Produktbild: Der Schweinswal ist von Menschengröße

Der Schweinswal ist von Menschengröße

Aus der Reihe Poesiemaschinen
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.03.2023

Abbildungen

mit 10 Farbabbildungen

Verlag

Kulturmaschinen Verlag

Seitenzahl

154

Maße (L/B/H)

21,6/12,5/1,6 cm

Gewicht

290 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96763-272-9

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.03.2023

Abbildungen

mit 10 Farbabbildungen

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Kulturmaschinen Verlag

Seitenzahl

154

Maße (L/B/H)

21,6/12,5/1,6 cm

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290 g

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Deutsch

ISBN

978-3-96763-272-9

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Dichtwerk mit hintergründigem Humor - der Schweinswal lässt das Grinsen nicht - Grandios

Jakob Krajewsky aus Hamburg am 22.05.2023

Bewertungsnummer: 1946827

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein neues Dichtwerk von Reimer Eilers liegt vor, in dem nicht nur Maritimes zur Sprache kommt. Es ist ein lyrisches Sammelwerk über das, was uns die letzten Jahre so begegnet ist. Das lyrische Ich des Autors tobt sich aus und das muss nicht immer im Kehrreim sein. Das Entree hat dem Gedichtband seinen Namen gegeben, Wer hier wohl der Schweinswal ist? Zum Ende der Elegie erhält das Hörende Ich der Rezipienten, also ihr alle, eine Antwort darauf. Und so geht es weiter. Die literarischen Ergüsse sind ordentlich in Kapitel gebracht: Teil 1 Laute Fragen; Teil 2 Siri, die Gänse reden; Teil 3 Der Sandmann; Teil 4 Doll und Mur. Die Präsentation der Verse ist wie immer ansprechend und von witzigen und ernsten Bildern und Grafiken eingerahmt, z.B. Doctor Schnabel als Pestarzt und Sensenmann zugleich. Doch auch Sinnsprüche auf Tonkannen und eine Karikatur über Drosten sowie ein lustiges Fischerboot auf blauem Grund als Ready-Made erheitern wiederum das Gemüt. Die Themen sind bunt gewürfelt, wie unsere Weltzeit, unsere Zeit und unsere Welt eben im vollen Leben: Liebe, das Gendern, Westdeutsche Karrieren, Hamburger Emanzipation und der Jungfernstieg, darf nicht fehlen. Der kam ja schon bei Heine vor. So sieht es im ersten Teil aus. Der zweite Teil geht ans Eingemachte. Es geht um Krankheit, Maskentragen und fette Coronapartys in Bad Ischgl, Lockdown und ums Interface des Internets. Der Autor lässt keine Gnade walten und frühstückt seine Eindrücke der letzten Jahre, der letzten Tage, huldvoll ab. Im dritten Teil „Der Sandmann“ geht es um Biographisches aus Helgoland, der Haseldorfer Marsch, Rendsburg und Wedel, wo der Autor im Exil geboren wurde und zeitweise lebte: „Wer ich war, wusste ich nicht, doch die Insel hatte das vorausgesehen, sie formte mich nicht aus Ton, sondern aus Sand.“ (Schweinswal/S. 78) Es erscheinen auch immer wieder biblische Konnotationen in den Texten von Eilers, Humoresken und Maritimes, Liebe und Sentimentalitäten. Sehr berührend ist die wie oft bei Lessing in Sonnetform präsentierte Geschichte seiner Kindheit, seiner Eltern und Vorfahren, ja seines Lebens, zusammengefasst in „Ein Schleswig-Holsteiner Janmaat“ (Schweinswal/S. 80). Als Vertriebene, Muttern war aus Ostpreußen, Vattern ut Helgoland, begleitete ihn und seine Mischpoke zeitweise das provisorische Leben in Baracken. Auch dieses ist eine Vorwegnahme: So geht es heute vielen Menschen aus anderen Kulturen und Weltorten und Heimaten, aus denen sie vertrieben wurden, jüngst den Menschen aus der Ukraine. Manchmal hat man eben keine Wahl als Wal in Menschengestalt, als einfach nur zu fliehen. Schließlich kommt der Autor im letzten Part apart und mitfühlend, weil selbst betroffen, auf die Niederungen des Alterns zu sprechen. Nägel wachsen weiter, in den Ohren dichte Büschel, weiße Augenbrauen werden gezupft – auch Männer werden hinfälliger und kriegen Falten. Doch in allem was er sagt, hat der Schweinswal von Menschengröße ein breites Grinsen auf. Mit 50 klammerte ich mich ans Leben im Hier und Jetzt …, … heute schaue ich auf die jungen Leute Und überlege, was ich noch zur rechten Zeit Mit eigner Hand entsorgen kann Doch was die Rechte wegtut Holt sich die Linke an Neuem Das Leben hat seine eigenen Listen Altpapiere und Umzugskisten

Dichtwerk mit hintergründigem Humor - der Schweinswal lässt das Grinsen nicht - Grandios

Jakob Krajewsky aus Hamburg am 22.05.2023
Bewertungsnummer: 1946827
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein neues Dichtwerk von Reimer Eilers liegt vor, in dem nicht nur Maritimes zur Sprache kommt. Es ist ein lyrisches Sammelwerk über das, was uns die letzten Jahre so begegnet ist. Das lyrische Ich des Autors tobt sich aus und das muss nicht immer im Kehrreim sein. Das Entree hat dem Gedichtband seinen Namen gegeben, Wer hier wohl der Schweinswal ist? Zum Ende der Elegie erhält das Hörende Ich der Rezipienten, also ihr alle, eine Antwort darauf. Und so geht es weiter. Die literarischen Ergüsse sind ordentlich in Kapitel gebracht: Teil 1 Laute Fragen; Teil 2 Siri, die Gänse reden; Teil 3 Der Sandmann; Teil 4 Doll und Mur. Die Präsentation der Verse ist wie immer ansprechend und von witzigen und ernsten Bildern und Grafiken eingerahmt, z.B. Doctor Schnabel als Pestarzt und Sensenmann zugleich. Doch auch Sinnsprüche auf Tonkannen und eine Karikatur über Drosten sowie ein lustiges Fischerboot auf blauem Grund als Ready-Made erheitern wiederum das Gemüt. Die Themen sind bunt gewürfelt, wie unsere Weltzeit, unsere Zeit und unsere Welt eben im vollen Leben: Liebe, das Gendern, Westdeutsche Karrieren, Hamburger Emanzipation und der Jungfernstieg, darf nicht fehlen. Der kam ja schon bei Heine vor. So sieht es im ersten Teil aus. Der zweite Teil geht ans Eingemachte. Es geht um Krankheit, Maskentragen und fette Coronapartys in Bad Ischgl, Lockdown und ums Interface des Internets. Der Autor lässt keine Gnade walten und frühstückt seine Eindrücke der letzten Jahre, der letzten Tage, huldvoll ab. Im dritten Teil „Der Sandmann“ geht es um Biographisches aus Helgoland, der Haseldorfer Marsch, Rendsburg und Wedel, wo der Autor im Exil geboren wurde und zeitweise lebte: „Wer ich war, wusste ich nicht, doch die Insel hatte das vorausgesehen, sie formte mich nicht aus Ton, sondern aus Sand.“ (Schweinswal/S. 78) Es erscheinen auch immer wieder biblische Konnotationen in den Texten von Eilers, Humoresken und Maritimes, Liebe und Sentimentalitäten. Sehr berührend ist die wie oft bei Lessing in Sonnetform präsentierte Geschichte seiner Kindheit, seiner Eltern und Vorfahren, ja seines Lebens, zusammengefasst in „Ein Schleswig-Holsteiner Janmaat“ (Schweinswal/S. 80). Als Vertriebene, Muttern war aus Ostpreußen, Vattern ut Helgoland, begleitete ihn und seine Mischpoke zeitweise das provisorische Leben in Baracken. Auch dieses ist eine Vorwegnahme: So geht es heute vielen Menschen aus anderen Kulturen und Weltorten und Heimaten, aus denen sie vertrieben wurden, jüngst den Menschen aus der Ukraine. Manchmal hat man eben keine Wahl als Wal in Menschengestalt, als einfach nur zu fliehen. Schließlich kommt der Autor im letzten Part apart und mitfühlend, weil selbst betroffen, auf die Niederungen des Alterns zu sprechen. Nägel wachsen weiter, in den Ohren dichte Büschel, weiße Augenbrauen werden gezupft – auch Männer werden hinfälliger und kriegen Falten. Doch in allem was er sagt, hat der Schweinswal von Menschengröße ein breites Grinsen auf. Mit 50 klammerte ich mich ans Leben im Hier und Jetzt …, … heute schaue ich auf die jungen Leute Und überlege, was ich noch zur rechten Zeit Mit eigner Hand entsorgen kann Doch was die Rechte wegtut Holt sich die Linke an Neuem Das Leben hat seine eigenen Listen Altpapiere und Umzugskisten

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Der Schweinswal ist von Menschengröße

von Reimer Boy Eilers

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