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Produktbild: Am Südhang. Eine Sommererzählung

Am Südhang. Eine Sommererzählung Keyserling, Eduard von - Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur

3

5,49 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

24.03.2023

Verlag

Reclam Verlag

Seitenzahl

144 (Printausgabe)

Dateigröße

1462 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783159621333

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Format

ePUB 3

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Erscheinungsdatum

24.03.2023

Verlag

Reclam Verlag

Seitenzahl

144 (Printausgabe)

Dateigröße

1462 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783159621333

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Der Schriftsteller Eduard von…

MaWiOr aus Halle am 25.04.2023

Bewertungsnummer: 2800083

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Schriftsteller Eduard von Keyserling (1855-1918) wurde häufig als „baltischer Fontane" bezeichnet. In der Erzählung „Am Südhang“ aus dem Jahre 1914 verbringt der junge Adlige Karl Erdmann von West-Wallbaum, der soeben zum Leutnant befördert wurde, die Sommerferien auf dem baltischen Landgut seiner Familie. Doch aus der ungestörten Erholung bei Spaziergängen im Garten wird jedoch nichts, denn er verliebt sich unsterblich in die attraktive Daniela von Bardow, eine Freundin seiner Mutter. Seit seiner Jugend hegte er Gefühle für sie. Das gilt aber auch für den Hauslehrer Aristides Dorn, dem die Angebetete ebenfalls schönen Augen macht. Zusätzlich droht noch ein bevorstehendes Duell mit einem anderen Mann, das jedoch unblutig endet, da beide Duellanten absichtlich danebenschießen. Da Aristides die Liebesstunden von Karl und Daniela nicht verborgen bleiben, verliert er alle Hoffnung und begeht Selbstmord. Die Erzählung endet mit der Beisetzung Aristides’ und der Abreise Danielas. Eduard von Keyserling entführt die Leser*innen mit dieser Sommererzählung in die untergehende Welt des baltischen degenerierten Adels. Darüber hinaus beeindruckt die sinnliche Farb- und Pflanzenmetaphorik, erschaffen von einem der großen Erzähler des frühen 20. Jahrhunderts.

Der Schriftsteller Eduard von…

MaWiOr aus Halle am 25.04.2023
Bewertungsnummer: 2800083
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Schriftsteller Eduard von Keyserling (1855-1918) wurde häufig als „baltischer Fontane" bezeichnet. In der Erzählung „Am Südhang“ aus dem Jahre 1914 verbringt der junge Adlige Karl Erdmann von West-Wallbaum, der soeben zum Leutnant befördert wurde, die Sommerferien auf dem baltischen Landgut seiner Familie. Doch aus der ungestörten Erholung bei Spaziergängen im Garten wird jedoch nichts, denn er verliebt sich unsterblich in die attraktive Daniela von Bardow, eine Freundin seiner Mutter. Seit seiner Jugend hegte er Gefühle für sie. Das gilt aber auch für den Hauslehrer Aristides Dorn, dem die Angebetete ebenfalls schönen Augen macht. Zusätzlich droht noch ein bevorstehendes Duell mit einem anderen Mann, das jedoch unblutig endet, da beide Duellanten absichtlich danebenschießen. Da Aristides die Liebesstunden von Karl und Daniela nicht verborgen bleiben, verliert er alle Hoffnung und begeht Selbstmord. Die Erzählung endet mit der Beisetzung Aristides’ und der Abreise Danielas. Eduard von Keyserling entführt die Leser*innen mit dieser Sommererzählung in die untergehende Welt des baltischen degenerierten Adels. Darüber hinaus beeindruckt die sinnliche Farb- und Pflanzenmetaphorik, erschaffen von einem der großen Erzähler des frühen 20. Jahrhunderts.

Baltischer Fontane Zu den…

Bories vom Berg aus München am 18.09.2015

Bewertungsnummer: 2708422

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Baltischer Fontane Zu den wenigen bedeutenden Schriftstellern des Impressionismus, der den bis dato in der Literatur dominierenden Realismus abgelöst hat, gehört Eduard von Keyserling, dessen 1911 erschienener Roman «Wellen» ein beredtes Beispiel ist für eine ausgesprochen subjektive, dem Jetzt verpflichtete Erzählweise, die eine sehr persönliche Erfahrung der Wirklichkeit wiedergibt. Dieser in Vergessenheit geratene Roman des estnischen Autors, 1998 neu publiziert, wurde, nicht zuletzt durch eine bemerkenswert enthusiastische Besprechung im «Literarischen Quartett», zu einem Überraschungserfolg. Zu Recht? Der Roman des «baltischen Fontane» reiht sich ein in jene Literatur des Fin de Siècle, die dem Leser eine Welt des Adels nahebringt, dessen Ende damals bereits absehbar war, zu der man aber aus lesewütigen bürgerlichen Kreisen gerne gaffend aufgeblickt hat, Identifikationsfiguren suchend, in die man sich für einige Lesestunden hineinversetzen konnte. Und so bevölkern denn auch standesgemäß Grafen und Barone, ein Geheimrat und ein Leutnant jenen kleinen Badeort an der Ostsee, der ihnen allen für einige Zeit als Sommerfrische in der unmittelbaren Nachbarschaft bodenständiger Fischer dient. Die liebevoll beschriebene äußere Idylle wird geschickt konterkariert durch eine sich anbahnende Tragödie, die der Autor sehr behutsam in Szene setzt, ganz ohne Effekthascherei. Nach einer unglücklichen Ehe mit dem deutlich älteren Grafen Köhne ist Doralice, eine bildschöne junge Frau, ganz unstandesgemäß mit ihrem Portraitmaler durchgebrannt, wird seither von der Gesellschaft geächtet und hat sich mit ihrem Maler, - man habe in London geheiratet, heißt es -, in diese Abgeschiedenheit geflüchtet. Nachbar ist der erzkonservative Baron Butlär mit Gattin, seiner als Generalin titulierten Schwiegermutter Gräfin Palikow, dem jüngeren Sohn und zwei erwachsenen Töchtern sowie einem Schwiegersohn in spe, dem schneidigen Leutnant Hilmar. Trotz gesellschaftlicher Ächtung kommt es allmählich doch zu Kontakten mit Doralice, nicht zuletzt auch durch Vermittlung des buckligen alten Geheimrats Knospelius, der ebenfalls dort wohnt. Der voraussehbare Eklat, – man erahnt ihn beim Lesen -, den zu beschreiben ich hier aber aus Fairness potentiellen Lesern gegenüber lieber unterlasse, dieser Skandal also führt am Ende zu einer geradezu grotesken Situation, die aber nicht unlogisch ist und als nachdenklich machende Katharsis zurückbleibt. Im stimmig geschilderten, sympathischen Figurenensemble fallen zwei Protagonisten besonders auf, sie liefern nämlich durch ihre köstlichen Beiträge in den erfrischend lebhaften, ungekünstelten Dialogen jenen Lesespaß, der Literatur zum reinen Vergnügen werden lässt. Da ist zum einen die verwitwete Generalin, hier wie sie beispielsweise Doralice die Leviten liest: «Mich hat zwar noch nie jemand entführt, ich hatte es auch nicht nötig, ich war mit meinem Palikow immer recht zufrieden, […] Aber mit dem Herrn, der einen entführt, leben, dass ist die Kunst. Glauben sie mir, man kann sehr gut leben, auch ohne dass ein Mannsbild immer vor einem auf den Knien liegt.» Und der gnomenhafte Knospelius räsoniert bei der Einladung zu seinem Geburtstag: «Na ja, das Älterwerden mag ja seine guten Seiten haben, aber zum Feiern wäre ja schließlich keine Veranlassung. Diese Welt hier ist zwar recht fragwürdig, allein besondere Eile herauszukommen hat man nicht […] Sehen sie, eine Welt ohne Knospelius und eine Welt mit Knospelius, das ist für mich ein gewaltiger Unterschied.» Es steckt viel handfeste Lebensweisheit in diesem wunderbaren Roman, der eine Behaglichkeit erzeugt beim Lesen, welche in der Tat stark an Fontane erinnert. Sprachlich allerdings ist der hier aus wechselnder Perspektive mit feinem psychologischen Gespür erzählende Keyserling deutlich moderner, es geht aber auch dramatischer zu bei ihm als beim Großmeister des Plaudertons. Wie schön für uns Leser, dass ein so großartiger Schriftsteller wiederentdeckt wurde.

Baltischer Fontane Zu den…

Bories vom Berg aus München am 18.09.2015
Bewertungsnummer: 2708422
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Baltischer Fontane Zu den wenigen bedeutenden Schriftstellern des Impressionismus, der den bis dato in der Literatur dominierenden Realismus abgelöst hat, gehört Eduard von Keyserling, dessen 1911 erschienener Roman «Wellen» ein beredtes Beispiel ist für eine ausgesprochen subjektive, dem Jetzt verpflichtete Erzählweise, die eine sehr persönliche Erfahrung der Wirklichkeit wiedergibt. Dieser in Vergessenheit geratene Roman des estnischen Autors, 1998 neu publiziert, wurde, nicht zuletzt durch eine bemerkenswert enthusiastische Besprechung im «Literarischen Quartett», zu einem Überraschungserfolg. Zu Recht? Der Roman des «baltischen Fontane» reiht sich ein in jene Literatur des Fin de Siècle, die dem Leser eine Welt des Adels nahebringt, dessen Ende damals bereits absehbar war, zu der man aber aus lesewütigen bürgerlichen Kreisen gerne gaffend aufgeblickt hat, Identifikationsfiguren suchend, in die man sich für einige Lesestunden hineinversetzen konnte. Und so bevölkern denn auch standesgemäß Grafen und Barone, ein Geheimrat und ein Leutnant jenen kleinen Badeort an der Ostsee, der ihnen allen für einige Zeit als Sommerfrische in der unmittelbaren Nachbarschaft bodenständiger Fischer dient. Die liebevoll beschriebene äußere Idylle wird geschickt konterkariert durch eine sich anbahnende Tragödie, die der Autor sehr behutsam in Szene setzt, ganz ohne Effekthascherei. Nach einer unglücklichen Ehe mit dem deutlich älteren Grafen Köhne ist Doralice, eine bildschöne junge Frau, ganz unstandesgemäß mit ihrem Portraitmaler durchgebrannt, wird seither von der Gesellschaft geächtet und hat sich mit ihrem Maler, - man habe in London geheiratet, heißt es -, in diese Abgeschiedenheit geflüchtet. Nachbar ist der erzkonservative Baron Butlär mit Gattin, seiner als Generalin titulierten Schwiegermutter Gräfin Palikow, dem jüngeren Sohn und zwei erwachsenen Töchtern sowie einem Schwiegersohn in spe, dem schneidigen Leutnant Hilmar. Trotz gesellschaftlicher Ächtung kommt es allmählich doch zu Kontakten mit Doralice, nicht zuletzt auch durch Vermittlung des buckligen alten Geheimrats Knospelius, der ebenfalls dort wohnt. Der voraussehbare Eklat, – man erahnt ihn beim Lesen -, den zu beschreiben ich hier aber aus Fairness potentiellen Lesern gegenüber lieber unterlasse, dieser Skandal also führt am Ende zu einer geradezu grotesken Situation, die aber nicht unlogisch ist und als nachdenklich machende Katharsis zurückbleibt. Im stimmig geschilderten, sympathischen Figurenensemble fallen zwei Protagonisten besonders auf, sie liefern nämlich durch ihre köstlichen Beiträge in den erfrischend lebhaften, ungekünstelten Dialogen jenen Lesespaß, der Literatur zum reinen Vergnügen werden lässt. Da ist zum einen die verwitwete Generalin, hier wie sie beispielsweise Doralice die Leviten liest: «Mich hat zwar noch nie jemand entführt, ich hatte es auch nicht nötig, ich war mit meinem Palikow immer recht zufrieden, […] Aber mit dem Herrn, der einen entführt, leben, dass ist die Kunst. Glauben sie mir, man kann sehr gut leben, auch ohne dass ein Mannsbild immer vor einem auf den Knien liegt.» Und der gnomenhafte Knospelius räsoniert bei der Einladung zu seinem Geburtstag: «Na ja, das Älterwerden mag ja seine guten Seiten haben, aber zum Feiern wäre ja schließlich keine Veranlassung. Diese Welt hier ist zwar recht fragwürdig, allein besondere Eile herauszukommen hat man nicht […] Sehen sie, eine Welt ohne Knospelius und eine Welt mit Knospelius, das ist für mich ein gewaltiger Unterschied.» Es steckt viel handfeste Lebensweisheit in diesem wunderbaren Roman, der eine Behaglichkeit erzeugt beim Lesen, welche in der Tat stark an Fontane erinnert. Sprachlich allerdings ist der hier aus wechselnder Perspektive mit feinem psychologischen Gespür erzählende Keyserling deutlich moderner, es geht aber auch dramatischer zu bei ihm als beim Großmeister des Plaudertons. Wie schön für uns Leser, dass ein so großartiger Schriftsteller wiederentdeckt wurde.

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Am Südhang

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