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Aus der Zuckerfabrik

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.03.2024

Verlag

btb

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,8/12,1/2,5 cm

Gewicht

251 g

Farbe

Lachs

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77139-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.03.2024

Verlag

btb

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,8/12,1/2,5 cm

Gewicht

251 g

Farbe

Lachs

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77139-4

Herstelleradresse

btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Literatur gegen den Strich: forschend, unkonventionell, wie ein großes Mosaik

Bewertung am 08.05.2024

Bewertungsnummer: 2196887

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dorothee Elmiger formulierte in einem Text 2021, der sich um Ursula K. Le Guins Carrier-Bag-Theory drehte, folgende Zeilen: »In der Tasche, im Behältnis befinden sich die Dinge in Unordnung, in ständiger Bewegung, mit jedem Schritt werden sie gewendet und in neue Konstellationen gebracht, neu formatiert; Hierarchien haben unter diesen Bedingungen keinen Bestand […].« Wie kaum ein*e zweite*r Autor*in baut Elmiger ihre Texte gemäß der Nicht-Gesetze der Unordnung auf. Sie versteht eine Erzählung nicht als Abfolge von Konflikten, wie es die alte Ratgeberweisheit besagt, vielmehr müsse sich »der Text selbst im Konflikt mit der Welt befinden, von der er ausgeht«. Diesem Credo folgend, sammelt sie in der »Zuckerfabrik« in einer Art großangelegter Recherche Fragmente, Episoden, Wissensstücke, Gedankenfetzen, Impressionen, Fallberichte, Erfahrungen, Geschichtsauszüge, Lyrik, Biografien, Liebesgeschichten und viele Mosaiksteine mehr, die sie dann aus ihrer vollgepackten Tasche zieht, auslegt, analysiert und miteinander in eine (aber nicht zwingend die eine) Verbindung setzt. Mittels dieser Verbindungen zieht sie Fäden von den Ausgangsthemen Lotto-Millionär, Liebe und Begehren über Marx und Revolution zu Zucker, Macht und Biografien von diversen Personen, bis hin zu sich selbst – woraus eben keine konventionelle Handlung, sondern ein ausschweifendes, tiefgründiges, bisweilen chaotisches und undurchdringliches Mosaik entspringt …, das man als Leser*in eben als Gewinn oder Zeitverschwendung betrachten kann (wie die äußerst gespaltenen Reaktionen auf das Buch belegen). Das Buch mag verwirrend und exaltiert erscheinen, als »Literaturinstitutsliteratur«, wie immer wieder zu lesen ist, und wie bei wenigen anderen mir bekannten Werken scheint es mir letztlich auch eine Geschmacksfrage zu sein, ob man Elmigers preisgekröntes Werk mag oder nicht, jedoch bin ich der Meinung, dass über ihre sprachlichen Fähigkeiten kaum Zweifel bestehen (sollten). Elmiger beherrscht die unterschiedlichsten Textsorten mit einer spielerischen Leichtigkeit, ist mal Dichtern, mal Historikerin, mal Theoretikerin, mal Forscherin, mal Erzählerin, und erreicht es u.a. mit ihrer Sprache, die Gattung Roman aus ihren eigenen Fesseln zu befreien. Nicht zuletzt ist Elmiger eine kluge, unkonventionelle Analytikerin, die es versteht, alte Texte von Frisch, Marx und weiteren historischen Personen gegen die herkömmlichen Deutungsmuster zu lesen und ihnen so andere Interpretationsebenen und Geschichten zu entlocken, die für mich hochspannend und bereichernd waren. Sie verknüpft dabei immer wieder das Private mit dem Politischen und legt das feingesponnene Netz von z.B. Macht und Begehren in aufschlussreichen Verstrickungen frei. Fazit: Ein herausforderndes, aber reichhaltiges Buch, geschrieben in einer bezaubernden Sprache, für Leser*innen, die sich gerne auf eine tollkühne, unkonventionelle Forschungsreise begeben.

Literatur gegen den Strich: forschend, unkonventionell, wie ein großes Mosaik

Bewertung am 08.05.2024
Bewertungsnummer: 2196887
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dorothee Elmiger formulierte in einem Text 2021, der sich um Ursula K. Le Guins Carrier-Bag-Theory drehte, folgende Zeilen: »In der Tasche, im Behältnis befinden sich die Dinge in Unordnung, in ständiger Bewegung, mit jedem Schritt werden sie gewendet und in neue Konstellationen gebracht, neu formatiert; Hierarchien haben unter diesen Bedingungen keinen Bestand […].« Wie kaum ein*e zweite*r Autor*in baut Elmiger ihre Texte gemäß der Nicht-Gesetze der Unordnung auf. Sie versteht eine Erzählung nicht als Abfolge von Konflikten, wie es die alte Ratgeberweisheit besagt, vielmehr müsse sich »der Text selbst im Konflikt mit der Welt befinden, von der er ausgeht«. Diesem Credo folgend, sammelt sie in der »Zuckerfabrik« in einer Art großangelegter Recherche Fragmente, Episoden, Wissensstücke, Gedankenfetzen, Impressionen, Fallberichte, Erfahrungen, Geschichtsauszüge, Lyrik, Biografien, Liebesgeschichten und viele Mosaiksteine mehr, die sie dann aus ihrer vollgepackten Tasche zieht, auslegt, analysiert und miteinander in eine (aber nicht zwingend die eine) Verbindung setzt. Mittels dieser Verbindungen zieht sie Fäden von den Ausgangsthemen Lotto-Millionär, Liebe und Begehren über Marx und Revolution zu Zucker, Macht und Biografien von diversen Personen, bis hin zu sich selbst – woraus eben keine konventionelle Handlung, sondern ein ausschweifendes, tiefgründiges, bisweilen chaotisches und undurchdringliches Mosaik entspringt …, das man als Leser*in eben als Gewinn oder Zeitverschwendung betrachten kann (wie die äußerst gespaltenen Reaktionen auf das Buch belegen). Das Buch mag verwirrend und exaltiert erscheinen, als »Literaturinstitutsliteratur«, wie immer wieder zu lesen ist, und wie bei wenigen anderen mir bekannten Werken scheint es mir letztlich auch eine Geschmacksfrage zu sein, ob man Elmigers preisgekröntes Werk mag oder nicht, jedoch bin ich der Meinung, dass über ihre sprachlichen Fähigkeiten kaum Zweifel bestehen (sollten). Elmiger beherrscht die unterschiedlichsten Textsorten mit einer spielerischen Leichtigkeit, ist mal Dichtern, mal Historikerin, mal Theoretikerin, mal Forscherin, mal Erzählerin, und erreicht es u.a. mit ihrer Sprache, die Gattung Roman aus ihren eigenen Fesseln zu befreien. Nicht zuletzt ist Elmiger eine kluge, unkonventionelle Analytikerin, die es versteht, alte Texte von Frisch, Marx und weiteren historischen Personen gegen die herkömmlichen Deutungsmuster zu lesen und ihnen so andere Interpretationsebenen und Geschichten zu entlocken, die für mich hochspannend und bereichernd waren. Sie verknüpft dabei immer wieder das Private mit dem Politischen und legt das feingesponnene Netz von z.B. Macht und Begehren in aufschlussreichen Verstrickungen frei. Fazit: Ein herausforderndes, aber reichhaltiges Buch, geschrieben in einer bezaubernden Sprache, für Leser*innen, die sich gerne auf eine tollkühne, unkonventionelle Forschungsreise begeben.

Ein fragmentarisches Meisterwerk,...

Bewertung am 28.07.2022

Bewertungsnummer: 1756313

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein fragmentarisches Meisterwerk, das sofort in den Schweizer Literaturkanon gehört. Dorothee Elmiger erzählt im genresprengenden Stil von Begehren, Zucker, Früchten und Kolonialismus - Ein weiter Bogen, den sie jedoch mühelos, gar graziös, zu spannen vermag.

Ein fragmentarisches Meisterwerk,...

Bewertung am 28.07.2022
Bewertungsnummer: 1756313
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein fragmentarisches Meisterwerk, das sofort in den Schweizer Literaturkanon gehört. Dorothee Elmiger erzählt im genresprengenden Stil von Begehren, Zucker, Früchten und Kolonialismus - Ein weiter Bogen, den sie jedoch mühelos, gar graziös, zu spannen vermag.

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Aus der Zuckerfabrik

von Dorothee Elmiger

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