Perspektive des bereits kurz nach der Geburt verstorbenen achten Sohnes und jüngsten Kindes einer chinesischen Familie von Hafenarbeitern. Diese lebt unter ärmlichen Verhältnissen zu elft in einer 13qm kleinen Baracke. Das Leben ist hart, Gewalt in der Familie die Regel, Zuneigung und Liebe Fehlanzeige. Als Nachkommen einer Flüchtlingsfamilie aus Zentralchina werden eher ländliche Traditionen gepflegt: Harte körperliche Arbeit ist angesehener als Bildung, viele Söhne mehren das Ansehen, und es gibt strenge Hierarchien in der patriarchal geprägten Familie.  Dieser Roman beschreibt klar, desillusioniert und ungeschönt die Härte des Lebens der sozial Schwächsten. Das Individuum zählt nichts, der Mensch und sein freudloses Leben sind Spielball der äußeren Umstände. In der Generation der Kinder hat der gesellschaftliche Aufstieg um jeden Preis Priorität. Wer nach persönlicher Integrität und Moral strebt, scheitert. Der tote achte Bruder hat ein schlechtes Gewissen, in Frieden ruhen zu dürfen, während sich die Lebenden täglich quälen müssen. Auch ist der Achte der einzige, der jemals Elternliebe erfahren hat. Und nur denjenigen, die taubstumm oder blind sind, ist ein glückliches Leben vergönnt. Dass derart deutliche Kritik im Zuge einer Phase des Aufbruchs im Erscheinungsjahr 1987 nicht nur möglich war, sondern auch mit einem nationalen Preis bedacht wurde, hat mich doch erstaunt. Heute wird das Buch in China jedoch nicht mehr verlegt. Um die Geschehnisse im Buch nachvollziehen zu können, ist ein Basiswissen über die Geschichte Chinas im letzten Jahrhundert hilfreich, insbesondere über die Machtübernahme durch die Kommunisten 1949, den "Großen Sprung nach vorn" (1958-1961) und die Kulturrevolution (1966-1976). Ich hatte mich zuvor noch nie mit der chinesischen Geschichte beschäftigt und habe mich erst parallel zu diesem Buch in die politischen und wirtschaftlichen Umstände eingelesen. Aufgrund häufiger Zeitsprünge im Buch ist es manchmal schwierig, die chronologischen Zusammenhänge und Lebenswege der einzelnen Familienmitglieder zu erfassen, und ich habe oft zurückgeblättert und Passagen nochmals nachgelesen. Dies lohnt jedoch in jedem Fall, und mir hat dieses Buch einen interessanten Einblick in eine turbulente Zeit in China ermöglicht. Ich kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen.

  • Miro

    aus Wels

    5/5

    04.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Familiengeschichte

    Fang Fang nimmt uns mit nach Wuhan in der nachkaiserlichen Zeit. Wir lesen uns in eine vielköpfige Familie, die auf engstem Raum in einer Baracke haust. Als allwissender Ich-Erzähler fungiert Bruder Acht, der mit 2 Wochen im Kindbett verstarb und nun vor der Baracke begraben liegt. Bruder Acht erzählt uns, er hätte es am Besten getroffen, denn er liegt sicher und warm, während beispielsweise Bruder Sieben nur noch unter dem Bett der Eltern Platz findet und der älteste Bruder nur noch Nachtschichten schiebt, damit er tagsüber im Bett schlafen kann. Der Vater ist ein Trinker und neigt zu extremer Brutalität. Er prügelt sich regelmäßig an seinem Arbeitsplatz, lässt seine Wut aber auch unkontrolliert an den Kindern aus. Vor allem Bruder Sieben hat unter den Schlägen zu leiden, denn er hat niemanden, der für ihn eintritt. Schon früh muss auch er zum Familieneinkommen beitragen; erst als Müllsammler, später als Gemüsesammler. Doch so erstaunlich es klingt, auch er geht seinen Weg und schafft es sogar am weitesten raus aus der Armut. Fang Fang's schonungslose Sprache kannte ich schon aus einem anderen Roman, aber auch hier musste ich mich erst wieder daran gewöhnen. Die ersten Kapitel sind etwas verwirrend. Man weiß nicht, wer hier erzählt und warum sich Sieben so verhält. Doch dann wird die Geschichte von hinten aufgerollt und wir bekommen einen genauen Einblick in die prekären Verhältnisse dieser Großfamilie, die nur eine von vielen ist. Vor der Ein-Kind-Politik war man überzeugt, sich nur mit vielen Kindern ein Auskommen im Alter sichern zu können. Ob und wie man die alle Durchbringen soll, darüber hat sich wohl niemand Gedanken gemacht. Hauptsache es gibt Söhne. Die Landflucht hat sich als problematisch erwiesen und mit Landverschickung wir ihr entgegengesteuert. Das ist Bruder Sieben Chance und die weiß er geschickt zu nützen. Er arbeitet sich hoch, wird Funktionär und dadurch Teil des Staates. Die Anerkennung ist ihm nun sicher. Mit dem Blick in diese Familie vermittelt uns die Autorin ein kritisches Bild vom Staat China in der Nachkaiserzeit. Sie hat bereits eine Vielzahl an Romanen verfasst, in denen die Armen und Entrechteten eine Stimme bekommen und ich hoffe, dieser Roman findet viele Leser*innen, die sich für das uns so fremde China interessieren.

  • Bewertung

    aus Buchen

    5/5

    03.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Am Fuß des Berges

    Fang Fang zeigt sich als glänzende Autorin des Realismus und schreibt über eine vielköpfige chinesische Familie von den sechziger bis in die 80ziger Jahre. Es ist eine Arbeiterfamilie, der es karg und oft rau zugeht. Die Kinder tragen keine Namen sondern werden als Bruder 2, Bruder 3, usw. bezeichnet. Nur die beiden Mädchen werden Kleiner Duft und Großer Duft genannt. Erzählt wird die Geschichte übrigens von Bruder 8, der als Baby gestorben ist und danach die ganze Zeit die Familie beobachtet. Bruder 7 steht ziemlich im Mittelpunkt, aber im Prinzip erzählt Fang Fang die Geschichte von allen Familienmitgliedern. Nicht selten erinnern Passagen aus Glänzende Aussicht an Filme des italienische Neorealismus, z.B. Fahrraddiebe. Diesen leidenschaftlichen Roman darf man nicht unterschätzen. Fang Fang weiß viel von den Menschen und hat mit diesem Buch ein bewegendes, packendes Gesellschaftsporträt geschaffen.

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