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Produktbild: Das Tal der Blumen

Das Tal der Blumen Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

01.11.2023

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

4221 KB

Originaltitel

Blomsterdalen

Übersetzt von

Franziska Hüther

Sprache

Deutsch

EAN

9783641279424

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Nein

Erscheinungsdatum

01.11.2023

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

4221 KB

Originaltitel

Blomsterdalen

Übersetzt von

Franziska Hüther

Sprache

Deutsch

EAN

9783641279424

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Trostloses, aber wichtiges Buch, über Suizidalität & Queerness

Eternal-Hope aus Österreich am 08.12.2024

Bewertungsnummer: 2359258

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Von Anfang an ist klar, dass es sich beim "Tal der Blumen" von Niviaq Korneliussen um ein hartes, trostloses Buch zu einem sehr traurigen Thema handelt. Das Tal der Blumen ist ein Friedhof in Ostgrönland, und viele, die dort liegen, haben sich das Leben genommen. Und dort liegen Blumen - im Winter viele davon aus Plastik - die von den trauernden Angehörigen dort hinterlassen werden. Denn Grönland ist das Land, das statistisch mit Abstand die höchste Suizidrate auf der Welt hat, und die meisten Menschen, die sich dort das Leben nehmen, sind jung. Schon im Prolog finden wir folgendes Zitat, das die Essenz des Buches sehr gut ausdrückt: "Der Rabe wachte über mich, bis das Tageslicht kam. Dann flog er davon und ließ mich allein mit den Toten zurück. Er wusste nicht, dass er mich vor dem Licht beschützen sollte, nicht vor der Dunkelheit." Im Winter wird es in Grönland kaum hell, die Sonne schafft es an den dunkelsten Tagen nur ganz kurz über den Horizont und geht gleich wieder unter. Dafür wird es im Sommer kaum dunkel. So trostlos die Winter dort auch sein mögen, die meisten Suizide geschehen, wenn es wieder viel heller ist, wie wir im Buch erfahren. Und das mangelnde Licht alleine kann auch nicht die Ursache für die hohe Suizidrate sein, denn diese ist erst in den letzten Jahrzehnten dort so in die Höhe geschnellt. Das Buch ist in drei Teile geteilt: "Sie", "Du" und "Ich". Im ersten Teil - "Sie" - geht es überwiegend um die junge Erzählerin und ihre beginnende lesbische Beziehung mit Maliina. Wir lernen die junge Frau kennen, freuen uns mit ihr über die beginnende Liebe und die Szenen wachsender Vertrautheit und Zuneigung zwischen den beiden jungen Frauen. Die Erzählerin bricht nach dem Sommer nach Aarhus in Dänemark auf, um dort ein Studium zu beginnen - übers Internet kann sie aber mit Maliina in Kontakt bleiben und in den Ferien heimkommen. Es gibt Hoffnung, dass die beiden ihre Beziehung bewahren können und Freude auf den neuen Lebensabschnitt. Doch in Dänemark kommt die junge Frau nicht so wirklich an, das Studium fällt ihr schwer, auf die Prüfungsinhalte kann sie sich keinen Reim machen und auch sozial fühlt sie sich einsam und nicht zugehörig, spürt deutlich die kulturellen Unterschiede zu ihren dänischen Studienkollegen und fühlt sich auch aufgrund ihres grönländischen Aussehens und der damit verbundenen leider immer wieder vorkommenden Ausgrenzungserfahrungen und Vorurteile unzugehörig. Schon in diesem ersten Teil wird außerdem jedes Unterkapitel - egal, worum es darum geht - durch die Nennung eines Suizides in Grönland überschattet, z.B. "42. Mann, 23 Jahre. Erhängen.", "41. Mann, 56 Jahre. Schuwsswaffe. Todesursache: Im Hafen ertrunken.", "39. Frau, 25 Jahre. Erhängte sich in der Wohnung eines Freundes." Im zweiten Teil - "Du" - kehrt die Erzählerin, die in Dänemark nach ein paar Monaten noch immer nicht so richtig Anschluss gefunden hat und in ihrem Studium erfolglos ist, spontan verfrüht für die Weihnachtspause nach Grönland zurück und reist dort an den Heimatort ihrer Freundin Maliina, um diese psychisch zu unterstützen, nachdem deren 15-jährige Cousine sich das Leben genommen hat. Maliina und ihre Partnerin gehen auch ins Krankenhaus, in dem die Cousine nach ihren Suizidversuchen behandelt wurde, und versuchen, Antworten zu finden darauf, warum es passiert ist und welche Hilfe ihr angeboten wurde (so gut wie keine). Die Unterkapitelüberschriften sind immer noch Suizidfälle - das zieht sich durch das ganze Buch - und auch die Handlung wird zunehmend düsterer. Im dritten Teil - "Ich" - bricht schließlich immer mehr im Leben der Ich-Erzählerin weg - Studium, Beziehung, Identität, Zukunft, Geld, psychische Stabilität - und Stück für Stück verliert sie den Halt. Mit einem Happy End sollte man in diesem Buch auch nicht rechnen. Es ist ein sehr gut geschriebenes, spannendes und wichtiges Buch, das ich atemlos in weniger als einem Tag ausgelesen habe. Ein Buch, das für eine wichtige Thematik sensibilisiert: die bestehende extrem hohe Suizidrate in Grönland und die kaum bestehenden Hilfen, die das System dort bietet. Immer wieder versuchen im Buch Angehörige sowie depressive junge Menschen selbst, Hilfe zu bekommen, aber es gibt viel zu wenig davon: es gibt nur ganz wenige therapeutische Angebote, diese sind, wenn überhaupt, aufgrund der dünnen Besiedelung und der großen Distanzen in Grönland, nur online verfügbar, richten sich oft nur an ganz spezifische, sehr eng definierte Zielgruppen, und man wartet monatelang darauf. Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich am Ende das Leben genommen haben, hatten davor mehrere Suizidversuche unternommen und trotzdem keine Hilfe erhalten, selbst wenn sie darum gebeten haben. Auch die Erzählerin selbst bittet am Ende mehrmals erfolglos darum, in die Psychiatrie aufgenommen zu werden. Es ist sehr, sehr deprimierend, das alles zu lesen und den zunehmenden psychischen Verfall der Ich-Erzählerin mitzubekommen. Authentisch beschreibt sie speziell im dritten Teil des Buches, wie es sich zeigen kann, wenn jemand immer weiter Richtung Suizidalität abrutscht. Als zweites großes Thema neben der Suizidalität zieht sich das Thema Homosexualität bzw. Queerness bzw. Transgender/Crossdressing durch das Buch. Wer sich für das Buch entscheidet, sollte mit vielen sehr explizit beschriebenen lesbischen Sexszenen kein Problem haben, denn davon kommen ebenfalls viele vor, speziell in der ersten Hälfte des Buches. Gleichzeitig wird auch dafür sensibilisiert, dass junge Menschen, die in irgendeiner Weise anders sind, so wie hier queere Jugendliche, noch einmal ein höheres Risiko für Suizidalität in Grönland haben, weil sie noch weniger in die zum Teil sehr traditionelle und konservative Gesellschaft passen (auch wenn die Familie der Ich-Erzählerin selbst recht offen und aufgeschlossen ist und auch ihre Freundin warmherzig in der Familie begrüßt, bekommen wir doch mit, wie es in anderen Teilen der Gesellschaft zu Mobbing und Ausgrenzung queerer Jugendlicher kommt). Ich kann gut verstehen, warum dieses Buch - als erstes Buch einer grönländischen Autorin - den Nordischen Literaturpreis gewonnen hat: es ist sprachlich sehr gut geschrieben, spannend und sensibilisiert für sehr wichtige Themen. Ich empfehle es allen, die für diese Thematiken offen sind und - wichtig! - momentan die nötige psychische Stabilität für so ein Buch aufweisen. Trotz auch so einiger schöner zwischenmenschlicher Momente und Begegnungen und der poetischen Sprache ist es doch in seiner Grundstimmung und Entwicklung ein sehr düsteres Buch, das bestehende Suizidalität triggern kann. Wer also selbst zu Depressionen oder suizidalen Gedanken neigt, halte sich von diesem Buch lieber fern.

Trostloses, aber wichtiges Buch, über Suizidalität & Queerness

Eternal-Hope aus Österreich am 08.12.2024
Bewertungsnummer: 2359258
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Von Anfang an ist klar, dass es sich beim "Tal der Blumen" von Niviaq Korneliussen um ein hartes, trostloses Buch zu einem sehr traurigen Thema handelt. Das Tal der Blumen ist ein Friedhof in Ostgrönland, und viele, die dort liegen, haben sich das Leben genommen. Und dort liegen Blumen - im Winter viele davon aus Plastik - die von den trauernden Angehörigen dort hinterlassen werden. Denn Grönland ist das Land, das statistisch mit Abstand die höchste Suizidrate auf der Welt hat, und die meisten Menschen, die sich dort das Leben nehmen, sind jung. Schon im Prolog finden wir folgendes Zitat, das die Essenz des Buches sehr gut ausdrückt: "Der Rabe wachte über mich, bis das Tageslicht kam. Dann flog er davon und ließ mich allein mit den Toten zurück. Er wusste nicht, dass er mich vor dem Licht beschützen sollte, nicht vor der Dunkelheit." Im Winter wird es in Grönland kaum hell, die Sonne schafft es an den dunkelsten Tagen nur ganz kurz über den Horizont und geht gleich wieder unter. Dafür wird es im Sommer kaum dunkel. So trostlos die Winter dort auch sein mögen, die meisten Suizide geschehen, wenn es wieder viel heller ist, wie wir im Buch erfahren. Und das mangelnde Licht alleine kann auch nicht die Ursache für die hohe Suizidrate sein, denn diese ist erst in den letzten Jahrzehnten dort so in die Höhe geschnellt. Das Buch ist in drei Teile geteilt: "Sie", "Du" und "Ich". Im ersten Teil - "Sie" - geht es überwiegend um die junge Erzählerin und ihre beginnende lesbische Beziehung mit Maliina. Wir lernen die junge Frau kennen, freuen uns mit ihr über die beginnende Liebe und die Szenen wachsender Vertrautheit und Zuneigung zwischen den beiden jungen Frauen. Die Erzählerin bricht nach dem Sommer nach Aarhus in Dänemark auf, um dort ein Studium zu beginnen - übers Internet kann sie aber mit Maliina in Kontakt bleiben und in den Ferien heimkommen. Es gibt Hoffnung, dass die beiden ihre Beziehung bewahren können und Freude auf den neuen Lebensabschnitt. Doch in Dänemark kommt die junge Frau nicht so wirklich an, das Studium fällt ihr schwer, auf die Prüfungsinhalte kann sie sich keinen Reim machen und auch sozial fühlt sie sich einsam und nicht zugehörig, spürt deutlich die kulturellen Unterschiede zu ihren dänischen Studienkollegen und fühlt sich auch aufgrund ihres grönländischen Aussehens und der damit verbundenen leider immer wieder vorkommenden Ausgrenzungserfahrungen und Vorurteile unzugehörig. Schon in diesem ersten Teil wird außerdem jedes Unterkapitel - egal, worum es darum geht - durch die Nennung eines Suizides in Grönland überschattet, z.B. "42. Mann, 23 Jahre. Erhängen.", "41. Mann, 56 Jahre. Schuwsswaffe. Todesursache: Im Hafen ertrunken.", "39. Frau, 25 Jahre. Erhängte sich in der Wohnung eines Freundes." Im zweiten Teil - "Du" - kehrt die Erzählerin, die in Dänemark nach ein paar Monaten noch immer nicht so richtig Anschluss gefunden hat und in ihrem Studium erfolglos ist, spontan verfrüht für die Weihnachtspause nach Grönland zurück und reist dort an den Heimatort ihrer Freundin Maliina, um diese psychisch zu unterstützen, nachdem deren 15-jährige Cousine sich das Leben genommen hat. Maliina und ihre Partnerin gehen auch ins Krankenhaus, in dem die Cousine nach ihren Suizidversuchen behandelt wurde, und versuchen, Antworten zu finden darauf, warum es passiert ist und welche Hilfe ihr angeboten wurde (so gut wie keine). Die Unterkapitelüberschriften sind immer noch Suizidfälle - das zieht sich durch das ganze Buch - und auch die Handlung wird zunehmend düsterer. Im dritten Teil - "Ich" - bricht schließlich immer mehr im Leben der Ich-Erzählerin weg - Studium, Beziehung, Identität, Zukunft, Geld, psychische Stabilität - und Stück für Stück verliert sie den Halt. Mit einem Happy End sollte man in diesem Buch auch nicht rechnen. Es ist ein sehr gut geschriebenes, spannendes und wichtiges Buch, das ich atemlos in weniger als einem Tag ausgelesen habe. Ein Buch, das für eine wichtige Thematik sensibilisiert: die bestehende extrem hohe Suizidrate in Grönland und die kaum bestehenden Hilfen, die das System dort bietet. Immer wieder versuchen im Buch Angehörige sowie depressive junge Menschen selbst, Hilfe zu bekommen, aber es gibt viel zu wenig davon: es gibt nur ganz wenige therapeutische Angebote, diese sind, wenn überhaupt, aufgrund der dünnen Besiedelung und der großen Distanzen in Grönland, nur online verfügbar, richten sich oft nur an ganz spezifische, sehr eng definierte Zielgruppen, und man wartet monatelang darauf. Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich am Ende das Leben genommen haben, hatten davor mehrere Suizidversuche unternommen und trotzdem keine Hilfe erhalten, selbst wenn sie darum gebeten haben. Auch die Erzählerin selbst bittet am Ende mehrmals erfolglos darum, in die Psychiatrie aufgenommen zu werden. Es ist sehr, sehr deprimierend, das alles zu lesen und den zunehmenden psychischen Verfall der Ich-Erzählerin mitzubekommen. Authentisch beschreibt sie speziell im dritten Teil des Buches, wie es sich zeigen kann, wenn jemand immer weiter Richtung Suizidalität abrutscht. Als zweites großes Thema neben der Suizidalität zieht sich das Thema Homosexualität bzw. Queerness bzw. Transgender/Crossdressing durch das Buch. Wer sich für das Buch entscheidet, sollte mit vielen sehr explizit beschriebenen lesbischen Sexszenen kein Problem haben, denn davon kommen ebenfalls viele vor, speziell in der ersten Hälfte des Buches. Gleichzeitig wird auch dafür sensibilisiert, dass junge Menschen, die in irgendeiner Weise anders sind, so wie hier queere Jugendliche, noch einmal ein höheres Risiko für Suizidalität in Grönland haben, weil sie noch weniger in die zum Teil sehr traditionelle und konservative Gesellschaft passen (auch wenn die Familie der Ich-Erzählerin selbst recht offen und aufgeschlossen ist und auch ihre Freundin warmherzig in der Familie begrüßt, bekommen wir doch mit, wie es in anderen Teilen der Gesellschaft zu Mobbing und Ausgrenzung queerer Jugendlicher kommt). Ich kann gut verstehen, warum dieses Buch - als erstes Buch einer grönländischen Autorin - den Nordischen Literaturpreis gewonnen hat: es ist sprachlich sehr gut geschrieben, spannend und sensibilisiert für sehr wichtige Themen. Ich empfehle es allen, die für diese Thematiken offen sind und - wichtig! - momentan die nötige psychische Stabilität für so ein Buch aufweisen. Trotz auch so einiger schöner zwischenmenschlicher Momente und Begegnungen und der poetischen Sprache ist es doch in seiner Grundstimmung und Entwicklung ein sehr düsteres Buch, das bestehende Suizidalität triggern kann. Wer also selbst zu Depressionen oder suizidalen Gedanken neigt, halte sich von diesem Buch lieber fern.

Selten eine so gut gemachte Geschichte gelesen, großartig.

MarieOn am 09.05.2024

Bewertungsnummer: 2197280

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sobald dicker Nebel über Akia auf der anderen Seite des Fjords aufgezogen ist, dauert es nur noch ein paar Stunden bis er Nuuk erreicht hat und dann scheint die Sonne in der Nacht einmal nicht. Am Abend vor ihrer Abreise nach Dänemark, enttäuscht sie problemlos ihre Anaana, um bei Maliina zu Abend zu essen. Maliina wird Rentier zubereiten, das sie selbst erlegt hat. Obwohl Maliina sie mit ihren freundlichen Augen ansieht ist sie nervös, redet viel und stellt zu viele Fragen. Ob sie ein Teil Maliinas‘ Leben sein darf, ob Maliina in zehn Jahren immer noch lesbisch sein wird. Als sie neben ihr liegt sind die Worte Liebe und Hoffnung in ihr gefangen, sie kann sie nicht rauslassen. But in the end a person needs more courage to live than to kill herself, schreibt Maliina in ihre Insta-Story, als ein fünfzehn jähriges Mädchen Selbstmord begangen hat. S.67 In Dänemark hat sie sich für das Studium der Anthropologie eingeschrieben. Sie musste weg aus Grönland, weg von ihrer Anaana, die auf ihr gluckt, aber keine Liebe zeigt, weg von ihrem Ataata, der nur vor sich hinbrummt und weg vor der Trauer, weil ihre Aanaa gestorben ist. In Dänemark fühlt sie sich anders, mit ihrer schmutzig braunen Haut und ihren dunklen Schlitzaugen. Sie versteht den spöttischen Ton ihrer Kommiliton*innen nicht. Sie macht die Leute nervös, weil sie direkt und burschikos ist. Fazit: Ich bin hin und weg von dieser großartigen Geschichte, die völlig zurecht ausgezeichnet wurde. Die Landschaftsbeschreibungen sind grandios. Die Thematik, dass etliche junge Menschen sich umbringen, weil sie depressiv sind und das Gesundheitssystem keine adäquate Hilfe anbietet schmerzt. Ganz Grönland scheint traumatisiert zu sein und diese Traumen an die nächsten Generationen weiterzugeben. Die Protagonistin, deren Einsamkeit und Entwurzelung, sie in die totale Verzweiflung führt, ist so gut gezeigt. Und obwohl das Buch weh tut, hat es auch komische Momente. Die Autorin spielt phantasievoll mit Symbolen, die die düstere, aussichtslose Atmosphäre betonen. Schwarze Raben, die die Protagonistin begleiten. Räudige Hunde, die einen Friedhof bewachen und Plastikblumen, die Gräber schmücken. Diese Geschichte ist so anders, dass ich ihr Unmengen Leser*innen wünsche, die ihren Horizont erweitern wollen.

Selten eine so gut gemachte Geschichte gelesen, großartig.

MarieOn am 09.05.2024
Bewertungsnummer: 2197280
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sobald dicker Nebel über Akia auf der anderen Seite des Fjords aufgezogen ist, dauert es nur noch ein paar Stunden bis er Nuuk erreicht hat und dann scheint die Sonne in der Nacht einmal nicht. Am Abend vor ihrer Abreise nach Dänemark, enttäuscht sie problemlos ihre Anaana, um bei Maliina zu Abend zu essen. Maliina wird Rentier zubereiten, das sie selbst erlegt hat. Obwohl Maliina sie mit ihren freundlichen Augen ansieht ist sie nervös, redet viel und stellt zu viele Fragen. Ob sie ein Teil Maliinas‘ Leben sein darf, ob Maliina in zehn Jahren immer noch lesbisch sein wird. Als sie neben ihr liegt sind die Worte Liebe und Hoffnung in ihr gefangen, sie kann sie nicht rauslassen. But in the end a person needs more courage to live than to kill herself, schreibt Maliina in ihre Insta-Story, als ein fünfzehn jähriges Mädchen Selbstmord begangen hat. S.67 In Dänemark hat sie sich für das Studium der Anthropologie eingeschrieben. Sie musste weg aus Grönland, weg von ihrer Anaana, die auf ihr gluckt, aber keine Liebe zeigt, weg von ihrem Ataata, der nur vor sich hinbrummt und weg vor der Trauer, weil ihre Aanaa gestorben ist. In Dänemark fühlt sie sich anders, mit ihrer schmutzig braunen Haut und ihren dunklen Schlitzaugen. Sie versteht den spöttischen Ton ihrer Kommiliton*innen nicht. Sie macht die Leute nervös, weil sie direkt und burschikos ist. Fazit: Ich bin hin und weg von dieser großartigen Geschichte, die völlig zurecht ausgezeichnet wurde. Die Landschaftsbeschreibungen sind grandios. Die Thematik, dass etliche junge Menschen sich umbringen, weil sie depressiv sind und das Gesundheitssystem keine adäquate Hilfe anbietet schmerzt. Ganz Grönland scheint traumatisiert zu sein und diese Traumen an die nächsten Generationen weiterzugeben. Die Protagonistin, deren Einsamkeit und Entwurzelung, sie in die totale Verzweiflung führt, ist so gut gezeigt. Und obwohl das Buch weh tut, hat es auch komische Momente. Die Autorin spielt phantasievoll mit Symbolen, die die düstere, aussichtslose Atmosphäre betonen. Schwarze Raben, die die Protagonistin begleiten. Räudige Hunde, die einen Friedhof bewachen und Plastikblumen, die Gräber schmücken. Diese Geschichte ist so anders, dass ich ihr Unmengen Leser*innen wünsche, die ihren Horizont erweitern wollen.

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Das Tal der Blumen

von Niviaq Korneliussen

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